schaftertages bildete ein von der Stadt Koburg gegebenes Marktfest. Herzog Carl Eduard, Gruppenführer E r n st, Bürger aus allen Schichten und Landsmannschafter aus allen Gauen bekannten sich auch hier zur deutschen Volksgemeinschaft, zum „Geist von Koburg".
Aschaffenburger Heimatmuseum.
Zu Pfingsten ist das neueingerichtete Aschaffenburger heimtmuseum in den neben der berühmten Stiftskirche rings um den wundervollen Kreuzgang liegenden kanonischen Gebauten zur Besichtigung freigegeben worden. Nach dem Urteil der staatlichen Denkmalpflege ist aus der einstigen Rumpelkammer-Sammlung „das besteingerichtete Provinzmuseum Bayerns^ entstanden. Die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichenden prachtvollen Kapi- telsäle bilden den Rahmen für eine weise be- schränkte Schau der Heimatgeschichte. Zeugen der deutschen Frühgeschichte (Hallstatt, und Lq-Töne° Zeit), Altäre und Denksteine aus den römischen Kastellen Stockstadt und Dbernburg, römische Sigil- lata, Amphoren und Münzen leiten die Heimatgeschichte ein. Es folgt das Mittelalter mit wundervollen Architekturteilen, köstlichen Steinschnitten und Bildhauerarbeiten. Die einstigen Blütenzeiten des Spessarts werden lebendig in den Erzeugnissen der kurfürstlichen Glasbläsereien und Der einstigen Eisenschmelzen. Reich vertreten ist die einstige Fayencefabrik Aschaffenburg-Damm mit urwüchsigen Figuren und Gruppen, z. T. auch nach Formen der eingegangenen höchster Fayencefabrik. Eingerichtete wurde das Museum, nach dessen Vorbild auch in Miltenberg und Obernburg ähnliche Sammlungen angelegt werden sollen, von dem Aschaffenburger Kunsthistoriker Erich S ch o h e.
Grundsteinlegung der Heidelberger Thingstätle.
Die Pressestelle der Heidelberger Reichsfest- spiele teilt mit: Nachdem der Freiwillige Arbeitsdienst in drei Schichten an der Heidelberger Thing- st ä t t e auf dem heiligenberg schafft, werden die wesentlichsten Erdarbeiten bis zum 30. Mai beendet sein. Am 30. Mai "wird Reichsstatthalter Gauleiter Robert Wagner die feierliche Grund- steinleaung vornehmen. Bis zum l5.Juli werden die Arbeiten an dieser landschaftlich schönstgelegenen deutschen Thingstätte beendet sein, die dann erstmals im Rahmen der Reichsfestspiele Heidelberg ihrer Bestimmung dient.
50 Jahre Zahnradbahn zum Niederwald.
Die Fremdenstadt Rüdesheim am Rhein feierte an Pfingsten das 50jährige Bestehen der Zahnradbahn nach dem Niederwald. Am Eingang der Stadt war ein mächtiger Ehrenturm errichtet, der auf die Jahresfeier hinwies. Zwei Lokomotivführer, R e tz e l und M e u e r, die bereits 50 Jahre ihr Amt ausgeübt, wurden geehrt. Aus Anlaß der Begebenheit erhielt jeder tausendste Fahrgast ein Ehrengeschenk in Form einer Flasche echten Rüdesheimer Weines mit gleichzeitiger Ueberreichung des traditionellen Rüdesheimer Weinbrunnenbechers. Während ihrer langen Zeit hat die Bahn bis jetzt über 8 Millionen Fahrgäste nach dem Nationaldenkmal gebracht.
Das Autounglück bei Hirschberg.
