16 Kilometer über -er Erde.
<5osyns berichtet über seinen Gtratosphärenflug.
brüber Fechtner und Ernst Sporke standen, richtete sich die Anklage auch gegen eine Reihe von Landwirten, die ihre Gebäude gegen Bezahlung hatten anstecken lassen. 181 Bauten fielen dem gewissenlosen Treiben dieser Verbrechergesellschaft innerhalb von sechs Jahren zum Opfer. Der Schaden, den die verschiedenen Feuerversicherungsgesellschaften erlitten haben, dürfte mit etwa 3 Millionen Mark noch zu niedrig angegeben sein. Das Urteil lautete wie folgt: Ernst Sporke 15 Jahre Zuchthaus, 10 Jahre Ehrverlust und 600 Mark Geldstrafe, Emil Fechtner 6 Jahre Zuchthaus und 6 Jahre Ehrverlust, Hermann Neumann 5 Jahre 8 Monate Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und 300 Mark Geldstrafe, Kurt Fechtner 4 Jahre Zuchthaus, 4 Jahre Ehrverlust und 30 Mark Geldstrafe, Ernst Steinmetz 3 Jahre Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust. Vier weitere Angeklagte erhielten Zuchthausstrafen bis zu zwei Jahren sechs Monaten bzw. acht Monaten Gefängnis.
Aus aller Welt.
Acilscherwerksialt in einem englischen Gefängnis.
In der Druckerei des Gefängnisses von Penton- ville wurde eine Werkstatt zur Herstellung falscher amtlicher Formulare und Scheine aufgedeckt. Vor mehr als einem Jahr waren der Polizei eine Anzahl gefälschter Zeugnisse in die Hände gefallen, und noch vor vier Monaten fand die Polizei bei einer Razzia in einem Hause in West- London einen ganzen Stotz solcher Dokumente. Die bei dieser Gelegenheit verhafteten Personen wurden abgeurteilt. Die Polizei glaubte, der Sache damit ein Ende gemacht zu haben. Zu ihrem Erstaunen tauchten aber immer wieder solche Fälschungen auf. Schließlich fand man heraus, daß ein in solchen Dingen bewanderter Strafgefangener in Pentonville die falschen Formulare druckte und gegen Tabak und anderen Vergünstigungen Wärtern überreichte, die ihrerseits einen schwunghaften Handel damit trieben. Der Strafgefangene wurde sofort in Einzelhaft gesteckt. Zwei Gefängnisbeamte wurden vorläufig ihres Postens enthoben.
Unpünktlichkeit bewahrt 40 Mädchen vor dem Tode.
In Dudley (Worcestershire) wurden 40 in einem Kleinwarenhaus als Verkäuferinnen angestellte Mädchen durch die Unpünktlichkeit der Geschäftsführerin vor dem Tode oder doch vor schweren Verletzungen bewahrt. Die Geschäftsführerin hatte ihren Omnibus verpaßt und war daher einige Minuten später gekommen, während die Mädchen vor der verschlossenen Tür warteten. Als die Mädchen noch vor der Tür standen, stürzte plötzlich das ganze Gebäude in sich zusammen, und zwar nach der Seite, an der gerade Ausschachtungsarbeiten für den Ausbau des Warenhauses im Gange waren. Die 30 dort beschäftigten Arbeiter hatten gerade ihre Frühstückspause und sind dadurch dem Tode entronnen. Niemand wurde verletzt.
Sensation in den Lüften.
Zwei Chinesen wollen ihre Flugkunst beweisen.
Zwei Chinesen, die in das Fliegerkorps ihrer Heimat ausgenommen zu werden wünschten, wollten ihre Flugkunst dem am Freitag mit dem Lloyd- dampfer „Bremen" in Neuyork eintreffenden chinesischen General Tsch a n g Fa kw e i vorführen. Sie probten deshalb in 700 Meter Höhe über dem Neuyorker Stadtteil Brooklyn einen Scheinkampf, wobei sie sich schließlich so nahe kamen, daß ein Flugzeug, vom Propeller des anderen durchschnitten, ab stürzte und ein Hausdach durchschlug, während das zweite mit beschädigtem Motor ein drei Kilometer entferntes Feld zu erreichen vermochte, sich dann aber überschlug. Der erste Flieger starb bald nach dem Absturz, der zweite erhielt einige Verletzungen; der Fall wird außerdem noch ein unangenehmes Nachspiel erleben, da Schaukämpfe von Zivilflugzeugen nur ausnahmsweise gestattet werden.
