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Nun fällt mir manches wieder ein!" Bernd Das Mädchen lachte. Der feit Tagen im Hirn r • it i....._____ __11 _ t. . t. aIm-amS a t mnr mio mortrtt» n In 1P H (‘ntP tnOlllP
Nachdruck verboten!
17. Fortsetzung.
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satz „Das Hochmoor im _ o tätsgarteninspektor i. R. R e h n e l t, Gießen, in Nr. 21 der „Heimat im Bild" vom 24. d. M. wurde der Förster Troll er von Rudingshain als vor einer Reihe von Jahren verstorben bezeichnet. Wie uns von einem Enkel des Genannten, Herrn Lud-
bohrende Schmerz war wie weggeblasen. Sie wollte gerade ein wenig heiter antworten, da wurde sie plötzlich kreidebleich. Ihr Kinn sank auf die Brust. Aus den schönen Augen leuchtete Angst — Ent»
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Caßler erzählte von seiner Unterredung mit Rake- nius. .. seine Stimme vibrierte, als er mich fragte, ob ich Sie liebe. Und ich — ich habe bejaht — bejahen müssen, Ellen Ehlers! Verstehen Sie?! Nahm ich Ihnen damit etwas? Ihm etwa? Ach — es war ja damals und vielleicht auch noch heute so in mir, wie ich es" sagte."
Fälschlich tot gesagt. In dem Aus» " ' ' Vogelsberg" von Universi-
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Und nun, Ellen?
Vornan von Käthe Mehner.
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.)
fügte er hinzu: „Richt falsch verstehen! Mein Herz wird schweigen, aber nur dann, wenn es die Zweifel überwindet."
„Welche Zweifel?"
Ganz matt, ganz krank kam es aus Ellens Munde.
„Seit Tagen sind Sie krank, Ellen Ehlers... Sie schleichen nur noch durch das Leben. Muttchen Zimmermann macht mich täglich darauf aufmerksam. Sagen Sie mir..." Er machte eine Pause und vollendete dann mit abgewandtem Gesicht: .Sagen Sie mir — es ist wegen dieses Mannes, ber — Sie neulich Abend am Kino erwartete?
Das Mädchen war zusammengezuckt. Röte und Blässe wechselten in ihrem Gesicht.
„Das ist Ihr Zweifel? Bernd Caßler!
Ja!, Ellen! Ich kann nicht anders. Sehen Sie, ich" erhoffe ja nichts. Nur — ich will der einzige jein, der Ihnen helfen darf!"
Ein hörbares Atmen. Ein leichtes Senken des schönen Kopses.
Eine Welt häßlicher Erinnerung wurde in Ellen wach, die dann ernst und fest die Begegnung mit 5)olm und dessen Verhalten schilderte.
Teilnahmsvoll und mit wachsender Erregung hatte Bernd Caßler zugehört.
Als er bei der Schilderung des seltsamen Unglücksfalls ein überraschtes Gesicht machte, stockte ^hre tränengetrübte Stimme schwang noch ein Weilchen im leeren Raum, dann fragte sie nervös:
Sie sind überrascht, Bernd Caßler? Tut Ihnen das weh? Ach, verstehen Sie doch nur. Ich weiß, daß es Sünde ist, wenn ich auch nur einen Augenblick lang an eine feste Bindung mit Doktor von Rakenius denken würde. Aber — ich bin ganz offen zu Ihnen — ganz offen — ich hebe ihn noch im$eernb Cahiers Lippen zitterten. Ein Schauer überrieselte seinen Körper. Es war das Blut, das
graben seltsamen
ihn noch?" kam es wie ein Echo
^Sekundenlang kämpsten 'N Caßler Achtung — und Liebe zu diesem schonen Mädchen. Es war kein Zweifel. Die Liebe siegte, doch der Verstand hielt das arme, sehnsüchtige Herz zuruck.
ei* aehöre nicht zu den Männern, die als ein^n Beweis der Existenz der Liebe immer nur die körperliche Gemeinschaft anfuhren. &ebe — was wissen wir Menschen von dem wahren Wesen der Liebe? Rein! Wir wollen nicht untersuchen. Sie sagten einmal zu mir in einer meiner törichtsten Stunden: ,Die stärkste Liebe ist die, die verzichten
Er würgte trocken, als wollte er hastig zwischen Kauen und Schlucken sprechen.
