Kunst und Wissenschaft.
Die Rückkehr der Vanga-Parbat-Lxpedition.
Sieben Mitglieder der deutschen Nanga- Parbat-Expedition trafen von Benares kommend mit Die* Trägern in Kalkutta ein. Der Führer B e ch t h o l d erklärte, daß die Expedition aus Gesundheitsgründen beabsichtige, nach dem annähernd 2000 Meter hoch gelegenen Darjeeling in der Nähe des Everest zu reisen. Von dort werde die Reise nach Bombay gehen. Die Abfahrt nach Deutschland zu Schiff sei für den 6. September geplant. Bechthold habe auch mitgeteilt, daß, falls die Verhandlungen mit der indischen Regierung zum Abschluß gelangen, die Expedition in anderthalb Jahren nach Indien zurückkehren werde, um einen neuen Versuch der Ersteigung des Nanga Parbat zu unternehmen.
Tagung der Internationalen Strafrechtskommission in Vern.
In Bern tagte die Internationale Kommission für Strafrecht und Gefängnis wesen. Der Kommission, die seit etwa 60 Jahren besteht und vom Völkerbund unabhängig ist, gehören fast alle größeren Staaten der Welt an. Die letzte Tagung ist für Deutschland von besonderer Bedeutung, sie diente vornehmlich der Vorbereitung des Internationalen Kongresses für Strafrecht und Gefängniswesen, welcher auf Einladung der Reichsregierung im Jahre 1935 in Berlin stättfinden wird. Die Verhandlungen beitete der deutsche Reichsgerichtspräsident Bumke, der gegenwärtig Präsident der Kommission ist.
Maxim Gorkis Werke beschlagnahmt.
Gemäß der Verordnung vom 4. Februar 1933 für das Land Preußen wurden nach Mitteilung des Deutschen Kriminalpolizeiblattes sämtliche von dem russischen Schriftsteller Maxim Gorki verfaßten und in deutscher Sprache erschienenen Druckschriften beschlagnahmt und eingezogen.
Herbstneuigkeiten des Verlages 3. (kngelhorns Rachf., Stuttgart.
Der Verlag I. Engelhorns Nachf. in Stuttgart kündigt die folgenden Neuerscheinungen für den Herbst d. I. an:1 Stijn Streun eis: Knecht Jan. Roman. Alleinberechtigte, vom Dichter durchgesehene Uebersetzung aus dem Flämischen von W. Ackermann und N. Rost. — Cherry Kearton: Im Lande des Löwen. Mit 29 Bildern nach Photos des Verfassers. Alleinberechtigte Ueber- fetzung aus dem Englischen von Ernst Müncherath. — Kurt Kluge: D i e silberne Windfahne. Roman.
Die französischen Lusimanöver wegen schlechten Wetters abgebrochen.
Erfolgreiche Fliegerangriffe auf den pariser Flughafen. - Oie Verteidigung unzureichend. — Das Stichwort für neue Aufrüstungspropaganda.
Paris, 31. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Luftmanöoer haben Donnerstag ihren Höhepunkt erreicht mit dem Angriff der von Osten kommenden „blauen Partei" gegen den Pariser Flughafen LeBourget. Trotz aller Vorkehrungen ist es der angreifenden Partei gelungen, die Abwehrlinie zu durchbrechen, so daß der Flughafen Le Bourget von 47 Flugzeugen stark mit Bomben belegt wird. Gegen mittag trugen die feindlichen Streitkräfte einen zweiten Angriff vor, der ebenso wie der erste vollkommen gelang. Ungehört und ungesehen stießen die schweren Bomber plötzlich aus den Wolken hervor, und die kleinen blauen Leuchtkugeln, die in der Luft zerstoben, zeigten an, daß sie ihr Vernichtungswerk systematisch durchführten. Nach dem Urteil der Militärsachoerständigen sind beide Angriffe in vollem Umfange geglückt. Als die Jagdflugzeuge der Verteidiget ausstiegen, um sich auf die Angreifer zu stürzen, hatten diese ihre Arbeit bereits verrichtet und den Rückzug angetreten.
I n der Nacht auf Freitag hat der Luftfahrtminister General D e n a i n infolge der u n - günstigen Witterung — es regnete die ganze Nacht in der Gegend von Paris, und von der Champagne, von wo die angreifenden Flugzeuge hätten starten sollen, werden Stürme gemeldet, — die für diese Nacht vorgesehenen Luftangriffe auf LeBourget abgesagt. Die Flugzeuge der Verteidigungsarmee sind in die Hallen geschoben worden, die Scheinwerfer abgeblendet. Von Freitag sechs Uhr ist wieder Alarmbereitschaft. Im Laufe des Freitagvormittag soll die blaue Partei neue Vorstöße auf Le Bourget versuchen.