Wie von der Verwaltung des Städtischen Krankenhauses in Hirschberg (Schlesien) zu dem bereits gemeldeten Kraftwagenunglück bei Schönau an der Katzbach mitgeteilt wird, sind insgesamt 29 Verletzte eingeliefert worden, von denen zwei bald nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus starben. Ein dritter Toter wurde später zur Aufbahrung in das Hirschberger Krankenhaus eingeliefert, so daß die Gesamtzahl der Toten drei beträgt. Den Verunglückten geht es den Umständen nach zufriedenstellend und man hofft, sie sämtlich am Leben erhalten zu können. Der Kraftwagenführer ist in Haft genommen worden.
Grohfeuer im niederfchlesifchen Sprottebruch.
Wie ein Funkspruch aus Sprottau (Niederschlesien) meldet, entstand im Sprottebruch unmittel- Ibar in der Nähe der Spatenstichstelle ein Brand ,größeren Ausmaßes. Sämtliche acht Abteilungen Iber Arbeitsgruppe 106 (Prinkenau) und die Feueriwehren der ganzen Umgebung sind mit dem Ein- »dämmen des Großfeuers durch die Errichtung «von Erdgräben beschäftigt. Der Brand streckte sich rüber den größten Teil des Sprottebruchs hin und ffand bei der anhaltenden Trockenheit reiche Nah- grung in dem dürren Bodenbestand. Die Entstehungs- gursache des Großfeuers, durch das eine unübersehbare Menge Bruchboden in Mitleidenschaft gezogen tmorben ist, ist noch nicht ermittelt. Der Schaden ist Zroh. Das Sprottebruch wird gegenwärtig durch Sen Freiwilligen Arbeitsdienst urbar gemacht.
Zwei Segelflieger tödlich abgestürzt.
Beim Pfingst-Uebungs-Segelflugwettbewerb im Fliegerhorst Laucha an der Unstrut ereigneten sich jgroet schwere Unfälle. Zum ersten Mal kam es tiabel an dem Unstruthang zu einem tödlichen 121 b ft u r 3. Als sich insgesamt acht Segelflugzeuge Liber dem Hang in der Lust befanden, stieß der Ülljährige Bitterfelder Segelflieger I a g st ä d t, der bereits über eine Stunde im Hang gesegelt hatte, in etwa 80 Meter Höhe mit einem anderen Flugzeug zusammen. Das Flugzeug Jagstädts stürzte mb und wurde zertrümmert. Der Flieger erlitt einen doppelten Schädelbruch, dem er nach wenigen Minuten erlag. Das andere Flugzeug landete, i.dwohl die linke Tragfläche gerissen war, heil im Tal. — Am zweiten Feiertag ereignete sich wieder» ;im ein Zusammen st oß in der Luft. Auch hier kürzte ein Flugzeug ab. Der Flieger, der Flugleh- leranroärter Arnold- Leipzig, wurde schwer ver- Xtzt und ist wenig später im Naumburger Kranken- !.-aus gestorben.
Ein Bergsteiger tödlich abgestürzt.
Am Pfingstsonntag nachmittag stürzte der 53jährige Hermann Swoboda aus Sonthofen ;iejm Klettern am Kleinen Wilden ab; er war sofort 11 ot Der Verunglückte hatte mit seinem Bruder md einem Kameraden den verhältnismäßig oft begangenen Blenkkamin durchklettert Die Leiche rourbe noch am gleichen Tage zu Tal gebracht.
Vrei Tote, 20 verletzte bei einem Einsturzunglück in Ehlkago.
Ein riesiger Wassertank, der sich im Bodenraum Lines siebenstöckigen Gebäudes m Chlkago befand irach plötzlich durch die Decke des obersten Btockwerkes und durchschlug dann ^lne Zimmer- *96de nach der anderen bis zum Erdgeschoß. Drer ::ote und 20 Verletzte wurden geborgen. Man isefürchtet aber, daß die Verluste noch großer sind.
Die verunglückten französischen IHarinflieger in Paris.
Am Pfingstsonntag sind die fünf verunglückten f-anzösischen Marineflieger, die von dem rsutschen Dampfer „Dresden" gerettet werden tonnten, wieder in Paris eingetroffen. Sie betonten hei ihrer Ankunft in Paris, daß sie ihren deutschen Lettern sehr dankbar seien, denen es gelang, trotz schwerster See an ihrem verunglückten Apparat
heranzukommen und sie ins Rettungsboot zu übernehmen.
