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Jugend und Hochschule

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überwinden und manch Unangenehmes muß in Kauf genommen werden, aber wir halten uns stets

In Detmold, wo dieDeutsche Wehr­schaft" als Protest gegen die Unterzeichnung des Versailler Friedensdiktates gegründet worden war, feierte sie in diesem Jahre ihren 15. Vertretertag, der mit einem Reichsschulungslager Der- - ~ r, v tncim

1. Reichsschulungslager der Deutschen Wehrschast

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Als deutscher Student an der neuen Hochschule zu Ankara, ^on B. Kirsten, Gießen.

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Sippenforschung und Schule

Winke und Anregungen.

Von Walter Giebing.

ren gegeben haben.

Schließlich darf noch darauf hingewiesen werden, daß ja die Kinder selbst auch für die biologische Fa­milienkunde ein ausgezeichnetes Material abgeben. Dr. Thysen hat in seiner Untertertia in Varel die Kinder zu einer genauen Beschreibung ihres eigenen Körpers veranlaßt. Er hat dann Körper­abbildungen und Körpermessungen vornehmen las­sen, und ist so ganz von selbst zu dem Begriff der Rasse" vorgedrungen, der vorher nicht gegeben war, und der auf diese Weise den Abschluß des gan­zen Unterrichtsgebietes bilden konnte. Durch die vorangegangenen ahnentundlichen und anthro­pologischen Untersuchungen war bei den Kindern ein gutes Verständnis für die Erfassung der wich- tigsten Rasseunterschiede vorbereitet.

Wenn es so wirklich ein Gebiet gibt, in dem die Schule für das Leben arbeitet, so ist es das Gebiet der Sippenforschung. Durch die Aufstellung der Ahnentafeln werden nicht nur die Kinder selbst zu forschender Arbeit angeregt, sondern das Interesse wirkt fort und weiter auf Eltern und Anverwandte. Auf diese Weise können Ahnen- bestandsaufnahmen in ganzen Dörfern oorgenommen werden. Und so liefert auch die prak­tische Anwendung der Sippenkunde in der Schule mit das Material für die große Ahnen- und Erbbestandsaufnahme des deutschen Volkes die noch auf Jahre hinaus eins der Großziele der Sip­penforschung bilden wird.

kund zu tun.

Unmittelbar vor den Toren der Stadt lag Das geräumige Zeltlager, das mühelos die 500 Aktiven aufnehmen konnte, die sich zum Schulungslager em« gefunden hatten. Das Laaer wurde durch eine feierliche Fahnenhissung eröffnet und Gruppenfüh­rer Dr. Hecker (Straßburger Rormannia, Gießen) mit der Lagerführung betraut. Als erster Schu­lungsvortrag folgte die Rede von Gauredner K t n- kelin (Franko-Bavaria) über das ThemaDurch Sozialismus zur Nation".

Der nächste Tag begann mit einer Ausfahrt nach den Externsteinen. Dies ist eine altgermamsche Kultstätte, an der auch das alte Sachsenheiligtum, die Jrminsult gestanden haben soll. Prof. Dr. Teudt hielt einen interessanten Vortrag, in dem er besonders von der allzu großen Verehrung Karls des Großen abrückte. Anschließend folgte eine kurze Besichtigung der Ruine Falkenburg, die der Wehrschaft in Köln den Namen gegeben hat.

Am Abend fand der große Kommers der Wehr- schäft statt, zu dem sich über 1000 Wehrschafter ein- gefunden hatten. Nach Einzug der Chargen be- grüßte Gauleiter und Staatsrat Florian (Fal­kenburg) die Erschienenen und gedachte des Kamp­es der Deutschen Wehrschaft. Ansprachen folgten von Reichsstatthalter Dr. Meyer (Saxo-Nor- mannia), Staatsminister Rieke, der Gründer der Deutschen Wehrschaft, Landrat Gebbers (Cun-

bria) u. v. a. m. .

