Gerettet I Geheilt!
Ein neuer Mensch ist Naeman geworden. Nicht nur sein Leib ist neu geworden, rein und frei von vem Aussatz. Auch seine Seele ist nicht unberührt geblieben. Das zeigt sich darin, daß sein erster Gedanke nach der wunderbaren Heilung ist: Zu Elila!
Wie unmutig ist er von seinem Hause weggefahren I. Wieviel Meinen und eigene Gedanken über seine Heilung bewegten seine Seele I
Jetzt dagegen springt er vom Wagen und eilt ins Haus und beugt sich' tief vor dem Manne Gottes, uin ihm zu danken für die wunderbare Errettung, die er Gott und ihm verdankt.
Doch der Aussatz Naemans erinnert uns an einen schlimmeren Aussatz, an die Krankheit der Sünde. Die Sünde ist zu allen Menschen hindurchgedrungen, dieweil sie alle gesündigt haben. Diese Krankheit konnte Elisa nicht heilen, auch Jesaja und Johannes und Paulus nicht. Aber diese alle haben hingewiesen auf Den, der gekommen ist in die Welt, um Sünder zu erretten, auf Jesum, Gottes Sohn. Nun kommt öie Frage: Bist du mit dem Aussatz deiner Sünde zu Jesu gekommen? Dann ist dort dein Todesurteil aufgehoben, und du hast neues Leben empfangen.
Oder bist du noch voll von Vorurteilen, von Rücksichten und Bedenken, von Menschenfnrcht und Menschengefälligkeit?
Du mußt da absteigen. Du mutzt zu ^efu klimmen, und du wirst rein und heil werden. So empfängst du wirklich Vergebung deiner Sünden.
Ob der Aussatz der -Lünde dein ganzes Flei,ch bedeckt, Jesu Blut hat Heilkraft genug, es reinigt von aller Sünde, es macht frei von der Schuld.
Waernan und wir.
Als die Russen ins Land brachen und Ostpreußen überschwemmten, da wußte unser Kaiser niemand, den er für so geeignet hielt, den Oberbefehl im Osten zu übernehmen, als den alten General von Hindenburg. Er wußte: der wird's vollbringen. And so rief er ihn herbei und gab ihm den Oberbefehl. Hindenburg war ein trefflicher Mann vor seinem Herrn und hochgehalten, des höchsten Vertrauens gewürdigt. Und er hat dies Vertrauen, das der Kaiser in ihn setzte, nicht enttäuscht. Er wurde ber Russenhammer, der in gewaltigen Schlachten die Feinde schlug und vernichtete. Durch ihn gab der HErr Heil in unserem Lande. Wie atmete» die geflüchteten Bewohner Ostpreußens auf. als die Kunde von dem gewaltigen Siege bei Tannenberg durchs Land ging! Und wie atmete das ganze Volk auf, als es sah, daß der Kaiser den rechten Mann an den rechten Platz gestellt hatte, durch den der HErr solches Heil gegeben hatte! Wie schnell war der Name Hindenburg bekannt und berühmt, geliebt und verehrt im ganzen Vaterlande I Was für ein gewaltiger Mann! Wie schlagen ihm
> alle Herzen entgegen in Liebe und Verehrung und herzlichem Dank!
Dieses Bild Hindenburgs gibt uns ein Verständnis für die Gestalt des Feldhauptmanns Naeman.
So genoß er auch das Vertrauen und die Gunst des Königs. So war er auch verehrt in seinem Heere, geliebt und bewundert von seinem Volke. So war sein Name in aller Munde und in aller Herzen.
Ein glücklicher Mann, der Feldhanptmann Naeman!
Ja, wer an seinen! Hause in Damaskus vorbeikam, das in vornehmer Ruhe zwischen den Bäumen des Parkes lag, der konnte Naeman wohl glücklichpreisen. War er das nicht? Was ein Mensch haben konnte, das hatte er. Ein glückliches Familienleben, eine liebende Gattin, die Verehrung seines Volkes, die Liebe des Heeres, die Gunst seines Königs — wahrlich, ein glücklicher Mann!
Aber da umzieht sich der Himmel seines Glisckes jählings mit schwerem, schwarzem Gewölk.
Er bekomint einen Ausschlag an Gesicht und Händen, der gar nicht wieder fortgeht. Man versucht Salben und Blutreiuigungskuren, man holt die Arzte und sagt es den Priestern, alles umsonst. Der Ausschlag bleibt. Und er greift um sich. Und er frißt jn die Tiefe.
Da kommt der Tag, >vo die Ärzte, die ihn be- handeln, ihm die Eröffnniig machen, was sie bisher für Ausschlag gehalten hätten, sei in Wirklichkeit der Aussatz. Das habe sich nun deutlich herausgestellt.
Wie der Blitz eine starke Eiche zerschmettert, so traf dieses Wort den gewaltigen Mann. Aussätzig! Damit war er rettungslos und hoffnungslos einem furchtbaren Tode preisgegeben. Der Tod hatte ,a für ihn keine Schrecken. In mancher Schlacht hatte er dem Tode ins Auge gesehen und stch nicht ge- fürchtet. Aber vor diesem Tode graute ihm.^ Laug- sam verfaulen bei lebendigem Leibe, von Tag zu Tag mehr verfallen, was für ein unrühmlicher Stroh- tod für einen solchen Helden des Krieges!
Und nicht nur, daß er selber dem Tode ver- fallen war, er brachte auch Tod und Verderben über die Seinen. War doch der Aussatz jo ansteckend, daß die bloße Berührung schon die schreckliche Krank-
heit übertragen konnte. ,
Der arme Naeman! Wie gern hätte er getaulcht mit dem letzten Soldaten in seinem Heere, wenn er dessen Gesundheit hätte eintauschen können!
Was hilft ihm nun die Liebe seines Weibes, die Dankbarkeit seines Volkes, die Verehrung des Heeres, die Huld seines Königs? Das eine Wort „aussätzig" zerstört sein ganzes Glück.
Armer Naeman! , ,
Und nun sage ich: Dieser treffliche, hochgehaltene, gewaltige,.aber aussätzige Naeman ist ein Bild von unserem lieben deutschen Volke, ist ein Bild von ,edem einzelnen von Natur.


