„So ist nun keine Verdammnis für die, welche in Christo Jesu sind." (Röin. 8, 1.)
„Nun aber, die ihr in Christo Jesu seid, und weiland fern gewesen, seid nun nahe geworden durch das Blut Christi." (Eph. 2, 13.)
„Wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr auch meinen Vater. Und von nun an kennt ihr Ihn und habt Ihn gesehen." (Joh. 14, 7.)
Das Wort „nun" bezeichnet einen bedeutsamen Wendepunkt im Leben. Kannst du, lieber Leser, sagen i „Ich war einst wie ein irrendes Schaf, nun aber bin ich bekehrt zu dem Hirten und Bischof meiner Seele!"? Ist es bei dir zu einer wahren Bekehrung, zu einer bewußten und entschlossenen Umkehr, zu einer vollständigen Herzenserneuerung gekommen? Darauf kommt es an.
„Bekehrt" wozu? Nicht zu irgendeinem Menschen, zu einem Prediger oder Evangelisten, zu einer be> stimmten Lehrmeinung, zu einem Bekenntnis oder einem Gefühl, zu einer Versammlung, einer Gemeinde, einer Kirche. Bekehrt zu Jesu Christo, dem guten Hirten, dem Lamme Gottes, welches unsere Sünden selbst hinaufgetragen hat an Seinem Leibe auf das Holz.
Das bedeutet, daß man ferner nicht nach eigenem Dünken und Denken einhergeht, nicht weiter auf selbsterwähltem Wege irrt, sondern Schutz, Leitung und Bewahrung bei Ihm, bei dem HErrn Jesus, sucht.
Er ist der gute Hirt, der Sein Leben für das Leben Seiner Schafe gelassen hat. Er ist der Bischof, der Leiter und Hüter Seiner Herde.
Da braucht man nicht mehr sein eigener Sachwalter zu sein, man kann Ihm alles getrost in Seine teuren Hände legen.
Kinder Gottes wissen sich erkauft mit einem teuren Kaufpreis, gehören darum nicht mehr sich selbst, sondern Dem, der sie mit Seinem eigenen teuren Blut erworben hat. Ihm schulden sie Gehorsam, unbedingten Gehorsam, und je mehr sie sich darüber klar werden und darin üben, um so herrlicher und seliger gestaltet sich das Leben in der Gegenwart.
Haben wir schon jetzt ein großes Glück glaubend im Besitz, so hat Er uns nach Eph. 2, 6. 7 samt Ihm auferweckt und samt Ihm in das himmlische Wesen versetzt in Christo Jesu, auf daß Er crzeigle m den zukünftigen Zeiten den überschwenglichen Reichtum Seiner Gnade durch Seine Güte über uns in Christo Jesu.
Wir gehen einem Ziel entgegen, welches keine Schatten mehr kennt. „Das Lamm mitten im Stuhle wird sie weiden und leiten zu den lebendigen Wasserbrunnen, und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen."
Bist du, teurer Leser, nun bekehrt? O. D.
&
Schmerzliche Wege.
Eine junge Dame, die erweckt war, heiratete einen Kaufmann, der kein gläubiger Christ war. Er erwarb sich ein großes Vermögen, zog sich dann von den Geschäften zurück und bezog eine Pracht- volle Wohnung auf dem Lande, um dort den Genuß seines Reichtums ungestört haben zu können. Unter beständigen Festlichkeiten, in Gesellschaft lebenslustiger und reicher Nachbarn wurde das Herz der Dame wieder an die Welt gefesselt, und es war kein Wunder, daß ihre drei Kinder, als sie heranwuchsen, ihrem Beispiel nachahmten. „Eine heftige Krankheit erfordert ein kräftiges Heilmittel," und das wandte Gott bald an. Ihr kleiner Sohn fiel in einen Teich ihres Gartens und ertrank. Murren wider Gottes Vorsehung war die Folge dieses Schlages bei der Mutter. Bald darauf starb die einzige Tochter, ein blühendes Mädchen von sechzehn Jahren, am Fieber. Das Herz der Mutter schien brechen zu wollen vor Schmerz, allein ihre Auflehnung gegen Gottes Wege und Willen wurde durch diesen erneuten Schlag der Zuchtrute Gottes nur noch verstärkt. Ihr ältester Sohn kam von der Universität zum Begräbnis der Schwester nach Hause, begab sich bald darauf aufs Feld, um zu jagen, und wurde infolge einer von ihm begangenen Unvorsichtigkeit, indem sich sein Gewehr entlud, getötet. Wer vermag die Gefühle der Mutter zu beschreiben? Im Übermaß ihres Schmerzes fiel sie auf die Erde, raufte ihr Haar und tobte gegen die Vorsehung Gottes. Der tief bekümmerte Vater vermochte dies schreckliche Schauspiel nicht lange mit anzusehen noch sein Elend weiter zu tragen; er fiel bald seinen sich häufenden Leiden zum Opfer. So waren dem Weibe und der Mutter Gatte und Kinder entrissen. Da begann sie nachzudenken, und sie erkannte ihr schreckliches Abweichen vom HErrn und dessen tieftraurige Folgen. Bußfertig wandte sie sich wieder zum HErrn, und der Friede ihrer Seele kehrte wieder. Oft hob sie dann ihre Hände zum Himmel empor und rief: „Ich danke Dir, Vater! Der HErr hat es gegeben, der HErr hat es genommen, der Name des HErrn sei gelobt!"
Ist diese Begebenheit vielleicht in ihrem ersten Teil die Geschichte des einen und anderen unter uns? O möge sie dann doch auch in ihrem zweiten Teil, der die Errettung der Dame betraf, eure Geschichte sein! Man braucht kein reicher Mann zu sein, um mit „von der Welt umstrickten Füßen" umherzugehen.
ZL
Aaeman meinte.
(2 Kön. 5, 11.)
Ich habe kaum jemals einen Menschen gekannt, der nicht, wenn man mit ihm von seinen Sünden sprach, gesagt hätte: „Jawohl, aber ich meinte so und so."