Am Pfingstsonntag stieg ein großes Thing, in dem zur größten Freude aller Wehrschafter das freundschaftlicheDu" im Verband eingeführt wurde. Am Nachmittag folgte ein großer Auf­marsch zum Hermannsdenkmal. Angeführt von der Standarte der Deutschen Wehrsckaft folgten die Chargen aller Bünde, alle anwesenden Wehrschaf­ter, Ehrenabteilungen der Reichswehr, der SS., SA., des Arbeitsdienstes, der Landespolizei, der Hitler-Jugend und des Jungvolkes. Am Fuße des Denkmals, dem Symbol der Deutschen Wehrschaft, hielt Reichsstatthalter Dr. Meyer eine zündende Rede. Nach einem Vorbeimarsch vor den Gaulei­tern Florian und Meyer schloß der Tag mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz. Nach einer Ehrung des Wehrschafters Karl Laforce, der am 9. November 1923 neben dem Führer als em- ziger Student sein Leben lieh für Deutschlands Er­neuerung, folgte eine Ansprache von Gauredner K i n k e l i n , in der er sich besonders mit der katho­lischen Kirche auseinandersetzte.

Am Pfingstmontag folgten die Schlußwettkämpfe umdieVerbändsmeisterschaft.MitgeringemVorsprung ging Teutonia Elbing als Sieger hervor. Für die siegende Mannschaft hatte der Ehrenführer Adolf Hitler sein Bild mit eigenhändigem Namen ge­stiftet.

Schulungsvorträge hielten ferner Fregattenkapi­tän Pochhammer (Burgundia) überPhiloso­phie des Kampfes" und Freiherr von Serener überDie Wirkungen der Kriegsgefangenschaft".

Am 22. Mai fand im Lager die Schlußkund- gebung statt. Gemäß dem Wahlspruch der Deut­schen Wehrschaft sollten in diesem Lager die jun­gen Wehrschafter noch wehrhafter, noch treuer und noch deutscher werden.

W. Hanke, Straßburger Normannia, Gießen.

wandt sind. Ein Mädchen ist allein mit elf ihrer Mitschülerinnen verwandt. Aber auch bevölkerungs­politische Tatsachen sind in dieser Ausstellung zum Ausdruck gekommen. Aus der Darstellung der Al­tersschichtung in den 30 Sippen, denen die Mäd­chen angehören, ergibt sich: Heute kommen auf 356 Menschen unter 20 Jahren 538 über 20 Jahren, während früher das Verhältnis umgekehrt war. Das ist ein deutlicher Hinweis auf die Vergreisung unseres Volkes. Schließlich ist auch die K i n d er­frage besonders interessant. In einem Falle hatte die Urgroßmutter 17 Kinder, die Großmutter 6 unh die Mutter des Kindes, das die Ahnentafel anfer­tigte, hat nur diese Schülerin als ihr einziges Kind.

diese Richtlinien bringen zum Ausdruck, daß es : naturgemäß nun nicht das Ziel fein kann, in der i Schule wissenschaftliche Forfchungsmethoden zur 1 Anwendung zu bringen, sondern es handelt sich i erst einmal darum, die Grundbegriffe der i Familienkunde, der Rasseforschung und der Erbgesundheitslehre den Kindern klar zu machen. Der Wert dieser Unterrichtsgegen­stände ist in einem Erlaß des badischen Kultus­ministers Dr. Wacker zum Ausdruck gekommen. Die Sippenerforschung dient nach diesem Erlaß nicht nur zur Stärkung des vielfach geschwundenen Familiensinnes, sondern eignet sich auch in vor­züglicher Weise dazu, die Schüler aller Schularten auf einfache und anschauliche Art in die elemen­taren Grundlagen der erbbiologischen und rasse- kundlichen Fragen einzuführen. Außerdem läßt sich an der Hand der Familienforschung leicht die innige Verbundenheit aller Volksgenossen in Stadt und Land, in Heimat und Fremde zeigen.

