Ausgabe 
19.11.1916
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Erscheint wöchentlich einmal

Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich,

verlsg dn BucMandlung der Pilgermission «ießri,.

Nr. 47.

Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen, Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d, Prediger d, Pilgermission. Druck v, I. G, Oncken Nachs,, G, m, b, H Cassel

Sonntag, den 19. November 1916.

9. Iahrg.

Karte Schläge.

Wenn Schmerz und Sorgen ibre dunkeln Schwingen beben Die Augen weinen und die Lippen heimlich beben Dann meinst du wohl, Gott hätte dich verlassen, '

Ließ über dir der Güte Stern erblassen,

O Menschenkind, nichts kommt von ungefähr,

Nur wen Gott lieb hat, straft und züchtigt Erl

Sieh doch, wie wertlos ist das harte Stückchen Eisen,

Ob's wohl die Hand des Meisters gerne würde preisen,

Die es mit unbarmherz'ger Macht legt in die Gluten Und unter harten Schlägen es läßt lange bluten?

Es möchte stöhnen, zucken, wider­stehn,

Der Meister aber will sein Kunst, werk seh'n.

So halte still I Durch all die Traurigkeiten

Laß doch zum Meisterwerk auch dich bereiten l

Das Herz, das fest verbunden ist mit allem Böien,

Muß Er mit harten Schlägen läutern, lösen,

halt nicht die Hand Ihm fest, demütig sprich:

.HErr, schlage zu, ich weiß, Du liebest mich!"

Sie kennen Wich nicht."

Eine Mutter hatte ein einziges Kind, das zu ihrem großen Schmerze aber schivachsinnig ivar, Zwanzig Jahre lang hegte und pflegte sie es Tag und Nacht und scheute keine Mühe und Kosten, diesem armen Kinde das traurige Leben freundlich zu gestalten, und mußte zuletzt doch schluchzend be-

Gib deinem Gott doch recht in allen Dingen,

Dann wird Er herrlich dich zum Ziele bringen,

Und wo in Sünde du bisher geschlafen,

Ter Trübsal Schläge segensvoll nur trafen I Konnn, lege unters Kreuz dein Leid, die Schuld, Und rühm des Meisters Güte, Weisheit, Huld!

Ch, F,

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kennen:Es ist alles umsonstl Es kennt mich nicht einmal. Es gibt nie ein Zeichen von sich, daß es mich gern hätte und mir dankbar wäre!"

Wie traurig ist so etwas für ein Vater- und Mutterherz! Muß aber nicht das liebende Vater- Herz Gottes mit gar vielen seiner Menschenkinder dieselbe tiefbetrübende Erfahrung machen? Hallte nicht schon vor Jahrtausenden der Himmel wider vom Klageruf Gottes:Ich habe Kinder auferzogen