Ausgabe 
31.8.1934
 
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den Bescheid und entschloß sich nunmehr zu einer Gewaltmaßnahme:

Als Herr ß., der als Geschäftsmann in Amster- dam tätig ist, kürzlich des Abends mit dem Auto nach Naarden zurückkehrte, fand er sowohl das Tor, das zu seiner neben der Villa gelegenen Garage führt, vom Magistrat versiegelt, wie auch quer über den offenen Fußgängereingang seines Besitzes einen eisernen Gitterzaun gezogen, der ebenfalls vom Magistrat vlombiert war. Auch nur die geringste Verletzung der Siegel und Plomben hätte Herrn L. nach dem holländischen Strafgesetz eine schwere Strafe eingebracht. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als seinen Wagen irgend wo anders unterzustellen und, um in seine Villa zu gelangen, über den genannten Gitterzaun zu klettern.

Dieser Zustand besteht heute noch. Jeden Abend, wenn Mijnheer L. aus Amsterdam zurückkehrt, hat sich vor seiner Villa eine große und belustigte Menschenmenge gesammelt, um zu sehen, wie Herr L. über das Gitter turnt, damit er in sein Heim gelangen kann, und um weiter zu sehen, wer von beiden es länger aushalten wird: der Magistrat oder der dickköpfige Mijnheer...

August Piccard eigentlich Jean Piccard.

(hk) Brüssel.

Die ganze Welt kennt Professor August Piccard und hat auch schon von seinem Zwillingsbruder Jean Piccard gehört, der sich nach Amerika zurück­zog, um nicht immer für August Piccard gehalten zu werden. Aber nun erfährt die verblüffte Mensch­heit, daß Jean Piccard in Wirklichkeit August Piccard ist und mithin August Piccard jener Jean Piccard, der in den ersten Tagen des September von Akron aus einen Ballonaufstieg unternehmen will, um es seinem europäischen Bruder gleich­zutun.

Man erfuhr diese seltsame Tatsache durch das Geständnis, das eine alte Kinderfrau, die jetzt im Alter von 94 Jahren starb, kurz vor ihrem Ende machte. Sie sagte, sie sei Kinderfrau bei Piccards gewesen, als Jean und August geboren wurden. Die Säuglinge sahen sich so ähnlich, daß die Mut­

ter, um sie nach der Taufe unterscheiden zu können, dem Jean ein rosarotes Bändchen um das Hand­gelenk band.

Sie, die Amme, habe sich nun einen Scherz er- erlaubt und habe dem Jean das Bändchen abge­nommen und dem August umgebunden. Die Mama merkte nichts. Und nach und nach geriet die Sache in Vergessenheit. Jean wuchs als August auf und August als Jean. Somit hat eigentlich Jean Piccard die Vorarbeiten für die Eroberung der Stratosphäre geleistet, während derrichtige August" in Amerika als Chemiker arbeitet. Und in Wirklichkeit steigt also jetzt in einigen Tagen August Piccard im Bal­lon auf, während Jean, den wir somit auch zum Professor ernennen müssen, in Brüssel die Berichte seines Famulus Cosyns studiert. Die Verwirrung, die diese Kinderfrau geschaffen hat, ist gar nicht abzusehen. Es sei denn, man setze Zweifel in ihr Geständnis auf dem Totenbett. Wozu aber kaum ein Grund oorliegt.

Der gefürchtetste Mann in Jugoslawien.

(t) Belgrad.

Dieser sehr gefürchtete Mann in Jugoslawien ist kein politischer Führer und nickt der Chef der ge­heimen Polizei, sondern Spasitsch, der Portier des größten Belgrader Hotels, von dem nachdrücklich versichert wird, daß er mehr Geheimnisse der Stadt, der Fürsten und Barone, der Staatsmänner des Balkans, junger und älterer Damen wisse, als sonstwer im Balkan.

