Bei seiner Berkündigung in Athen knüpfte Paulus an bei dem Altar, welchen er bei ihnen gesehen, den sie errichtet hatten dem „unbekannten Gott". Dem aufhorchenden Volke spricht er von dem Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat. Es ist eine, gewaltige Rede, die er den Athenern halt, eine Rede, die nicht stehenbleibt bei Gottes Welterschaffung, sondern er geht weiter und weist sie hin zu Jesu. Er spricht von Ihm als dem, der kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.
Zu diesem Jesus muß jeder Mensch Stellung nehmen. Wenn es je ein Mensch versucht hat, durch eigene Gerechtigkeit selig zu werden, so war es Pau- lus Er hatte alles getan, doch das Ende davon war der Ausruf: „Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes!" Nur Jesus allein ist imstande Sünden zu vergeben. Er hat der Welt Sünde auf Sich genommen am Kreuzesstamm. „Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit Ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung."
Paulus hatte selbst zu Jesu Füßen Vergebung seiner Sünden erlangt, und nun sucht er der ganzen Welt die Botschaft vom Kreuz zu verkündigen.
Ja, teurer Leser, die Botschaft von Jesu Er- lösungswerk wird dir heute ivieder durch dieses Blatt bezeugt.
Höre, der HErr Jesus, der Sohn Gottes, ist gekommen, „zu suchen und zu erretten, ivas verloren ist." Er ist am Kreuze gestorben, auf
daß ein jeder, der an Ihn glaubt, der mit Ver- trauen seine Zuflucht zu Ihm nimmt, nicht verlorengehe, sondern ewiges Leben habe. Er sucht auch dich, lieber Leser; Er will auch dich erretten. Er ist gekommen, um dich von dem ewigen Gerücht zu befreien. O weise Den nicht ab, der allein dich erlösen kann; denn es ist in keinem andern Heil, ist auch kein anderer Name den Menschen gegeben, durch welchen wir errettet werden können I Nur Liebe zu den verlorenen Sündern war es ja, die den Heiland auf diese arme Erde und an das Kreuz brachte; und es ist nur Liebe zu dir, daß Er stets dir nachgeht, daß Er dich selbst in diesem Augenblick an das Heil deiner unsterb- lichen Seele erinnern läßt. Öffne doch noch heute dieser unvergleichlichen Liebe niit völligem Vertrauen dein Herz! Siehe, es ist Freude im Himmel über einen Sünder, derBuße tut! Es ist Freude vor allen Engeln Gottes, wenn du heute dich aufmachst zu Jesu. Und auch dein eigenes Herz wird dankbare Freude erfüllen; von Gericht und Tod errettet, von Schuld und Strafe befreit, kannst du dann der Herrlichkeit Gottes entgegengehen, die dir Christi Blut erschlossen hat. Dann kannst du mit dem Dichter singen:
„Ich war so matt und schuldbewußt
Da rief mir Jesus zu:
Komm, lege hier au meiner Brust Dein müdes Haupt zur Ruh'!
Ich ging zu Jesu, wie ich war, Verarmt, gequält von Schmerz; Er gab mir glühe wunderbar Ins ruhelose Herz.
Und wieder rief mir Jesu Wort: Komm, trinke glaubensvolt Lebendig Wasser, und hinfort Dich nimmer dürsten sollt Ich kam zu Jesu, und ich trank Am Lebensstrom mich satt,
Und meine Seele, todeskrank,
In Ihm nun Ruhe hat."
Wahrheit.
Gott ist der Gott der Wahrheit. Von Ihm wissen wir: „Es ist unmöglich, datz Gott lüge." (Ebr. 6, 18.) Welch kostbare Wahrheit, welch sicheres Fundament für den Glauben! Jedes Wort aus Gottes Munde hervorgegangen ist völlig w a h r, z u v e r l ä s s i g, u n a n t a st b a r. „Die Worte
Jehovahs sind reine Worte-siebenmal gereinigt."
(Ps. 12, 6.) Weil das Wort Gottes die vollkommene und reine Wahrheit ist, darum trifft und straft es die Gewissen mit überführender Gewalt.
Eines Tages kam ein vornehmer Mann, der in Sünden lebte, zu einem Gläubigen und sagte: „Ich möchte mit Ihnen über Religion sprechen. Sie wissen, es gibt manche Dinge in der Bibel, die nicht recht klar sind. Wenn Sie mir die erklären können, will auch ich Christum annehmen." Der Angeredete wußte wohl, wen er vor sich hatte. Er blickte ihm fest in die Augen und sagte: „Es gibt allerdings Dinge in der Bibel, die nicht leicht verständlich sind, aber eins ist jedenfalls gut zu verstehen: „Du sollst nicht ehebrechen!" Empört verließ der Frager das Zimmer, aber er kam nach einiger Zeit zurück, um zu bekennen, daß der Pfeil des göttlichen Wortes sein Herz getroffen habe. Er bekannte seine Sünden, ergriff Jesum im Glauben und ward rein gewaschen im Blute des Lammes. Dieser Mann war trotz seiner Sünden aus der Wahrheit, das heißt es war soviel Aufrichtigkeit in seinem Herzen, daß die Wahr- heit Gottes einen Zugang finden konnte. Möchte es auch bei dir so sein! Laß das Licht Gottes in dein Gewissen leuchten, so wird alle Finsternis deines Lebens Licht werden!
Als der HErr am Tage der Kreuzigung vor dem ungerechten Richter Pontius Pilatus stand, sagte Er zu diesem in List, Selbstsucht und Unwahrhaftig- feit verstrickten Manne: „Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört Meine Stimme!" (Joh. 18,37.) Hier ist ein großer göttlicher Grundsatz ausgesprochen: Wenn in deinem Herzen irgendein Zug zur Wahrheit ist, wenn Gott in den Tiefen