Oie Rahmpreise im Verbandsgebiet des Mischversorgungsverbandes Rhein-Main.
Von der Landesbauernschaft Hessen- Nassau gehen uns die folgendes Aussührungs- und Ergänzungsbestimmungen zu der Anordnung betr. die Festsetzung von Rahmpreisen im Verbandsgebiet des Milchversorgungsverbandes Rhein- Main vom 24. Februar 1934 zu:
Zu I Ziffer 1 bis 4. Die Abgabe in Mengen bis zu 1 Liter muß in Flaschen zu den festgesetzten Preisen erfolgen.
Zn IZiffer 3 und 4: Bei Abgabe an Groß- Verbraucher beträgt der Preis für
die nicht durch Vergeßlichkeit und Nachlässigkeit ent- t schuldigt werden. !
Pflicht eines jeden Betriebsführers ist es, unoer- i züglich seine Anmeldung im Reichsverband der Deut- i scheu Artistik, Berlin NW 7, Schiffbauerdamm 15, < zu tätigen. Die Inhaber eines artistischen Betriebes nach § 33a wollen sich an die Bezirksstelle XI Main- s Pfalz unter Angabe, ob arisch oder nichtarisch mel- i den (Frankfurt a. M., Bleichstraße 57). 1
Zirkus Busch baut auf
Höchst ungewohnter Anblick: Wer heute gegen 8.45 ■ Uhr die Neuen Bäue nach dem Theater zu hinauf ' -ging, konnte hinter einem eilfertig zum Ludwigs- platz ratternden Motorlastzug die in gemessenem 1 Tempo wuchtig dahinwandelnde Masse eines indischen ■ Elefanten auf der Straße auftauchen sehen. Die Buben, die in der Frühstückspause an den Fenstern des Gymnasiums standen, werden ihren Spaß gehabt haben. Die Sache ist die: heute morgen ist der Wanderzirkus I. Busch, von Marburg kom- , menb, auf dem hiesigen Güterbahnhof zu seinem . bereits angekündigten Gießener Gastspiel eingetroffen. Alsbald nach der Ankunft des großen und ■ vielgliedrigen Transportes begann die Ausladung und wenig später auch ein reger Pendelverkehr mit Autos und Traktoren zwischen dem Bahnhof und dem Trieb, wo heute abend die erste Vorstellung stattfindet. Der Elefant, den wir mit wedelndem Schwanz und klappenden Ohren, den eingeborenen Lenker auf dem Nacken, zum Ludwigsplatz marschieren sahen, war ein Arbeitselefant, der beim Ausbau des großen Zirkus ebenso mitzuwirken hat wie abends in der Vorstellung.
Auf dem Trieb begann eine auf jahrelange prak- tische Erfahrung gegrünbete wohlorganisierte Arbeit, biß mit dem Aufbau des großen Vorführungszeltes ihren Anfang nahm. Heute mittag wird alles fertig dostehen, unb wenn das Wetter günftia ist, wird man auch einen festlichen Umzug durch die Hauptstraßen der Stadt zu sehen bekommen mit Reitergruppen, Artisten im Kostüm, mit exotischen Tieren und farbigen Menschen — ein Schauspiel für groß und klein. Wenige Stunden noch — und das Spiel kann beginnen.
