Ausgabe 
25.3.1917
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gerufen. Im Hause angekommen, ließ er sich das Zimmer zeigen, wv der Kranke lag, und blieb un­bemerkt einige Augenblicke an der Tür stehen. Hier war er Zeuge eines ergreifenden Auftritts. Ein junger Mann lag abgemagert und anscheinend im letzten Stadium der Schwindsucht auf seinem Schmerzenslager, und seine Frau, zwei Kinder, zwei Schwestern und ein greiser Vater von achtzig Jahren standen weinend um ihn.O mein Weib!" stöhnie der Sterbende,kannst du mir nicht sagen, was ich tun muß, um selig zu werden?"Mein lieber Mann," erwiderte sie schluchzend,ich weiß dir nichts zu sagen."Meine Kinder, seht euren sterbenden Vater! Was muß ich tun, um selig zu werden?" Vergebens wandte er sich mit derselben Frage an seine Schwester und zuletzt auch an den alten Vater mit den Worten:Mein Vater, kannst du deinem sterbenden Kinde nicht sagen, wie es selig werden kann?"Nein, mein armer Junge, wie gern möchte ich es dir sagen, aber ich weiß es selbst nicht I"

Jetzt trat der Mann Gottes hervor, die Bibel in der Hand, und näherte sich dem Bette des Kranken, über dessen matte Züge ein neuer H, fsnungsschimmer glitt, als er auch an W. die Frage richtete:Mein Herr, können Sie mir sagen, wie ich selig werden kann?"Ja," antwortete der Knecht des HErrn; ..ich habe eine Verheißung für Sie." Da erglänzte des Kranken Auge; der düstere Ausdruck verschwand von seiner Stirn, und freudig wiederholte er:Eine Verheißung für den armen G.?"Und wenn ich Ihnen eine bringe, wollen Sie denn daran glauben?" Ob ich's will?"... Und nun bekannte er sein ganzes gottloses Leben. Der Besucher erzählte ihui hierauf einiges aus seinem eigenen Leben.Wie!"< rief der Kranke verwundert aus,Sie sind auch so einer gewesen wie ich?"Ja, und ich habe im Blute Jesu Christi Vergebung gefunden. Jetzt aber will ich Ihnen etwas aus dem Buche Gottes vor­lesen."

W. schlug Röm. 10, 4 auf:Denn Christus ist des Gesetzes Ende, wer an Ihn glaubt, der ist gerecht." W. erklärte weiter: Darum sei Christus des Gesetzes Ende, weil Er, der Unschuldige, für die Schuldigen gestorben sei und so für alle, die an Ihn glauben, die Gerechtigkeit Gottes geworden sei. Dann las W. weiter:Wenn du mit deinem Munde Jesum als HErrn bekennen und in deinem Herzen g'auben wirst, daß Gott Ihn aus den Toten auserweckt hat, wirst du errettet werden." Da rich­tete sich der Kranke mit angstvoller Spannung von seinem Kissen auf und fragte:Steht das auch in meiner Bibel?" W. las dieselbe Stelle noch ein­mal mit lauter Stimme; aber der Kranke ruhte nicht, bis eins seiner Kinder sie auch aus seiner eigenen Bibel gelesen hatte; und als er sich über- zeugt hatte, daß das Wort wirklich darin stehe, rief er mit dem Ausdruck seligen Entzückens aus:Gott

sei Dank! Das ist allerdings eine Ver­heißung für den armen G.I"

Die Freude seines Herzens ließ ihn seine leib­liche Schwachheit vergessen.Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde! Gelobt sei Gvttk Gelobt sei Gott!" so rief er ein über das andere- mal aus. Er lebte noch eine Zeit, um auch anderen zu bezeugen, was der HErr an ihm getan hatte, und ging im Frieden heim, indem er ausrief: Sieg! Sieg! gelobt sei Gott! Ja,' der arme G. hat den Sieg davongetragen durch das Blut Jesu Christi!"

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Der Weg zu Oott.

Seit Adams Fall ist das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens böse von Jugend auf. Alle sind abgewichen und alle untüchtig geworden, da ist nicht der Gutes tue, auch nicht einer. Die Sün- den scheiden und trennen den Menschen von Gott; denn Gott ist heilig und kann mit dem Bösen keine Gemeinschaft machen.

Aber Gott will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. (1 Tim. 2, 4.) Schon durch Hesekiel ließ Er bezeugen: So wahr Ich lebe, spricht der HErr, Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß derGottlose von seinem Wege um kehre und lebe.

Gott ruft und lockt auch heute noch alle Menschen und möchte sie zu Seinem Sohne ziehen, in welchem allein Heil und ewiges Leben zu finden ist. Wenn die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören, so werden sie leben. Jesus ist der Weg zu G tt.

Christus ist gekommen, Gottes vielgeliebter Sohn, und hat am Kreuze die Frage der Sünde in ihrem ganzen Unifange auf Sich genommen, um sie zu ordnen. Er hat dort den gerechten Ansprüchen des heiligen Gottes völlig entsprochen.Christus hat einmal für unsere Sünden gelitten, derGerechte für die Ungerechten, auf daß Er uns zu Gott führte." (1 Petri 3, 18.)

Als Christus am Kreuze starb, zerriß der Vor- hang im Tempel von oben an bis unten aus. Gott, der durch das vollkommene Opfer Christi befriedigt war im Blick auf die Sünde, beseitigte dadurch mit eigener Hand die Scheidewand, welche den Sünder von Ihm trennte. Nun empfängt der Sünder, so­bald er im Bewußtsein und Bekenntnis seiner Schuld Gott naht, Gnade und Vergebung auf Grund des vollbrachten Werkes Christi.Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, reinigt uns von aller Sünde "

Gott sagt im Blick auf alle, die von ganzem Herzen in aller Aufrichtigkeit und wahrem Heils-