„Dreiheit den Gefangenen."
(3ef. 61, 1.)
Vor mehr als vierzig Jahren geschah es im Staate Massachusetts, daß ein sonst ehrbarer junger Mann in der Trunkenheit nach Hause kam und das Haus in Brand steckte. Sein Bruder kam in den Flammen um. Als der unglückliche Brandstifter am nächsten Morgen nüchtern wurde, stellte er sich selbst dem Gericht und legte ein offenes Geständnis seiner Tat ab. Der Gerichtshof verurteilte ihn zu lebens- länglicher Haft im Staatsgefängnis. Nach Verlauf einer längeren Reihe von Jahren bereitete man bei einer besonderen G legenheit allen Gefangenen ein Fest. Der Gefängnisdirektor leitete dasselbe durch eine Ansprache an die Gefangenen ein und schloß mit den Worten: „Es ist Sitte, daß an einem solchem Tage, wie der heutige, der Staatsgouverneur einen Gefangenen freispricht. Im Namen des Gouverneurs wird hiermit dem Georg Hunnewell seine Freisprechung bekannt gemacht! Georg Hunnewell, treten Sie vor!"
Aus der Mitte der Gefangenen erhob sich bleich und zitternd ein großer Mann, in dessen Gesichtszügen Kummer und Reue tiefe Spuren zurückgelassen hatten. Er rief, den Direktor anblickend: „Bin ich's, Herr Direktor? Mich hat man sreigegeben?" „Sie sind der Freigesprochene, Hunnewell, und kein anderer," entgegnete der Direktor. Alle Gefangenen gaben ihrer Freude Ausdruck über die Freilassung ihres Gefährten. Dieser aber war so überwältigt, daß er auf seinen Stuhl zurücksank und laut schluchzte. Zwanzig Jahre hatte er hier zugebracht, zwanzig Jahre in Gefangenschaft, und nun plötzlich frei!
Gleicht nicht der Mensch in seinem natürlichen inneren Zustande einem Gefangenen? Ist er nicht durch die Sünde ein elender Sklave geworden, dazu schon dem Urteil Gottes verfallen? Solange er noch hier im Leibe ist, ist noch Möglichkeit da, dem ewigen „Gefängnis", den „ewigen Ketten der Finsternis" zu entgehen. Und heute, an dem Tage der
Gnade, läßt Go't allen gebundenen Menschenkindern Freiheit verkündigen, eine Freiheit von der Sünde Joch und Gericht,, eine glückselige Freiheit, die Christus selbst mit Seinem eigenen Blute erkaust hat. Aber ach, nicht alle begrüßen diese Botschaft mit Freuden. Viele haben die Sünde so liebgewonnen, daß sie lieber in ihrer Gewalt bleiben, als daß sic durch Jesum Christum frei werden wollen. O, wie muß dies das Herz des HErrn Jesu betrüben, der den bitteren Kreuzestod erduldet har, damit alle errettet und zur Herrlichkeit gebracht werden könnten! Wie muß es aber auch ein volles Strafurteil und Gericht nach sich ziehen,. Gottes Gnade versäumt und Sein Heil zurückgewiesen zu haben! Die Tür des Gefängnisses steht noch offen für dich, teurer Leser, du kannst dem kommenden Zorn entfliehen, wenn du willst. O, so wende dich heute noch als ein Gnade bedürftiger Sünder zu Christo! Er nimmt dich an. Bist du aber Jesu Christi Eigentum geworden, so bist du frei, und wärest du in Ketten. Er sagt: „Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht. Wenn nun der Sohn (Er, der Sohn Gottes) euch freimachen wird, so werdet ihr wirklich frei sein." (Juki. 8, 34—36.)
^ „©. B. d. F."
Schritt für Schritt.
Als der berühmte Physiker Arago noch Schul- knabe war, überkam ihn gewöhnlich in der Mathe- matikstnnde eine große Entmutigung. Da fand er eines Tages ein weggeworfenes Blatt und darin ein Mahnwort an junge Leute mit dem Schlüsse: „Darum, wenn auch nur Schritt für Schritt, vorwärts!" „Dieser kurze Satz," sagte Arago, „ist mein bester Mathematiklehrer gewesen!"