Regelung der Polizeistun». für Eisdielen, Tnnkhatten und Getrankewagen
Die Polizeidirektion Gießen teilt folgendes mit:
Das Hessische Staatsministerium, Ministerialab- teilung la (Polizei) hat nach Anhörung der beteiligten Verbände auf Grund des § 14 des Gast- ftättengefetzes vom 28. April 1930 zufolge Verordnung über die Regelung der Polizeistunde für Eisdielen, Trinkhallen und Getränkewagen folgendes bestimmt:
Der Beginn der Polizeistunde wird für Speisewirtschaften, welche sich auf die Abgabe von Speiseeis einschließlich der dazu gehörenden Eiswaffeln unb Früchte zum sofortigen Genuß an Ort unb Stelle beschränken und auf die Abgabe anberer Waren ausnahmslos verzichten, auf 24 Uhr festgesetzt
Für alle Betriebe, welche sich nicht aus bie Ab- । gäbe von Speiseeis nebst den dazu gehörenden Eiswaffeln und Früchten zum sofortigen Genuß an Ort unb Stelle beschränken, fällt ber Beginn ber Polizeistunde mit ber Zeit bes allgemeinen Ladenschlusses (19 Uhr) zusammen.
Der Beginn der Polizeistunde für Trinkhallen und Getränkewagen wird für die Zeit vom 1. April bis zum 30. September auf 22 Uhr, im übrigen auf die Zeit des allgemeinen Ladenschlusses (19 Uhr) festgesetzt. . _ . n
Wer als Inhaber einer Eisdiele, einer Trinkhalle oder eines Getränkewagens oder als Vertreter des . Inhabers duldet, daß ein Gast über die gemäß 88 1 und 2 festgesetzte Polizeistunde in dem Betrieb ' verweilt, wird gemäß § 29 Ziffer 7 des Gaststätten- [ gesetzes vom 28. April 1930 (RGBl. I S. 146) mit : Haft und mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder einer dieser Strafen bestraft. Die gleiche Strafe , hat gemäß § 29 Ziffer 6 a. a. O. zu erwarten, wer
Das Mädchen wurde nachdenklich.
„Ich ahne, warum! Weil mir heute morgen Di- rettor Donnert meine Aushilfsstellung fristlos
, kündigte." _ £
Der Mann fuhr erschrocken auf.
„Ellen! Das nehmen Sie an?! Glauben Sie, daß ich Donnerte vermeintliche Grunde als bare Münze nehme? Meinen Sie, ich zweifle an Ähren Angaben, daß Donnert Sie mehr als einmal be- heiligte? Nein, nein! Es ist etwas anderes. Ich Möchte gern schweigen darüber!"
Caßlers kluge Augen hatten jetzt einen beinah wilden Ausdruck, vor dem das Mädchen zuruckwich.
Warum überfiel sie Bernd Caßler gerade mit feinen Zweifeln? Warum diese versteckten Andeutungen?^^ sollte doch den Mut finden zu einem offenen Wort... ,
Sie dürfen nicht schweigen, bitte nicht. Steht denn nur alles gegen mich, alles? Auch Sie, Bernd Caßler? Sprechen Sie doch schon! Was Hobe ich ^Ein MsÄ"°ü- leidumflorten Augen. °u- den unergründlichen Tiefe der reinen MÄch-nf-e^
„Ellen Ehlers!" Der M°nn war tl-stnner.ck> er- fthrotfen Warum sprachen Sie nie so zu mir. Erst jetzt?" Die Worte hasteten aus Caßler heraus.
Erst jetzt?!" Gequält wiederholte Ellen die letzten Worte. -Warum saaen Sie das? Danut begrenzen Sie einen Zustand. Welchen
Den des Vertrauens, des gegenseitigen -oer
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Der Beauftragte des Reichskommissars für die Milchwirtschaft für ben Milchversorgungsver- banb Rhein-Main.
gez. Birkenholz.
Erhöhung des Echnialzzusatzes für Margarine.
Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat im Interesse einer vermehrten Versorgung des Inlandes mit Fetten aus heimischer Erzeugung und zur Belebung des Schweineabsatzes den Hundertsatz für neutrales Schweineschmalz, das Margarine und Kunstspeisefett beizumifchen ist, für die Monate Juni und Juli von 12V2 auf 15 Prozent erhöht.
Gietzener Wochenmarktpreise.