„Graf Zeppelin- auf dem Rückflug.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin", das in den frühen Morgenstunden des Donnerstag auf seiner sechsten Südamerikafahrt in Rio de Janeiro gelandet war, ist um 11.15 Uhr MEZ. zu seiner Rückfahrt gestartet.
Flugpostdienst Moskau—Neuyork.
Das Volkskommissariat für Verkehrswesen in Moskau hat dem amerikanischen Flieger Hutchinson die Erlaubnis erteilt, einen Flugpostdienst Moskau — Neuyork einzurichten. Der Lustpostverkehr auf dieser Strecke soll im September beginnen, sobald Hutchinson seine Probeflüge mit einer neuen Maschine abgeschlossen hat. Heihluflballou Brunners erreicht 1500 Meter Höhe.
Auf dem Flugplatz der Eberswalder Fliegerortsgruppe in Finowfurth startete zum zweiten Male der Heißluftballon, über den bereits berichtet wurde. Unter Führung des Erfinders Rudolf Brunner erreichte der Ballon, der später in der Nähe von Lichterfelde am Großschiffahrtsweg landete, eine Höhe von 1500 Meter. Die Versuche, die von zahlreichen Zusauern beobachtet wurden, sanden im Beisein des Propagandaleiters des Deutschen Luftsportverbandes, Ängermund, statt. Nach der Landung erklärte Brunner, daß es ihm ein Leichtes gewesen wäre, ein Höhe von 2000 Meter zu erreichen.
Algerischer Aulobus ins Meer gestürzt. — 9 Tote, 4 Verletzte.
Ein schweres Autobusunglück ereignete sich bei St. Eugöne in Algerien. Der zwischen Stauli und Algier verkehrende Personenautobus stieß bei St. Eugene mit einem Auto zusammen, dessen beide Insassen schwer verletzt wurden. Der Autobus kam bei dem Zusammenstoß ins Schleudern, Durchschlug eine Brustwehr und st ü r z t e aus fünfzehn Meter Höhe ins Meer. Erst nach sechsstündigen Bergungsarbeiten konnten neun Fahrgäste als Leichen geborgen werden; zwei Personen trugen leichtere Verletzungen davon.
Fünf Schwerverletzte bei einem Autounglück.
Ein schwerer Verkehrsunfall ereignete sich auf der Straße von Landeck nach Reichenstein (Nie- derschlesien). Bei dem Versuch, durch starkes Bremsen einen Zusammenstoß mit drei Radfahrern zu vermeiden, geriet ein von einer Frau gesteuerter Kraftwagen ins Schleudern und stürzte eine zwanzig Meter tiefe Böschung hinab. Die Insassen des völlig zertrümmerten Kraftwagens, Frau Göbel- Grunwald, die Ehefrau des Bahnhofswirtes L i e b e t h a l aus Glatz, das Kindermädchen Irmgard Grün und der in der Hindenburg-Baude als Sommergast weilende Kapitän Paul Fleischer aus Stettin wurden schwer verletzt ins Kran- ksnhs/us geschafft. Das 1 ^jährige Kind der Frau Göbel kam ohne Verletzungen davon. Ein Rad-
Co syns und van der El st haben weitere Einzelheiten über den Verlauf ihres Aufstieges in die Stratosphäre mitgeteilt. Den stärksten Eindruck scheint auf sie die große Kälte, die sie in der Stratosphäre angetroffen haben, gemacht Zu haben. Besonders unangenehm empfanden sie es auch, daß sie sich während der 14stündigen Fahrt in der Gondel kaum bewegen konnten. Während der ganzen Zeit stellten sie wissenschaftliche Beobachtungen und Strahlenmessungen an. Die Erde war ihren Blicken meist durch dichte Wolken verborgen. War einmal ein Durchblick möglich, so bot sich ihnen die Erde als eine farbenprächtige Landkarte dar, auf der sich alle Bodenunterbrechungen und die geographischen Verschiedenheiten deutlich und scharf'ab- hoben. Der Ballon fuhr mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 85 Kilometer, was aber keinerlei Einfluß auf ihr physisches Befinden hatte. Die Gondel hielt ausgezeichnet das Gleichgewicht. Interessant ist auch, wie sich in 1 6 0 0 0 Meter Höhe der Himmel den beiden Fliegern darbot. Die Färbung fei so sonderbar gewesen, daß man sie gar
