fährt, da tritt plötzlich ein Alaun mit der Frage: „Verstehst du auch, was du liest?" an seinen Wagen.
„Wie kann ich, so mich nicht jemand anleitet?" Wie sollte ich verstehen, wenn mir niemand die Worte des Propheten erklärt und mich dadurch auf die Spur und den rechten Weg bringt, mir die Worte zunutze zu machen?
Er ließ es nicht bei dem Bekenntnis seines Unvermögens, die Schrift zu verstehen, sondern er suchte auch £)ilfe.
Er suchte mit wahrer Demut und schämte stch nicht, sich von dem schlichten Philippus unterweisen zu lassen und seine eigene Univissenheit zu bekennen. Weil Philippus so teilnehmend fragte, faßte der Kämmerer Vertrauen zu ihm und glaubte, dieser wurde der Mann sein, der ihm zu dem rechten Verständnis verhelfen könnte.
Er sah in diesem Manne einen Boten Gottes, und er fand in ihm den rechten Ausleger.
Er fand durch den Dienst des Philippus das volle Heil durch den Glauben an den Sohn Gottes, fand Vergebung seiner Sünden, Frieden mit Gott und Freude im Heiligen Geist.
Als ein heilsbedürftiger Sünder nahm der hoch- gestellte Mann in aller Einfalt und Unterwürfigkeit die ihm verkündigte Botschaft . auf. Das innerste Verlangen seiner Seele ward hier gestillt; in Jesu, dem Lamme Gottes, fand er Ruhe für sein Gewissen. Philippus hatte seinen Dienst an ihm getan und ward entrückt; er sah ihn nicht mehr. Der gerettete Kämmerer aber zog nun „fröhlich" seinen Weg; er kehrte heim „mit Freuden". Er besaß nun in Christo, dem Sohne Gottes und HErru der Herrlichkeit, alles, was er bedurfte und begehrte für Zeit und Ewigkeit.
Der Kämmerer klopfte an, ihm wurde aufgetan. Er war ein Suchender in der Stadt Gottes, ein Armer trotz seines Reichtums, ein Blinder mit dem Buche des Lebens in der Hand, aber er fand, er wurde reich, er wurde sehend.
Ec fand die Schriftstelle:
„Aber Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch Seine Wunden sind wir geheilt.
Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg; aber der HErr warf unser aller Sünden auf Ihn.
Da Er gestraft und gemartert ward, tat Er Seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut.
Er ist aber aus der Angst und Gericht ge- nommen; wer will Seines Lebens Länge aus,eben? Denn Er ist aus dem Lande der Lebendigen weg
gerissen, da er um die Missetat meines Volkes ge- plagt war."
Diese Schriftstelle war ihm dienlich. Er fand den von Gott gesandten Ausleger, er fand Jesum selbst.
Und nun, teurer Leser, hast du auch de» kennen gelernt, der um deiner Missetaten willen verwundet und um deiner Sünden willen zerschlagen ist?
Laß es heute dem HErrn zu, daß Er den Finger lege auf die besonderen „wunden Punkte" in deinem Leben. Er will dir heute die Augen öffnen über deine Sünden und Ketten und dir zeigen, wie völlig wertlos und nutzlos alle eigenen Bemühungen sind zur Erlangung der Seligkeit. Denn wir sind, wie Gottes Wort uns zeigt, trotz aller vermeintlichen Frömmigkeit und Ehrbarkeit unrein und verschuldet, verlorene Sünder. Nichts kann uns retten als Jesu Blut, das von aller Sünde reinigt, und Jesu Geist, der das Herz erneuert. ®-
&
Das Wort Oottes.
Welche Gnade von Gott, daß Er uns — Seinen abtrünnigen Menschenkindern —, deren Herz und Geist durch die Sünde verfinstert worden ist, eine Offenbarung von Sich gegeben hat: Sein teures Wort. Ja, wie wichtig für uns, daß Gott zu uns geredet, daß Er uns geoffenbart hat, wer Er ist. was Er über uns denkt und was der Weg des Heils und Lebens ist. Welch ein Schatz für uns ist dieses Sein Mort: die Bibel! Wohl hat's, seitdem wir das kostbare Buch besitzen, allezeit ungläubige Männer gegeben, die das Buch Gottes nicht annahmen, vielmehr mit aller Macht bemüht waren, es zu widerlegen. Doch ihr vermessenes Tun hat nichts wider Gottes Buch vermocht und wird nichts dawider vermögen. Gottes Wort bleibt stehen und besteht in Ewigkeit. Auch hat es nichts an seiner göttlichen Kraft eingebüßt. Fortgesetzt erweist es sich, wie auch die Angriffe gegen dasselbe sich mehren, bei allen Menschenkindern, die es im Glaubens- gehorsam annehmen, als das, was es ist und zu sein vorgibt, als Gottes Wort.
Das erste, was Gottes Wort wirkt in jedem Menschen, der ihm Ohr und Herz auftut, ist Selbsterkenntnis und Gotteserkenntnis. Es durchdringt Herz und Gewissen und kehrt das Innerste nach außen, zeigt uns nicht nur die Verkehrtheit des bisherigen Weges, sondern auch die Verderbtheit unseres Herzens, unsere Schuld und Blöße vor Gott, der Licht ist. Gott selbst öffnet der Seele die Augen, daß sie erkennt, mit wem sie es zu tun hat — mit dem dreimal heiligen Gott! Und Er zeigt ihr, daß sie so, wie sie ist, nicht in Seine Gegenwart paßt.
m