„Schritt für Schritt vorwärts," so heißt es auch auf dem Wege zum Himmel. Denn der Weg ist lang und steil; aber der uns voranging, Jesus, macht uns Mut zur freudigen Nachfolge.
Verscrmnrlnngs-Anzeigen.
Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Löberstr. 14.
Jeden Sonntag l'-^Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungfrauenverein; R‘/4 Uhr Versammlimg. Jeden Mittwoch 8*'* Uhr: Bibelstunde. Jeden Freitag 87* Hin* "evetsstnnde
6. Juli, uachinittags: Alteubuje.k; abends: W ßmar; in Wieseck abends Franenstunde. 28. Juli, nachmittags in Nordeck Frauenstunde: nachmittags: Beuern. 30 Juli, abends in Allenbuseck Frauenstunde: abends: Wißmar und Wieseck 6. August, nachmittags. 'Nordeck und Beuern; in Kleinlinden abends Frauenstunde.
Bezirk Lriedberg. Friedbera, kleine Kohle i'aaffe 8.
Jeden Sonntag l 3 /4 Uhr Sonntags chule: 4 Uhr: Jungfrauenverein ; 8 l /a Uhr Versammlung. Jeden Dounerstag 9 Uhr- Bibel- und Gebeisstunde. Jeden Samstagabend 9 Uhr: Männer- und Jünglingsverein
Bad Nauheim, Erholungsheim „Bethesda", Frankfurter Straße 37» io- Jeden Sonntag, abends 8' » U r Versammlung; Freitag,'abends »/ a 9 Uhr. Bibelstunde. Ernst Ludwigring-Pension Bindewald.
Dienstag, den 18. Juli. Versammlung in Vilbel, Gasthof „Zur Stadt Eassel'. ,9 Juli: Versammlung in Stammheim und Schwalheim; 20. Juli: Versammlung in Dorheim
Sonntag d.'u 23. Juli, nachmittags 4 Uhr: Versammlung in Watzenborn und abends 9 Uhr: Versammlung in Lich; 26 Juli. Versammlung in Leidhecken.
Sonntag, den 30 Juli: Missionsfest in Stammheim. 1. August Vilbel: 2.: Stammheim und Schwalheim; 3 : Dorheim.
Bezirk Eich-Schotten.
Sonntag, den 16. Juli Konferenz in Nidda Text: Psalm 108 Versammlungen in Lich. Burkhardsfelden, Ettingshausen. ViUingen, Langsdorf und Schotten Sonntag, den 23 Juli: Bersammlungeu in Lich. Ober bessingeu, Torfgill. ^Schotten, Betzenrod, Lißberg. Naustadt und Nidda Sonntag, den 30. Juli Versammlungen in Lich, Burkhardsfelden, Etting'- Hausen, Villingen, Torsg ll. Schotten, Betzenrod, Lißberg. Rans.e. l und 'i dda Sonntag, den 6. August: Versammlungen in Lich, Ettingshausen, Oberbessingen, Villingen, Langsdorf, Wohubach. Dorfgill. Schotten. Betzenrod, Lißberg. Naustadt. Nidda Abends 9 Uhr Wochenversammlnngen Montags: Gebetsstnnde in Nidda Dienstags: Bibelstunde in Nidda. Gebetsstunde in Schotten. Donnerstags: Bibelstunde in Schotten Freitags: Bibelstunde in Betzenrod
Bezirk Sellnrod.
16. Juli: In Helpersheim Fest im Freien. 6 August: In Wohnfeld Fest im Freien und zugleich Einführung des neuen Predigers für t . n Ve.ziJ
Schwester Anna Eiaenbrod wird folgende Sti'.nden für Frauen und Jungfrauen halten: -6. Juli, nachmittags Gambach. abends Münzen - berg. 23 Juli, nachmittags Niederweisel, abends Kirchgöus. 30. Juli, nachmittags Dorfgill, abends Holzheim.