Die Erträgnisse der Seefischerei nehmen heute innerhalb der deutschen Ernährungswirtschaft einen wesentlich bedeutungsvolleren Platz ein als früher. Das ist vor allem dem technischen Fortschritt zu verdanken. Denn erstens sind infolge der technischen Vervollkommnung der Fangfahrzeuge die Fischfänge sehr viel reicher geworden. Die große deutsche Hochseefischereiflotte unternimmt weite Reifen, um größere Fänge zu erzielen. Ihre Schnelligkeit und Fahrtüchtigkeit gestattet ihr, die gefangenen Fische in kurzer Zeit an Land zu bringen, damit sie für Ernährungszwecke Verwendung finden können. Zweitens aber find auf dem Gebiet der Frifcherhaltung und der Verarbeitung der Seefische große Fortschritte gemacht worden. Die deutsche Seefischerei begnügt sich heute nicht mehr damit, an den deutschen Seeküsten Fischfang zu betreiben. Ihre moderne, schnellen und leistungsfähigen Fangfahrzeuge fahren vielmehr nach fernen, fischreicheren Meeren, um von dorther Nahrung für das Sechzigmillionenvolk herbeizuholen.
Als das Ergebnis dieser technischen Vervollkommnung der Seefischerei und der Verwertung der Fischfänge ist es anzusehen, daß die Mengen von Seefischen und anderen Seetieren, die die deutsche Seefischerei der Dolksernährung zugeführt, ft ä n ö i g g e ft i e g e n find. Im Jahre 1913 wurden von ihr insgesamt 1,7 Millionen Doppelzentner Fische und andere Seetiere an Land gebracht. Bis zum Jahre 1925 stiegen die jährlichen Erträgnisse der Seefischerei bis auf 2,1 Millionen Doppelzentner. Im Jahre 1933 betrugen sie aber nach der in den Vierteljahresheften zur Statistik des Deutschen Reiches veröffentlichen „Darstellung der Ergebnisse der deutschen Seefischerei" nicht weniger als 3,9 Millionen Doppelzentner. Seit dem letzten Vorkriegsjahr hat sich also die Menge der gefangenen Seefische und sonstigen Seetiere mehr als verdoppelt.
Der Wert dieser Fänge wurde im Jahre 1913 auf insgesamt 46 Millionen Mark, im Jahre 1933 auf 60 Millionen Mark veranschlagt. Wenn der Wert der Fischfänge sich nicht in gleichem Maße wie die Menge erhöht hat, so beweist das nur, daß die Seefischnahrung billiger geworden ist. Die technischen Fortschritte sind also in erster Linie der billigen Versorgung der Bevölkerung mit Seefischen zugute gekommen. Diese sind in der Tat heute nicht nur ein sehr wertvolles, sondern vor allem auch ein sehr billiges Volksnahrungsmittel. Die in bezug auf die Frifcherhaltung der Fische gemachten Fortschritte haben dazu geführt, daß heute nicht mehr nur die Küstenbevölkerung im Seefisch ein sehr gesundes und billiges Nahrungsmittel erblickt, sondern daß sich auch die breiten Massen der Jndustriebeoölkerung und insbesondere der Großstadtbevölkerung in großem Umfange dem Seefischkonsum zugewandt haben. In dieser Hinsicht kann freilich durch eine systematische Auf- klürungstätigkeit noch weit mehr erreicht werden. Der deutsche Seefischverbrauch ist noch sehr ausdehnungsfähig, und schon der Preisrückgang scheint zu beweisen, daß der Konsum nicht ganz mit der steigenden Ertragsfähigkeit der deutschen Seefischerei gleichen Schritt gehalten hat.
