Ausgabe 
25.6.1916
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Semeinscbsltsblatt für kessen.

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Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeitern Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Druck v. I. G. Ducken Nachf., G. m. b. £>., Cassel

Nr. 26.

Sonntag, den 25. Juni 1916.

9. Iahrg.

Aas Telephon im Kriege.

Hat das Telephon schon in Friedenszeiten seit einigen Jahrzehnten das ganze Gebiet des gewaltigen geschäftlichen Verkehrs sich erobert, so hat es seine glänzende Leistungs- fähigkeit auch jetzt im Kriege gezeigt und sich als ein unentbehrliches Hilfsmittel von ganz hervorragender Bedeu­tung erwiesen. Wenn man bedenkt, wie in früherer Zeit wichtige militärische Meldun­gen trotz schnellster Rei- ter dennoch oft Stun- den brauchten, und manche erbetene Hilfe und manche angeord- nete Maßnahme trotz­dem zu spät kam, daß aber heute durch das Telephon in wenigen Sekunden eine Ver­ständigung auf weiteste Entfernung möglich ist, wie ein wichtiger Be­fehl aus dem Haupt- quartier in denkbar kürzester Frist bis in die vordersten Schützengräben gelangt, so kann man ermessen, welch große Bedeutung ihm zukommt. Welch treue Arbeit gehört aber auch dazu, all diese Drähte zu spannen und in Ordnung zu halten und gelöste Verbindungen wieder zu knüpfen, oft unter schwerstem feindlichen Feuer! Darüber ist schon manches Heldenstück berichtet worden, und viele dieser Tapferen der Fernsprechabteiluug, wie unser Bilj> sie bei ihrer Arbeit zeigt, schmückt für solche Taten das Eiserne Kreuz.

Neben diesen sichtbaren Drähten, die den Kämpfern an der vordersten Front eine so vorzüg­liche rückwärtige Verbindung geben mit den dahinter- liegenden Befehlsstellen und durch diese mit dem Hauptquartier, ziehen sich aber noch ungezählte un­

sichtbare Drähte nach rückwärts bis weit hinein ins Land: die unsichtbaren Gedankenverbindungen mit der Heiniat und denen, die dort in Liebe und Für­bitte ihrer gedenken. Wenn diese Verbindung nicht wäre, wie trostlos und schwer wäre dann wohl für manchen die Kampfzeit mit ihren ungeheuren Be- schwerden und Gefahren und Entbehrungen!

Aber eine noch bessere Hilft- und Kraftquelle, die über all das Schwere und Unerträgliche der gegenwärtigen Kriegszeit hinweghilft, ist die geheimnis-