Am Freitagmittag finden die großen Manöver
ihren Abschluß. Das endgültige Urteil der Militärsachoerständigen wird aber erst in einigen Tagen zu erwarten sein. Es steht jedoch schon jetzt fest, daß die Luftverteidigungihre Aufgabe nicht erfüllt hat und daß ein geschickt vorgetragener Angriff, zumal wenn er von den Witterungsbedingungen begünstigt wird, alle Aussichten hat, sein Ziel zu erreichen. Der Himmel war am Donnerstag den ganzen Tag mit sehr niedrigen Wolken bedeckt, so daß es den Angreifern möglich war, unbemerkt über den Wolken bis Paris vorzudringen. Erst über dem Flughafen stießen die feindlichen Bomber ganz überraschend aus der dichten Wolkenbank hervor und gingen teilweise bis auf 100 Meter herab. Die Zahl der theoretisch abgeschossenen oder zur Notlandung gezwungenen feindlichen Apparate war verschwindend klein.
Die in Paris ausgegebenen Manöverberichte sind natürlich nach einem ganz bestimmten Schema zurechtgezimmert worden. Auf jeden Fall sollte schwarz in schwarz gemalt und das Stichwort für eine neue Aufrüstungspropaganda gegeben werden. In dieser Tatsache erschöpft sich die ganze Bedeutung.des Manövers in der Luft — und des Manövers der beamteten „Kriegsberichterstatter". Nachdem kürzlich die Verteidigung der Küsten angeblich nicht klappte, so daß ein feindliches Korps landen konnte, reicht jetzt die Luftverteidigung nicht aus. Wie man damals sofort die weitergehende B e - feftigungöer ft ü ft e n forderte, wird man jetzt einer neuen Anhäufung von Kriegs- flugzeugen und Abwehrgeschützen den Weg zu ebnen suchen.
Wettervoraussage.
Die nordwestliche Störung hat sich mit ihren Ausläufern weiter auf dem Kontinent durchgesetzt und an ihrer Südseite verbreitete Regenfelder erzeugt. Da die Luftdruckgegensätze über dem Festlande jedoch nicht mehr so scharf ausgeprägt sind und von Südwesten her sogar langsamer Druckanstieg einsetzt, beruhigt sich die Wetterlage vorübergehend etwas, wenn sie auch noch keinen beständigen Charakter annimmt.
Aussichten f ü r Samstag: Wechselnd be
wölkt mit Aufheiterung, kühl, noch vereinzelte Schauer.
Aussichten für Sonntag: Noch kein beständiges Wetter.
Lufttemperaturen am 30. August: mittaas 16,8 Grad Celsius, abends 9,8 Grad; am 31. August: morgens 11,5 Grad. Maximum 17,5 Grad, Minimum 8,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. August, abends 16 Grad, am 31. August: morgens 14,2 Grad. — Niederschläge 4 Millimeter. — Sonnenscheindauer 51/« Stunden.
REICHSLUFTSCHUTZBUND
Berliner Frühbörse.
Berlin, 31. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Im vorbörslichen Frühoerkehr kamen nennenswerte Umsätze nicht zustande. Man befaßte sich allgemein mit eingehender Diskussion der gestrigen großen Rede Dr. Schachts in Bad Eilsen, in der er als Dor- , aussetzung für die Gesundung der deutschen Wirtschaft und die Wiederbelebung des Welthandels ein mehrjähriges Dollmoratorium und die Herabsetzung der deutschen Auslandsverschuldung auf ein erträgliches Maß forderte. Da an der Börse bereits gestern einiges über den Inhalt der Rede bekannt geworden war, dürfte heute keine einschneidende Beeinflussung der Tendenz durch sie eintreten. Soweit sich bisher übersehen läßt, sind Abgaben über das normale Maß h in aus nichtzu verzeichnen.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Langs, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckeret R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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Bekanntmachung.
In unser Handelsregister, Abteilung A, wurde am 10. August 1934 bei der Firma Gräfin Vera von Ittontö in Gießen folgendes eingetragen: Der Sitz der Firma ist nach Mainz verlegt. 50460 Gießen, den 29. August 1934.
hessisches Amtsgericht.
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In unser Genossenschastsregister wurde am 16. August 1934 eingetragen: Eierverwertungs- genossenichaft Gießen, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht, in Gießen. Gegenstand des Unternehmens ist: 1. die gemeinsame Verwertung der von den Geflügelhaltern des Genossenschaftsbezirks gelieferten Eier und der sonstigen Erzeugnisse der Geflügelhaltung; 2. die Hebung und Förderung der Geflügelzucht. Die Satzung ist am 15. März 1934 festgestellt.
Gießen, den 30. August 1934. 50450
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