Ausgabe 
2.4.1916
Seite
4
 
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Je näher er seinem Ende kam, desto glücklicher wurde er. Als ich das letztemal kam, flog ein Schein der Freude über seine bleichen Züge. Auf meine Frage, wie es ihm gehe, antwortete er: »Ich durä schreite jetzt das Tor. Ich gehe zu Jesu, dein lreuen HErrn, der mich geliebt und Sich Selbst für mich hingegeben hat!« Bei diesen Worten befiel ihn ein schrecklicher Hustenanfall, plötzlich veränderten sich seine Züge, ein Strom von Blut ergoß sich aus seinem Munde. Ich nahm ihn in meine Arme. Eine Pflegerin eilte noch herbei. Nach wenigen Minuten war er bei dem HErrn, der ihn wie einen Brand aus dem Feuer gerettet nnd Seine Gnade so groß an ihm gemacht hatte."

K

Krleinijse auf dem Schlachtfeld«.

Einst lag ein junger Mann auf dem Schlacht­felde von Leipzig; nicht weit von ihm befand sich ein Krieger, dem beide Beine abgeschossen waren, der in seinem Schmerz so entsetzlich laut und an­dauernd fluchte, daß jener cs nicht mehr ertragen konnte. Er nahm daher seinen Tornister und suchte in demselben nach etwas, das ihm Ruhe verschaffen sollte. Endlich fand er ein von seiner Schwester ihm eingepacktes Neues Testament, das er bis dahin unbeachtet gelassen hatte. Er schlug das ihm un­bekannte Buch auf, traf in Matth. 25 die Stelle vom jüngsten Gericht und las sie, um den Flucher zu übertäuben, mit lauter Stimme. Als er einige Verse gelesen hatte, wurde der Flucher stiller und immer stiller, und als er endlich schwieg, trat eine tiefe Stille ein. Plötzlich rief der Flucher in einem Mark und Bein durchdringenden Ton:Ach, ich bin verloren, ich fahre hin zur Hölle als ein Ver­dammter für immer und ewigl" Der Leser, er­staunt über die schnelle Wendung des Fluchers, schlug das Testament wieder auf und traf 1 Joh. !, 7Das Blut Jesu Christi, Seines Sohnes,

macht uns rein von aller Sünde." Sobald der junge Mann zu lesen begann, börte der Jammernde ans zu schreien und horchte y., bis jener öas ganze Kapitel zu Ende gelesen lynie. Bald daraus betete er und dankte, daß das Blut Jesu Christi auch ihn von aller Sünde reingemacht habe. Unter diesem Dankgebet entfloh der Geist der schmerzvollen Hülle. Nicht lange danach kamen L ute, um die Verwundeten auszusuchen und ins Lazarett zu bringen. Sie fanden auch den jungen Mann, und was er auf dem Schlacht- seid erlebte, veranlaßte ihn zum fleißigen Lesen der Heiligen Schrift, zur ernsten Prüfung seines Herzens und Lebens, zur völligen Hingabe an Christum.

Aus diesem um uns her tobenden Weltkriege berichtet ein Feldgrauer:Es war an einem Abend, jeder war mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt, einige lasen in Büchern, einige spielten Karten, und ich war der Einzige, der in dem kostbaren Buche las, nämlich in meiner geliebten Bibel. Auf einmal tritt der Offizier an mich heran und sagt: »Hören Sie mal, Kleist, wie ich sehe, lesen Sie wieder in der Bibel, möchten wir uns doch alle eng zusammensetzen, und Sie lesen uns allen jetzt das vor, was Sie aufgeschlagen haben.« Es dauerte keine fünf Minuten, so war alles zu einer Andacht in tiefem Schweigen versammelt. Ich hatte gerade Jes, 44 ausgeschlagen und las den 22. Vers vor, wie da steht: »Ich vertilge deine Misse- taten wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel, kehre dich zu Mir, denn Ich erlöse dich.« Der Herr gab mir zum erstenmal Kraft, ihn vor so vielen zu verherrlichen, zu bekennen. An demselben Abend wurden wir von den Russen plötzlich überfallen und umzingelt. Mir gab der HErr Kraft, aufzustehen und laut zu beten: »HErr, Du nur kannst uns jetzt von den Feinden erretten.« Der HErr half. Aber das Herrlichste war, an demselben Abend kamen noch zehn meiner Käme- raden und der Offizier zu Jesu. An dem Abend war große Freude im Himmel über Sünder, die Buße taten. Sind das nicht herrliche Erlebnisse im Schützen­graben ?" Emil M

Vers attttn lungs-Anzeigen.

Bezirk Gießen, Stadtinission Gießen, Löberstr. 14.

Jeden Sonntag 1 Vr Uhr: Sonntagsschnle; 4 Uhr: Jungfrauenverein; 8V* Uhr: Versammlung. 4}/i Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch 87* Uhr: Bibelstunde. Jeden Freitag 87* Uhr: Gebetsstnnde.

28. März und 18. April: Ettingshausen; 29. März und 19. April: Oberbessingen; 80. März und 20. April: Burkhardsfelden; 2. April: Holz- heim und Dorfgill; 4. April: Vellingen; 5. April: Wohnbach; 6. April: Watzenborn; 11. April: Dorf, gill; 13. April: Langsdorf.

Bezirk Lich.

Lich, Vereinshaus: Jeden Sonntag 127« Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungsrauenverein; abends 8 Uhr: Versammlung.

Ostermontag in Lich:

Gemeiuschaftskonferenz.

Text: 1 Kor. 15, 5058.

Anzeigen für die Nummern 1720 bis zum 9. April ds. Is. erbeten.