Der volkswirtschaftlich und ernährungswirtschaftlich wichtigste Seefisch ist und bleibt der Hering. Don den im Jahre 1933 von der deutschen Nordsee
fahrer, ein tschechoslowakischer Staatsangehöriger aus Rosenfranzberg wurde überfahren und lebensgefährlich verletzt. Bei den übrigen Verletzten besteht keine unmittelbare Lebensgefahr.
Bier Tote, vier Schwerverletzte bei einem Autounglück in Frankreich.
Ein folgenschweres Kraftwagenunglück, bei dem vier Personen den Tod fanden und vier andere lebensgefährlich verletzt wurden, ereignete sich auf der Landstraße von Etampes nach Paris. Ein Lieferwagen, in dem acht Personen Platz genommen hatten, geriet auf der vom Regen glatt gewordenen Straße ins Rutschen und wurde gegen einen Baum geschleudert. Vier Leichen und vier lebensgefährlich Verletzte wurden aus den Trümmern gezogen.
Schweres Unwetter im Badischen.
Heber Baden-Baden und dem Oostal ging ein furchtbares Unwetter mit Blitzschlag, Donner und Sturm nieder, das auch ein Todesopfer forderte. Vier Holzarbeiter aus Lichtental suchten in einer Hütte zwischen Seelach und Scherrbach Schutz vor dem Unwetter. Der Blitz schlug in die Hütte ein und tötete den ledigen 29jährigen Heinrich Maier aus Lichtenthal, der 39jährige verheiratete Johann Ihle auch Lichtenthal wurde vom Blitz- chlag gelähmt. Die beiden anderen Holzarbeiter wurden nur betäubt. Das Sturm- und Hagelwetter ging auch über dem Murgtal nieder. Dort ist die ganze Ob st ernte vernichtet. Auch vom Bühlerhöhe-Gebiet werden große Sturmschäden gemeldet.
verbrennungslod einer Greisin.
Ein schrecklicher Unfall ereignete sich in Kassel. Eine 75jährige Frau wurde hier plötzlich von einem Unwohlsein befallen und ging im Zimmer auf und ab. Dabei kam sie dem offenen Kerzenlicht
nicht genau definieren könne. Am ehesten könne man noch von einem tiefen Violettblau sprechen. Die Sonne erschien ihnen als eine ganz weiße Scheibe. Als sie in 16 000 Meter Höhe sich zum Abstieg an» schickten, befanden sie sich noch in vollster Helligkeit, während tief unten unter ihnen - die Erde schon in Dunkelheit versank. Die beiden Forscher haben während der ganzen 14ftünbigen Fahrt kaum Nah - r u n a zu sich nehmen können, so sehr waren sie mit ihren Arbeiten beschäftigt. Unerklärlich ist das nahezu vollständige Versagender. Funkverbindung. Für die Navigation waren die Flieger ausschließlich auf die Bussole und die meteorologischen Erkundigungen angewiesen, die sie vor dem Ausstiege eingezogen hatten.
Cosyns erklärte, daß es seiner Ansicht nach möglich sein müsse, mit einem Ballon, der mit einem Spe^ialstoff ausgerüstet fei, Höhen bis zu 3 0 0 0 0 Meter zu erreichen. Darüber hinaus werde man aber schwer kommen. Cosyns will nunmehr in etwa zweimonatigen Studien die wissenschaftlichen Ergebnisse seines Fluges auswerten.