Gießen, 29. Mai. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter das Pfund 140, Landbutter 130 bis 135, Matte 20 bis 25, Käse das Stück 4 bis 10, Eier Klasse S 10S, Klasse A 10, Klasse B 9/2, Klasse C 9, Klasse D 8, gelbe Rüben das Bund 20, Spinat das Pfund 10 bis 12, Römischkohl 12, Bohnen, grün, 30 bis 35. Spargel 35 bis 40, Erbsen 25, Zwiebeln 15, Rhabarber 8 bis 10, Kartoffeln, alte, 3% (Zentner 320 bis 330), Aepfel 20 bis 30, Kirschen 30, Erdbeeren 60 bis 70, Tauben das Stück 50, Blumenkohl das Stück 50 bis 55, Salat 3 Stück 20, Ober-Kohlrabie 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Radieschen das Bund 8 bis 10, Wirsing Pfd. 15 Pf.
An dieZnhaber der Varietes, Theater, Kabaretts, Singspielhallen, Zirkusse.
Der Reichsverband der Deutschen A r - t i st i k e. V. gibt folgenden dringenden Appell bekannt:
Eine Reihe von Betviebsführern der nach § 33a konzeffionspflichtigen Varietes, Kabaretts, Singspielhallen und Zirkusse haben bis heute ihre Anmeldung hn Reichsverband der Deutschen Artistik unterlassen. Die Bezirksleitung des Verwaltungsbezirks XI Main-Pfalz macht darauf aufmerksam, daß die Nichtanmeldung eines artistischen Betriebes nach §33a für den Betriebsführer Folgen noch sich ziehen kann,
wig Repp in Halberstadt, mitgeteilt wird, beruht diese Angabe auf einem Irrtum des Verfassers, und wir freuen uns, berichtigend mitteilen zu können, daß Herr Förster T r ö l l e r als fast ^jähriger in körperlicher und geistiger Frische sich seines Daseins erfreut. Er wohnt, wie man uns mitteilt, feit feinem Eintritt in den Ruhestand in Lauter (Kreis Gießen), und wenn es wahr ist, daß fälschlich Totgesagte ein besonders hohes Lebensalter erreichen, dann dürfen mir heute Herrn Förster Tröl- I e r, der übrigens glücklicher Urgroßvater ist, noch viele Jahre eines gesegneten Lebensabends wünschen.
** Regimentstreffen der 13er H u - saren in Frankfurt a. M. Am 9. und 10. Juni 1934 findet eine Gedenkfeier aus Anlaß der 120. Wiederkehr des Tages der Gründung des ehemaligen Husarenregiments, König von Italien (I. Kurheff. Nr. 13) in Frankfurt statt. Die Festfolge sieht am Samstagnachmi ttag einen Kameradschaftsabend, am Sonntagvormittaa eine Gefallenen « Gedächtnisfeier am Ehrenmal auf dem Königsplatz und anschließend eine Paradeaufstellung und einen Vorbeimarsch vor. Der Nachmittag wird einem Sommerfest gewidmet fein.
** Straßensperre. Wegen Ausführung von Brückenumbauarbeiten wird Die Provinzialstraße Muschenheim — Treis-Münzenberg vom 4. Juni 1934 ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Hof-Güll und Eberstadt.
Ellens Gesicht war hellste Erregung und Spannung, verschloß sich aber gleich wieder in leichter Traurigkeit.
„Und trotzdem nahm er Ihren Reklameentwurf?
„Jetzt werden Sie stolz und eitel, Ellen Ehlers. Das kannte ich an Ihnen noch nicht. Sie lachen — Nun, es ist so! Doch wir wollen nicht hadern, daß er den Entwurf nahm. Ich habe Vorteil aus Ihrer Schönheit und — wie ich erst jetzt erkenne — auch aus Ihrer Bekanntschaft mit Doktor von Rakenius gezogen..."
lieber alle Schwere dieser Stunde hinweg lächelten sie beide.
„Und Sie werden wieder Vorteile daraus ziehen, Bernd Caßler, denn er hat Ihnen ja schon wieder einen Auftrag in Aussicht gestellt."
