Nr. 200 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Vlenrtag, 28. August
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SelTreueid demZiihrer mdKanzlerAdolsHitler.
Feierliche Vereidigung impolizeiamt, Krei Samt, Stadthaus und imLandgericht.
Im Laufe des gestrigen Montag fand in Gießen die feierliche Eidesleistung eittes großen Teils der staatlichen und städti- schen Beamten auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler statt. Dem denkwürdigen Ereignis entsprechend waren die Amtsgebäude mit den Flaggen des Dritten Reiches geschmückt.
Oie Vereidigung der Polizeibeamten
wurde zuerst, und zwar um 11 Uhr vormittags im Hofe des Kreisamts vorgenommen. Die uniformierte Polizei, sowie die Beamten der Kriminal- und der Verwaltungspolizei traten unter dem Kommando des Polizeioberinspektors Hoffmann in zwei Gliedern an. Rach der Meldung an den
Ganze stand in erhebendem Einklang mit dem außerordentlich eindrucksvollen, in seiner Schlichtheit und Eindringlichkeit ans Herz packenden Verlauf des feierlichen Aktes.
Zu den an der Vereidigung teilnehmenden Beamten des Kreisamtes, der Prooinzialdirektion, der Leiter von staatlichen Behörden von Gießen und der Gendarmerie — mit Ausnahme der Justizbehörde, deren Beamte von dem Landaerichtspräsi- denten Dr. Thüre um 14.30 Uhr im Zivilsitzungssaale des Landgerichtsgebäudes vereidigt wurden — sprach der
Gauinspekteur, Kreisleiter und Kreisdirektor Klostermann
folgende eindringlichen Worte: „Beamte des natio- nalsoziulistischen Staates! Nachdem im Verlaufe der Revolution die Geschäfte des
Zu den Befugnissen des Reichspräsidenten, die
tut, was nur immer in seinen Kräften steht, um
Werke des Führers mitzuarbeiten. Der Allmächtige,
Heute, Dienstag, um 14 Uhr, findet in der Aule
Lehrer, Bürgermeister und Beigeordneten statt.
Am 1./2. September trifft man sich in Frankfurt am Main beim Gebietsaufmarsch der HI.!
den wir zum Zeugen unseres Eides rufen, wird ihn und uns dabei nicht im Stich lassen!
Gauinspekteur Kreisleiter und Kreisdirektor Klo ft ermann beim Verlesen der Eidesformel im Sitzungssaale des Kreisamtsgebäudes; links im Bild die Schmuckdekoration zu dieser Feier.
Tiefste in unser Verfassungsleben eingreift, liegt im Art. 4 des Reichsgesetzes vom 30. Januar d. I. Es
Sie wissen, daß der Führer allein es nicht schaffen kann, wenn nicht das gesamte deutsche Volk mithilft. Das Vertrauen des gesamten deutschen Volkes zu dem Führer und zu der Regierung kann nur gewonnen werden, wenn jeder einzelne Beamte feine Pflicht tut und sich immer bemüht, sich das Vertrauen des Volkes und der kreise zu erwerben. mit denen er in Berührung kommt.
Wenn noch 10 v. H. abseits stehen und sich nicht entschließen, für den Frieden und den Führer zu timmen, ihm ihr Ja zu geben, dann müssen wir uns in erster Linie fragen, ob wir nicht selbst Schuld daran haben, ob wir selbst alles taten, was notwendig ist, um dem gesamten deutschen Volke das Notwendige zu geben und die Verantwortung hierfür jedem einzelnen klar zu machen.
Es ist mein Wunsch, im Geiste des Führers, im nationalsozialistischen Sinne zu arbeiten, nicht allein von dem Gesichtspunkt der Verwaltung der Stadt aus. sondern im Einvernehmen mit allen. Ich glaube, daß Sie die Ueberzeu- gung gewonnen haben, daß es bei mir am guten Willen nicht fehlt. Ich wünsche, daß zwischen uns ein vollkommenes Vertrauen herrscht. Getragen von diesem gegenseitigen Vertrauen werden wir die Aufgaben erfüllen, die wir im Interesse unserer Stadt und des Reiches zu leisten haben. Stellen Sie alle früheren trennenden Dinge, alle persönlichen Gegensätze zurück. Betrachten Sie immer ihre Aufgabe und erfüllen Sie sie im Geiste des alten preußischen Beamtentums, von dem die Welt immer gesagt hat. daß es das Fundament des Staates ist und daß auf ihm das Reich sicher und wohlbegründet steht.
So wollen wir dem Führer diesen Treueid leisten, ihm persönlich unbedingten Gehorsam geloben und alles tun für unser deutsches Volk und Vaterland!
Sache der Beamtenschaft ist es nun. dieses Vertrauen zu rechtfertigen. Ich glaube, wir können das nicht besser tun. als dadurch, daß wir die Persönlichkeit des Führers uns zum Vorbild nehmen. Wöchle dabei von seiner Lauterkeit und Selbstlosigkeit und von seiner unerschöpflichen glühenden Hingabe etwas in unsere Arbeit hineinströmen und uns Beamte befähigen zum unermüdlichen, hilfsbereiten Dienst an jedem unserer Volksgenossen, mit denen uns unser Beruf zusammenführt.
Bekennt sich damit doch der Führer immer wieder und für das ganze Volk vernehmbar zu dem hohen und hehren Gedanken des Rechtes, dem wir Juristen dienen. Adolf Hitler zeigt uns dabei aber zugleich, daß es sich bei dem Recht nicht um einen starren Formelkram handelt: Legalität ist für ihn zutiefst die Reberein- stimmung mit dem. was das deutsche Volk denkt. Das ist der Grund, weshalb er jenes vollkommen rechtmäßig erlassene und rechtsgültige Gesetz, das ihm die Befugnisse des Reichspräsidenten gibt, der Bestätigung durch die freie Abstimmung des deutschen Volkes unterworfen hak. Und sein deutsches Volk hat sich am 19. August in überwältigender Einmütigkeit zu ihm bekannt!
nen des Dritten Reiches und mit dem Bilde des. der Universität durch den Kreisleiter und Kreis- Führers geschmückt, die Justizgebäude hatten ge- direktor K l o st e r m a n n die Vereidigung der flaggt. Lehrer, Bürgermeister und Beigeordneten statt.
Landgerichtsppäsideni Thüre, der am Samstag von dem Herrn Staatsminister vereidigt worden war, eröffnete die feierliche Handlung mit folgender Ansprache:
Meine Berufsgenossen! Nach dem Tode unseres unvergeßlichen Reichspräsidenten, des Generalfeldmarschalls von Hindenburg, hat die Reichsregierung durch das Gesetz vom 1. August das Amt des Reichspräsidenten auf den Reichskanzler übertragen. Die Vollmacht zu diesem Gesetz, das aufs
In der Hand des Führers wurde, die ganze Macht im Staate vereinigt. Sie alle kennen das lautere Wollen und den unerbittlichen Willen des Führers, dem deutschen Volke zu dienen, das deutsche Volk herauszuführen aus der Schmach und Schande des vergangenen Jahrzehnts und hinzuführen in eine
bei muß ich von dieser Stelle aus auch an Sie einen Appell richten:
unserer Polizeidirektion, Polizeidirektor Heine, entbot dieser den Polizeibeamten den Hitlergruß, den die Beamtenschaft in gleicher Weise erwiderte. Hierauf hielt
Polizeidirektor Heine
eine kurze Ansprache, in der er einleitend darauf hinwies, daß durch das Gesetz vom 1. August 1934 das Amt des Reichspräsidenten mit dem des Reichskanzlers in der Hand des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler vereinigt wurde. Dann sagte er in seiner Rede u. a.: „Das deutsche Volk hat in seiner freien und geheimen Abstimmung mit überwältigender Mehrheit dem Gesetz seine innere Kraft gegeben. Sie, meine Herren Beamten, sollen heute dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler Treue schwören.
Dieser Schwur ist freiwillig; er soll das Treue- gelöbnis eines aufrechten, deutschen Warmes und Beamten darstellen. Der Ernst dieser Handlung möge in uns alten den Willen bestätigen, dem Manne, auf den Sie heute den Lid leisten, nachzueifern in treuer Pflichterfüllung, in Einfachheit. Bescheidenheit und in der Liebe zum deutschen Volke."
Hierauf forderte der Polizeidirektor die Beamten auf, die Hand zum Schwur zu erheben und ihm die folgende Eidesformel nachzusprechen:
„Ich schwöre: Ich werde dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes Adolf Hitler treu und gehorsam sein, die Gesetze beachten und meine Amtspflichten gewissenhaft erfüllen, so wahr mir Gott helfe."
Nach der Eidesleistung bestätigten die Beamten durch eigenhändige Unterzeichnung eines entsprechenden Formulars die eidliche Verpflichtung. Damit fand die feierliche Handlung ihren Abschluß.
Oie Vereidigung im Kreisamt
fand um 14 Uhr im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes statt. Der Saal war aus diesem Anlaß an der Stirnseite nach dem Landgraf-Philipp-Platz zu würdig und schön geschmückt. Ein großes Bild des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, mit den Fahnen des nationalsozialistischen Deutschland geschmückt, war rings umgeben von hohen Blattpflanzen, die in einem Halbkreis vor einer großen Hakenkreuzfahne aufgestellt waren. Das
Blick auf die Eidesleistung der städtischen Beamten im Sitzungssaale des Stadthauses.
Bergstraße.
Oie Vereidigung der Iustizbeamien.
Im Alten Gerichtsgebäude fand um 14.30
die Vereidigung der Justizbeamten statt (Landge- ser deutsches Volk und Vaterland und auf den Füh» richt und Staatsanwaltschaft, Amtsgericht, Notare, rer und R"«chskanzler Adolf Hitler.
Amtsanwaltschaft und Landgerichtsgefängnis) Der
Sitzungssaal der 1. Zivilkammer war mit den Fah-
Jch fordere Sie nunmehr auf, die rechte Hand zum Schwur zu erheben und mir die Eidesformel gemeinsam nachzusprechen.
Feierlich leisteten die Beamten den vorstehend im Wortlaut wiedergegebenen Eid. Anschließend folgte die handschriftliche Unterzeichnung der entsprechenden Urkunde durch jeden einzelnen Beamten. Der denkwürdige und packende Vorgang hatte damit sein Ende erreicht.
Oie Eidesleistung der städtischen Beamten
and um 15 Uhr im Sitzungssaale des Stadthauses Bergstraße statt. Dabei hielt
Oberbürgermeister Ziffer
olgende Ansprache: Meine Herren! Ich habe Sie hierher gebeten, um Sie gemäß der Verfügung der Reichsregierung auf den Führer zu verpflichten. Sie wissen, daß nach langem Ringen der nationalsozialistischen Bewegung der. Sieg zuteil wurde
Darüber hinaus ist das Ziel des Führers bereits neunzigprozentig verwirklicht worden: das vertrauen des deutschen Volkes zu erringen!
Reichspräsidenten auf den Kanzler übergegangen sind, das deutsche Volk in einer nie gekannten Einmütigkeit sich zu diesem Gesetz bekannt hat, dadurch
Adolf Hiller, der Führer der nationalsozialistischen Bewegung zugleich alle Wacht in Deutschland in der Hand hat, werden alle Beamte Deutschlands auf ihn verpflichtet, nicht auf irgendeine Idee, nicht auf eine Verfassung, sondern a u f ihn, den Schöpfer und Gründer der nationalsozialistischen Idee. Damit ist die nationalsozialistische Revolution staatspolitisch zum Abschluß gekommen.
Sie sollen ihm Treue und Gehorsam schwören. Treu zu ihm waren die, die er im Anfang eroberte, die mit ihm in die Gefängnisse wanderten, die ihn auch in schlechten Zeiten nicht verließen. Treu zu ihm waren die, die hinausgingen auf die Straße. Treu waren die, die überall in Deutschland zu ihm standen in guten und schlechten Tagen. Das wollen auch wir Beamte. Wir wollen ihm gehorsam sein. Gehorcht haben ihm alle Menschen, die treu und in vorbildlicher Haltung alle Befehle von ihm erfüllt haben.
Wir wollen allen seinen Anweisungen gehorchen in weltanschaulicher, politischer und wirtschaftlicher Art. Für jeden muß es vornehmste pflicht sein, nicht zu sabotieren, sondern die Grundsätze sich zu eigen zu machen, die die politischen Leiter sich immer zu eigen machen muß. ten, die auf ihn geschworen haben und die immer bereit sind, das höchste Waß von Verantwortung zu übernehmen und ihm mit blindem Gehorsam nachzueifern.
So sehen wir, daß durch diese feierliche Handlung der Eidesleistung wiederum ein Schritt weitergegangen wird, durch den die B e w e - gung und der Staat eins werden, daß der Leiter des Staates zugleich der Leiter der Bewegung und umgekehrt ist.
So wollen wir die beiden großen Gedanken Staat und Partei verschmelzen. Dadurch soll erreicht werden, daß Deutschland nach
Jahrtausenden endlich eine Ration wird.
Zch hatte bisher nicht Gelegenheit, mit Ihnen Z , ... .....................
in einer so starken Zusammenkunft wie heute dar- damit auf den Führer und Reichskanzler übergegan- über zu sprechen. Heute habe ich die Gelegenheit, gen sind, gehört auch d!e Ernennung und Entlas- um Ihnen allen zu sagen, was mein Wunsch und fung der Beamten, sei es, daß er sie selbst ausübt, mein Wille ist: oder sie durch andere Instanzen ausüben läßt. Da-
mit ist ein b e s o n d e r e s B a n d z w i s ch e n d e m Führer und der Beamtenschaft geknüpft worden, und die deutsche Beamtenschaft ist stolz darauf, daß sie dergestalt unter dem besonderen Schutze des Führers steht. Was der Führer von dem deutschen Beamtentum denkt und von ihm erwartet, das zeigen die Ausführungen in seinem Kampfbuch, die wir alle kennen. Und auch in diesen Tagen wieder, bei der Vereidigung der Beam- , ten der Reichsministerien, ist von berufener Seite die Beamtenschaft als eine der tragenden Säulen bezeichnet worden, auf denen der Neubau des nationalsozialistischen Staates errichtet wird.
ist — am Jahrestag der nationalsozialistischen Revolution — vom Reichstag einstimmig beschlossen, vom Reichsrat einstimmig gebilligt, vom Reichspräsidenten ausgefertigt und verkündet worden. Mit Recht stellt deshalb der Vorspruch des Gesetzes ausdrücklich fest, daß die Erfordernisse oerfassungsändernder Gesetzgebung erfüllt seien.
Sie fragen mich, was dieser Gesetzesmechanismus mit dem heutigen Tage zu tun hat? Nun, der Führer selbst hebt in seinen Kundgebungen immer wieder stolz und nachdrücklich hervor, das seine vergangenen Jahr- Macht auf der einwandfreiesten ge- bessere Zukunft. Da- ! e tz l l ch e n G r u n d l a g e ruht. Wir Männer der Justiz, vor allem wir Richter, als die vom Führer bestellten Hüter der Rechtsordnung, wissen das besonders zu würdigen.
Ein Blick auf die Eidesleistung der Beamten im Sitzungsiaale des Kreisamtsgebäudes; ü.i Vordergrund von links nach rechts Provinzialrat Vogt, Kreislsiter z. b. V., Kreisinspekteur Gießen-Stadt Oberbürgermeister Ritter, stellv.Kreisleiter Hopsenmüllsr.
Fest und markig klangen dann die Worte des ! Eides, von der gesamten Beamtenschaft nachgesprochen, durch den Saal. Der feierliche Akt fand seinen Uhr Abschluß mit einem brausenden Sieg Heil! auf un-
Der Aufforderung des Oberbürgermeisters fol- ,
gend sprachen ihm anschließend die Beamten, stehend , 1 . m Ctbe aber, den wir nachher ablegen, wol-
und mit erhobener Schwurhand, die Eidesformel *en ro,r erneut den festen Willen verbinden, daß ein
nach. Mit herzlich erwidertem Ruf „Heil Hit- ! e d e r v o n u n s a l l e s u n d b i s z u m l e tz t e n
l e r !" schloß der Oberbürgermeister dann die von t u t was nur immer in seinen Kräften steht, um
starkem seelischen Eindruck erfüllte denkwürdige ™ seinem bescheidenen Teile an dem aewaltiqen Zusammenkunft ° ** no« Sfriinrora mtfutnrnotfon Tlor VIIImafhhno