fischerei erzielten Fängen waren zwei Fünftel Heringsfänge. Der Ertrag an frischen Heringen ist infolge der Verbesserung der Fangtechnik und der immer ausgebreiteteren Anwendung des Schleppnetzes stark gestiegen. Von der Nordseefischerei wurden im Jahre 1933 nicht weniger als 1,2 Millionen Doppelzentner Heringe im Werte von 12,3 Millionen Mark an Land gebracht. An zweiter Stelle stehen die Kabeljau sänge, die rund 586 000 Doppelzentner im Werte von 8,9 Millionen Mark, und die Schellfisch sänge, die 278 000 Doppelzentner im Werte von 6,7 Millionen Mark betrugen. Daneben wurden in größeren Mengen noch Seelachs, Rotbars und Scholle gefangen. In der Oftfeefifcherei spielen Aal und Flunder die wichtigste Rolle. Der Wert, der im Jahre 1933 aus der Ostsee gewonnenen Ale wird auf 1,9, der der Flundern auf 1,3 Millionen Mark veranschlagt. Hierzu kommen noch für 0,8 Millionen Mark Ostsee h e r t n g e, für 0,5 Millionen Mark Ostsee - zauder und für 0,3 Millionen Mark Ostsee- schollen. Aber die Ostseefischerei reicht an Bedeutung bei weitem nicht an die Nordfeefischerei heran. Im Jahre 1913 wurden an der Ostsee noch für 10,38 Millionen Mark Fische gefangen und in der Nordsee für 21,86 Millionen Mark. Bis zum Jahre 1933 hat sich dieses Verhältnis aber wesentlich zugunsten der Nordseefischerei verbessert. Im letzten Jahre entfiel auf die Nordseefischerei ein Ertrag von 52,91 Millionen Mark, auf die Ostsee- fifcherei nur ein Ertrag von 7,48 Millionen Mark. Die Nordseefischerei umfaßt vor allem die Großunternehmungen der Hochseefischerei, die steigende Mengen von frischen Heringen an Land bringt. Ebenso werden Muscheln, Austern usw. hauptsächlich in der Nordsee gefangen.
Trotz der erfreulichen Steigerung der Erträgnisse der deutschen Seefischerei werden noch immer recht beträchtliche Mengen von frischen und gesalzenen Heringen sowie an Fischkonserven aus d e m A u s- lande nach Deutschland gebracht. Im Jahre 1933 wurden für insgesamt 46 Millionen Mark frische und zubereitete Fische aller Art nach Deutschland emgefuhrt, dagegen für nur 6,1 Millionen Mark aus Deutschland ausgeführt. Die deutsche Außenhandelsbilanz weist also auf diesem Spezialgebiet noch immer einen Einfuhrüberschuß von f a ft 40 Millionen Mark auf. Norwegen, England und Holland sind die Hauptlieferanten von ausländischen Seefischen, während Deutschland seinerseits hauptsächlich die Tschechoslowakei, die Schweiz, Oesterreich und Polen mit Seefischen versorgt. Der inländische Seefischkonsum ist zwar gestiegen, aber, wie schon erwähnt, nicht in genügendem Maße. Im Jahre 1913 kam auf jeden Deutschen ein Seefischverbrauch von 6,8 Kilogramm, im Jahre 1933 ein Verbrauch von 8,8 Kilogramm. Aber jeder Engländer verzehrt im Durchschnitt 20 bis 25 Kilogramm Seefische jährlich. Der Mahnruf: „Eßt mehr Seefische!" ist also nach wie vor bedeutungsvoll. Er muß freilich heute lauten: "Eßt mehr deutsche Seefische!" Denn noch immer wird ein gutes Drittel des deutschen Seefischverbrauchs durch ausländische Einfuhr zugedeckt. Aber abgesehen von einzelnen Sorten von Seefischen und Fischkonserven, die in Deutschland nicht heimisch sind, kann die hochentwickelte deutsche Seefischerei den Bedarf allein decken.
zu nahe, ihre Kleider fingen Feuer und im Nu stand sie lichterloh in Flammen. Der im selben Zimmer schlafende Ehemann wurde durch die Schreie seiner Frau wach. Das Feuer wurde gelöscht, doch hatte die Unglückliche derart schwere Brandwunden erlitten, daß sie bald nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus d e r ft a r b.
Drei Bergsteiger tödlich abgestürzt.
Eine nach der Jungfrau aufgebrochene Berg- steigergruppe, bestehend aus einem 21jährigen Luzerner und den beiden Bergsteigern Rodert Bischof und Rudolf Brunner aus Wengen stürzte aus noch nicht genau festgestellter Ursache am 3765 Meter hohen Großhorn ab. Alle drei wurden auf der Stelle getötet. Aus Wengen ist ein Extra- zug mit einer Rettungskolonne zur Bergung der Leichen nach Lauterbrunnen abgefahren. Die beiden Bergführer sind Familienväter mit mehreren Kindern.
Ein unmenschlicher Vater.
