Ausgabe 
17.9.1916
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und wenn jemanden eine Schlange biß, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.

Wir sind dem Tode verfallen wie jene Israe­liten, die von den feurigen Schlangen gebissen worden waren. Der Tod ist der Sünde Sold und ist zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle ge­sündigt haben. Auch zu dirs So steht auch Dir kein Mittel zur Verfügung, um dich von der Sünde und dem Tode aus eigener Kraft zu befreien.

Das schreckliche Gift der Sünde wirkt in dir, vielleicht ganz im verborgenen, aber doch anhaltend und sicher; und das Ende ist, wenn du nicht errettet ivirst, der Tod und das ewige Gericht.

Wo aber gibt es eine Rettung? Wie kann man der Macht der Sünde und dem Gericht , entrinnen? Der Sohn Gottes sagt selbst!Wie Moses in der Wüste eine Schlange erhöht hat, also muß des Menschen Sohn erhöht iverden, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben." (Joh. 3, 14. 15.) Wie einst die eherne Schlange erhöht ivurde, damit der arme ge­bissene Jsrallit sie an sehen und leben möchte, so ist auch Christus am Kreuz^ erhöht worden, auf daß Zeder arme, verlorene Sünder an Ihn glauben und einiges Leben haben möchte. Jener hatte nur hinzusehen du hast nur zu glauben.

Ein sterbender Israelit Härte Moses fragen können:Wie kann denn ein bloßes Hinblicken auf die eherne Schlange mich von diesem schmerzlichen, giftigen Bisse heilen?" Was würde Moses geant- uwrtet haben?Schaue nur hi»! Du wirst es an dir erfahren, daß es so ist. Glaube meinem Worte, welches ja nicht mein, sondern Gottes Wort ist; ivirf nur einen schwachen Blick auf die Schlange, und du ivirst leben!" Ebenso sage ich dir: Jesus ist, ivas Sein Name bedeutet: ein Erretter, ein von Gott gesandter Erretter. Er wird den Sündern verkündigt als ein Heiland, der unserer Sünden wegen gekreuzigt worden ist. Wie die eherne Schlange erhöht wurde, so ist Er, der Reine und Heilige, auf das Kreuz erhöht Ivorden. Dort zur Sünde gemacht, hat er eine ewige Versöhnung zuwege gebracht und die Forderungen eines heiligen und ge­rechten Gottes erfüllt. Er hat die Schuld aster derer getragen, die ihre Zuflucht zu Ihm nehmen. Ohne Ihn und außer Ihm aber gibt es kein Heil, keine Errettung.

Mein Leser, das ist Gottes Wort, Gottes Heilsbotschaft; Er bringt sie dir.

Deine Gebete, deine Tränen vermögen nicht eine einzige Sünde abzuwaschen. Gott hat deshalb in Seiner wunderbaren Liebe das Heil eines Sünders allein von dem abhängig gemacht, was Jesus ge­tan hat, und nicht von dem, was der Sünder tun kann. Blicke auf Jesum; Gott bat Ihn,der Sünde nicht kannte, zur Sünde gemacht". Deshalb ist Christus Mensch geworden. Das Heil der Sünder

war der einzige Grund, warum Er gekreuzigt wurde. Er sagte von Sich selbst:Der Sohn des

Menschen ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist." Er kam iiud starb für dich; und Er ist auferstanden, das Werk ist vollbracht. O. D.

K

Km Blick.

Ein richtiger Feldherr kann ein ganzes Heer mit Blick erfreuen oder in Furcht und Schrecken

versetzen. Ein liebevoller Blick des Vaters oder der Mutter kann eine ganze Seligkeit und Fülle von Wonne in ein Kindesherz bringen und manchmal I seine Wirkung durchs ganze Leben hindurch haben.

Ein Vater bricht mit einem Blick den Unge- horsam seines Sohnes, daß er beschämt und nieder- geschlagen zu ihm heranschleicht. Es liegt eine ge- heimnisvolle Gei^esmacht in bctri 93lief bes Menichen.

Aber jener Blick auf die verbotene Frucht im Paradies ( das Weib schaute an") hat viel Unheil Sünde, Schande, Not und Tod über die ganze Menschheit gebracht, und der Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt, ist durch diesen Blick ihr Los geworden.

Ein Blick auf eine unzüchtige Tat hat inancben Jüngling in Sittenverderbnis, Unzucht, Zerrüttung seines Leibes und seiner Seele, Siechtum und früh­zeitigen Tod inmitten seines Süiidenschlammes gestürzt.

Ein Blick auf das Wirtshausschild zieht mali- chen Trinker mit elementarer Gewalt hinein, um sich und die Seinen zu ruiniere».

Ein Blick -n den schlüpfrigen Roman hat mancher Tochter Ehre, Halt, Glauben, Tugend und Sitlsamkeit genommen und eine gemeine Dirne aus ihr gemacht, die frühzeitig ins Elend und Verderben geriet und eines schändlichen Todes starb.

Doch es gibt Gott sei Dank auch Blicke, die nicht zum Tode, sondern zum Leben führen und von heilenden und heiligenden Wirkungen be- gleitet sind. Wir reden nicht von Hypnotismus, d. h. von den Einwirkungen menschlichen Willens auf andere, sondern von den Wirkungen, welche Gott auf Sein Wort hin einem Blicke verleiht.

Welche tödliche Wirkung hatte ein Biß einer feurigen Schlange in der Wüste! (4 Mose 21, 6 9.) Was half da vor dem sicheren Tode?Wer ge­bissen ist und sieht sie an, der soll leben." Und also geschah es. Nicht das Sich-erwehren von den Schlangen, das Fliehen noch das Gebrauchen ' von allerlei Kunstgriffen und Mitteln half, sondern : nur das gehorsame Anschauen.Wer die

Schlange ansah, blieb leben." Also weil Gott es : sagte, hatte der Blick auf die eherne Schlange solche

i kebeiibringende und giftvernichtende Wirkung. Soll ! das so unglaublich sein? Kann ein Blick soviel : > Verderben verursachen, dann kann ein Blick, wenn