„Vorteile in erster Linie für Sie, Ellen. Für Sie... Sie gehen zugrunde, wenn das so weiter geht. Aber nun ist doch alles viel leichter für mich. Erst jetzt kann ich ja alles verstehen. Rakenius? Ja! Rakenius ist doch ein Mensch. Er hat so wunderbar gütige Augen. Aber — erschrocken war ich, als ich den Wüstlina sah, den Sie Holm nennen. Ich sah ihn überdies neulich am Abend wieder in nächster Nähe des Lichtspielhauses, und zwar in Begleitung eines fremd aussehenden Mannes. Ich weiß nicht — unheimliche Menschen!"
Ellen dachte an den dunkelhaarigen Begleiter Holms vor einiger Zeit. Es würde derselbe gewesen jein. In einer merkwürdigen Gedankenverbindung aber erkannte sie auch gleichzeitig das Bild von Frau von Rakenius wieder.
„Sie haben vielleicht auch an dem Abend die Dame gesehen, die in das weinrote Kabriolett stieg, Bernd Caßler? Es war — seine Frau!"
„Doktor von Rakenius' Frau?" Mit einer für Ellen unverständlichen Wichtigkeit wiederholte Bernd Caßler.
„Das überrascht Sie?"
„3a! Darin sehe ich jetzt klar. Die Frau hat Ihnen absichtlich den Auftrag gegeben, Ihnen das Trinkgeld absichtlich angeboten. Frauen sind berechnend. Ich kenne sie."
„Das belustigt mich, daß Sie Frauen kennen wollen!"
Ellen lächelte.
„Belustigen... Hoffentlich wird es nicht bitter ernst. Gewiß, jeder Mann prahlt damit. Doch nicht im Umgang mit Frauen lost sich einem das Problem Frau. Mehr vielleicht aus der distanzierten Beobachtung."
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Kleinverbraucher
Ein Jahr Zuchthaus
für einen schweren Einbrecher.
LPD. D a r m ft a b t, 28. Mai. Von dem Bezirks- schöffengericht wurde der oftmals vorbestrafte Karl Bormuth aus Bürstein wegen schweren Dieb- stahls im Rückfall, er war am 1. März in der Bensheimer Holzwarenfabrik und am 3. März in dem Verwaltungsgebäude des Bensheimer Gas- und Elektrizitätswerkes eingebrochen, zu einem Jahr Zuchthaus verurteilt. Wegen Hehlerei erhielt ein Ehepaar, bei dem Bormuth gewohnt und dem er einige der gestohlenen Gegenstände geschenkt hatte, 2 Monate bzw. 2 Wochen Gefängnis.
als Gast in einem der in §§ 1 und 2 genannten Betriebe über die festgesetzte Polizeistunde hinaus verweilt, obwohl der Inhaber ober dessen Vertreter oder ein Polizeibeamter ihn aufgefordert hat, weg- zugehen.
Die Verordnung über bie Regelung der Polizeistunde für Eisdielen, Trinkhallen und Getränkewagen vom 31. Mai 1933 (Reg.-Bl. S. 143) und die Bekanntmachung, die Aenderung der Verordnung über die Regelung der Polizeistunde für Eisdielen, Trinkhallen und Getränkewagen vom 31. Mai 1933 betretend, vom 19. Juli 1933 (Reg.Bl. S. 174) werden aufgehoben.
Die Beamten sind angewiesen, auf die genaueste Einhaltung dieser Verordnung zu achten und gegen Zuwiderhandelnde unnachsichtlich mit Strafanzeige vorzugehen. Die vorstehende Verordnung ist bereits seit 23. dieses Monats in Kraft.
^iimou^en.
— Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 20 bis nach 22.30 Uhr, „Langemarck". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „So ein Flegel". — Zirkus Busch, 20.15 Uhr, Volkshallenplatz, Eröffnungs-Vorstellung.
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute abend als 32. Vorstellung im Dienstag-Abonnement Wiederholung des Schauspiels: „ßangemard, der Opfergang der deutschen Jugend", Schauspiel in sechs Bildern van Kahn und Mvnato; Spielleitung: Karl Löser.
— Das 2. Konzert unserer Reichswehrkapelle in der Reihe der Militärkonzerte auf der Bergschenke findet am morgigen Mittwoch, 30. Mai, statt. (Siehe heutige Anzeige.)