Ein Einwohner des Ortes Montier bei Nancy wollte seinen siebenjährigen Sohn wegen irgend- einer Kleinigkeit dadurch bestrafen, daß er ihn in einen Koffer sperrte, in dem er die Nacht verbringen mußte. Als der Vater am Morgen den Koffer öffnete, fand er feinen Sohn erstickt vor. Der unmenschliche Vater ist verhaftet worden.
Paris hat kein Geld für die Schaffung einer weiblichen Polizei.
Das Mitglied des Pariser Gemeinderates Maf - fort) wirbt feit langem für die Schaffung einer weiblichen Polizei in Paris nach dem Vorbild Englands. Der Pariser Polizeipräfekt steht der Anregung nicht ablehnend gegenüber, erklärt jedoch, daß die Stadt Paris vorläufig keine Mittel für diesen Zweck aufbringen könne.
Oie drei Menschentypen.
Eine der einfachsten Einteilungen aus der Unzahl der Methoden der Menschenerkenntnis ist die nach Gesichts-, Ohren - und Rhythmus- mens ch e n. Vor allem ist es für jeden wichtig, 311 wissen, zu welcher dieser drei Gattungen man | ich s e I b ft zu rechnen hat. G e s i ch t s rn e n - scheu sind solche mit scharfen g e i ft i g e n Augen. Diese können sich ohne weiteres mit ihrem Vorstellungsvermögen Landschaften, Menschen, Begebenheiten der verschiedensten Art, Bücher und Noten usw. vorstellen. (Bei Noten sind in diesem Falle die Notenbilder gemeint.) Es sind die Menschen, deren geistiges Auge ihnen eine große G e - b ä d) t n i s ft ü & e gibt. Zu ihnen gehören z. B. biejenigen, bie bei irgenb einem Text aus einem Buch sich bes Inhalts bann erinnern, wenn sie sich bie Stelle in bem Buch vergegenwärtigen, bas ben Text enthält. Die Augenmenschen, bie eine Melobie spielen, sehen geistig bie Noten berselben beutlich vor sich. Unscheinbare unb bebeutungslofe Ereignisse werben von biesem Typ noch nach Jahrzehnten genau geschilbert, als ob ein Film vor ihren Augen abrollt.
Die Ohrenmenschen mieberum haben ein feines Gehör für frembländische Aussprache, Dialekte, Stimmenabstufungen. Deren Gebächtnis wird zum Finben burch ben Tonfall angeregt. Sie finb vielfach musikalisch unb ahmen oft unbewußt bie Stimmen anberer nach.
Zu bem brüten Typ, bem Rhythmus-Men» schen, gehören bie körperlich sehr beweglichen, wie z. B. Tänzer unb Tänzerinnen, Sporttreibenbe usw. Eine Tänzerin fühlt gewissermaßen, ohne daß sie tanzt, wie sie sich bewegt, sie erlebt bcn Rhythmus innerlich, ebenso kann sich ein Tennisspieler jeben Schlag gefühlsmäßig Dorfteilen.
Meist gehören bie Menschen nicht ausgesprochen einem bieser bret Typen an, fonbern zweien ober gar allen breien, natürlich in unzähligen Abstufungen. Es ist aber überaus wertvoll zu wissen, welchem Typ man selbst hauptsächlich angehört, um ben Nutzen, ben einem bieser Typ gewährt, voll ver- verwerten zu können.
Das Mahl ohne Speisen.
