Ausgabe 
20.5.1917
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dm Sieg schenken sollte. Und wie weit entfernt ist unser Volk heute wieder von der damaligen Gesinnung und damit noch weiter von wirklich tiefer Buße, die doch die Grundlage sein muß für eine wahrhafte Herzenshingabe au Gott und für das erhörliche Bitten und Rufen um Seine Hilfe im Streite. Gewiß gab und gibt Gott auch um weniger wirklich Gläubigen, ja oft schon um eines gottseligen Herrschers willen einem Lande Gnade und Segen; aber liegt in unserer Unbußfertigkeit, in unserer jetzt in erschreckender Weise offenbar werdenden Selbstsucht, in unserer Gier nach Geld und Gewinn, in unserer, trotz des Ernstes der Zeit wieder wachsenden Vergnügungssucht, in unserer zunehmenden Gleichgültigkeit gegen Gott und Sein Wort, in unserer Ablehnung der angebotenen Gnade im vollbrachten Erlösungswerk Christi nicht auch e.ne gar verständliche und für jeden, der hören will, ver­nehmbare Antwort auf die Frage, warum dieser schreck­liche Krieg noch immer kein Ende hat?

Aber es nützt nichts, daß wir auf unser gesaiutes Volk schelten wegen seiner Unbußfertigkeit und Ver- stocktheit; es nützt nichts, daß wir die anderen, die Wucher treiben, Untreue beweisen und andere offen­bare Sünden begehen, verurteilen, das ändert und das bessert nichts. Hier gilt es, daß jeder ein­zelne bei sich selbst beginnt mit der Erneue- rung feines Lebens, an seine eigene Brust schlägt, seine Sünde erkennt, mag sie groß oder klein,sein, und sich in wahrer Herzensbuße um seiner Über­tretungen willen ver dem heiligen Gott beugt und die in seinem Sohne Jesus Christus uns angebotene Gnade sucht und annimmt. Und wenn du, lieber Leser, das bis heute noch nicht getan hättest, trotz des nun schon so lange währenden Liebeswerbens deines Gottes und Heilandes; wenn dich Seine Güte erquickte, daß Er dich bewahrte in schwerer Gefahr und dich sättigte in dürrer Zeit des Mangels und der Not, oder wenn dich Seine züchtigende Hand traf und in das Feuer der Trübsal führte, damit du auf- wachen solltest aus deinem Sündenschlaf und Ihn suchen und dich mit Ihm verbinden solltest; wenn das alles nichts bei dir ausrichtete, wenn du noch immer derselbe bliebst, der du vor dem Kriege ge­wesen dann wisse, daß auch du mit schuld bist am Fortbestehen des Krieges und dem sich täglich ins Ungeheure mehrenden Leid auf Erden; dann wisse, daß du eine ganz besondere Gnaden­zeit, die vielleicht nie wiederkehrt, auch für dich unbenutzt verstreichen lässest und wie wird dein Leben sich gestalten, und wie wird es enden, wenn du Gottes Stunde deiner Rettung nicht erkennst, wenn du das.heute, so ihr Seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht!" un­beachtet läßt, wenn du weiter ohne Heiland und ohne Gottes Frieden im Herzen deine Straße ziehst?

Darum laß dich bitten und werben: Tritt herzu zum Gnaöenstuhl Gottes, zum Kreuze des Heilandes und suche heute noch deiner Seele Heil

und Leben allein im vollbrachten Erlösungswerl Christi und in der Vergebung deiner Sünden durch Sein teures, unschuldig vergossenes Ohserblut. Dann, und nur dann allein bist du in Wahrheit auf dem Wege, der zum ewigen Leben führt. Dann allein hast du auch deine Pflicht gegen Gott, gegen das Vaterland und gegen dich selbst erfüllt und wirst zu denen gehören, die wirklich gesegnet aus dieser Kriegszeit hervorgehen und in Zukunft ein Segen werden für Volk und Vaterland. G. H.

Krieg und Arieden.

Wieviel Kummer und Leid, wieviel Verluste an Gut und Blut hat der gegenwärtige große Krieg schon gebracht! Wohl dem Herzen, das in dieser ernsten Zeit die Liebe Gottes kennt und in Seinem Frieden ruht l

Gott ist nicht der Urheber der Kriege, sowenig wie Er der Urheber alles Übels und Leides in dieser Welt ist. Aber seitdem die Sünde in der Welt ist, seitdem der Mensch ein . von Gott abgcfallenes Wesen ist, ist Kampf und Krieg in der Welt. Wir wissen aus der Heiligen Schrift, daß die Welt nicht so aus der Hand Gottes hervorgegangen ist, wie wir sie heute sehen. Sie berichtet uns, daß Gott am letzten Schöpfungstag alles ansah, was Er gemacht hatte, und es war gut!

Die ersten Menschen hatten Gemeinschaft und Frieden mit Gott. Aber als sich die Menschen durch ihren Ungehorsam von Gott loslösten, als sie Satan, dem großen Widersacher Gottes, Gehör schenkten, da kam mit der Sünde auch Elend und Feindschaft in die Welt. Kain erschlug schon seinen Bruder Abel. Und seitdem ist viel Blut auf Erden geflossen. Die Bibel und die Weltgeschichte berichten uns von vielen Kriegen, die seitdem auf Erden ge­wesen sind.

Gott benutzt die Kriege, nachdem die Mensch­heit einmal von Ihm abgefallen ist, zumeist als Geißel und als Strafgericht, aber auch oft zum Segen, zur Erreichung Seiner Pläne und Absichten, damit Seine Ratschlüsse auf dieser Erde zustande- kommen. Und Seine Pläne und Gedanken sind für alle, die sich unter Seine mächtige Hand und unter Sein heiliges Wort beugen, nur Pläne des Segens und Gedanken des Friedens. Tausend­fach hat Gott schon aus blutigen Kriegen und großem Unheil reichen Segen gebracht; und Er hat viele teure unsterbliche Seelen in Tagen des Krieges und schwerer Zeiten ewiges Heil und göttlichen Frieden in Jesu Christo suchen und finden lassen.

Leute aber, die Gottes Gedanken nicht kennen, die Sein Wort leugnen, reden oft sehr töricht über ! die Ursachen und die Möglichkeit der Abschaffung des ! Krieges.