— Der Marineverein e. D. Gießen veranstaltet am kommenden Donnerstag, 31. Mai, 20 Uhr, im Cafe Leib, eine Skagerrak-Gedenkfeier. (Siehe heutige Anzeige.)
— Die Reichsgemeinschaft deutscher Hausfrau en, Ortsgruppe Gießen (Hausfrauenberatung) veranstaltet am morgigen Mittwoch einen Vortragsabend, in dem Frau Luise C r e u tz (Wiesbaden) über „Die hauswirtschaftliche Lehre" und „Das Anlernjahr für junge Mädchen" sprechen wird. (Siehe heuttge Anzeige.)
*♦ Verkehrsunfall. Am vergangenen Sonntag stürzte der 25jährige Student Erwin K ö b e I von Gießen an der Unterführung der Frankfurter Straße bei Klein-Linden fo unglücklich, daß er einen Oberfchenkelbruch erlitt und durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden mußte.
** Eisenbahn-Brückenbau an ber Ma i n - W -es e r - Ba h n. Die Eisenbahnbrücke, bie bie Main-Weser-Bahn, kurz vor bem Durchgang nach Klein-Linden, in spitzem Winkel über die Strecke Gießen—Wetzlar führt, soll demnächst ausgewechselt und durch eine neue viel stärkere ersetzt werden. Schon viele Wochen lang sind die Brückenbauer an der Arbeit. Die neue Brücke wird
setzen...
Schon glaubte Bernd Caßler an einen Schwächeanfall infolge der überanstrengten Nerven. Er wollte aufstehen, griff nach dem Wasserglas neben ber silbernen Kanne. Da hörte er hinter sich das leise Schließen der Tür. Ein männlicher Schritt klang auf dem Linoleum, und als sich Bernd Caßler blitzschnell nach der Richtung umdrehte, gewahrte er den fremdländisch aussehenden — Olaf Olsen.
Der Eintretende schien sie nicht gesehen zu haben. Kannte ja auch Bernd Caßler nicht. Ellen Ehlers hatte er nur im Dunkeln gesehen. Die Riesenreklame an den Litfaßsäulen konnte ihn das Original auch hier nicht vermuten lassen.
Doktor Olsen schritt abwägend durch die Tischrechen, wählte dann einen Platz, der ihn der Sicht des einsamen Paares entzog und durch eine Art spanische Wand gegen den Luftzug von der Tür her geschützt war.
Das hatte ihn freilich in bie Nähe ber rechts vom Eingang Sitzenben gebracht. Doch er schien keine Geheimnisse zu haben.
Ellen Ehlers unb Bernb Caßler wagten anfangs kaum zu sprechen. Erst als Bernb in bes Mäbchens Augen Unruhe las, als wollte sie zum üoraeitigen Aufbruch brängen, beruhigte er mit lauten, gleichgültigen Worten, bie aUerbings jäh erstorben, als gleich hinter jenem unheimlichen Fremden bie elegante rassige Gestalt Evelyn von Rakenius' burch die Tür schritt.
Ellen senkte den Kopf. Ihr Herz schlug hörbar laut. Jetzt erkannte sie: die Begegnung der beiden Menschen hier konnte keine zufällige sein, wenn sie sich auch noch so kühl begrüßten.
Sie schämte sich für diese Frau, die ihren Mann so hinterging. Einen Mann — wie Rainer von Rakenius. Alle Bewunderung, die in ihr noch für diese jchöne elegante Frau gewesen war, wich einer grenzenlosen Enttäuschung und einem dumpfen ehrlichen Mitgefühl für Rakenius.
Bernd Caßler hatte schon lange erfaßt, was hier vor sich ging. Seine Blicke wurden deutlich. Doch seine Worte gleichgültig.
„Dann werben wir heute Abend eben nicht ins Theater gehen!" sagte er halblaut mit verschmitztem Lächeln unb rebete bann von feinen Arbeiten, von ben Lebensmittelpreisen, von möblierten Zimmern. Unb alles mit einer lauten Deutlichkeit, bie Ellen verblüffte. Weiß Gott, bieser kleine, blasse Mensch war boch an Lebensklugheit manch anberem Manns in bebeutenber Position überlegen.