Nach den bis jetzt vorliegenden Berichten hat die Einführung der Sippenforschung in der Schule das allerlebhafteste Interesse der Kinder selbst ge­sunden. Es ist gleichsam ein Stück eigenen Lebens, das in die Schule Einzug gehalten hat, und es ist für die Kinder ungleich lebendiger, aus alten Brie­fen und Urkunden der Vorfahren zu ersehen, rote es im vorigen Jahrhundert im Dorf und in der Stadt aussah, als wenn diese Erkenntnisse erst als trocke­ner Lehrstoff vermittelt werden mußten. Es ist auch nicht nur ein Interesse, das dem Strohfeuer gleicht, sondern hier ist für jedes Kind eine Ge­legenheit zu schöpferischer Arbeit gegeben, und ge­rade das hat seine ganz besondere Bedeutung.

Der Wert der Familienforschung wird aber nicht nur durch die Berichte der Lehrerschaft gekenn­zeichnet, sondern er ist praktisch zum Ausdruck ge­kommen in einer ganzen Anzahl von sehr eindring­lichen Ausstellungen, die Schüler und Schü­lerinnen selbst veranstalteten. Eine Mädchenklasse in der Albrecht-Dürer-Schule in einem Vororte von Frankfurt a. M. hat sich dabei besonders hervorge- tan Hier sind den Mädchen Erkenntnisse offenbar geworden, die ihnen fönst für ihr ganzes Leben unbekannt geblieben wären. SO ist durch die Ar­beit dieser Mädchen die Tatsache festgestellt war- den, daß von den 30 Schülerinnen der Klasse 19 durch gemeinsame Ahnen miteinander oer-

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Worten die Idee der Wanderbühne besprochen und hervorgehoben wurde, daß die Wanderbühne auf altem deutschem Boden deutsche Theaterkunst und beste deutsche Literatur verbreiten wolle. Sofort war mit dieser elsässischen Ansprache zwischen Pu­blikum und unserer Gruppe eine Brücke geschlagen: laut lachten die Bauern, und fröhlich lachten die Kleinen, als der Student Wachtel mit Schwalbe imNachtwächter" von Körner seinen Unfug trieb.

Wichtig war es, daß die Zuschauer nach dem Stück sich nicht sofort verliefen. Vielmehr wurden öann bei Wein ober Bier Lieder zur Laute gefun gen, und bas Jungvolk, Bauernbursck unb <5tu= bentin, Stubent unb Bauernmöbel drehten sich erst noch einmal im Dreitakt. Als aber die fröhliche Schar sich gegen Mitternacht verlief, wußte me- manb, wer mehr Freude gehabt hatte, die Schau­spieler ober bas Publikum. v

Die verschiebensten Stücke hatte bie Wanderbühne in dieser Weise aufgeführt. Don Goethe: ,/Die Laune des Verliebtei? unbDie Geschwister . Von Körner:Der Nachtwächter" undDer Ketter aus Bremen". Don Kleist:Der zerbrochene Krug unb mehrere Schwänke von Hans Sachs.

Goethes liebliches Sesenheim, Marlenheim unb Norbheim, Westhofen unb Lützelstein, Ingweiler unb Venbenheim, Schirmeck unb manch anbere Ort­schaft werben sich noch lange ber frifch-fröhlichen Aufführungen dieser jungen deutschen Studenten erinnert haben. _ ,

Es fiele aus dem Rahmen dieser kurzen Darstel­lung, bie vielen guten Kritiken aus damaligen elsässischen Zeitungen, die just vor mir liegen, wie- derzugeben. Auch sei nur kurz erwähnt, daß die Straßburger Studentische Wanderbühne schon auf der SonderausstellungDer Student" der Inter- nationalen Buch- und Gewerbeausstellung, der Bugra" in Leipzig, 1914, einen mächtigen Sam­melrahmen mit Bildern und Plakaten ausgestellt hatte.

