Erkenntnis und Bekenntnis.
Als Nathan vor Gottes Angesicht mit David geredet hat, da hat David nur das Bekenntnis: „Ich habe gesündigt gegen den HErrn." <2. Sam. 12, 13.) Hiob rechtfertigte sich lange, aber dann bekannte er: „Ich bin zu leichtfertig gewesen; was soll ich antworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen. Mein Auge hat Dich gesehen. Darum beschuldige ich mich und tue Buhe in Staub und Asche." (Hiob 40, 4; 42, 5. 6.) Desgleichen der Zöllner: „Gott, sei mir SünderZgnädig!" (Luk. 18, 13.)
Nicht einer von diesen Leuten hätte wegen einer Selbstrechtfertigung oder doch wegen beschönigender Erklärungen in Verlegenheit zu kommen brauchen. Wie leicht hätte sich David zu Nathan wenden und sagen können von einer plötzlichen Versuchung, einem unbewachten Augenblick und dann weiter von der schwierigen Lage eines Königs, der der allgemeinen Beobachtung ausgesetzt ist!
Hiob hätte mit hartnäckigen Wiederholungen zurückkommen können auf seine furchtbaren Versuchungen, seine persönlichen Leiden und auf die Anklagen seitens seiner Freunde, die seinen Geist mit Bitterkeit erfüllt hatten.
Auch der Zöllner hatte Stoff zur Selbstverteidigung in seiner Erziehung und Umgebung und in der Verachtung seitens der Pharisäer.
Aber jeder dieser Männer hatte die Stimme des HErrn vernommen, die sie von der Sünde überzeugte. Sie waren von dem Bewußtsein durchdrungen worden, was es heißt, mit Gott in Widerspruch zu stehen.
So wurde ihr Mund verstopft.
Für uns muß es heute ebenso sein. Das Herz des Menschen bedarf es, daß es unter die göttliche Überführung von der Sünde gebracht wird.
Doch unsere Ohren sind betäubt, und wir gewöhnen uns schnell an Wörter der Entschuldigung,
wie „erbliche Belastung", „Ansteckung durch böse Umgebung", „Entwickelung" und dergleichen mehr. Sicherlich befindet sich der Mensch selten in der Geistesverfassung, wo er wirklich den Mund vor Gott schließt.
Doch Gott handelt in Gerechtigkeit und Gnade mit dem Wesen, das Er nach Seinem Ebenbild erschaffen und das Ihm im Sündenfall den Rücken gekehrt hat. Beschönigender Umstände mag es anscheinend vor jener Stunde viele gegeben haben. Wir mögen vielleicht imstande gewesen sein, darzutun, daß dieser Zufall und jene Person wirklich sehr viel mn unserer Sünde Gott und Menschen gegenüber zu schaffen hatte. Aber wenn „unser Auge Ihn sieht", und wenn wir uns in Seinem Lichte erkennen, dann denken wir nicht mehr an Beschönigungen. Dann ist unser „Mund verstopft". Wir haben kein anderes Wort mehr, nur dies eine: „Sei mir Sünder gnädig!" O. D.
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Ich weiß, -aß mein Erlöser leöt!
(Hiob 19, 25.)
Ich weiß, daß mein Erlöser lebt,
Hinweg, ihr finstern Mächte!
Sein Lebensodein wirkt und webt Im Reich der Todesnächle;
Ter Freiheit Morgenrot umschwebt Die keitenmiiden Knechte.
Ob auch mein Geist am Staub noch klebt —
Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!
Und ob die Sonne sich verhüllt Vor grollenden Ge>vittern,
Und ob im Sturm, der zornig brüllt,
Tie Wogen sich erbittern,
Und ob von Angst und Furcht ersüllt Die stolze» Segler zittern,
Und ob mein Schifflein wankt und bebt —
Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!
Versammlungs-Anzeigen.
Bezirk Gießen.
Stadtmission Gießen, Löberstraße 14.
27. Mai. erster Pfingsttag. abends- Wißmar. 28. Mai. zweiter Pfingsttag, nachmittags- Nordeck; abends Wieseck. 8. Juni, nachmittags: Altenbüleck und Beuern; abends Klein-Linden, Frauenstunde. 10. Juni, nachmittags: Nordeck; abends: Wißmar und Wieseck. 17. Juni: Brnder- tag in Gießen.
Herr Inspektor Beiel wird vom 12. bis 17. Juni solgende Versammlungen halten -
Dienstag, den 12. Juni Nidda; Mittwoch, den 13 : Niederweisel i Donnerstag, den 14.: Friedberg; Freitag, den IS. Marburg.
Bezirk Sellnrod.
Am ersteil Pfingsttag, nachmittags 2‘/a Uhr: Versammlung
Freien in Ober-Eeibertcnrod.
Am zioeiten Pfingsttag. nachinittags 2'/- Uhr: Versammlung Freien in Klein-Eichen.
Versammlung in Sellnrod >eden Sonntag, abends 8'/» Uhr.
Am Sonntag, den 17. Juni, ist der
hessische Brüdertag in Gießen,
Löberstraße 14.
im
im
Bezirk Lich.
Sonntag, den 8. Juni,-nachmittags 8*/* Uhr: Iahresfest in ksolzheim.
Bon 1 — 3 Uhr Sitzung der vereinigten Brüderräte.
8 Uhr: Gemeinschastskonserenz, wozu alle, auch «rauen un« Jungsrauen. Zutritt haben. Text der Besprechung: Ebr. 12
Wir sonnten unseren Brüdertag dieses Jahr Nicht früher abha. und bitten herzlich, unserer Einladung solgen zu wollen.
F. Herrmann.
Anzeigen für die Nummern 25—28 IpSteltens bis zum 10. Juni d. Js. erbeten.