Caßler hatte richtig kalkuliert. Drüben erhob sich ein halblautes Gespräch.
(Fortsetzung folgt)
neben ber alten fertig montiert unb soll nach ihrer Fertigstellung als ganzes Stück eingesetzt werden. Gewaltige Hebekraftwerke find errichtet worden, mit Hilfe deren man die alte Brücke, die für ben Personenverkehr mit ben neuen schweren Lokomotiven zu schwach sein soll, hochheben will. Sie soll mit Hilfe von Kranen auf große Güterwagen gehoben unb dann abgefahren werden. Ohne daß ber Personenverkehr eine Stockung erleidet, soll bann bie neue Brücke eingesetzt werden.
** Jahresausflug des Eisenbahn- Vereins. Der Eisenbahnverein Gießen, dem die Eisenbahner aller Beschäftigungsgrade aus Gießen unb ber Umgegend angeschlossen sind, unternahm am Sonntag feinen üblichen Jahresausflug, ber die Teilnehmer diesmal nach dem schönen Mainz führte. Um 8 Uhr verließ der Sonderzug, dessen Lokomotive reichen Schmuck trug, unsere Stadt, um gegen 10 Uhr in Mainz einzutreffen. Unter ben Klängen der Musik wurde in die Stadt eingezogen, bann aber zerstreuten sich die Teilnehmer, um den Tag nach ihrem Belieben zu verbringen. Man be-
sichtigte die Sehenswürdigkeiten ber Stadt, den altehrwürdigen Dom, bie herrlichen Rheinanlagen, biß freien Plätze mit ihren Denkmälern, die Zeugen einer großen Vergangenheit. Diele Reiseteilnehmer juhren den Rhein hinunter nach Bingen, Rübesheim ober Aßmannshausen, um deutsches Land kennen und lieben zu lernen. Gegen Abend traf mae sich wieder bei froher Musik ber fleißigen, nimm ernt üben Musikkapelle, die zum Konzert und TanH auffpielte. Kurz nach 20 Uhr wurde von Mainz Abschied genommen, und gegen 22 Uhr kamen die Reiseteilnehmer des Labes voll über die schönen Eindrücke mit bem Svnderzog in unserer Stadt an. Am kommenden Sonntag wird die Fahrt für bie übrigen Dereinsmitglieder, die diesmal nicht alle hatten fahren können, wiederholt.
** 21 u f der Reife zum Bodensee. Am vergangenen Samstag und am Sonntag passierten je ein Gesellschasts-Urlauber-Sonderzug „Kraft durch Freude" den hiesigen Bahnhof. Beide Züge waren mit nahezu 1000 Urlaubern besetzt. Der Samstagszug verkehrte von Frankfurt a. M. über Kassel— Kreiensen nach Berlin, Potsdamer Bahnhof, und der Sonntagszug von Kassel Hbf. über Frankfurt am Mgin—Darmstadt—Bensheim nach Lindau Stadt. Dem Urlaubersonderzug nach Lindau ging auch in Gießen eine beträchtliche Zahl Erholungssuchende zu. Die Teilnehmer ließen sichtlich erkennen, wie sehr sie sich über bie ihnen gebotene Erholungsreise freuten.
Schlagrahm Kaffeerahm 2,— Mk.
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Z u I: Die Strafvorschrift erhält auf Grund bes § 23 ber Verordnung des Reichsministers für _ nährung und Landwirtschaft über ben Zusammenschluß der Deutschen Milchwirtschaft vom 27. März 1934 folgende Fassung:
Mit Gefängnis und mit Geldstrafe bis zu 100 000 Mark ober mit einer dieser Strafen wird bestraft, wer vorsätzlich dieser Anordnung zuwiderhandelt. Wer die Tat fahrlässig begeht, wird mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft. Diese Anordnung tritt mit Wirkung vorn 1. Juni 1934 in Kraft.