Am Ende des dritten Semesters bestand unser Trüpplein aus 12 Damen unb 24 Herren, bar­unter mehreren Altelsässern. Im Straßburger Stubentenleben waren wir bie erste Organisation, in ber Stubent unb Stubentin in froher, begeister­ter Arbeit zusammen wirkten. Unb daZucht unb Sitte" auf unferm Dagantenprogramm standen, konnten Lästerzungen uns nichts anhaben.

Unser Vorbild erregte aber auch in anderen Uni­versitätsstädten bie Lust zur Nachahmung. So hat­ten aerobe vor dem Kriege München, Freiburg, Marburg, Gießen und Heidelberg eine Wander­bühne gegründet.

Zwei junge Straßburger Drivatdozenten für Germanistik waren als außerorbentliche Mitglieder für unsere Wanderbühne gewonnen worden: Hans

ermüdlicher Hingabe unserm Trupplem zur ^Ver­fügung stellte. Tagsüber faßen bieKünstler im Colleg unb schöpften Weisheit aus allen Fakultäten. Abends trafen wir uns in einer großen, leeren Stube. Da würbe soviel geprobt unb gemimt, bis unser Regisseur sagte:So, Kinber, nun können wir auftreien!"

Dann fuhren zwei Stubenten auf bas Dörflern, in bem gespielt werben sollte: ber Katholik zu Hochwürben, der Protestant zum evangelischen Pfarrer und trugen den Herren unsere Ideen vor. Meistens freuten'sich auch die Pfarrherren über ben frischen Wind, ber ihnen da aus dem Dolklem entgegen wehte, und sie sprachen am kommenden Sonntag ein warmes Wort für bie Sache von ber Kanzel auf bie Gläubigen herab. Große knall- bunte, künstlerisch entworfene Plakate würben an Scheunentoren unb Telegraphenstangen angeklebt, unb ber ©emeinbebiener ging zweimal durch den Ort unb vertünbete mit Schellengeläut undEs wurde b'kannt g'macht . . . die bevorstehende ^Äm^Aufführungstage kam das Dagantenvolkchen im Ort an, zumeist schon von der ganzen Kinder- schar am Bahnhof jubelnd begrüßt. Nahe Ortschaft kn wurden zu Fuß ober im grün bekränzten Thespiskarren erreicht, weltabgelegene per Bahn unb oft bann noch mit einer Fußwanderung.

In bem bazu ausersehenen Gasthaus würbe mit einfachen Mitteln eine kleine Strlbubne hergenchtet, wobeiPrima bonna" unbErster Liebhaber froh' lich halfen. DerBonvivant" schwang sich! dann nachmittags in buntem Kostüm nach größerem Borbild auf einen gemieteten Gaul unb ritt blasenb unb in elsässischer Mundart kleine Reben haltend burch bas Dörflern, von alt und jung be ar$arn» »and« -uma, im Am iana ihrer Tätigkeit, manchmal etwas mißtrauisch ausgenommen, und verdrießliche.

wollten sie kurzerhand mitSchdudenteplahn. ab tun- Aber eine einzige Ausführung »«-USt- meist, um die Truppe in der ganzen Gegend bekannt zu machen Die Bittschreiben der Nachbar gemeinden 7m -inen baldigen Besuch hausten sich mehr und

^Der Eintritt zur Deckung der Unkosten belief sich nie hoher al- 30 bis 40 Pfennig für Erwach, lene " für Kinder di- Hälft-. Daneben rourden billig- gute Bücher im R-klam- und Fifcher-B-r. lag mit viel Erfolg abgesetzt. . .

