cmkaili, an den Feind zu kommen, zu kämpfen und zu siegen. Jenes ist Schein, dieses ist Wirklichkeit.
Es gibt auch ein Christentum, welches es sehr achtbar findet, fromm zu sein; man findet es trostreich, in Mühe, Kampf, Not und Sturm des Lebens eine Zuflucht zu haben. Man will es nicht ent- Hehren, einen gnadenreichen Gott zu kennen, der mehr vermag als der schwache Mensch. Aber wenn es sich darum handelt, diesem treuen, heiligen Gott zu dienen, Ihn zu bekennen, für Ihn zu streiten „ud auch zu leiden, etwas um Seinetwillen aufzugeben, dann verzichtet man, da will man nicht mit. Man möchte selig werden, aber vor allem die Welt und ihre Lust genießen. Vergebens ruft Jesus ihnen zu: „Vorwärts I" Sie gehen zurück, es kommt nie zu einer wirklichen Nachfolge Jesu. Solche Christen gleichen einem Knaben, der sein Schaukelpferd besteigt und mit fröhlichen Gesicht sich hin und her wiegt. Er bildet sich ein zu reiten, und es sieht auch so aus, es ist wirklich Bewegung da, und doch ist es nur Spiel und Schein; wenn er absteigt, ist er noch an derselben Stelle, an welcher er aufgestiegen war. *
Feige, bequeme, selbstsüchtige Soldaten hätten nie zum Marschall Vorwärts gepaßt, nur mit tapferen, selbstlosen, kampsbegierigen Streitern konnte er seine Siege zur Befreiung des Vaterlandes erringen.
Der größte, ja, der wahre Sieger ist Jesus. Er hat den größten Kampf der Welt wider Satan nrn Kreuze zum völligen Siege vollendet. Niemals wich er ein Haar breit zurück von dem Wege, auf welchem Er den Willen des Vaters tat und die Werke des Satans zerstörte. Er fordert von den Seinen eine Nachfolge durch Kampf zum Sieg ohne Zurückschauen.
Der HErr konnte deshalb nicht alle, die Ihm ihre Nachfolge anboten, als die ©einigen annehmen. Es kam einst ein Mann zu Ihm mit den Worten: „HErr, ich will Dir Nachfolgen, aber erlaube mir zuvor, daß ich einen Abschied mache mit denen, die in meinem Hause sind." Jesus aber sprach zu ihm: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reiche Gottes." (Luk. 9 62)
Ein ernstes Wort für alle, welche so gern dem Heiland sagen: „HErr, auch ich will Dir nach- folgen I", die aber mit dem Herzen hängen bleiben au' dem, was sie in dieser Welt an Freundschaft, Ehre und Genuß besitzen. .Bei Jesu heißt es: Vorwärts!
Hast du einmal pflügen sehen? Es muß eine lange Furche sein, gerade vorwärts gerichtet. Wer sich umsieht, der pflügt sofort krumm oder die Pflug- schar springt aus dem Boden, die Pferde oder Ochsen ziehen nicht mehr gleichmäßig vorwärts und weichen zur Seite. Es ist ein unbrauchbarer Ackerknecht, der sich umsieht, um sich zu erfreuen an der Furche, die er hinter sich gezogen hak: nein, es handelt sich
um das Stück, das noch vor ihm liegt. Wenn er fertig ist, am Ende, dann kann er von dort her die Furche sehen, ob sie gut war.
Als Lot aus dem brennenden Sodom gerettet werden sollte, sprach der Engel Gottes zu ihm: „Errette deine Seele, und steh nicht hinter dich." (1 Mose 19, 17.) Sein Weib aber hatte ihr Herz und ihre Gedanken noch bei den verlasse- neu Schätzen in der verfluchten Stadt, und da sie sich umsah, ward sie unfähig, weiterzugehen, sie ward zur Salzsäule, und von ihr spricht der HErr warnend: „Gedenkt NN Lots Weid!"
(Luk. 17, 32.) So ist es schon vielen Christen gegangen, die sich wirklich aufgemacht hatten, um Jesu uachzufolgen. Ihr Auge sah das Geld, die Ehre, die Lust dieser Welt an, statt auf Jesum zu sehen und auf den teuren Preis, den Er für ihre Er- rettung auf Golgatha gezahlt hatte. Dazu ermuntert der HErr die Seinen, wenn Er spricht: „Wer seine Hand an den Pflug»1egt, und sieht zu- rück, der ist nicht geschickt zum Reiche Gottes." Er will niemand abschrecken, aber Er redet eine klare Sprache von dem Ernst der Lebensentscheidung, wenn ein Sünder sich zu Christo bekehrt. Jesus kann Sich nicht begnügen mit dem halben Herzen und dem halben Leben; Er fordert das ganze Herz. v. V.
K
Teurung in früheren Jahrhunderten.
Einen interessanten Beitrag zur Geschichte der Verteurung in früheren Jahrhunderten stellt ein Bild dar, das einer Originalradierung des Alt- deutschen Meisters Daniel Hopfer nachgebildet ist. Es ist die Illustration zu Spr. 11, 26: „Wer Korn behält, dem fluchen die Leute, aber Segen kommt über den, so es verkauft." Auf der rechten Seite des Bildes sehen wir wohl- wollende Kornhändler, welche ihre Vorräte der All- gemeinheit zugänglich machen, während auf der linken Seite der Kornwucherer, auf seinen Säcken sitzend, von phantastischer Geldgier geplagt wird, weil er die Not der Armen bei der Teurung ausnutzen will, indem er seine Vorräte in gewinnsüchtiger Absicht dem Handel entzieht. Die Tendenz dieses Bildes ist leicht verständlich; sie richtet sich in Übereinstimmung mit Salomo gegen die Auswüchse der Getreidespekulation. Besonderes Interesse bietet das Blatt durch die Nachtrasiung der Jahreszahl 1584, welche durch eine zweite Korrektur zu 1684 gemacht worden ist. Es scheinen dies Jahre der Teurung gewesen zu sein, in welchen die Originalradierung j zu Agitationszwecken gegen den Kornwucher benutzt worden sein wird.
Wir sehen, daß es auch vor mehr als 200 und vor mehr als 300 Jahren schon Leute gab, die in schweren Zeiten nur hauptsächlich daran dachten,


