Ur. 197 Zweiter Blatt
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften)
Zrettag, 24. August 1934
Geschichten aus aller Welt.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Den Tod der Mutter verschwiegen.
B. N e u y 0 r k.
Die alte Frau Marietta Bischof in Seneca (Kansas) war die Gattin eines Bürgerkriegsoeteranen gewesen und bezog seit Jahr und Tag mit größter Pünktlichkeit zum Anfang eines jeden Monats einen Pensionsscheck. Sie lebte bei ihrer Tochter Myrtle, von der jedermann wußte, daß diese, schon 55 Jahre alt, mit großer Liebe an der Mutter hing. Um so mehr Aufsehen erregte es, als man in diesen Tagen Myrtle verhaftete. Wegen Staatsbetrugs, wegen Fälschung, wegen Verheimlichung eines Todesfalles — und was sonst noch dazu kam.
Frau Marietta Bischof war schon vor Wochen,' vor Monaten gar, gestorben. Die Tochter aber verschwieg den Tod ihrer Mutter, erzählte den Nachbarn, die Mutter sei, schwer krank und bettlägerig und nahm zu jedem Monatsersten den Scheck entgegen.
Bis eines Tages der Postmeister sich weigerte, den Scheck herauszugeben, wenn er die Empfängerin nicht wenigstens sehen könne. Das Verhalten der Tochter kam ihm verdächtig vor und er alarmierte die Behörden.
Drei Monate hatte die Tochter die Tote in ihrer Wohnung belassen. Dann erst hatte sie sie begraben ... Sie habe keine anderen Einkünfte gehabt, als diese Pension, sagte die Tochter aus. Und deshalb habe sie so handeln müssen, um nicht zu verhungern. Man hat sie inzwischen einer Irrenanstalt zugeführt.
Krach um die Leopardendame.
(—) London.
Das wollten sich die Leute von Beighton nun doch gefallen lassen: eine Leopardenfrau „serviert" bekommen, die gar keine war! Eine Leo- parden-Dame sollte eine Frau sein, der die „un- erforschliche Mutter Natur", wie der Ansager dieser Sensation sagte, „einen Hautschmuck mitgab auf den Lebensweg, der lebhaft an einen Leoparden und dessen Zeichnung erinnert und teilweise gar den wirklichen Leopardencharakter ausweist!" Sie fresse nur Fische und lebende Frösche, rohes Fleisch und rohe Kartoffeln. Man habe diese Sensation eben aus Amerika importiert — halb Leopard, halb Weib.
Also sprach der Unternehmer James Ainscow, und fein Helfer Walter Asquith pflichtete ihm bei. Die Leute von Beighton strömten in die Bude, in der man die Frau „servierte" — und kamen enttäuscht wieder heraus. Einer erkannte gar die Frau wieder, mit der er früher einmal verlobt war. Im Nu war eine Revolte im Gange, bei der von der Schaubude des Leopardenweibes nicht mehr viel übrig bleiben sollte.
Die Polizei kümmerte sich daraufhin um den Fall und sollte f-est, daß die „Leoparden-Dame" niemals Amerika sah, vollkommen normale Haut hatte — mit Ausnahme eines Muttermals auf der Brust, daß aber die übrige Haut durch Tätowie- r'ingen erheblich verunstaltet war. Was man ja nicht gerade ein Original-Leopardenfell nennen kann. Auch hatte die Dame nie einen lebenden Frosch verschluckt: frisches, rohes Fleisch war ihr zuwider Sie war im übrigen die Frau des zweiten Ausrufers Walter Asquith.
Einen Monat Gefängnis für jeden Unternehmer wegen falscher Angaben und Betrugs des Publikums — lautete das Urteil. Sie haben Revision eingelegt, die Herren der Leoparden-Dame. Sie seien gezwungen gewesen, ein wenig Lärm zu schlagen bei der Ausrufung, denn die — Tätowierung habe doch allein 50 Pfund Sterling gekostet...
Das Ende her Ringbahn von Paris.
(z) Paris.
