Wom Schiffsjungen öis zum Admiral.
Am 22. April 1676 schallte der mächtige Donner einer großen Seeschlacht über die blauen Fluten des Mittelmeeres in der Meerenge von Messina. Die nieder- lündlsche Flotte kämpfte gegen die Franzosen und Sizilianer.
Hollands größter Admiral, Michiel de Ruyter, stand auf dem hohen Achterdeck seines Admiralschiffes „Die Eintracht". Da riß ihm eine Kanonenkugel den linken Fuß ab und zermalmte das rechte Bei». Der Held brach zusammen, stürzte mehr als zwei Meter tief auf das Deck und lag betäubt. Wenige Minuten darauf schlug er die Augen auf un-d sprach: „Gnädiger Gott, ich danke dir von ganzem Herzen, daß Du mich in den Gefahren meines Lebens so oft bewahrt hast und jetzt heimsuchst; laß diese Züchtigung dienen zum Heil meiner Seele!" Er litt unendliche Schmerzen, aber seine Fürsorge erstreckte sich über alles Mehrmals brach er in die Worte aus: „HErr, beschütze die Flotte! Schone unsere Offiziere, unsere Matrosen und Soldaten, die für einen geringen Lohn soviel Ungemach und Gefahr ausstehen! Gib ihnen Mut und Kraft, daß wir den Sieg erlangen!" Weder Freund noch Feind merkte außerhalb des Admirals- schiffes, daß der große Admiral zu Tode verwundet war. Auf dem eigenen Schisse war er es, der bei dem Einschlagen der feindlichen Geschosse seiner Maun- schast zurief: „Nur Mut, Kinder, nur Mut, dann ist der Sieg euer!"
So wurde Michiel de Ruyter sterbend in seiner letzten Schlacht Sieger. Aber seine Kräfte nahmen im Lauf der nächsten Tage sichtlich ab. Da lag er auf seinem letzten Lager und mit tiefer Inbrunst betete er die Worte des 63. Psalms. So entschlief am 29. April 1676, umstanden von den Befehls- babern seiner Flotte, in der Bay von Syrakus ein Jünger Jesu.
Sein dankbares Vaterland hat ihm in der Neuen Kirche zu Amsterdam ein herrliches D nkmal errichtet,
in dessen Inschrift Admiral de Rayter als der Retter des Vaterlandes gepriesen wird. Am Schlüsse dieser Inschrift wird der Held mit dem Ehrennamen geuannt, den er bei Freund und Feind führte: Der Schrecken des Großen Ozeans. Er hatte ihn wohl verdient, und doch hatte er einen höheren Ehrentitel: Er war ein Kind Gottes! Was er auf seinem Sterbelager gebetet, war der Atemzug seines wahrhaftigen Lebens, welches Kraft und Weisheit, Licht und Trost aus dem Worte Gottes nahm. Er hatte nur ein Ziel: aus diesem Laude der Dürre, wo die unsterbliche Seele nach Gott dürstet, hinzugelangen nach dem seligen Lande, wo die Kinder Gottes mit jubelnden Lippen ihren Erretter preisen iverden.
Die Welt sagt, daß diese Frommen, diese Beter, diese Menschen, die täglich ihre Bibel aufschlagen, die ihren Jesus bekennen, für die irdischen Dinge niätü nütze sind. Ist es wahr, daß, wenn stch's han- delt um den Kampf in Sturm und Wogen, im Donner der Schlacht, in der Bewährung von Maunesmut und Treue, von llnbeugsamkeit und Heldentum, daun die Christen nichts gelten? Gott sei Lob und Dank, daß das nicht wahr ist! Zwar kannst du solche Behauptungen oft genug vernehmen, wenn die Kinder der Welt beim Becherklang inmitten ihrer vergänglichen Lust spottend herabsehen auf die, welche nicht mitmachen. Nein, treue Christen machen die Lust der Welt nicht mit. Sie gedenken an das Wort der Schrift: „Wißt ihr nicht, daß die, so in den Schranken lausen, die lausen alle, aber Einer er- laugt das Kleinod? Lauft nun also, daß ihr es er- greift! Ein jeglicher aber, der da kämpft, enthält sich alles Dinges; jene also, daß sie eine vergäng- liehe Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe aber also, nicht als aufs ungewisse; ich fechte also, nicht als der in die Luft streicht; Ion- dern ich betäube meinen Leib und zähme ihn, daß ich nicht den anderen predige und selbst verwerflich werde." D -
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Versammlungs-Anzeigen.
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4 1 /« Uhr: Christlicher Verein junger Männer.
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