Schneider anBo rd!" — Jawohl, einen Schneider brauchte man an Bord des englischen Schiffes, auf dem der König fuhr. Dieser Alarmruf hatte eine fröhliche Vorgeschichte, die die Ochrana, neugierig wie sie nun einmal war, ermitteln konnte:
Als Eduard VII. sich Reval näherte, stellte er fest, daß seine Uniform zu eng geworden war. Er mußte nämlich nach den Vorschriften der Etikette die Uniform des Dragoner-Regiments von Kiew anlegen, dessen Kommandant er ehrenhalber war. Wenigstens an Bord des „Standard" mußte er in dieser Uniform erscheinen. Aber so war es unmöglich. Deshalb signalisierte man nach einem russischen Schneider. Die „Standard" hatte zufällig einen guten Schneider an Bord, der sich nun, während die
Schiffe ihre Fahrt verlangsamten, fieberhaft an die Arbeit machte.
Zu einer Ideallösung war es zu spät. Die Uniform mußte mindestens zuzuknöpfen sein. Und das erreichte der Schneider denn auch. Aber jeder sah, daß der englische König mühsam hineingepreßt war und daß er sich kaum umdrehen durfte. So schneidig die Dragoner, die zur Begrüßung an Land erschienen waren, ihre Aufgabe erledigten, so jammervoll sah der englische König in seiner Zwangsjacke aus. — Man kürzte das Programm, um ihn zu erlösen. Und er sah wirklich glücklicher aus, als er nachher eine passende Uniform auf dem Leibe hatte.
Wirtschaft.
Oie Führer der hessischen Wirtschaft.
Führer des Wirtschaftsgebietes Hessen ist der Reichsführer des Handels Professor Dr. Liier, Frankfurt a. M. Im Rahmen des organisatorischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft sind für das Wirtschaftsgebiet Hessen folgende Industrieführer ernannt: Hauptgruppe I (Eisenindustrie) Kommerzienrat Köhler, Buderuswerke Wetzlar; Hauptgruppe II (Maschinenindustrie) May, Motorenfabrik AG., Darmstadt; Hauptgruppe III (Eisen- waren) Mauser, Mauserwerke GmbH., Waldeck; Hauptgruppe IV (Steine und Erden) v. Scherbe- n i n g, Vereinigte Deutsche Barytindustrie Dr. A l - berti & Co., Sontra; Hauptgruppe V (Chemie) Dr. Hermann, IG.-Farbenindustrie AG., Frankfurt a. M.; Hauptgruppe VIII (Handwerk) Landeshundwerkführer Gamer, Worms; Hauptgruppe IX (Handel) Spörle, Elektroindustriebedarf Ludwig Spörle, Frankfurt a. M.; Hauptgruppe X (Banken) A v i e n y , Nassauische Landesbank, Frankfurt a. M.; Hauptgruppe XI (Versicherung) Dr. Weiß, Hessen-Nassauische Lebensversicherungsanstalt Wiesbaden; Hauptgruppe XIII (Energiewirtschaft) Richardt, Städtische Werke, Kassel. Für die Hauptgruppen VI (Textil), VII (Lebensmittel) und XII (Verkehr) stehen die Ernennungen noch aus.
Oie Regelung des Kartoffelmarktes.
Die Neuordnung des Frühkartoffelmarktes hat sich gut bewährt und schnell zur Beseitigung vorübergehend aufgetretener Störungen geführt. Der Reichsnährstand hat deshalb den Reichsbeauftragten Johannes Boettner bevollmächtigt, Anordnungen zur Regelung des Absatzes der Spätkartoffeln zu treffen. Die wichtigste Maßnahme ist die Festsetzung von Mindestpreisen für Speisekartoffeln. Diese Festpreise dürfen keinesfalls unterschritten werden. Insbesondere darf der Kartoffelhandel keine Minderungen des Preises wegen einer wirklichen oder angeblichen geringeren Beschaffenheit der Ware vornehmen. Der Erzeuger darf nur einwandfreie Kartoffeln liefern, ist aber dafür vor ungerechtfertigten Beanstandungen und unter allen Umstänoen vor Preisabzügen geschützt. Der Reichsbeauftragte ernennt außerdem Gebietsbeauftragte für die Landesbauernschaften, sowie Bezirksbeauftragte und nötigenfalls Ortsbeauftragte. Zunächst bleiben die in der Absatzregelung der Frühkartoffeln tätig gewesenen Beauftragten bis zum 31. August in ihrem Amt. Die Gebietsbeauftragten können eine Staffelung der Kartoffelpreise durch Festsetzung von Zuschlägen zu den Mindestpreisen für die hochwertigeren Kartoffelsorten vornehmen. Geschieht das, so sind außer den Mindestpreisen auch die Zuschlagspreise für besonders hochwertige Speisekartoffeln unbedingt einzuhalten. Der Handel darf zu den Erzeugerpreisen angemessene Preisspannen hinzuschlagen, wobei er aber die Ziele und Grundsätze der nationalsozialistischen Marktregelung nicht außer Acht lassen darf.
Die Kartoffelversorgung ist bekanntlich unter allen Umständen gesichert, auch wenn die diesjährige Kartoffelernte etwas hinter den Durchschnittsernten, die in den letzten Jahren etwa 40 Millionen Tonnen Kartoffeln erbrachten, zurückbleiben sollte. Von dieser Kartoffelernte werden nur wenig mehr als 30 Prozent für die menschliche Ernährung verwandt. Etwa 38 bis 39 Prozent werden an das Vieh verfüttert, und 14 Prozent werden zur Aussaat gebraucht. 10 Prozent der Kartoffelernte gehen in der Regel durch Schwund, sei es beim Erzeuger, sei es beim Handel oder bei den Verbrauchern, verloren. Hier können durch sachgemäße Aufbewahrung und Behandlung die Verluste verringert und die für die Ernährung zur Verfügung stehenden Kartoffelmengen' vermehrt werden. In jedem Fall besteht angesichts des in der letzten Zeit gefallenen reichlichen Regens keinerlei Anlaß zu irgendwelchen Besorgnissen hinsichtlich der deutschen Kartoffelversorgung.
Die Kartoffelpreise
Ab Donnerstag, 23. August, gelten im Bezirk der Landesbauernschaft Hessen-Nassau beim Auf
kauf vom Erzeuger folgende Preise, die nicht unterschritten werden dürfen:
Weißfleischige Sorten je Ztr. 2,70 RM.
Runde, gelbfleischige Sorten „ „ 3,— „
Lange, gelbfleischige Sorten „ „ 3,50 „
Die Preise gelten ohne Sack.
Ore llnterstutzungsaktion in der Zigarettenindustrie.
Dor einiger Zeit konnten wir von einem Unterstützungsangebot berichten, das die Großfirmen der Zigarettenindustrie den notleidenden Klein- und Mittelbetrieben im Rahmen einer freiwilligen Quotisierung gemacht hatten. Wie der DHD. jetzt erfährt, haben von den in Betracht kommenden 28 Herstellungsbetrieben von diesem Unterstützungsangebot im Juli 23 Betriebe Gebrauch gemacht. Vier Betriebe haben eine Beteiligung zunächst noch zurückgestellt, während bei einem Betrieb die Teilnahmemöglichkeit augenblicklich noch ungeklärt ist. Es wurden im Juli 3 v. H. auf den wertmäßigen Verlust (Kleinoerkaufspreis) gegen den Monatsdurchschnitt des Steuerjahres 1933/34 verteilt. Im allgemeinen wird die monatliche Auszahlung zwischen 3 und 4 v. H. schwanken, je nach dem Verhältnis der Umsatzverluste der Klein- und Mittelbetriebe gegenüber den Gesamtumsätzen der Großbetriebe. Im Juli wurde außerdem ein entsprechender Betrag aus der Ausgleichskasse abgezweigt, um solche Fabrikanten zu unterstützen, die auf Grund ihres Umsatzes von unter 500 000 Stück im Durchschnitt des Steuerjahres 1933/34 an und für sich nicht teilnahmeberechtigt gewesen wären, aber in besonders große Not geraten waren.
*
* Etwa 50 000 Mann beim Reichsautobahnbau beschäftigt. Auf den Baustellen der Autobahnen sind laut „Kraftverkehrswirtschaft" dzt. rd. 50 000 Personen beschäftigt. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, daß bis zum Herbst die Einstellung weiterer 10 000 Mann im Autobahnenbau erfolgen kann .— Die Zahl der dzt. überhaupt im Straßenbau (Straßen aller Art einschl. Ortsstraßen) unmittelbar Beschäftigten wird mit rund 146 000 Mann angenommen.
* Fühlungnahme der öffentlichen und privaten Bausparkassen. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und der Führer des Reichsverbandes Deutscher Bausparkassen haben ein Uebereinkommen getroffen, wonach der Deutsche Sparkassen- und Giroverband und der Reichsverband Deutscher Bausparkassen in Zukusft alle gemeinsam interessierenden Fragen in regelmäßigen Besprechungen erörtern wollen. Mit dieser Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt in der deutschen Bausparbewegung eingeleitet worden, um zu einem friedlichen Nebeneinanderarbeiten in der Zukunft zu gelangen.
frankfurter Börse.
Mitlagsbörse still, uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 23 Aug. Die Börse blieb mangels besonderer Anregungen still und weiterhin uneinheitlich. Einige Sonoerwerte behaupteten ihre Festigkeit, dagegen bröckelten die»meisten Kurse angesichts der Geschäftsschrumpfung leicht ab.
Farben gaben 0,25 v. H., Erdöl 0,25, Metallgesellschaft 0,75 o. H. nach. Gut behauptet Rütgers, Scheideanstalt erstmals wieder etwa 1 v. H. höher. Elektrowerte zumeist eine Kleinigkeit gebessert, nur Schuckert 0,40, Siemens 1,25, Gesfürel 0,13, Bekula 0,25, dagegen AEG. 0,40 v. H. leichter. Sehr ruhig lagen Zellstoffwerte, Aschaffenburger knapp gehalten, Waldhof 0,40 v. H. freundlicher. Von Kunstseide Bemberg unv., AKU. 1,25 v. H. höher. Schiffahrtswerte nur unwesentlich verändert. Nordlloyd 0,25 v. H. niedriger, Hapag 0,25 v. H. befestigt. Montan- wetre ziemlich ruhig in den Umsätzen, uneinheitlich bei kleinster Kursverschiebung. Stahlverein bröckelten 0,25 v.H., Phönix 0,50 o. H., Gelsenkirchen 0,25 werte ziemlich ruhig in den Umsätzen, uneinheitlich v. H. ab. Buderus behaupteten ihre gestrige Steigerung, Mansfeld zogen 0,25 v. H. an. Im ein
zelnen waren Westdeutscher Kaufhof erneut 0,75 d. H. fester, auch Junghans um 1, Daimler 0,75, Reichsbank 0,40, Zement Heidelberg 0,50 v. H. höher.
Der Rentenmarkt lag sehr ruhig, Reichsanleihe gegen den Vortag kaum verändert, späte Schuldbücher 94,40, Altbesitz 95, Stahloereinbonds 78,90. Auslandsrenten still.
Im weiteren Verlauf trat an den Aktienmärkten eine Kurssteigerung ein. So gewannen Kali Aschersleben 1, Westeregeln 1,50, von Montanwerten Phönix 1,65, Klöckner 0,90, Stahlverein 1 v.H. AKU. beachtlich gestiegen auf 64 gegen gestern abend 61. Die übrigen Märkte verzeichneten Kurssteigerungen von 0,25 bis 0,50 v.H. Auch IG. Farben bis 147 erhöht. Im Freiverkehr hörte man Wayß und Freitag 75, Adlerwerke 39,65, Growag 59. Sehr still und ohne Veränderung lag der Pfandbriefmarkt, auch Stadtanleihen ruhig. Fest lagen Auslandsrenten, so wurden Schweizer Bundesbahnen 3 bis 4 o. H. höher verlangt. Tagesgeld 3 o. H..
Abendbörfe: uneinheitlich.
Die uneinheitliche Bewegung der Aktienmärkte im Mittagsverkehr setzte sich an der Abendbörse fort. Insbesondere lagen Montanwerte nicht ganz einheitlich, Phönix verbesserten sich um 0,50 v. H., Harpener blieben behauptet, während Ilse Genüsse 0,50 v.H. und Kali Aschersleben 0,75 v.H. nachgaben. Don Spezialpapieren bröckelten Farben 0,40 v. H. ab, dagegen konnten Scheideanstalt ihren bisherigen Kursabstieg abbremsen und 2 v.H. zurückgewinnen. Die Kursverschiebungen kamen im allgemeinen auf Basis geringer Umsätze zustande.
Noch größere Ruhe herrschte am Rentenmarkt, jedoch wollte man verschiedentlich eine kleine Belebung der Nachfrage bemerken. Kursmäßigen Ausdruck fand diese Stimmung jedoch noch nicht.
Im Verlaufe entwickelte sich am Aktienmärkte ziemlich einheitlich ein freundliches Bild, kleine Kurssteigerungen bis etwa 0,75. v.H. überwogen bei weitem.
Am Rentenmarkt kamen Altbesitz behauptet Geld zur Notiz. An der Nachbörse nannte man: Altbesitz 95 G, Farben 146,75, Phönix 48,25, Gesfürel 109,75.
Kurse: Altbesitz 95, 6 v. H. Franks. Hyp. Gold R. 16: 89,75, Reichsbank 155,50, Gelsenkirchen 61, Harpener 106, Ilse Genüsse 132, Kali Aschersleben 124,25, Klöckner 76,50, Mansfeld 77,75, Phönix 48,25, Rheinstahl 89,50, Stahlverein 41, AKU. 63,50, Bekula 144,75, IG. Chemie volle 183, Conti Gummi 130, Daimler 47, Scheideanstalt 224, IG. Farben 146,75, Gesfürel 109,75, Grünfinger 220, Holzmann 68,50, Moenus 71,25 rat., Schuckert 89,25, Reichsbahn-VA. 112,40, Nordd. Lloyd 30,25.
Schweirreurarki t:t GrÄttVerF.
+ Grünberg, 23. Aug. Der Auftrieb betrug 746 Stück. Folgende Preise wurden erzi'^: Ferkel bis sechs Wochen alt 10 bis 12 Mark, ,echs bis acht Wochen alt 12 bis 16 Mark, ucyr bis dreizehn Wochen alt 17 bis 22 Mark. Marktoerlauf: lebhaft, geringer Ueberftanb.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 23. Aug. Auftrieb: Rinder 84 (am letzten Donnerstagmarkt 74), davon Ochsen 16, Bullen 4, Kühe 27, Färsen 35. Kälber
Siegende Jugend
marschiert für die Zukunft des Reiches am 1. und 2. September in Frankfurt am Rlaln.
Jugend stellt aus und zeigt, daß sie sich ihrer hohen Aufgabe bewußt ist!
Auf zur Ausstellung „Kampf und Sieg der t)3.“ Frankfurter Messegetände: 19. August bis 5. September.
„Tag der Hunderttausend — Aufmarsch tatbereiter Jugend
am 1. und 2. September in Frankfurt am Main.
1060 (869), Hämmel 99 (87), Schafe 64 (51), Schweine 575 (553). Notiert wurden pro ein Ztr. Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 45 bis 46, b) 39 bis 44, c) 32 bis 38, d) 23 bis 31. Lämmer und Hämmel b2) 33 bis 35, c) 30 bis 32, d) 25 bis 28. Schafe e) 29 bis 30, f) 25 bis 28. Schweine a) 51 bis 53, b) 50 bis 52, c) 47 bis 52, d) 44 bis 50. Das übrige nicht notiert. Marktoerlauf: Kälber, Hämmel und Schafe ruhig, ausoerkauft. Schweine mittelmäßig, ausverkauft.
Fleischgroßmarkt. Beschickung: 1077 Viertel Rindfleisch, 235V2 ganze Kälber, 21 ganze Hämmel, 677 Schweinehälften. Preis für 1 Ztr. frisches Fleisch in Mark: Ochsenfleisch II 48 bis 52. Rindfleisch II 42 bis 47. Bullenfleisch 47 bis 50. Kuhfleisch II 36 bis 42, III 25 bis 30. Kalbfleisch II 62 bis 65, III 52 bis 60. Hammelfleisch 70 bis 75. Schweinefleisch I 67 bis 73. Geschäft des Fleischgroßmarktes: ruhig.
Die Milchmarktregelung.
Ein besonderes Kapitel in der Landwirtschaft ist bis vor Jahresfrist die Milchwirtschaft gewesen. Dauernd war sie den unangenehmsten Preisschwankungen unterworfen, so daß der Bauer aus ihrem Erlös kaum noch die notwendigsten Unkosten decken konnte. In den Großstädten wurden die Preise bis aufs äußerste herab gedrückt und die Herstellung von Butter rentierte sich infolge der Einfuhr ausländischer Butter kaum noch. Die Verteilung der Milch im Reiche war in vielen Fällen so unpraktisch wie nur möglich. Die Großstädte bezogen ihre Milch z. T. nicht aus der nächsten Umgebung, sondern von weit her, so daß die Bauern in der Nähe der Großstadt ihre Milch nicht los wurden und sie verarbeiten mußten.
Hier mußte Abhilfe geschaffen werden. Sie geschah einmal durch die Regelung der Einfuhr aus dem Auslande, zum andern aber durch die des Jnland- abfatzes. Die Regierung kontingentierte die Einfuhr und diese Mengen wurden auf die einzelnen Monate entsprechend verteilt. Bezüglich des Jnlandabsatzes wurde den Bauern verboten resp. Einschränkung auferlegt, Trinkmilch selbst auf den Markt zu bringen, ebenso Landbutter selbst herzustellen. Sie müssen jetzt die Milch ihnen zugewiesenen Molkereien abliefern. Von dort aus wird sie nach Maßgabe der Marktverbände verteilt, das sind die Milchversorgungs, und die Milch- wirftchaftsverbände oder die Spitzenorganisation der deutschen Milchwirtschaftsvereinigung.
Der Erfolg dieser Maßnahmen ist nicht ausgeblie- ben. Der deutsche Bauer erhält heute d»rch den Festpreis der Butter eine angemessene Entschädigung für seine Mühe und Aufwendungen. Bei der Trinkmilch ist dieVerteilerspanne durch die neue Marktregelung wenigstens um 2 bis 3 Pfennig herabgesetzt worden zugunsten des Erzeugers. Die Milchpreise sind für längere Zeiträume festgesetzt worden, wodurch es dem Bauern möglich geworden ist, seine Erzeugung der stetigen Preisentwicklung anzupassen. Daß eine bedeutende Besserung der ganzen Lage eingetreten ist, erhellt daraus, daß die meisten Milcherzeuger heute 2 bis 3 Pfennig pro Liter mehr erhallen, als vordem, wobei besonders hervorzuheben ist, daß dadurch der Verkaufspreis nicht erhöht zu werden brauchte.
Welches ist nun aber das Ziel, das die neue Marktregelung auf dem Gebiete der Milcherzeugung anstrebt? Sie will dem Bauern einen entsprechenden Milchpreis auf weite Sicht garantieren. Deshalb ist es auch erforderlich, >daß die durch die Marktregelung festgesetzten Pflichten genauestens befolgt werden, wenn nicht die alte, liberalistifche Abfatzgestaltung wieder einreißen soll, an der ja das Bauerntum fast zugrunde gegangen mar. Der Milchpreis spielt bekanntlich in der Wirtschaft des Bauern eine große Rolle und deshalb ist die Möglichkeit infolge des Festpreises, auf lange Sicht kalkulieren zu können, für ihn von großem Werte. Aus diesem Grunde wird auch jeder einsichtige Bauern gern die kleinen Pflichten, die sich aus der Neuregelung des Milchmarktes ergeben, auf sich nehmen.
Wenn man bedenkt, welch große Umwälzungen die neue Marktregelung hervorgerufen hat, so ist es staunenswert, daß schon heute völlig befriedigende Resultate vorliegen. Der Verbraucher braucht, wie schon oben gesagt, keinen höheren Milchpreis zu zahlen, als bisher. Dadurch, daß der Weg vom Erzeuger zum Verbraucher umgestaltet worden ist, kann der Erzeuger 2 bis 3 P f. pro Liter mehr erhalten ' Es wird außerdem daraufhin gearbeitet, daß die Milchpreise in den verschiedenen Bezirken nach Möglichkeit einander angeglichen werden. Feststehende Tatsache ist es jedenfalls, daß einerseits die Einnahmen des Bauern aus dem Milchverkauf sich merklich erhöht haben, anderseits aber der Verbraucher dadurch nicht belastet worden ist.
Natürlich läßt sich nicht mit einem Male alles hundertprozentig umstellen. Es bleiben auch hier noch einige Mängel zu beseitigen. Auch sie werden verschwinden, und Erzeuger, Händler und Verbraucher werden bald erkennen, daß mit der bekannten nationalsozialistischen Zähigkeit auch auf diesem Gebiete das begonnene Werk bis zum Ende durchgeführt wird; denn es gilt ja das Wohl der Volksgemeinschaft, deren Leitspruch immer und überall heißt: „Gemeinnutz geht vor Eigennutz."
G e f s.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse
'.yranfiur. u. UI
Berlin
$r<mrfurt a. 0J1.
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. ZU.
Berlin
Oatum
22-8 | 238
22-8.
22-8.
93,65
94,13
94,4
95
77,75
93,4
93,75
47,25
95
95
95
25,5
92
92
92
25,25
25,75
92
89,25
89,25
89,25
90,13
147
147
o
96,75
96,75
96
97
96,3
96,75
89,75
89,75
90,25
69,5 I
104
68,75
89,75
89,75
90,4
90,25
90,5
90,5
Banknoten.
93
93
93
93
ic
47
28
28,25
0
0
25 I
25,13
8
8
77,5
- 183,75
183
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern
die
Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 o. H.
der
93,5
95
o o
12
0
0
0
65,25
68,5
155,4
30,25
66,25
90,5
56,5
65,25
68,5
154,75
132
76,9
68,5
104
Schluß- hird
o 0
0 0
0
30
66,5
90,5
56,75
85,25 115,4
60,65
106
132
76,5
68,75
109,25
100,5
88,5
144,5
117,5
26,13
144,5
105
112
88,65
146,25
117,5
26,4
144,5
105
113
70,4
109
0 0
0
0
0
7
0 0
0
0
10 0 0
•:i
24
199
167,9
130
24,75
206
169,5
130
88,25
38,5
85,25
89,5
39,25
84,5
9
0 0
o
93
101,4
93
101,4
93
101,4
26,4
144,75
105
112
70,75
109
100,5
88,5
144
85,4
115
61
108
72
170,5
131,75
46,25
57
89,25
145,75
118
64,65
68
155,5
85,75
115,5
61
106
85,4
114,9
60,4
106,5
72
26
25,25
63,5
69
48,75
66
114,5
61 68,75 48,25 67,25 125,25 46,25
57,5 76,75 24,25
204 168 129,5
77,5
92,9
47
242,5
88,5
40,65
113,25
63,4 68,75 48,25 66,75
125
47
55,25
79
24,5 205,75
170,5 129
93
101,4
30,75
66,9
91,25
57
30,25
67
91,25
56,25
64,75
68
155,9
60,75
69
48,13
67
146,75
224
89,25
39,13
84
122,75
124
156,75
147
221,5
89
38,75
85,25
77,9
93,25
47,5
241,5
90
40,75
14
123,5
125
158,5
7,25 7
26 144,75
105 112,25
70,5 109,75
89
40,5
14 123,65 123,5
157
48,25
240,5
89,5
41
14
124,25
125
159
22-8- | 23-8.
Holzmann .... wert Heidelberg wert ftatiftabl. -
132
77
68,75 .
vamvurg-Ämertka-Paket Hamburg-Südam. Dampfschiff. Hansa-Dampfschiff Norddeutscher Lloyd \
Verkehrswesen Äst ' ‘ Zentner Handelsgesellschaft .. wnimeij. und Prioal-Bank . Deutsche Bant und DiSconto-
Gesellschaft .....
Dresdner Bant .. .........
Reichsban, ....... ......
7,25
6,9 7 9
7,3
6,95
6,9
7,25
6,9
7,13
9,13
I. G. Karden-Industrie
Scheldeanstall........
Goldschmidt
RütgerSwerke
Ketallgesellschaft
4% Oesterreichtsche Gvldrente.... 4,20% Oesterreichische SUberrentr 4% Ungarische Goldrente .......
4% Ungarische EtaaiSrente v. 1910 Wi% desgl. von 1913 ........
6% abgest. Gvldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe
Berlin, 23-August Amerikanische Note»..............
Belgische Noten..................
Dänische Noten Englische Noten Französische Noten Holländische Noten Italienische Noten. ............
Norwegische Noten Deutsch Oesterreich. * 1OO Schilling Rumänische Noten...............
Schwedische Note» Schweizer Noten.................
Spanische Note» Ungarische Note»
1% Deutsche ReichSanlelhe v 1927
6% ehe m.7% Dl. Reichsanl. o. 1929
6Vi% Doung-Anleihe von 1930 Deutsche Anl..Ablüi..Schuld mit
Au-los.- Rechten .......
DeSgl. ohne Auslol.-Rechte
6% ehern.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rüctzahlb. 102%)
6% Hess. Landesbank Darmstadt Gold R. 12 ......
6%% Hess. Landes-Hypotheken- bank Darmstadl Liaui ......
Oberhessen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechlen ......
Deutsche Komm Sammelabl. An. leihe Serie 1 mit AuSlos .Rechten
6% ehern. 8% Franks Hyp.-Bank Goldpse. 15 unkündbar bis 1935
1% ehern. 7% Franks Hyp.-Bank Goldpse. 16 unkündbar bis 1936
fcy*% ehern. <>/,% Franks Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandvriese
6Ki% ehern. 4%% Rheinische Hyp.-Bank-Ltyu.-Goldpse.
6% ehern. 8% Pr Landespfand- briesanstalt, Pfandbriefe R 19
8% ehern. 7% Pr. LanbeSpfand-
briesanstalt, Pfandbriefe R. 10 Steuergutich. Verrechnungskurs
25 1 78
SdntiiDeti Patzenhofer .....
Aku (Allgemeine Kunstseide)
Bemberg...............
E stoss Waldhos
stoss Aschaffenburg ....
imer Gas .............
Daimler Motoren
Deutsche Linoleum Orensrein & Koppel Leonhard Tietz ............
Thade .....
VsurMlatore^FÄÄ''";'!
SontMhnnmt.............
Buder»»
Deutsche Erdöl ..............
Gelsenkirchener
Harpener .................
Voesch Sisen—Sölrr-Neuesse« ..
Ase Bergbau .............
Ilse Bergbau Genüsse
Klücknerwerke ........ ......
oianneSmann-Sköbren........
Grttzne,........ Qi
ÄXÄ‘E i|
Datum
Mansselder Bergbau.........0
Kokswerke ........... 0
Phönix Bergbau 0
Rheinische Braunkohlen .... 10
Rheinftahl .................0
Bereinigte Stahlwerke ....... 0
Olavi Minen ............ 0
Kaliwerke Aschersleben 5
Kaliwerke Westeregeln b
Kaliwerke Salzdetfurth IVi
Ä.I4.®...............
Bekula............. ?
SS?' b^erungSgestüschaft"' e Lichl und Kraft ** a
Selten & Guilleaume .. . n «hÄült*!’reiC,ZIiU<n-tecne^mm'8- 6 Rheinische Elektrizität . 6
Schustert & (Jo. .. t
Siemens L Halske. .......
Lahwever 8 Lo.
23-8.
77,75
.... 76,13
68,75 68,65
Schluß. Mirrag- börse
23-8.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schluß- kurs
Schloßt. Abend« bSrsc
Schluß- kurs
Schlußk. Mittag« bSrse
Datum
22-8.
23 8-
22-8.
23-8.
4% d«»g>. Serie II ...........
6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903
8,1
4,3
8,1
4,3
—
—
4^,%Rumän.vereinh.Rentev.l9i3
6,95
4% Rumaniscüe vereinh. Rente .. 914% Anatolier
4,1
34,9
4 34,65
4,1
34,9
35
22-August
23-August
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Seid
Brie.
Geld
Brie'
Buenos Aires
0,682
0,686
0,681
0,685
Brüssel.....
58,98
59,10
58,90
59,02
Rio de Jan. .
0,184
0,186
0,184
0,186
Sofia ......
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen.
56,24
56,36
56,22
56,34
Danzrg....
82,02
82,18
82,02
82,18
London....
12,595
12,625
12,59
12,62
HellingsorS.
5,559
5,571
5,554
5,566
Paris .....
16,50
16,54
16,50
16,54
Holland ...
169,73
170,07
169,73
170,07
Italien ....
21,64
21,68
21,61
21,65
Japan.....
0,747
0,749
0,747
0,749
Jugoslawien
5,664
5,676
5,664
5,676
Oslo.....
63,29
63,41
63,26
63,38
Wien......
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon...
11,44
11,46
11,435
11,455
Stockholm..
64,93
65,07
64,89
65,01
Schweiz ...
81,67
81,83
81,67
81,83
Spante»...
34,32
34,38
34,32
34,38
Prag......
10,44
10,46
10,44
10,46
Budapest ..
—
—
—
Neuyork...
2,480
2,484
2,477
2,481
Feld
Briet
2,429
2,449
58,74
58,98
56,17
56,39
12,545
12,605
16,46
16,52
169,31
169,99
21,49
21,57
63,09
63,35
64,72
81,49
64,98
81,81
34,18
34,32
■
—