Unter den vielen altertümlichen Dingen, von denen sich der Pariser nicht zu trennen vermochte, ist bestimmt die Ringbahn die älteste Angelegenheit.
Sie ist in diesen Tagen mit lautem Prusten und viel Ruß, mit Rauch und Schmutz zum letzten Male gefahren. Wenn morgens nun die in ihren Gewohnheiten so konservativen Pariser zu ihrem Bahnhof pilgern, werden sie dessen Türen verschlossen finden und davor schöne neue und strahlend elegante Omnibusse stehen sehen. Die alte Ringbahn von Paris ist in die Vergangenheit und die Geschichte von Paris eingegangen.
Man glaubte sich wirklich um 30 oder 40 Jahre zurückversetzt, in die Großvaterzeit, wenn man dieses Bähnlein bestieg. Kleine Wagen, kleine Lokomotive, mal über Brucken, mal über Häuser, mal durch Tunnels fahrend, an den unmöglichsten Stellen auftauchend mitten im Häusergewirr.
Es war schon so: Paris hatte darüber hinweggebaut. Die Bahn sollte die einzelnen Punkte der Peripherie miteinander verbinden. Aber sie verband nur noch einige, heute durch Untergrundbahn und Omnibus ganz nebensächlich gewordene Plätze mitten in der Stadt, die über diesen Ring längst hinausgewachsen war.
Man ist hier so hartnäckig in der Liebe zum Vergangenen, daß man sie ruhig noch ein paar Jahre hätte fahren lassen, wenn nicht die Krise gewesen wäre. Die Bahn hatte nämlich ein ständiges Defizit von 12 000 000 Fr. im Jahre aufzuweisen. Das wurde auch bei der größten Liebe zum Vergangenen zuöiel. Die neuen Omnibusse sind erheblich billiger.
So kam es denn, daß man den Beschluß faßte, die „Ceinture“ aus dem Betrieb zu ziehen und sterben zu lassen.*Zum Abgewöhnen läßt man noch einige Tage einen Frachtdienst laufen, ehe die Schienen endgültig zum alten Eisen geworfen werden.
Die älteren Herrschaften aber, die sich nun mit ungewohnter Hast auf die Omnibusse schwingen sollen, trauern einem liebgewordenen Gefährt und Gefährten durch die Jahrzehnte nach ...
Der rabiate Herr Chaffat.
(ur) Nizza.
Zugegeben — der Herr Jean Chaffat aus Antibes war schon immer ein wenig launisch und verblüffend in seinen Entschlüssen. Aber dieser Entschluß war der tollste, den er je faßte:
Er hatte an einen Herrn Marseille einen Bazar vermietet, vertrug sich aber dann nicht mehr mit ihm und schickte ihm die Kündigung. Marseille war hartköpfig und blieb. Es folgten Debatten vor Gericht und privat. Ohne Ergebnis. Herr Marseille blieb. Bis er eines Tages merkte, daß die Rückwand feines Hauses heiß wurde und helle Flammen aus dem Dach herausschlagen sah. Da raffte Herr Marseille noch eben zusammen, was er fassen konnte
Einige Minuten später stand das Haus vom Keller bis zum Dach in Feuer. Chaffat hatte sich so über seinen Mieter geärgert, daß er ihn auf jeden Fall zum Auszug zwingen wollte — und sei es selbst dadurch, daß er sein eigenes Haus an= zündete.
Der Zweck war erreicht Aber man kam seltsamen Hausbesitzer, der keiner mehr war, schnell auf d'ie Spur und vertrat die Meinung, baß er keineswegs das Recht habe, fein eigenes Haus anzuzünden, nur weil ihm der Insasse nicht gefiel.
Die Haqia Sophia schwankt.
(z) Istanbul.
