jedoch ohne Sünde erschienen. Wie Moses die Schlange erhöhte, daß sie das ganze Lager überragte, so soll der gekreuzigte Christus der höchste Rnhnk unserer Seele und der Mittelpunkt unserer Gemeinschaft sein. Die eherne Schlange war nur ein Schatten des Zu- künftigen und mußte daher verschwinden, aber das Panier des Kreuzes steht noch heute zum Heile der Welt aufgerichtet. Das einzige Mittel, der freundschaftlich dargebotenen Gnade Gottes teilhastig zu werden, ist das gläubige Aufschauen auf den ans Kreuz erhöhten Menschensohn. Wie die gläubigen Israeliten von ihren brennenden Wunden zu dem von Gott vekordneten heiligen Wunderzeichcn auf- blickten und dadurch von ihren Schmerzen befreit, von ihrer Krankheit geheilt und vom Tode errettet wurden, so dürfen wir in unserem Sündenelend den Glaubensblick zu dem Gekreuzigten erheben, um von dem Biß der alten Schlange, vom Teufel, der Sünde und dem Tode errettet und des ewigen Lebens teilhaftig zu werden. Sein Tod ist unser Leben, aus Seinem Blute quillt unsere Vergebung, aus Seinen tiefen Wunden kommt unsere Heilung, durch Seine tiefen Leiden hat Er uns die höchsten Freuden erschlossen. Die Heilwirkung beim Aufblick zu der erhöhten Schlange war ebenso plötzlich als gründlich und versagte in keinem einzigen Falle, dafür bürgt die Bemerkung: „Wenn jemand eine Schlange biß, so schaute er zur ehernen Schlange auf und blieb leben." Der Glaube an Jesum Christum, den Ge- kreuzigten, ist die Bedingung unserer Rechtfertigung vor Gott und zugleich das Mittel unserer Heiligung und ewigen Bewahrung. Darum laßt uns aufsehen auf Jesum, den Anfänger und Vollender des Glaubens, damit wir ein Ruhm Seiner Gnade werden zum Preise Seines Namens!
K
Arm um unsertwissen.
„Ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesu Christi, daß Er, da Er reich war, um euretwillen arm wurde, auf daß ihr durch Seine Armut reich würdet." (2 Kor. 8, 9.) Sieh, Er, der Sohn Gottes, ist aus dem Schoße des Vaters ge- kommen, hat Sich all Seiner Herrlichkeit entäußert und ist freiwillig in unser Elend herabgestiegen. Er hat der Sünde wegen den schrecklichen Kreuzestod erduldet und das ganze Gericht eines heiligen und gerechten Gottes über die Sünde getragen. Und jetzt, nachdem Sein Werk vollbracht ist, ladet Er dich ein, zu Ihm deine Zuflucht zu nehmen und durch die Gnade mittels des Glaubens die herrlichen Früchte Seines ewig vollgültigen Werkes zu genießen. Er ist gekommen, um solchen Verlorenen, wie wir — du und ich — von Natur sind, aus Gnade das Leben zu geben; um uns, die wir nichts
besitzen als Sünden, in Seinem Blute völlig rein zu waschen und uns Seines Reichtums teilhaftig zu machen. Folge deshalb Seiner Einladung, komm zu Ihm in deiner ganzen Armut und Blöße. Gib dich vor Ihm, wie du bist; glaube an Ihn mit Aufrichtigkeit deines Herzens, und Er wird dich be- kleiden mit dem Kleide der göttlichen Gerechtigkeit. Du wirst erfahren, daß Er das Leben ist und auch das Leben mitteilt, und du wirst, wenn du in Wahrheit an Ihn glaubst, nicht lange in Ungewißheit bleiben, ob du lebst oder nicht lebst; denn das Leben, das Er gibt, bleibt nicht verborgen, weder vor dir selbst noch vor den Augen anderer. Dann kannst du mit ganzem Herzen bezeugen: Ich war arm, aber jetzt bin ich unendlich reich ge- macht durch Den, der für mich arm geworden ist. Du magst hienieden vielleicht nichts besitzen, und „besitzest doch alles", wie der Apostel sagt; du gehst vielleicht durch mancherlei Leiden, und kannst dich dennoch „allezeit freuen"; du bist vielleicht gering geachtet in dieser Welt, und dennoch „ein Kind Gottes, ein Erbe Goltcs und ein Miterbe Christi".
K
In Jesu Warnen.
Welch ein Segen und Heil liegt in Jesu Namen für Zeit und Ewigkeit! Je ernster die Zeiten sich gestalten, um so nötiger ist es, mit Nachdruck und in klaren Worten zu verkünden, welche hohe, herrliche, ewige Segnungen Gott jeder Seele in Jesu anbietet.
Fragen wir zunächst, was Jesus heißt.
Als der Engel Gottes die Geburt des Erlösers ankündigte, sagte er: „Du sollst Seinen Namen Jesus nennen, denn Er wird Sein Volk selig machen von seinen Sünden." (Matth. 1, 21.)
Dies verkündigte auch der Apostel Petrus dem heilsverlangenden heidnischen Hauptmann Kornelius: „Diesem — Jesu — geben alle Propheten Zeugnis, daß jeder, der an Ihn glaubt, Vergebung der Sünden empfängt durch Seinen Namen." (Apg. 10,43.) Und der Apostel Johannes schreibt an die Gläubigen: „Ich schreibe euch, weil euch die Sünden vergeben sind um Seines Namens willen." (1 Joh. 2, 12.)
Aber mehr als diese eine Segnung findet die Seele in Jesu. So lesen wir weiter im Worte Gottes, daß das ewige Heil, die ganze Rettung, die Errettung der Seele allein durch Jesu Namen zu erlangen ist. Der Apostel Petrus stand vor den Obersten und Ältesten und Schriftgelehrten des jüdischen Volkes in Jerusalem und sprach: „So sei euch allen und dem ganzen Volke Israel kund, daß in dem Namen Jesu Christi . . . dieser gesund vor euch steht . . . Und es ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel


