»Dort sollte es liegen,« sagte der Kapitän, als er durch das zögernde Zwielicht in die Finsternis hinausschaute. Der Wind wurde immer heftiger, und ich sah es ihm an, daß er unruhig war. »Wir werden vor Mitternacht heftigen Wind bekommen, - hörte ich ihn sagen. »Schaut nach dem Leuchtturm aus, Jungen.«
Bald darauf mußte der Kapitän beilegen lassen, und da ritt und taumelte das Schiff auf den Wogen, und die dunkle Nacht lag vor uns. Plötzlich hörten wir eine Stimme: »Licht, ahoi!« Alles geriet in Aufregung. »Sehen Sie da,« sagte der alte Mann; und richtig, da sah ich einen Hellen, großen Stern am Horizont strahle», es war das Licht des Leuchtturmes, das uns die Gefahr, aber auch den Weg zeigte."
Auch in allen Gefahren, Nöten und Schwierigkeiten, die der große Krieg allen Völkern gebracht hat, hat Gott einen Leuchtturm in diese Welt ge- stellt. Dieser Leuchtturm zeigt uns sehr klar die Gefahren, in denen wir sind; ja, er zeigt uns unser Sündenelend und das ewige Verderben, dem wir entgegengehen. Aber, Gott sei gepriesen, dieser Leuchtturm, das teure Wort Gottes, zeigt uns auch den Weg der Errettung.
Die Bibel sagt uns, daß Christus, Gottes vielgeliebter Sohn, gekommen ist und hat am Kreuze die Frage der Sünde in ihrem ganzen Umfang auf Sich genommen, um sie zu ordnen. Er hat dort den gerechten Ansprüchen des heiligen Gottes völlig entsprochen. „Christus hat einmal für unsere Sünden gelitten, der Gerechte für die Ungerechten, auf daß Er uns zu Gott führte." (1 Petri 3, 18.) Nun empfängt der Sun- der, sobald er im Beivußtsein und Bekenntnis seiner Schuld Gott naht, Gnade und Vergebung auf Grund des vollbrachten Werkes Christi. „Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, reinigt uns von aller Sünde."
Gott sagt im Blick auf alle, die von ganzem Herzen allein auf Christi Opfertod ihr Heil gründen: „Ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeiten werde Ich nie mehr gedenkenl (Ebr. 10, 17.) Dem begnadigten Gläubigen steht nunmehr der Weg in die Gegenwart Gottes offen; er darf mit Freimütigkeit Gott nahen. Sein Gewissen ist zur Ruhe gebracht, er kann mit glücklichem Herzen vor Gott treten und Ihn als seinen Gott und Vater im Geiste und in der Wahrheit anbeten.
Hast du, teurer Leser, dir durch den göttlichen Leuchtturm den Weg zu Christo zeigen lassen? Ist der Grund, auf den du dich gründest, das Werk des Sohnes Gottes, Sein Opfer? O. D.
K
Arieden mit Kott.
„Jesus Christus hat Frieden gemacht durch das Blut Seines Kreuzes, durch Sich selbst," bekennt Paulus Kol. l, 20. Er denkt zurück an das Blut- ovfer von Golgatha, vor seine Seele tritt der Gekreuzigte.
Die mit Gott in Feindschaft lebende Menschheit hatte Jahrtausende hindurch Frieden durch Blut für das schuldbeladene Gewissen gesucht, denn jeder Tempel und Altar und jedes blutige Opfer zeugt dafür. Abel opfert die Erstlinge seiner Herde. Noah baut nach dem Ausgang aus der Arche einen Altar und opfert allerlei reines Vieh und reines Gevögel auf demselben als Brandopfer, und auch die Patriarchen Abraham, Isaak und Jakob bauten Altäre, auf denen sie gewiß blutige Opfer dargebracht habe«. Sie wollten versöhnt sein mit Gott, Frieden haben durch. Blut. Und wie viele Menschenopfer sind Gott und den Göttern angeboten worden! Der Moabiterkönig opfert seinen erstgeborenen Sohn, der König werden sollte an seiner Statt, auf den Mauern der bedrängten Festung, um sich den Himmel geneigt zu machen.
Versöhnung durch Blut war der Höhepunkt des alttestamentlichen Opferkultus. „Ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung," und alle dargebrachten Opfer waren eine Bestätigung dieser göttlichen Wahrheit.
Doch was alle blutigen Menschen- und Tier- opfer nicht vermochten, das hat Jesu Opfer bewirkt. Er hat Frieden gemacht durch das Blut Seines Kreuzes durch Sich selbst. „Nun aber am Ende der Welt ist Er einmal erschienen, durch Sein eigen Opfer die Sünde aufzuheben. Christus ist einmal geopfert, wegzunehmen vieler Sünden; denn mit einem Opfer hat Er in Ewigkeit vollendet, die geheiligt werden." (Ebr. 9, 26. 28; 10, 14.) Christi Blut ist eine Himmel und Erde versöhnende Macht geworden. Es war freiwillig vergossenes Blut, darin bestand zunächst seine Vortresflichkeit und Vollkommenheit. Es war kein gewaltsam vergossenes Menschen- oder Tieropferblut, sondern eine freiivillige Aufopferung und Preisgabe Seines Blutes und Lebens um unserer Sünde willen Jedes andere Opfer konnte für eine kurze Zeit die Schuld des einzelnen Sünders wegnehmen, aber nie die Herrschaft der Sünde im Menschen aufheben. Aber von diesem Blute sagt der Apostel Ebr. 9, 14: „Es wird unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!" Jesus hat Sein reines, heiliges Blut vergossen, damit es uns neues Leben geben soll. Der zum Frieden gekommene, mit Gott versöhnte Sünder rühmt nun:
„Es quillt für mich, dies teure Blut,
Das glaub' und fasse ich l Es macht auch meinen Schaden gut^
Denn Christus starb für mich!"