Es läßt sich nicht mehr verheimlichen vor der Welt, vor den Besuchern, die erstaunt die Risse betrachten, vor den Einwohnern von Istanbul, daß dieses Riesengebäude der uralten Kirchenbaukunst erheblich aus den Fugen geraten ist. Es ist noch gar nicht so lange her, seit man unter den Kalkschichten, die die Türken nach 1453 auf die Wände legten, die uralten Wandgemälde fand. Immer neue Funde machte man in den letzten Wochen auch an den unscheinbarsten Stellen des Wunderbaues. Doch was nützt das alles, wenn die Hagia
Sophia schwankt und einzustürzen droht? — Die Schichten unter der Kathedrale, vielleicht erschüttert durch den starken Straßenverkehr, geben schneller nach, als man sich träumen ließ. Mit Zementspritzen und Ankern, Drahtseilen und Bleinähten will man den drohenden Verfall aufhalten. In Straßburg, in Mainz und Lübeck hat man sich bei den dortigen Architekten erkundigt, wie sie den Schäden an ihren Kirchen abhalfen, die ähnlich waren rote die an der Hagia Sophia. Ob man sie retten kann?
Ein Schneider wird gesucht.
(h) Reval.
Lustige (Erinnerungen an die berühmte und nicht minder berüchtigte O ch r a n a , die alte zaristische geheime Staatspolizei', sind so selten, daß man gern jene Episode aufgreift, die jetzt nach vielen Jahren der im Exil lebende General Gerassimow, ein ehemaliger Kommandant der Ochrana, erzählt. Sie stammt aus dem Jahre 1908, als das englische Königspaar in Reval das Zarenpaar besuchte. Eine an sich rein formelle Angelegenheit: In Reval war am Tage der Ankunft, am 27. Mai, „alles in Ordnung". Der Sonderzug mit dem Zaren und der Zarin war pünktlich eingelaufen. Man begrüßte das Paar am Bahnhof und führte es dann in offenem Wagen durch die Stadt. (Ein schöner Tag. Soldaten, Polizei, Matrosen und Kinder bildeten Spalier. Alles in Weiß. Aber lassen wir Gerassimow selbst erzählen:
„Ich hatte natürlich meine Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Alle verfügbaren Kräfte der Geheimpolizei hatte ich nach Reval beordert, obwohl mir Asew — der große Spion und Verräter — versichert hatte, daß zur Zeit in Reval kein einziger Anarchist sei, den er kenne. Und Asew kannte sie alle. Im Hafen, im Hauptgebäude des Jachtklubs, empfing das Zaren paar die Delegierten der Bevölkerung und bestieg schließlich den „Standard". Auf ihm fuhr man dem englischen Schiff „Viktoria und Albert" entgegen, das das englische Königspaar, umringt und geleitet von acht großen Schlachtschiffen, brachte. Wie ein Spiegel, so ruhig und so glatt lag das Meer. Russische Torpedoboote kündigten bald das Herannahen der englischen Besucher an.
. Alles ging programmäßig. Bis auf eine Sache, die fünf Minuten die gesamte Ochrana in Alarm brachte: Als „Standard" und „Viktoria und Albert" ihre Salut- und Begrüßungsschüsse austauschten, begannen die Engländer plötzlich mit ihren Flaggen zu signalisieren. Es waren ganz ungewöhnliche Zeichen. Die russischen Seeleute verstanden sie nicht. „W a s i st l 0 s ?" fragte der Zar, und, „Was ist da los?" fragte die gesamte russische Flotte, soweit sie zur Begrüßung in Reval lag. Ein Boot wurde aus- gesetzt und fuhr hinüber, um zu erfahren, was gewünscht werde.
Ganz Reval hat gelacht, als man endlich erfuhr, weshalb die Aufregung entstanden mar! Was die Zeichen bedeuten sollten?--„Schickt einen
Die Zusammenkunft von Florenz.
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Der österreichische Bundeskanzler Schuschnigg (links) und Mussolini bei ihrer Zu- sarnrnenkunft in Florenz, die hochpolitischen Besprechungen diente. Hinter Dr. Schuschnigg (von links nach rechts) der Pressechef der italienischen Regierung, G r af Ciano, der Schwiegersohn des Duce: der Staatssekretär im italienischen Außenministerium Su 0 ich : der Sekretär der Faschistischen Partei Starace.
öocbfAulnacbricbten.