Aber Spasitsch ist üuch der verschwiegenste Mann des Balkans. Noch nie hat jemand aus ihm ein Geheimnis herausgeholt. Nie hat ihn ein Detektiv ausfragen können, nie hat er sich verplappert. Wenn er den Mund auftäte so versichert man würden Staatskrisen ausbrechen, würden Ehen und Verlöbnisse in die Brüche gehen. Man bezeich­net ihn deshalb halb ernst, halb scherzhaft als den Hüter des Glücks der höchsten Familien Bel­grads". Nebenbei bemerkt ist Spasitsch ein reicher Mann, der den Beweis erbrachte, daß das Schwei­gen buchstäblich Gold ist.

Wirtschaft.

lle^erwachungsstelle für Tabak.

Das Reichswirtschaftsministerium teilt mit: Zur Regelung und Ueberwachung des Verkehrs mit Tabak und Tabakerzeugnissen hat der Reichswirt­schaftsminister auf Grund des Gesetzes über den Verkehr mit industriellen Rohstoffen und Halbfabri­katen vom 22. März 193-1 in der Fassung der Ver­ordnung vom 13. Juli 1934 eine Ueberwa - chungsstelle für Tabak mit dem Sitz in Bre­men errichtet. Zum Reichsbeauftragten der lieber« wachungsstelle für Tabak ist Herr Bernhard, Senator für die Wirtschaft in Bremen, bestellt wor­den. Die Anschrift lautet: Bremen, Stintbrücke 5. Um den Aufbau der Stelle zu sichern, ist für die Zeit bis zur Aufnahme ihrer Tätigkeit der Ein­kauf von ausländischem Täbak und ausländischen Tabaterzeugnissen in­soweit verboten worden, als aus dem Geschäft Verpflichtungen entstehen, deren Erfüllung nach den devisenrechtlichen Vorschriften einer Genehmigung der Devisenstelle bedarf. Dieses Einkaufsverbot gilt nicht für den Transithandel. Es erstreckt sich ferner nicht auf Orientabake, die aus einem Lande stammen, mit deren Notenbank die Reichs- bank ein Zahlungen in dritter Währung ausschlie- ßendes Verrechnungsabkommen abgeschlossen hak. Da zur Herstellung von Zigaretten fast ausschließlich Orienttabake aus Ländern, mit denen solche 23er- rechnungsobkommen bestehen, verwendet wird, wird also besonders der Rohbedarf der Zigarettenindustrie von dem Verbot nicht betroffen. Das Einkaussver- bot stellt nur eine vorübergehende Maß­nahme dar, die auch zeitlich kurz befristet ist.

frankfurter Börse.

Mittagsbörse weiter befestigt.

Frankfurt a. M., 30. Aug. Die Börse war trotz des Ultimo recht freundlich. Die Abwicklunaen zum Monatsende störten unter dem Eindruck des Fortganges von Sonderbewegungen an den Aktien­märkten nicht weiter. Die Käuferschicht aus der Bankenkundschaft hat sich ziemlich verbreitert und sucht Anlagen in guten Nebenwerten. Die Haupt- markte liegen etwas ruhiger, aber freundlich.

Automobilwerte waren stärker beachtet unter Führung von Daimler, die 2 v. H. anzogen. Im Freioerkehr hörte man Adlerwerke 41, daneben NSU. etwas höher bis 18,50. Westd. Kaufhof ge­wannen bei größerer Nachfrage wieder 1 o. H. Farben im Gegensatz zu den Vortagen etwas leb­hafter und um 0,50 v. H. höher, sonst Deutsche Erd­öl 0,50, Metallgesellschaft und Rütgers je 0,40 v. H. höher. Elettrowerte etwas vernachlässigt, AEG. 0,25, Licht & Kraft 0,25, Siemens 0,50 v. H. schwä­cher, aber Schuckert um 0,50 o. H. befestigt. Mon­

tanwerte waren gut behauptet, Stahloerein ge- wannen 0,25, Rheinstahl 0,50 v. H. S -.ssahrtswerte leicht erhöht. Am Kunstseidemarkt setzten AKU. 0,25 v. H. niedriger ein, dagegen Bemberg 0,50 v. H. höher. Im übrigen traten an den Aktienmärkten zunächst keine größeren Veränderungen ein.

Der Rentenmarkt war wieder zuversichtlicher ge­stimmt, auch für nur zu Einheitskursen notierte Renten lag im größerem Umfange Nachfrage vor. Auf Vortagshöhe gingen Kommunalumschuldung, Zinsvergütungsscheine und Reichsmarkobligationen um. Auch Späte Schuldbücher unverändert, Alt­besitz 0,40 o. H. höher. Fremde Renten gut gehalten.

Im weiteren Verlaufe waren einige Elektrowerte noch fester, so Gesfürel um 0,75, Schuckert um nocyrnals 1,50 v. H. Bei nur noch stillem Geschäft bröckelten aber die meisten Kurse wieder eine Kleinigkeit ab. Auch Automobilwerte bis 0,50 v. H. wieder niedriger. Pfandbriefe recht freundlich bei 0,13 bis 0,25 v. H. freundlicher. Liquidationspfand­briefe eher gesucht, dagegen Kommunalobligationen ruhig. Reichsanleihen blieben behauptet. Tagesgeld 3 v. H.

Abendbörse ruhig.

Die Abendbörse lag sehr ruhig. Gegenüber den Berliner Schlußkursen waren vielfach leichte Kurs­steigerungen zu verzeichnen. So zogen Rheag in Er­wartung einer günstigen Bilanzvorlage nochmals 0,50 vH. an. Bekula um 0,40, IG. Farben um 0,40, AKU. 0,25 v. H. freundlicher. Montanwerte still. Westdeutscher Kaufhof auf die Bilanzveröffent­lichung hin 0,40 v. H. niedriger. Der Rentenmarkt lag sehr ruhig. Zinsoergütungsscheine verloren 0,25 v. H.

Im weiteren Verlause kamen kaum noch Umsätze zustande, auch Kursveränderungen von Belang waren nickt zu hören. Daimler wurden mit 49,90, Schuckert 92,50 festgesetzt. Auch Renten blieben un­verändert.

Am Einheitsmarkt Heidelberger Straßenbahn und Doltohm erneut stärker gefragt und je 1 o. H. fester. Don Großbanken konnten Dedibant um 0,25 v. H. anziehen, andererseits gaben Comerzbank im glei­chen Ausmaß nach. Don Ausländern Schweizer Bundesbahn fest 4 v. H. 1 v. H. höher, 3,50 v. H. 0,50 v. H. fester.

Altbesitz 95.65, Dedibank 69,75, Commerzbank 61,50 Gelsenkirchen 61,75, Harpener 105,50, Mans­feld 77,75, Phönix 47,75, Stahlverein 41, AKU. 65,25, Bekula 144,65, Daimler 49,90 bis 50, Scheide- anstatt 223,50, Farben 148,25, Gesfürel 109, Holz­mann 72,50, Laymeyer 119 Brief, Rheinische Elek- tro-Mannheim 102,50, West-Kaufhüf 29,25, AG. für Verkehr 72, Nordd. Lloyd 29,90.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 30. Aug. Auftrieb: 97 Rin- der (am letzten Donnerstagsmarkt 84), darunter 17 Ochsen, 1 Bulle, 13 Kühe, 13 Färsen. Dom letz­ten Markt: 52 Rinder, darunter 12 Ochsen, 3 Bul­len, 12 Kühe, 25 Färsen, Kälber 940 (1060), Häm- mel 80 (99), Schafe 85 (64), Schweine 446 (575). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen Sonderklasse, andere Kälber a) 46 bis 48, b) 39 bis 45, c) 33 bis 38, d) 24 bis 32; Lämmer und Hämmel b2) 32, c) 29 bis 31, d); Schafe e) 29 bis 31, f) 25 bis 28, g) 20 bis 24; Schweine Klaffe a) 52 bis 53, b) 50 bis 53, c) 48 bis 52, d) 45 bis 51, e) 44 bis 48, f), gl) 46 dis 49, g2). Marktverlauf: Kälber, Häm­mel und Schafe ruhig, ausverkauft; Schweine leb- haft, ausverkauft.

Fleischgroßmarkt. Beschickung: 1055 Bier- tel Rindfleisch, 193 ganze Kälber, 12 ganze Häm­mel, 750 Schweinehälften. Preis für 1 Zentner frisches Fleisch in Mark: Ochsenfleisch I 48 bis 52, Rindfleisch 11 42 bis 48, Bullenfleisch 47 bis 50, Kuhfleisch I, do. II 36 bis 42, do. III 25 bis 35, Kalbfleisch, Kalbfleisch II 62 bis 65, ganze Käl- der in der Haut 52 bis 60, Hammelfleisch 70 bis 75, Schweinefleisch I 67 bis 73, do. II.Geschäftsgang des Fleischgroßmarktes: ruhig.

Schweinemarkt in Butzbach.

pb. Butzbach, 30. Aug. Der Auftrieb zum heu­tigen Schweinemarkt betrug 560 Stück. Es wurden gezahlt für Ferkel bis sechs Wochen bis zu 6 Mark, von sechs bis acht Wochen 6 bis 10 Mark, über acht Wochen 10 bis 14 Mark. Der Handel war schleppend, es blieb Ueberstand.

Ausgaben und Ziele der Mrktvereinigung.

LPD. F r a n k s u r t a. M., 30. Aug. Am 1. August trat in Frankfurt auf dem Städtischen Schlachthof eine Neuordnung der Schlachtviehwer­tung in Kraft. Mit diesem Tage wurden alle Be­triebe, die auf dem Schlachtviehmarkt in Frankfurt Vieh einkaufen ober verkaufen, zu der Bezirks- Vereinigung für Viehverwertung zu- sammengeschlossen.

Bis zum 1. September müssen sich alle Betriebe zu dieser Blarffoereinigung angemetbet haben, kommen sie ihrer Meldepflicht nicht nach, so kann der Marktbeauftragte auf Grund der Satzung der Marktvereinigung die Säumigen mit einer Ordnungsstrafe bis zu 1000 Mark belegen.

In Frankfurt hat bereits vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung über die Schaffung der Markt­oereinigungen eine freiwillige Regelung auf dem Schlachtviehmarkt bestanden, die vornehmlich den Zweck hatte, ein weiteres Abgleiten der Schweine- vreise, die bis auf 32 Mark für den Zentner ge­sunken waren, zu verhüten. Das ist auch gelungen. Durch das Eingreifen der Reichsfettstelle konnte so­gar eine leichte Besserung auf dem Schweinemarkt erzielt werden, so daß die Preise heute zwischen 44 und 52 Mark je Zentner liegen. Die Kontingentie­rung, die auf dem Markt vorgenommen wurde, ist nur als eine Hilfsmaßnahme gedacht, die sofort wie­der gelockert wird, sobald eine völlige Beruhigung auf dem Markt eingetreten ist.

Man kann damit rechnen, daß das geschehen kann, sobald die Märkte in Mainz, Darmstadt, Wiesbaden und Kassel ebenfalls nach einheitlichen Gesichtspunk­ten geregelt sind.

Das Ziel der Marktvereinigung ist, dem Er- zeuger einen preis zu geben, der in der Wirt­schaftlichkeit bedingt ist. Auf keinen Fall dürfen die Maßnahmen auf dem Schlachtviehmarkt da­zu führen, daß eine Preiserhöhung oorgenom- men wird. Die Absicht der Bezirksvereinigung geht dahin, dem Erzeuger handel und Ver­braucher ^inen gerechten preis zu garantieren, der den Interessen aller dieser Gruppen ent­

spricht. Selbstverständlich müssen bei dieser Ge­legenheit Leerlaufbetriebe ausgeschaltet werden.

Auf dem Großviehmarkt lieaen die Verhältnisse sehr günstia. Durch die außerordentliche Trockenheit war natürlich ein starker Angebotsdruck auf dem Markt eingetreten. Durch das rechtzeitige Eingreifen der Marktvereinigung wurde aber jede Gefahr für den Erzeuger abgeroanbt. Für den Verbraucher hat das den Vorteil mit sich gebracht, daß er keine Verknappung des Anaeootes und dadurch eine Preissteigerung zu befurchten hat. Wir sehen hier also schon eine günstige Wirkung der Neuordnung auf dem Schlachtviehmarkt, die sich vorteilhaft für Erzeuger und Verbraucher auswirkt.

In Frankfurt ließen sich alle neue Maßnahmen leicht durchführen, weil die Mehgerschaft großes Verständnis gezeigt hat. Es hat sich bei den Ver­handlungen erwiesen, daß die Frankfurter auch schon vor der gesetzlichen Regelung nicht nur ihre Privatinteressen vertraten, sondern auch auf das Wohl der Verbraucher bedacht gewesen sind.

Der Marktbeauftragte ist auch Vorsitzender des preisfeststellungsausschusses. hakte früher die Kommission die Aufgabe, am Schluß des Mark­tes die preise zu notieren, daher der Harne Nolierungskommission, so hat heute die preis- feskftellungskommission die Aufgabe der Ein­teilung des Viehes in Schlachtviehklassen. Das Vieh Ist heute von den Händlern in ihren Ständen nach Klassen geordnet aufzustellen, so daß feder Käufer ohne weiteres sehen kann, welcher Klasse das von ihm begehrte Stück Vieh angehört.

Aufgabe der Marktvereinigung ist es, die Märkte so zu gestalten, wie sie ursprünglich gewesen sind, d. h. klare Verhältnisse beim Absatz zu schaffen. Das kann nur geschehen, wenn ein z u- verlässiger Agenten st amm vorhanden ist. Dann werden auch die vielen zum Teil berech­tigten Klagen der Erzeuger verstummen, zum Bor­ten von Erzeuger, Handel, Metzgerschaft und Ver­brauchern.

Rundfunkproqramm.

Samstag, 1. September.

5.50 Uhr: Gymnastik I. 6.15: Gymnastik II. 6.40: Frühmeldungen. 6.55: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: | Gymnastik. 10: Nachrichten. 10.10: Schulfunk. Vom I Wunderbau des winzigen Atoms. 11.50: Sozial- dienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst. Nach- i richten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirt. 113.20: Mittagskonzert II. 13.50: Nachrichten. 14: Mittagskonzert III. 14.30: Fröhliches Wochenend!

115.10: Lernt morsen! 15.40: Quer durch die Wirt- schäft. 16: Musik am Nachmittag. 18: Stimme der | Grenze. 18.20: Wochenschau. 18.35: Stegreifsen­dung. 19: Militärkonzert aus unseren Gauen X. 20: Nachrichten. 20.10: Konzert. 22.20: Nachrichten. 22.30: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.40: Hörbericht vom Aufmarsch der 100 600 Hitler- Jungen in Frankfurt a. M. 23: NaMlkonzert. 24 bis 2: Nachtmusik.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

W. R. in B. 1. Ein Abzug des Wasseraeldes von der Rente oder Pension ist nur dann zulässig, wenn . diese in Höhe des Wassergeldes pfändbar wäre; un- pfändbar sind die Bezüge bis 165 Mark monaf- I lief); übersteigen sie diesen Betrag, so ist lediglich 1 der dritte Teil des Mehrbetrages der Pfändung unterworfen. 2. Sie find berechtigt, gegen Ihre Mieter im Wege der Mietaufhebungsklage vorzu- gehen, wenn diese trotz wiederholter Aufforderung nicht pünktlich zahlen; denn in der fortgesetzten un­

pünktlichen, mit Nachteilen für Sie verbundenen Zahlung des Wassergeldes ist eine zur Aufhebung des Mietoerhältniffes berechtigende erhebliche Be­lästigung zu erblicken. Das Wasserwerk wird die Einziehung des Wassergeldes von den einzelnen Mietern mit Rücksicht auf die hierdurch bedingte recht erhebliche Mehrarbeit (Berechnung der ein­zelnen Anteile usw.) mit aller Wahrscheinlichkeit ab­lehnen und sich wegen seiner Forderung nach wie vor an d-p Hauseigentümer halten.

h. w. in G. Wenn in Ihrem schriftlichen Miet­vertrag eine Bestimmung des Inhalts, daß andere als die im Vertrag feftaelegten Abmachungen zu ihrer Gültigkeit der Schriftform bedürfen, nicht ent­halten ist, ist der Vermieter an die mit Ihnen münd­lich getroffene Vereinbarung gebunden; Sie sind um deswillen berechtigt, jährlich eine Monatsmiete zur Begleichung von Reparaturen zu verwenden. Ist diese Vereinbarung aber nicht schlüssig zu be­weisen, so können Sie durch entsprechende Antrag­stellung bei der Jnstandsetzungsstelle der Bürger­meisterei Gießen die Verurteilung des Vermieters zur Herrichtung Ihrer Wohnung erzwingen; kommt der Vermieter trotz Verurteilung seiner Verpflick- tung zur Instandsetzung nicht nach, können Sie die von der Jnstandsetzungsstelle als notwendig festge­stellten Reparaturarbeiten nach Fristsetzung und fruchtlosem Fristablauf auf Kosten des Vermieters ausführen lassen und die von Ihnen zu zahlende Miete um den Betrag der Reparaturkosten kürzen.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Retchsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

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Berlin

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29-8.

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29-8

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Datum

29-8.

30 8-

29-8.

30-8.

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95.65

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95,25

95,25

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8,1

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4,3

4,3

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93

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4% Rumänische oereinh. Rente ..

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95,5

95,65

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DeSgl. ohne öu«lo|.*(Rediti .....

*

*

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Hanja-Dampfschtsf .. . O

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89,25

89,25

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29,9

30,5

30,25

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73,75

72

74

72

bank Darmstadt Liout

90.25

90,25

*

*

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91,5

91,5

91,5

92

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<5»mmerf und Privak.Bant O

60,5

61,5

59,5

61,75

Auülol.«Rechten

97

97,25

*

Deutsche Boni und DtScooto-

Deutsche komm. Sammela6l. «n-

GeieUschasi ...... o

70,5

69,75

69

69,75

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97,5

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97,76

98

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28.5

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90

90

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93

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101,4

101,4

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87,5

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87

118

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1,1

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116

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7,1

6,8

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61,5

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106

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7

7

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176

*

175,5

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*

Alle Bergbau Genüsse........

131

131

130,75

130,9

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8

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71

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Berlin

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Datum

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29.8.

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105,25

128,5

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177

129,75

1 27,25

78

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128

164

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91 41 14,13

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128

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28,4

198

177

130,25

1 -

1 186

116

65,13

71,5

47,5

65

124,5

50

58

88,25

29,4

177,25

129,65

1

l 184

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. UL

29-August

30-August

Amtliche Dotierung

Amtliche Dotierung

(selb

25rle'

Geld

Arle

Buenos Aiiee

0,682

0,686

0,676

0,680

Brüssel....

Rio de Jan.

58,89

59,01

58,81

58,93

0,184

0,186

0,184

0,186

Sofia .....

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen

55,96

56,08

55,54

55,66

Danzig....

82,07

82,23

82,07

82,23

London....

12,53

12,56

12,44

12,47

HelsingsorS.

5,524

5-536

5,490

5,000

Paris .....

16.50

16,54

16,50

16,54

Holland ...

169,73

170,07

169,73

170,07

Italien ....

Japan .....

21,61

21,65

21,60

21,64

0,744

0,746

0,742

0,744

Jugoslawien

5,664

5,676

5,664

5,676

Oslo.....

62,98

63,10

62,52

62,64

Wien......

48.95

49,05

48,95

49,05

Lissabon...

11,375

11,395

11,29

11,31

Stockholm..

64,60

64,72

64,14

64,26

Schweiz ...

81,67

81,83

81,67

81,83

Spanien...

34,32

34,38

34,32

34,38

Prag......

10,44

10,46

10,44

10,46

Budapest ..

Reuyork...

2,481

2,485

2,477

2,481

Banknoten.

gtrlln, ZQ. August

Md

Zrlef

Amerikanische Noten..............

2,429

2,449

Belgische Noten..................

58,65

58,89

Dänische Roten .................

55,37

55,61

Englische Noten .................

12,395

12,455

französische Noten...............

16,46

16,52

Holländische Noten...............

169,31

169,99

Italienische Noten................

21-48

21,56

Korweaische Noten ..............

Deutsch Oesterreich, tz 1OO Schilling

Rumänisch« Noten...............

62,36

62,60

Schwedische Noten...............

Woten.................

Spanische Noten.................

üu-arijche Nuten >»«mm..i.m.h

63,97 81,49

34-18

64,23

81,81 34-32