Lange vor der Aussuhrung war der Saal dicht aetüllt Dann schellte es, und es wurde still rote , K einer Kirch- Bor dem Vorhang hielt ich nun ch- Th-aterdir-ktor" in elsässischer Mundart -m- , kurze' Ansprache, in der mit drastisch.srohlichen

vor Augen, daß hier drautzen jeher einzelne viel er» reichen kann und im Sinne Adolf Hitlers für Deutschland arbeiten kann, denn die Studenten, die heute hier in Ankara sind, werden in nur wenigen Jahren die Führer des Landes sein. Ehe ich schließe dies alles verdanken, ohne ben die Hochschule in Ankara dies alles verdanken, ohne den die Hochschule ini ein Nichts wäre, auf Herrn Geheimrat Falke, der von uns allen und wie sich gegeigt hat, als die türkischen Studenten ihn beim Eröffnungsball auf den Schultern im Triumph durch ben Saal trugen, auch von unseren Kollegen in gleicher Weise hochverehrt wirb. Nur seiner Zähigkeit, Energie unb von morgens bis spätabenbs angespannten Tätigkeit verdanken wir es, daß hier mitten in Kleinasien ein Bollwerk deutscher Kultur entstanden ist. Wir wollen hoffen, daß es unter feiner Leitung noch reckt lange zum Wohl und Nutzen unferes Vaterlandes be- stehen wird.

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gekommen. An Berghangen muhten 8eb«5W ' Lauern und Bäuerinnen ,n saurer Arbeit W>r hatten uns gefragt, °b wohl diesen °ll°ststch°n Landsleuten so fernab von Stadt und Kultur oer Name unserer lr-utfch-n Klassiker überhaupt be- könnt sei und bezweifelten das beide. 2ßtr unte » hieften uns auf dem Heimweg mit Kleinen und Sn auf gut Elsäsfevditsch und stellten fest, daß Goethe und Schiller häufig noch nie g-hort-i oder länost wieder vergessene Namen waren. D

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deutsche Schlager, schwärmt der türkische Student. Wenn wir ihnen deutsche Volkslieder zur Laute Vorsingen, hören sie wohl andächtig zu, klatschen be­geistert Beifall, bitten dann aber doch, einen deut­schen Schlager zu singen. Sie sind dann sehr ent­täuscht, wenn sie hören, daß man diese zur Laute nicht fingen kann. Hohe Wellen schlägt oft die poli­tische Aussprache. Für unser neues Deutfchland zei­gen unsere Kollegen zunächst leider wenig Interesse und Verständnis. Sie sind größtenteils französisch, die von Cypern kommenden englisch beeinflußt. Wir bemühen uns natürlich nach Kräften hier für beut«

Die Verbindung zwischen allen Gebieten der Sippenkunde und der Schule ist durch den Reichs- minister des Innern Dr. Frick in feinen grund­sätzlich bedeutsamen Richtlinien hergestellt worden, in denen gefordert wirddurch Einführung in die Grundbegriffe der Familienkunde und durch An­leitung zu Aufzeichnungen über die eigenen Vor­eltern wertvolle Anregungen zu geben". Schon

Naumann nebst Frau, bie wir zu unferm künstlerischen Beirat" gewählt hatten, unb Ernst Stäbler, ber Gelehrte unb Lyriker.

Am Montag vor Kriegsausbruch trafen sich die Mitglieder ber Wanderbühne in bem behaglichen Gasthaus zur Krone" in Kork bei Kehl in Baben. Die Feier sollte mehr sein als nur Semefterschluß- afforb: sie war die letzte Zusammenkunft aller Mit­glieder! Wenige Tage danach zerstörte ber Krieg auch biefe schöne, erfolgreiche Arbeit. Hans Nau­mann erzählt von biefem unvergeßlichen Tag in feinem Stadler-Büchlein') wie folgt:

Ein Abenb wirb allen, bie ihn erlebten, unoer- geßlich fein: Montag vor Kriegsausbruch. Fern von Straßburg in später Stunbe bie kleine Gesell­schaft in einem Dorfwirtshaus. Der brohenbe Krieg war burchaus schon ber Grunbton ber Stim­mung, Abschiebsgefühle unb Gefühl ber plötzlich un- gewiß geworbenen Zukunft einer ganzen schönen jungen Welt. Die Lampen waren verlöscht, unb nur der phantastische Schein ber bort beliebten Feuerzangenbowle, bie Ernst Stäbler selber soeben sachverständig unb geschickt bereitete, flammte auf und ab. Da trug einer es war ber kleine Schrei­ber Licht aus bemZerbrochenen Krug" aus dunkler Ecke unaufgefordert unb wie auf eine Ein­gebung Stäblers GedichtDer Aufbruch", bas fei­nem Buche ben Namen gegeben hatte, langsam und feierlich vor: diesen fabelhaften, fampf- unb aben­teuerfrohen, welt- unb fonnefeligen, todestrunkenen Kriegsgefang:

Einmal schon haben Fanfaren mein ungeduldiges Herz blutig gerissen,

Daß es, aufsteigend wie ein Pferd, sich wütend ins Gezäum verbissen.---"

Am Tage der Kriegszustandserklärung 1914 tra­fen wirDirektoren" uns gerade in Heidelberg. Dort fanden wir aber den Kollegen, einen Vize- Wachtmeister der Reserve, schon beim Kofferpacken, und wir trennten uns sofort wieder mit einem Auf Wiedersehn nach bem Kriege!"

Aber nur wenige von uns finb am Leben ge­blieben. Wir alle eilten unter bie Fahnen zum Kampfe um unser geliebtes Elsaß. Im Osten und Westen unter fremder Erde liegen viele der alten Freunde.

Ernst Stadler fiel als einer der ersten. Dor allem er hatte ja längst erkannt, daß man im 20. Jahrhundert ein Land und ein Volk nur noch mit kulturellen Mitteln gewinnen und erobern kann. Unb bann hatte unsere Wanderbühne ihre Haupt­aufgabe erblickt.

i) Ernst Stadler. Worte zu seinem Gedächtnis von Hans Naumann, Alfr. Rich. Meyer Verlag, Berlin-Wilmersdorf, 1920.

In einer anderen Ausstellung, bie in Meersburg am Bodensee von Schulkindern veranstaltet wurde, kam der ganze Kulturreichtum unserer Vor­fahren zum Ausdruck. Hier in diesem gesegneten Flecken Erde haben die Kinder auf Böden unb in Winkeln alte Urkunden "gefunden und hervorge- holt, bie sonst verstaubt und achtlos verkommen wären- Da sind Kaufakten, Zunftbriefe und Frei­kaufbriefe aufgefunden worden, die auch dem Kinde ein fesselndes Bild der Vorzeit und Dorfah-

Viel ist in der letzten Zeit über die neue unter deutscher Leitung stehende Hochschule zu Ankara geschrieben worden. Wenn ich es trotzdem wage, mich mit diesem Thema zu befassen, geschieht es, weil ich es unter ganz anderen Gesichtspunkten be- trachten will, unter dem Gesichtspunkt eines deut­schen Studenten unter türkischen Kollegen.

Eine halbe Tagereise von ' Ankara, die neue Hauptstadt ler von Professor Weygand.Leipzig bin ich im letzten Sommer an die neue Hochschule gekommen, die hier neben vielen anderen Riesenbauten auf Anordnung des Gazis Kemal Pascha entftan- den ist. Dor dem Weichbild der Stadt gelegen, fällt die Hochschule durch ihre kolossalen Ausmaße sofort in die Augen. Einen großen. Teil des Gebäudekom­plexes, der alle für eine landwirtschaftliche Hoch­schule nötigen Institute umfaßt, nimmt das Studen­tenheim ein. In diesem Studentenheim leben augen­blicklich über 300 Studenten. An den sonstigen tür­kischen Verhältnissen gemessen, muh ich sagen, daß der türkische Staat hier für feine künftigen Führer aufs Beste gesorgt hat. Das Leben läßt sich natür­lich nicht mit unserem schönen deutschen Studenten­leben vergleichen, es herrscht ein strenger Kaser­nenbetrieb. Zweifellos ist dies für die Türken das

der mit einem R e i ch s f ck u l u n g s l a g e r i bunben war. Ganz Detmold stand zu Pfingsten Zeichen ber Deutschen Wehrschaft, im Zeichen deutschen Studenten im Braunhemd. Aus allen Teilen Deutschlands, von ber Ostmark, von Bayern, von der Saar unb selbst aus bem bedrängten Oesterreich waren sie gekommen, um in Detmold ihre Verbundenheit mit ihrem Ehrenführer Adolf Hitler