I Inseln. Sie sind in höchster Not.
furchtbaren Stöße des erschütterten Schiffs er-
Seit diesem Vorfall hat man dort ein ständiges
durch die Gläser. Aber sie sahen nichts Lebendiges Aber diese Vorräte drohen ständig unter der Einais den kochenden Gischt, der sich an den schwarzen Wirkung des Sturmes, der Feuchtigkeit und des
Schnees zu verderben. Deshalb braucht man einen
Pro- Ret- Cro-
befeftigten ein Messingschild um seinen Hals, und das Wunder geschah. Erschreckt durch diese befremd-
Wächter.
Der erste verschied hier an Altersschwäche. Dem zweiten hat Hoffnungslosigkeit den Lebensfaden durchschnitten. Man weiß nicht einmal seinen Namen.
Wer will der dritte fein?
»Schön ist es, verliebt zu sein.
der Antarktis gelegen, grünt auf ihm weder Baum noch Strauch, die Wasser bespülen nur erloschenes Kratergestein und vereinzeltes Dornengestrüpp.
Der Dampfer bringt Mehl mit, Rauchfleisch, Konserven, Segeltuch, Leder, Benzin, Del, Reis und Dörrbohnen, Bretter und Nägel. Alles das dient zur Auffüllung des Hilfsdepots auf der kleinen Insel. Diese Vorratskammern werden von einem einzigen Menschen bewacht, einem Einsiedler, einem inmitten dieses stürmischen, unendlichen Meeres Verlorenen. Dieser Mann lebt hier erst seit einem Jahr. Seit dem Tode seines Vorgängers, der drei-
zet-Jnseln. Dort hat die Gesellschaft auf einem der drei Inselchen zwei Holzbaracken aufgeführt, die etwaigen Opfern des Meeres zum ersten Unterschlupf dienen sollen. Das kleine felsige Eiland ist vom Mai bis Dezember mit Schnee bedeckt, und
Insel zerschellte, gab es diesen Helfer noch nicht. Und nur durch ein Wunder wurde die Bemannung gerettet. Die dreizehn Ueberlebenben fanden dort nichts als den nackten Felsen. Bar aller Hilfsmittel und in kopfloser Verwirrung fingen sie einen Albatros, der sich, da er noch nie Menschen gesehen hatte, ihnen in argloser Neugierde näherte. Sie
und jetzt vor dem Grab Hardys stand. Ein paar Felsblöcke und darüber hingeworfen ein Etwas, das einmal ein Mensch hatte fein müssen. Das,
Ensemble gefällig ab. — Der Film läuft seit gestern im Lichtspielhaus: vorher sieht man ein Sensationslustspiel unter dem Titel „Carlos schönstes Abenteuer" mit einer aufregenden Jagd nach einem entflogenen Papagei über die Dächer. Außerdem die neue Wochenschau.
was einmal Arme gewesen waren, war jetzt um die (Erinnerungstafel geworfen. Trotz des Zer-
ift, trägt folgende Inschrift: „Hier ruht Richard Hardy, ein Freund der Schiffbrüchigen" ...
Wer null Dritter fern?
Bencht von einer verlassenen Insel.
23on Hans B Waaenseil
Einmal im Jahr, im Mai, fährt ein alter Dtantbampfer der englischen Gesellschaft zur tung Schiffbrüchiger von Australien nach den
Professor Dr. Ernst Rodenwaldt, Direktor > „Centraal Geneeskundig Laboratoriums“ in
bare Melodien beigesteuert, die sich recht wirkungsvoll von den seriösen Aida-Partien abheben. Her- Von neuem sucht man einen, der sich der Auf-, bert Ernst Groh schmettert mit Bravour den gäbe unterzieht, etwaigen Schiffbrüchigen Hilfe zu schwindelhaften Tenor, Karin Hardt macht eine leisten. Die Erfahrung hat gelehrt, daß es seiner -sehr niedliche kleine Liebhaberin. In den größeren bedarf. und kleineren komischen Partien machen sich Ernst
_ Denn als der Dampfer „Tamaris an der Crozet-! K e st i n , ein munterer Berliner Junge, Ralph ~*r'f —"** " v: r" Arthur Roberts, Theo Lingen und Jakob
Tiedtke sehr verdient. Ernst Dumke als richtiger Kammersänger, Erika Gläßner, Elsa Wagner und Walter Steinbeck runden das
Klippen brach. Albatrosse und zwei Seehunde.
Das Motorboot lief mühsam in die Bucht ein. Sie setzten Fuß an Land. Sie suchten im Schuppen und in der Hütte. Nichts! Die Asche im Herd war kalt. Plötzlich hörten sie einen lauten Zuruf. Es war Petersen der Koch, der zurückgeblieben war
an der Universität Heidelberg ernannt worden.
Professor Dr. Victor Schilling, Direktor der IV. Medizinischen Universitäts-Klinik in Berlin, wurde auf den Lehrstuhl der inneren Medizin an der Universität M ü n st e r berufen.
In den Ruhestand versetzt wurden auf Grund des § 6 des Beamtengesetzes: Professor Emil D 0 v i f a t, der Leiter des Berliner Zeitungswissenschaft» lichen Institutes, und der Professor der Theologie Dr. Otto Schmitts an der Universität M ü n st e r.
Und -auf diesem Grab war es, daß man den andern, den Zweiten, fand. Der deutsche Frachtdampfer „Nereide" hatte einige Tage Sturm und Nebel erlebt und feine Besatzung hatte schon ein Vorgefühl unendlicher Einsamkeit. Regen und Spritzwasser sprühten über Deck, wenn Augenblicke lang der Sturm wuchs und heulend durch die nackten Spieren pfiff. Die Mannschaften klammerten sich als schwarze Schattenrisse, Halt suchend, an die - •_<. - . -. „ - . ... . .
Stage, sanken mit dem Schiff, wenn es von einem W Mästung stürzte sich der Vogel m die Unend- Wellenkamm hinuntersauste, und tauchten wieder l'chkeit überflog, als werde er von lemandem ge-
mit ihm auf, dankbar das Deck noch unter ihren W, den Ozean und liefe sich endlich, am Ende
Füßen zu finden, gepeitscht vom Regen, yeblendet ^-ner.Kräfte in Freemantle nieder. Dort, an der
von der Dunkelheit, unfähig zu sehen, fähig nur Westküste Australien^ e-Uz.fferte man die auf das
zu fühlen, sei es mit den Händen, die, nafe und Wb emgramerte Botschaft: „Rettet unverzüglich' erfroren Reelina und Stützen gepackt hielten, ober die 13 Mann Besatzung des Dampfers Tamaris. des „<
mit ihren Leibern die sich hoben und senkten, die Sie befinden sich völlig hilflos auf den Crozet- Batavia, wurde als Nachfolger von Professor
furchtbaren Stötze des erschütterten Schiffs er-Inseln. Sie sind in höchster Not." Eine der un- Do Id auf den Lehrstuhl der Hygiene an der Uni-
duldeten und die Wucht der Brecher, die über Deck glaublichsten (Errettungen aus bitterster Not konnte versitat Kiel berufen,
hereinbrachen, ihnen den Atem aus den Lungen V> durchgeführt werden Man fand die Besatzung - - -
schlugen und sie fast aus ihren Schlupfwinkeln in M nnr """
das hoffnungslose Toben der See hinemrissen... und Anstrengung.
Endlich erreichten sie die Insel. Der Kapitän suchte C::i ' _______ '____
schon seit geraumer Zeit mit dem Blick die Küste Lebensmitteldepot eingerichtet. Seitdem schimmert ab, die barbarisch zur See abstürzte. Beunruhigt dort in diesem weltverlorenen Winkel des Indischen rief er seinem Steuermann. Sie beide suchten jetzt! Ozeans eine Hoffnung auf Rettung aus Seenot.
|o durchgesuhrt werden Man and die Besatzung Der Privatdozent Dr. August S e y b 0 l d von der JaH) vor, erschöpft von Hunger Universität Köln ist als Nachfolger von Professor !Dr. L. I 0 st zum ordentlichen Professor der Botanik
zehn Jahre hier gehaust hat und zu einem legendären Helden geworden war, zum geheimnisvollen Schutzengel aller Seeleute auf diesem wilden Meere, ist dieser Mann der erste, der sich bereit gefunden hat, der Welt zu entsagen, um Wächter auf der Insel zu werden.
