Ausgabe 
5.8.1917
Seite
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Untergang planen. Gott will, daß wir etwas werden zu Lobe Seiner herrlichen Gnade. So wie Er bezengte über Jesum ChristnmDu bist Mein lieber Sohn «n dem Ich Wohlgefallen habe!" so sollen wir durch den Heiland den Vater im Himmel finden und bei Ihm Kindschaftsrecht. Wer das erfährt, der weiß daß er angenehm gemacht ist durch den Geliebten' iEph. I, 6.)Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Fesu Christi." (Röm. 8, 17.) Einst aber kommen tun heim ins Vaterhaus, ins Leben und in die Herrlichkeit, nicht eine Beute der Sünde und des Todes, sondern im Triumph der Gnade und be- wahrenden Liebe Gottes in Christo Jesu. I. H.

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Aas seligste Krkeönis.

Ein Mann, der um das Heil seiner Seele recht besorgt war, der viel in der Schrift forschte und betete, hatte in einem Traum ein merkwürdiges Ge- sicht. Er sah eine schwarze Tatet und aus dieser alle seine Sünden verzeichnet. Das erfüllte ihn mit Angst und Schrecken. Da war ihm, als sähe er eine Hand, an der eine Naibe zu sehen war. Es war die durchbohrte Rechte des Erlösers, die eine weiße Tafel hielt, auf der geschrieben stand: ^4 tilge deine Übertretung um Meinet- willen und gedenke deiner Sünden nicht!" sJes. 43, 25.) Jetzt ging ihm ein ganz neues Licht auf; er glaubte au den Erretter und war glücklich mib voll Frieden in Christo.

Gott hat verschiedene Wege, auf denen Er den Menschen begegnet, sie sucht und Sich ihnen offen- bart. Ein Bauersmann bekehrte sich gründlich zu Gott, als er im Herbst in seiner gefüllten Scheune stand, den Segen des Schöpfers sah und daran dachte, wie er eigentlich gar n e darum gebetet noch dafür ! Qebanft hatte. Diese stumpfe Gleichgültigkeit gegen Gottes Gute wurde ihm so zur Sünde, daß er auf ! der Tenne niederkuiete, um Vergebung betete und ! slch Gott auslieferte

Briefe aus dem Felde berichten uns, wie Sol- baten im Schützengraben, in der Not des Krieges, mitten im todbringenden Feuer zum lebendigen Glauben kamen. Ob's so oder anders dabei zugeht, die Haupt­sache ist, daß ein Mensch zu seinem Gott und Heiland m ein klares, bewußtes, persönliches Verhältnis tritt. Lm solches Erleben Gottes hat seine bleibenden Wirkungen für Herz und Leben. Da setzt man der Gnade Geltes ein Denkmal:Du hast Dich meiner Seele herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe. Denn Du wirf st alle meine Sünden weit hinter Dich zurückl" (Jes. 38, 17 )

In Apg. 9 wird uns die Bekehrung des Christen­hassers Saul s von Tarsus erzählt. Dort sind es Zwe, Fragen, um die sich alles dreht. Zunächst in

V. 5:HErr, wer bist Du?" Erschrocken kommt's aus dem Munde des stolzen Pharisäers. Das ist der Anfang eines heilsamen Bankrotts, die erste Bresche "» Bollwerk menschlicher Meinungen. Das eigene Kleid wird fadenscheinig, die Selbstgefälligkeit zerstiebt wie eine Seifenblase. Die Frage nach Jesu ist wie das erste Lallen eines neugeborenen Kindleins. Aus dem Staube klingt's, zum Gottesherzen dringt's neue Erkenntnis bringt's,Ich bin Jesus, den du verfolgst! Vor diesem Großen und Gewaltigen beugt sich der Stolze mit der zweiten Frage in V. 6: HErr, was willst Dn, daß ich tun soll?"

Das ist die Sprache des Glaubens. Glaube führt stets zum Gehorsam. Die Zügel sind in Jesu Hand gelegt. Der später Tausenden zum Führer wird, läßt sich nun selbst leiten. So wird der Ver- folg er der Christen ein Nachfolger Christi!

Wie klein Saulus ward, ersehen wir ans der i -Tatsache, daß er, der zu den Füßen des gelehrten j Gamaliel gesessen, nun wie ein gelehriger Schüler seinen Platz einnimmt zu den Füßen des frommen Ananias. Aus dessen Mnnd hört er mehr von Christus, dem Gekieuzigten. bricht mit der alten Tradition, gibt seine eigene Weisheit preis. Einen Ruhm nur kennt er:Christus, den Ge- kreuzigten!" Ein Programm befolgt er:HErr, was willst Du?" Das ist ein seliges Erlebnis, dessen Fortsetzung ein fruchtbares Leben und dessen Ziel ewige Herrlichkeit ist.

Spurgeon erzählt von einem alten Seemann, der ein Flucher und Trinker war, dem aber der HErr in der Predigt begegnete. Er brach mit dem alten Sündenleben, gab sich dem Heiland hin und bat um Aufnahme in die christliche Gemeinde. In seiner Seemansweise erzählie er:Ich habe viele Jahre einem schlechten Herrn gedient, dem Teufel. Nun bin ich ans ein anderes Schiff getreten, habe einen neuen Herrn, den Heiland Jesus Christus, und segle unter neuer Flagge in den ewigen Friedens- . Hafen!" Der hat's recht verstanden. Sich bekehren heißt, den Kurs ändern. Das muß bei jedem Menschen geschehen. O, daß es bei dir bald geschehe und gründlich! I. .f,.

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Kauptmarm und Leutnant.

Ein alter Herr von Adel, früher ein tapferer Soldat, Hauptmann im preußischen Heere, bekam eine Zivilversorgung und vurde Postmeister. Nach gewohnter Weise fluchte er bei dem geringsten Verdruß, ja oft ohne weitere Veranlassung. Ein goltesfürchtiger Leutnant kommt in die Poststube und fragt:Ist die Berliner Post noch nicht da?" Auf diese bescheidene Frage antwortete der Hauptmann mir einigen kräftigen Fluchworten:O Herr Haupt- mann," sagte ernst aber freundlich der Leutnant,