Ausgabe 
24.6.1917
Seite
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Auf diesen Brief folgten die Kapitulations- Handlungen, auf Grund deren sich die französische mee mit 83000 Mann und 558 Geschützen er- j. Die Festung Sedan wurde ausgeliefert. Der liser Napoleon ging als Kriegsgefangener nach jilhelmshöhe. ' ,

Der Jubel über diesen größten Sieg, den bis Hn jemals deutsche Waffen erkämpft hatten, flog «ch unser ganzes deutsches Vaterland.

Der französische Oberbefehlshaber, General Smpfsen, hatte bis aufs äußerste der Kapitulation liderstrebt. Indessen der Blick auf die Verluste tiner eigenen Truppen, auf die feuerbereiten Ge- hjjtze der Deutschen sagte ihm, daß jede Fortsetzung ,z Widerstandes allen den Untergang bringen würde, liemanb konnte entfliehen man mutzte kapi- liieren!

So umgibt auch die Macht Gottes den Men- ljm. Wohl kann er sich weigern, den Widerstand qzugeben, mit dem er bisher sein Herz der Liebe «d Wahrheit Gottes verschlossen hat; aber es bringt st, den Untergang, er kann nicht entfliehen. 8er aber in Demut vor Gott sich beugt, wer be- mgungslos sich Ihm ergibt, der findet Gnade.

Jesus, der Sohn Gottes, kam aus dem Himmel, nt dem von Gott abgefallenen Menschen das Vatcr- erz Gottes kundzutun und das Tor des Himmels «n verlorenen Sündern aufzuscbließen. Weshalb ftarb der Sohn Gottes auf dem Kreuze? Er starb, w dich mit Gott zu versöhnen, damit du bewahrt »ludest vor dem ewigen Verderben. Dennoch leisten die meisten Menschen der Ltebe Gottes Widerstand. 8hr Hochmut, ihre Selbstgerechtigkeit, die Liebe zur Welt und die Ketten der Sünde halten ihre Herzens- vre verschlossen.

Heute tritt der auferstandene Heiland mit all Zeiner Liebe und Gnade vor dich; laß dich ent- »offne nl Gott will nicht einen Vertrag mit dir fließen, daß du dieses tun oder jenes lassen solltest, etwas frommer, tugendhafter oder religiöser werden möchtest nein, Er will dein ganzes Herz und beben als Sieger und Herrscher in Besitz nehmen.

Was ist Evangelium?

Das Evangelium ist nicht der zornige Ruf eines Richters an den Sünder, nicht die Drohung des unerbittlichen Gesetzes an den Verbrecher, nicht die Geißel, die über dem Rücken der Sklaven drohend geschwungen wird, nein, das Evangelium ist der Ruf der Liebe an weit Entfremdete und Ver­lorene, um heimzukommen, weil Herz und Tür des Katers weit geöffnet sind.

In einem Steinbruch hatten die Arbeiter einen LPrengschuß gelegt und die Zündschnur angezündet. 2ie hatten sich zurückgezogen, um die gefährliche

Explosion zu erwarten, durch welche ein großes Fels- stück losgesprengt werden sollte. Da lief ein Kind auf die gefährliche Stelle los. Die Arbeiter riefen ihm zu, umzukehren, zurückzukommen. Sie schrien, sie drohten, denn sie sahen das Kind in sein Ver­derber^ gehen. Aber das Kind fürchtete sich vor den lauten Rufen der Arbeiter und kehrte nicht zu ihnen um.

Da kam des Kindes Mutter. Mit einem Blick übersah sie die Gefahr, in der ihr Kind schwebte. Sie breitete die Arme aus und rief mit der Stimme der Liebe. Kaum wurde das Kind der Mutter an­sichtig, so eilte es in ihre Arme und ward gerettet. Während der Knall des Dynamits die Steinmasfe sprengte und das Verderben auf den Fleck schleuderte, wo eben noch des Kindes Fuß gestanden, trug die Mutter ihr gerettetes Kind dem Vaterbause zu.

So rufl Gott in Seiner wunderbaren Liebe den verlorenen Sünder, der in Gefahr steht, für ewig zu verderben. Jesus breitet Seine Hände gegen ihn aus:Komm, laß dich erretten!" Es ist ein auferstandener, lebendiger Heiland, der dir nahe ist, dessen Auge mit Liebe auf dir ruht, dessen ganzes Herz für dich ist, eine wunderbare, unsicht- bare Person voll Gnade und Macht, welche dir sagt: Vertraue dich jetzt Mir anl Komm, bekenne Mir deine ganze Sündenschuld, und du sollst Vergebung erlangen!

ßin Blick.

Ein junger Verbrecher erzählte im Gefängnis unter heißen Tränen:Ich war bis zur Konfir­mation ein unverdorbener Junge. In der Schule ging es gut, und meine Eltern hatten Freude an mir. Da bekam ich einmal ein schlechtes Bild zu sehen. Das sah ich mir ein paar Minuten lang an. Von der Zeit an war mein Herz vergiftet. Es kamen mir oft schlechte Gedanken, und ich konnte sie nicht mehr los werden. Immer kam mir das Bild vor die Seele. Ich kam in große Sünden und Schande und bin jetzt im Zuchthaus. Der Blick auf ein schlechtes Bild war der Anfang zu meinem Unglück."

Ja, das Auge, das beste und teuerste Gut dieser Erde, wie verderbenbringend ist es schon manchem geworden! Der es geschaffen hat, ist nicht schuld daran. Die Schuld liegt an dem Besitzer des Auges. Wie -der Mensch verantwortlich ist für einen bösen Griff mit der Hand oder einen Fehl­tritt mit dem Fuße, so ist er auch verantwortlich für die Schalksblicke oder das Schielen mit den Augen im geistlichen Sinne.Wer ein Weib an­sieht, ihrer zu begehren, hat schon die Ehe gebrochen in seinem Herzen," sagt unser Heiland. Da sehen wir, was durchs Auge kommen und zu welcher Sünde es führen kann, wenn es nicht sorgfältig be-