Er ist geheimnisvoll. Niemand kennt ihn oder seinen Namen. Man weife nur, bafe er eines Tages im Bureau der Gesellschaft in Sidney erschienen ist, um sich für diesen Posten anzubieten. Er hat sich bereiterklärt, zukünftig auf dieser verlassenen Insel zu leben, sofern weder seinem Namen nachgefragt würde noch seiner Vergangenheit. Man nahm an. Man bezahlt ihm 500 Mark im Jahr, und feine Ausgabe besteht darin, zu warten, bis ein Schiff an seiner Felsbank Havarie erleidet — und den Schiffbrüchigen die Depots zu öffnen. Er wird dafür bezahlt, bafe er tausend Kilometer von allem Lebendem entfernt lebt, als der ausgeftofeenfte Mensch der Welt.
Man weife nur, bafe er Deutscher ist, und wie [ein Vorgänger hat er auf der Ueberfahrt zu feiner freiwilligen Verbannung kein Wort gesprochen. Man erzählte auch von eben diesem Vorgänger, dem ersten Wächter der Insel, dem Mann, der nie sprach, und der seine Post, die er einmal im Jahre erhielt,
über tausend Kilometer von der nächsten menschlichen Ansiedlung entfernt. Ständig von den Wogen ! . , ......—u..
des Meeres umbrandet, unweit der ewigen Eiszone : racke, in der der Körper lag; bann setzte er bie der Antarktis gelegen, grünt auf ihm weder Baum! Asche bei und rollte einen großen Stein über dieses noch Strauch, die Wasser bespülen nur erloschenes bescheidene Grab. Das Brett, das darauf befestigt
ungeöffnet ins Feuer warf. An einer Stelle feines Logbuches findet man folgende (Eintragungen: „Sturm seit 37 Tagen. Dichter, fast undurchdringlicher Nebel Ich höre das ständige Krachen der (Eisberge gegen bas Riff. Ich wache ... allein. Ich muß jetzt ungefähr 61 Jahre alt fein."
Dreizehn Jahre lang hat dieser Ausgestoßene so gelebt indem er täglich bie Lebensmittelvorräte kontrollierte, ob ihnen bie Feuchtigkeit nicht schabe. Manchmal kamen Seehunbe auf die Insel.
Nach dreizehn Jahren starb er. Allein ... „ . , |uywtll.vcl ..... c.uct ^lcraHviunujW utmuuu wu»
Ein Walfischfänger, der eines Tages an der Insel Entsc^uß von der Welt der Menschen ge- beibes ben Leuten viel Vergnügen bereitet.' Willi
anlegte, um seine Vorräte zu ergänzen, fand dort schieden war. Ein Namenloser, em (Eremit, em Ge- Engel-Berger hat ein paar leichte und fang« den Leichnam im Zustande der Auflösung. Mit he'mmsvoller. — ' • - ' *1 B
Hilfe seiner Mannschaft legte er Feuer an die Ba- ! Von neuem ist der Posten frei. vnrfn in X a »■ h.. C^v X -a (aa. hntin lotofo OY h i ö
Ein unter der Regie von Walter Janssen, der früher als jugendlicher Held am Frankfurter Schau-
W,3.5WSWS. S» srs
^«eiflung. fortgesetzten Verwechslung eines armen, aber mit
^oz^t-Jnsel war also tot. Kem schöner Naturstimme begabten Bühnenarbeiters und nbkr# em!m eine5 hachberühmien Kammersängers beruhen. Wie Leben em Ende bereitet hatte. Em Unbekannter QU5 der Überschrift hervorgeht, ist dieser Kulissen- Ln»m ^rSmfe,t ?^a$enLer QU5 schwindel mit einer Liebesgeschichte verquickt, was
Pmprrpm ruf mhin nnn hör MQolh hör STDonirhon nn- ■ ° 1 . •_____