Früher waren die Zuschauer durchaus damit zufrieden, wenn sich die Bühnenhelden an eine nur sehr spärlich gedeckte Tafel zum Festmahl niedersetzten und klappernde Becher zum Munde führten und in Blitzesschnelle leerten, um sie stets aufs neue mit einem unsichtbaren Wein aus einem schier unerschöpflichen Krug füllen zu lassen. Heute verlangt der Theaterbesucher eine etwas wirklichkeitsgetreuere Darstellung. Sv hat das moderne Schauspiel dem Mahl auf der Bühne aud) besondere Wirkungsmöglichkeiten abgewonnen, die eine ungezwungene Eß- und Trinkbetätigung der Darsteller zur Voraussetzung haben. Durch die sorgfältig einstudierte, individuell abgestimmte Art zu speisen, werden die Charaktere auch nach dem Allzumenschlichen hin ausgeformt. Das durch das Bitten und Zureichen, das Danken und Essen aufgelöste Rundgespräch einer Tafelrunde auf der Bühne wird oft zu einer besonders eindrucksvollen Milieuszene. Für Komödien und Schwänke aber ist bie Eß-Szene vielfach der Höhepunkt des allgemeinen Vergnügens. Der Zuschauer fühlt sich geradezu als unsichtbarer Gast mit in die Tafelrunde einbezogen und den Dar- stellern dieser profanen Beschäftigung verwandt. Für den Schauspieler aber sind diese Eß-Szenen sehr schwierige Partien feiner Rolle, und er muß neben der Dialoggestaltung alle mimischen Künste spielen lassen; denn was ihm vorgesetzt ist, ist wirklich aus der „Welt des Scheins". Der schäumende Champagner ist zumeist Selterswasser, die feinen Weine und Liköre find nur schwacher Tee, und die Speisen bestehen zumeist aus Attrappen und kleinen Stückchen Brot, Gebäck und Obstscheiben, die mit Messer und Gabel als Braten und Gemüse verzehrt werden müssen. Aus verschiedenen Gründen empfiehlt sich diese Verwendung von Ersatzspeisen, und zwar schon deshalb, weil der Schauspieler während des Spiels weder die Zeit noch die Aufnahmefähigkeit hat, um wirklich zu essen und zu trinken. Davon gibt es nur wenige Ausnahmen. Dann handelt es sich zumeist um besonders erfahrene Spieler, die sich auf den Brettern so sicher fühlen, daß sie eine richtige Mahlzeit auf der Bühne einehmen können. So war z. B. der französische Schauspieler Lucien Guitry dafür bekannt, daß er stets ein richtiges Diner verspeiste, wenn es in der Rolle vorgeschrieben war. Viele Scherze und Bosheiten verbinden sich im Bühnenleben mit diesen „gefährlichen" Eß-Szenen. So wurde dem englischen Schauspieler Tree einmal statt kalten Tees Terpentin in den Humpen gefüllt, den er auf einen Zug ausleerte. Er fühlte plötzli chdie Hölle durch feine Kehle rinnen, besaß aber genug Selbst- beherschung und Geistesgegenwart, um seine Qual nicht zu zeigen ud in heiterster Laune zu Ende zu spielen. Hin und wieder aber wird statt des Tees auch richtiger Wein in die Gläser geschenkt, wenn das Stück ein derart improvisiertes Fest der Schau- pieter auf der Bühne gestattet. Dann erhöht sich oft die Wirkung des Spieles bedeutend. Damit fällt die Schranke zwischen Bühne und Zuschauerraum, und das Spiel wird zu einem gemeinsamen kleinen Fest.
Wettervoraussage.
Von den britischen Inseln her steigt der Luftdruck kräftig an und drängt die nördliche Störung nach Skandinavien hin ab. Da von ihr Ausläufer nach •ein Festland ragen, die wechselnde Winde mit verschieden temperierten Luftmassen Hervorrufen, ist noch vereinzelt mit dem Auftreten von Gewitter- törungen zu rechnen. Jedoch wird der hohe Druck diese Reststörungen allmählich auffüllen und unser Wetter beständiger gestalten. Bei vorwiegend heiterem Himmel erreichen die Temperaturen tagsüber wieder höhere Werte, und die Gegensätze zwischen Tag und Nacht verschärfen sich.
Aussichten für Samstag: Vorwiegend heiter, zeitweise auch leicht wolkig, tagsüber warm, nachts frisch, ganz vereinzelt Neigung zu Gewitterstörungen.
Aussichten für Sonntag: Weitere Beruhigung der Wetterlage.
Lufttemperaturen am 23. Aug.: mittags 24,8 Grad Celsius, abends 16,6 Grad; am 24. Aug.: morgens 14,8 Grad. Maximum 25,7 Grad, Minimum 13,5 Grad. Niederschläge 6,0 mm. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. Aug.: abends 21,0 Grad; am 24. Aug.: morgens 17,7 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 4,3 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioersitäts-Buch- und Steindruckerei
R. Sonne, K.-G., sämtlich in Gießen.
Em billiges Volksnahrungsmittel.
Vom Nutzen der deutschen Hochseefischerei.


