Ausgabe 
29.10.1916
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vielmehr gläubig. Sie vertrauten sich dem Fährmann an, und sie vertrauten dem Felsen. Darin sind sie auch nicht getäuscht worden. Mögen sie sonst im Leben ebensowenig getäuscht werden, besonders aber, wenn es durch den Todesstrom geht!

Drei Schriftstellen kamen mir in den Sinn: Jehovah ist ein Fels!" (5 Mose 32, 4.)Ver­laßt euch auf den HErrn ewiglich; denn Gott, der HErr, ist ein Fels ewiglich!" (Jes 26, 4.) Und:Wer Meine Rede hört und tut sie, den vergleiche ich einem Manne, der sein Haus auf einen Felsen baute." (Matth. 7, 24.) Älles Vergängliche ist nur ein Gleichnis; denn zu­letzt ist doch auch jener Felsen beim Rheinfall ver­gänglich. Unvergänglich aber ist unser HErr Jesus Christus, der Fels unseres Heils. Der Glaube ist der Fährmann, der uns zu Ihm hinbringt. Wir vertrauen uns Ihm an. Er gewährt uns einen sicheren Halt.Darum fürchten wir uns nicht, wenn­gleich das Meer wallte und wütete und von seinem Ungestüm die Berge ein fielen I" (Ps. 46, 4.) Die Zeiten mögen böse sein und noch schlimmer werden, der Fels aber. ist gut. Auch wenn die grausigen Fluten des Todes sich heranwälzen, hat der Glaube sicheren Stand. Wer da ruht, erlebt keine Enttäuschung I. H.

Strömungen.

Ich erinnere mich mit großer Deutlichkeit einer Kahnfahrt, die ich einst als Kind mit meinen Eltern auf dem Rhein gemacht, und bei der wir mit Mühe einer großen Lebensgefahr entronnen sind. Den Rhein hinunter war die Fahrt sehr schnell und gut gegangen. Als wir zurückfuhren, ließ der Schiffer seine Frau aussteigen, und wir sahen, wie sie sich an ein langes Seil spannte, an dem sie das Boot, langsam am Ufer entlang schreitend, ziehen sollte. Der Mann blieb im Boot sitzen und half mit Steuer und Ruder nach. Aber schon nach einer kurzen Strecke erfaßte uns die Strömung und zog uns mit solcher Gewalt rückwärts, daß die Frau zu Bodeu stürzte, und wären nicht einige kräftige Männer in ihrer Nähe gewesen, die das Seil ergriffen und uns über den Strudel, in den wir geraien, hinwegzogen, wäre der Kahn sicher umgeschlagen. Ich habe seitdem das Bild von der Macht, die die Strömung haben kann, nie vergessen, und oft habe ich daran gedacht, welche Gewalt auch im Leben eine Strömung, in die wir hineingeraten sind, über uns haben kann. Erst sieht alles so glatt und so eben aus, daß wir meinen, ein Kind kann uns leiten und hindurchführen. Und dann plötzlich schlagen die Wogen über unserem Lebensschifflein zusammen, und die Strömung reißt uns mit fort oft dahin, wohin wir nicht wollen. Deshalb eile zu Jesu, der als Fels im Meer un­erschütterlichen Halt bietet.

O, es gibt wütende Wellen im Strome der Zeit, und wie viele leiden Schiffbrnch in diesen wilden Wassern! Denk einmal zurück an die Gefährten deiner Jugend wieviele von ihnen sind untergegaugen, gestrandet, gescheitert! '

Schwankt auch dein Schifflein noch so auf den Fluten umher oder hast du schon den Felsen unter den Füßen? Wer auf dem Felsen Jesus steht, der braucht nicht mehr zu zitteru und-zu zagen. Der Fels trägt ihn, der Fels wankt nicht.

Und wenn die Todesfluten dich einmal um­brausen, o liebe Seele, wie nötig ist es dann, diesen Felsen unter den Füßen zu haben! Da kann nichts anderes dich beruhigen, dich getrost und froh machen, als dies:

Sicher auf diesen Felsen Stütz' ich mich ewiglich!"

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Ilrei!

Wie wahr das Wort ist:So euch nun der Sohn freimacht, so seid ihr recht frei!" (Joh. 8, 36), sehen wir an folgender Begebenheit. Im letzten nordamerikanischen Kriege, so berichtet ein Hanptmann, wurde der Soldat Frank im Alter von neunzehn Jahren schwer verwundet. Der Arzt untersuchte ihn. Eine schmerzhafte Operation war notwendig. Vor derselben bot ihm der Arzt, in alten Vorurteilen besangen, ein Glas Schnaps an. Frank weigerte sich, denselben zu trinken. Der Arzt erklärte: Er hat zuviel Blut verloren und ist sehr schwach; wird er dieses nicht trinken, so kann ich nicht für sein Leben einstehen."

Der Hauptmann bat:Frank, mir zu Gefallen trink diesen Schnaps!"

Der Soldat antwortete:Herr Hauptmann, ich würde irgend etwas tun, Ihnen zum Gefallen, aber dies kann ich nicht."

Frank, du warst mir nie ungehorsam, du mußt es auch jetzt nicht sein," erwiderte der Haupt- mann.

Jetzt schaute der Soldat mit Tränen in den Augen den Hauptmann an und sagte:Herr Haupt- mann, wenn Sie mir befehlen, mich vor die Mün­dung einer Kanone zu stellen, dann werde ich es tun, wenn ich kann, aber dieses kann ich nicht tun."

Der Hauptmann wurde erregt. Er liebte den Soldaten und fragte ihn:Warum willst du mich denn kränken? Du bringst dein Leben in Gefahr. Du hast kein Recht, das zu tun. Trinke es deiner Mutter zum Gefallen I"

Jetzt antwortete der Soldat weinend:Herr Hauptmann, es ist aus Liebe zu meiner Mutter, daß ich diesen Schnaps nicht trinke. Mein Vater ist als Trunkenbold gestorben. Meine Mutter hat mir gesagt, daß ich möglicherweise die Neigung zu diesem