Ausgabe 
1.7.1917
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Wijarao und Moses.

Um jeden Preis wollte der König von Ägypten die Israeliten unterdrücken und ihre Vermehrung verhindern. Zuerst drückte er sie mit schweren Diensten, um sie zu schwächen; als aber diese Maß­regel keinen Erfolg hatte, griff er zu einem noch viel grausameren Mittel und befahl, daß alle Knaben, die zur Welt kamen, gleich nach der Geburt ins Wasser geivorfen würden. Nun glaubte er seinen Zweck sicher zu erreichen, aber ach, wie hatte er sich verrechnet! Er wußte ja nicht, daß der Gott, den die verachteten Israeliten anbeteten, allmächtig sei, daß Er dies Volk unter Seinen besonderen Schutz genommen hatte und daß darum alle Menschenlist und Tücke ihm nichts anhaben konnten. Gerade durch diesen harten Befehl mußte der ägyptische König dazu helfen, daß Gottes wunderbarer Rat­schluß ausgeführt werden konnte.

Während sonst niemand wagte, dem Befehl des Königs zu trotzen, ob auch das Herz der armen Eltern blutete, gab Gott doch einem israelitischen Weibe den Mut, ihr Söhnlein drei Monate im Hause zu verbergen,durch den Glauben", so sagt uns Ebr. 11, 23. Die Eltern des Moses hatten das Vertrauen zu Gott, daß Er ihnen helfen werde, ihr Kind zu retten, darumfürchteten sie nicht des Königs Gebot". Bon diesem Vertrauen geleitet, legte die Mutter ihr Kind in einem Rohrkästchen ins Schilf des Nils. Und ihr Vertrauen wurde nicht zuschanden.

Gott fügte es, daß die ägyptische Königstochter das Kindlein fand und sich sein erbarmte. Und so wurde Moses am Hofe des Königs erzogen und in aller Weisheit der Ägypter unterrichtet. Pharao, der mit aller Gewalt und den grausamsten Mitteln das Volk Gottes zu unterdrücken suchte, er mußte nun, ohne es zu wollen, an seinem Hofe den Mann erziehen lassen, der einst zum Führer Israels werden sollte, der bestimmt war, es aus der Knechtschaft zu befreien, nachdem der Trotz des späteren Königs durch Gottes Kraft überwunden war.

Wäre Moses in demselben Sklavenleben aus­gewachsen wie seine Stammesgenossen, so hätte er sich schwerlich zu dem großen Charakter, der er war, entwickelt. Auch hätte er wohl kaum die nötige Autorität über das entartete Volk erlangt, wäre er nicht durch eine bessere Erziehung ihm weit über- legen gewesen. So müssen selbst die, die nichts von Gott wissen wollen, Seiner Allmacht sich beugen und Ihm dienen ohne ihren Willen. Dies zeigt uns nicht nur diese Geschichte, sondern noch manche frühere und spätere Erzählung aus dem Leben des Volkes Israel, und auch heute können wir diese Tatsache oft bestätigt finden.

Schon der zum ersten Minister erhöhte Joseph sagte zu seinen Brüdern, die ihn als Sklaven ver­kauft hatten-Ihr gedachtet es böse mit mir zu

machen, aber Gott gedachte es gut zu machen. - (1 Mose 50, 20.) Nebukadnezar, der voll Grimm die drei israelitischen Männer in den feurigen Ofen werfen ließ, weil sie seinen Götzen nicht anbeten wollten, mußte nachher, als die drei mutigen Zeugen unversehrt vor ihm standen, bekennen:Es ist kein anderer Gott,, der also erretten kann," und gab danach den Befehl, daß bei Strafe grausamen Todet niemand den Gott der Israeliten lästern dürfe. (Dan. 3, 29.)

Die Feinde Daniels, denen es nach langen, ver­geblichen Bemühungen gelungen war, ihn in die Löwengrube zu bringen, mußten, nachdem der fromme Seher unverletzt befreit worden war, ihren Haß mit dem Tode, den sie ihm gewünscht hatten, büßen. Daniel aber gewann durch diesen Vorfall nur um so höheres Ansehen bei dem König.

Die Hohenpriester und Schriftgelehrten, die den ihnen verhaßten Jesus von Nazareth kreuzigen ließen, führten damit nur den Ratschluß Gottes, durch den Tod Seines Sohnes die Welt zu erlösen, aus, und auch später haben die Feinde Christi mit allen Ver- folgungen stets nur dazu beigetragen, das Reich Gottes weiter auszubreiten.

Heute noch gilt das Wort:Es muß Dir alles dienen." (Ps. 119, 91.) Oft noch müssen die Feinde Gottes Seine Befehle ausführen zum Besten Seiner Kinder, die Ihm vertrauen. Wir aber ivollen uns fragen, ob wir Ihm willig und gern, dienen und ob wir Ihm die Herrschaft über uns eingeräumt haben. Wer zu der Erkenntnis seines verlorenen, sündhaften Zustandes gekommen ist und Jesu Retterhand ergriffen hat und nun weiß, daß das Lamm Gottes am Kreuzesstamm für seine Sünden geopfert wurde, der will nicht mehr sich se'.bst leben, sondern Dem, der für ihn gestorben und auferstanden ist.

Kl

Moses tat Wunder.

Moses tat im Auftrag Gottes am Hose Pharaos große Wunder und Zeichen. Die Plagen, mit denen Gott Pharao und sein Volk schlug, waren sehr schwer, und manchmal schien es, als ob er jetzt zusammenbrechen und Buße tun würde.

Aber sobald er wieder Lust bekam, verhärte» er sein Herz. Doch Gott kann auch steinerne Herzen weich machen. ..

Ich will in derselben Nacht durch Ägypten land gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägypten- land, beides, unter Menschen und Vieh. Und w» meine Strafe beweisen an allen Ägyptern, Ich, HErr." (2 Mose 12, 12.)

Die Nacht des Schreckens kam. ,

Kein Haus der Ägypter in Stadt und Lai-

blieb verschont. Aber in den Hütten Israels wa- Frieden. Kein Jammer, kein Herzeleid, kern -6»