Ausgabe 
12.11.1916
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Gnade" schnell vorübereilt und heuteder Tag des Heils" ist. Wie willst du entfliehen, wenn du gleich­gültig oder selbstgerecht so ein großes Heil ver­säumst und heute oder morgen unversöhnt mit Gott stirbst?

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Gerettet.

Jesus Christus, der Sohn Gottes, kam in diese Welt hernieder, um zu suchen und zu retten das Verlorene. Deshalb ging Er hin ans Kreuz; dort litt Er nach Gottes Gnadenratschluß als der Ge­rechte für die Ungerechten und schmeckte den Tod für uns, denn der Tod ist der Sold der Sünde. Er selbst sagt es uns, weshalb Er kam, daß Er nicht in die Welt gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und um Seiu Leben zu geben'als Lösegeld für viele". Die Ge­rechtigkeit Gottes ist nun völlig erwiesen, ja ver­herrlicht worden in dem Sühnungswerk am Kreuze, und damit ist zugleich der Weg geöffnet für jeden Sünder, der Rettung sucht und dem Gericht Gottes entrinnen will. Jesus Christus ruft nun allen Menschen zu:Ich bin die Tür; wenn jemand durch Mich eingeht, so ivird er errettet werden." (Joh. 10, 9.) Und alle, die durch den Glauben wahrhaft heilsverlangend ihre Zu­flucht zu Jesu nehmen, nahen Gott durch eine offene Tür und finden Rettung. Der Geist Gottes bezeugt es ihnen aufs bestimmteste durch das klare und unverbrüchliche Wort Gottes:Durch die Gnade seid ihr errettet, mittelst des Glaubens." (Eph. 2, 5. 8.) Weiter bezeugt ihnen die Heilige Schrift:Wer an den Sochn glaubt, hat das ewige Leben."Wer an Ihn glaubt, wird nicht gerichtet." (Jvh. 3, .18. 36.) Wir hören den guten Hirten selbst zu den Seinigen sagen:Wahrlich, wahrlich Ich sage euch: Wer Mein Wort hört und glaubt Dem, der Mich gesandt hat, hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern ist vom Tod in das Leben hin­übergegangen." (Joh 5, 24.) Sind das nicht klare, zuverlässige Zeugnisse und Aussprüche, die dem Gläubigen Gewißheit geben können, daß er errettet ist?

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Was ist Glaube?

Jesus spricht Mark. 16, 16:Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig." Hiermit be­ruhigen viele Menschen ihre Seele, sind sie doch getauft und glauben, daß es einen Gott gibt und einen Heiland, der für ihre Sünden am Kreuze ge­storben ist. Im übrigen richten sie sich ihr Leben ein, wie sie es für recht und gut finden. Der

Teufel glaubt aber auch, und ist doch ein Feind Gottes.

Glaube ist eben nicht nur ein bloßes Fürwahr­halten der Existenz Gottes, Glaube ist mehr, er ist eine Lebensgemeinschaft mit dem Allerhöchsten; wir sollen Kindesstellung zum Vater einnehmen und Ihm unseren Willen unterwerfen. Warum das, und wie ist es möglich?

Matth. 25 vergleicht Jesus das Verhältnis zwischen Ihm und Seinen Gläubigen wie das einer Braut zum Bräutigam. Das innigste Liebesband soll uns mit dem Heiland verknüpfen, und warum? Weil Er uns zuerst so sehr liebte, daß Er aus der himmlischen Herrlichkeit herabstieg, um unsere Schuld und Strafe auf Sich zu nehmen und dafür am Kreuze zu büßen. Die ganze Tiefe dieser göttlichen Liebe können wir ja mit unserem Menschenverstand nicht ermessen, aber etwas begreifen wir doch davon und müssen Ihn wieder lieben von ganzem Herzen. Aus dieser gegenseitigen Liebe entsteht eine Lebens­gemeinschaft, man hat die gleichen Interessen, die gleichen Ziele.

Wird es einer Braut schwer fallen, dem Bräu- tigam alles zuliebe zu tun, diesem und jenem zu entsagen, was er nicht gern hat? Gewiß nicht! So wird es einem Christen, der in Liebe für seinen Erlöser entbrannt, nur tägliche Speise sein, wie Jesus sagt. Seinen Willen zu tun. Er wird in der Heiligen Schrift, im täglichen Umgang mit Ihm danach forschen, denselben völlig zu erkennen; denn er möchte seinen lieben Heiland nie betrüben durch Ungehorsam und Untreue.

An wen glaubst und wem zu Ehren lebst du, liebe Seele, wem suchst du zu gefallen? Kennst du Gott nur so wie irgendeinen deiner Nachbarn? Oder pflegst du steten Umgang mit Ihm, bist immer in Seiner Nähe, läßt dich von Seinem Geiste leiten? Ist dein Glaube dir ein Stück Himmelreich, ein Verfügen über die Kräfte der zukünftigen Welt, oder empfindest du ihn als eine Last, ein Hindernis? Liebes Menschenkind, der du dich Christ nennst, prüfe dich ernstlich, ob dieser dein Glaube echt ist, damit das Wort Jesu nicht an dir wahr wird:Es werden nicht alle, die zu Mir sagen, HErr, HErr, in das Himmelreich kommen." L. R.

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Das Kreuz steyt am Wege.

Das Kreuz ist das Versöhn» ngszeich"en zwischen Gott und Menschheit. Das Kreuz stellt den Sünder auf einen göttlichen Boden, wo er der Gnade und der Vergebung froh wird. Von Gott verlassen sein, das ist ja der Zustand und das ewige Schicksal des Sünders. Gott muß ihm zuletzt alle Huld und Gnade versagen. Nun aber geschieht das Unmögliche: dem Sohne Gottes selbst wird am