«4?" t l , | Art und Sitte zu werden unb bie türkischen Kollegen mit bem Wesen unb Ziel unseres großen .berTürkei. Al- Schu. | Führers vertraut zu machen. Ts ist f-hr zu be- bauern, baß wir hier nur secks beutfche Stubenten inb. Es gibt hier wohl viele Schwierigkeiten zu

Beste, kommen boch bie Stubenten nur zum aller­geringsten Teil aus Istanbul unb ber europäischen Türkei; bie meisten stammen aus bem Innern bes ßanbes, bas erst in ben letzten 10 Jahren bank ber angestrengten Tätigkeit bes Gazis mit europäischer Zivilisation vertraut gemacht ist. Doch nun will ich Tatsachen sprechen lassen.

Ein schrilles Pfeifen weckt mich aus tiefem Scklas. Ich erwache unb muß mich erst in bie Wirklichkeit hineinfinben. Ich schlafe mit einer Anzahl türkischer Kollegen in einer der Schlafkojen des türkischen Studentenheims der neuen Hochschule zu Ankara. Auf zwei Stockwerke verteilt, gibt es im ganzen 32 Kojen, die alle besetzt finb. In sechs biefer Kojen schlaft je ein beutfdjer Student. Es bleibt keine Zeit zum Ueberlegen, ein zweiter Pfiff ertönt unb nun stürzt alles in Sporthose und Turnschuh, unb bann geht es eilig auf den geräumigen Dachgarten bes Heimes zur Morgengymnastik. Unter Leitung des hiesigen Lektors für Sport, Riedel, wird alle Müdigkeit aus den Gliedern vertrieben. Uns deutschen Studenten bringt diese Morgengymnastik sehr oft noch eine andere Ueberraschung. Können wir doch oft die fabelhaften Farbenspiele der ausgehen­den Sonne auf den kahlen Felsenretten ber vor uns liegenden anatolifchen Hochebene bewundern, oder wir sehen ein riesiges Nebelmeer, aus dem hier und da kleine grüne Inseln hervortauchen, gleichfalls ein phantastischer Anblick. Aber es ist keine Zeit zum Träumen. Punkt 7 Uhr wird gefrühstückt. Leider oder vielmehr Gott sei Dank haben wir cs immer noch nicht gelernt mit der Morgentoilette so schnell fertig zu werden wie unsere türkischen Kameraden. Die Waschgelegenheiten sind sehr ordentlich, es gibt sehr viele Waschbecken, Duschen usw. Punkt 7 Uhr geht es ins Erdgeschoß in ben Speisesaal zum Frühstück. Dieser Speisesaal, ber gleichzeitig als Versammlungsraum bient, fast bequem 300 bis 400 Personen. Ueber die türkische Speisekarte zu spre- chen würde zu lange aufhalten, da eine deuftche Haufrau ohne Einführungskolleg dock kein Der- ständnis dafür aufbringen kann. Von 8 bis 11 uyr sind Vorlesungen, die der türkische Student unent­schuldigt nicht versäumen darf. Nach dem Mittag- essen das um 12 Uhr eingenommen wird sind wie­der Vorlesungen. Um 6 Uhr wird zu Abend gegessen Darauf haben sich die türkischen Studenten in die Arbeitsräume zu begeben. Auch der Aufenthalt in diesen Räumen ist Pflicht- Natürlich werden sie nicht ausschließlich zum Arbeiten benutzt. Sehr oft wird hier musiziert, alte Volkstänze werden vorgefuhrt, ober aber bie türkischen Studenten tanzen unters- - ander nach Schlagern. Für Schlager^befonders^fur

Die Straßburger studentische