Den Vater beim Pflügen erschlagen.
Aus Grünberg (Schlesien) wird gemeldet: Bei Unruhstadt wurde der 59 Jahre alte Landwirt F a - bianke von seinem 29jährigen Sohn im Streit beim Pflügen niedergeschlagen und so schwer verletzt, daß er bald ft a r 6. Der Mörder wurde sofort verhaftet. Er gilt als nicht voll zurechnungsfähig. Im Herbst des Vorjahres war er schon einmal in einer Heilanstalt untergebracht. Er wurde aber wieder entlassen, da er ungefährlicher schien. Der Ermordete hinterläßt eine Frau und eine Tochter.
Feierliche Heiligsprechung
des Kapuziners Konrad von Parzham In Rom.
Unter großem Zustrom des Publikums fand am Pfingstsonntag in der Peterskirche zu Rom d i e Heiligsprechung des deutschen Klosterbruders Konrad von Parzham statt. Zahlreiche Pilger aus Deutschland, besonders aus Bayern, viele Kapuzinermönche, Deren Orden der neue Heilige angehörte, sowie die Teilnahme des Kardinalerz-
bischofs Faulhaber von München und 14 weiterer deutscher Bischöfe gaben der Heiligsprechung ein besonderes Gepräge. Man sah ferner Den Prinzen Konrad van Bayern, die Prinzessin Alfons von Bayern mit ihrem Sohn Prinz Clemens, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, das gesamte diplomatische Korps beim Heiligen Stuhl, die Bürgermeister von Altötting und Salzburg und fünf Großneffen Des neuen Heiligen. Die Heiligsprechung selbst vollzog sich unter Dem gewohnten großen Zeremoniell. Der berühmte Kirchenkomponist P e r 0 s i leitete selbst Die Musik der von ihm geschriebenen Messe.
Der Tod in den Bergen.
Seit mehreren Tagen wurde der ledige 33 Jahre alte Mechaniker August 5) ärger aus München vermißt. Trotz Warnung hatte Hörger allein eine Tour auf das Sonntaghorn unternommen, von her er nicht mehr zurückkehrte. Rettungsexpeditionen aus Inzell und Ruhpolding suchten lange vergeblich nach ihm. Jetzt wurde Höraer, der etwa 200 Meter tief abgestürzt war, als Leiche am Hinten- kraxenbach aufgefunden.
25. Deutscher Geographentag in Vad-Aauheim.
Der jetzt in Bad-Nauheim veranstaltete D e ut- sche Geographentag, als Vertretung der Geographen des gesamtdeutschen Sprach- und Kulturgebietes, ist vor 53 Jahren erstmals zusammengerufen worden von dem großen Afrikareisenden Nachtigal. Er hat sich durch seine großen geographischen Kundgebungen im Reich und im deutschsprachigen Ausland immer bewußt zum Gesamtdeutschtum bekannt.
Nachdem Oberstudiendirektor Dr. K n i e r i e m die Gäste begrüßt hatte, eröffnete der Vorsitzende des Zentralauslchusses, Professor Dr. W. Behr- mann- Frankfurt a. M. die Jubiläumstagung mit dem Dank an die beiden Männer, deren Buno das Dritte Reich geschaffen hat. Begeistert wurde das Sieg-Heil auf Reichspräsident und Volkskanzler erwidert.
Professor Dr. Klute-Gießen betonte, daß durch Die geographische Wissenschaft Den Deutschen Volksgenossen roieDer Mensch und Erde, Blut und Boden nahegebracht werden sollen; er begrüßte namens des Ortsausschusses die Vertreter der Universitäten Frankfurt a. M. und Gießen und der Darmstädter Technischen Hochschule urtb fand besonders herzliche Worte dankbarer Anerkennung für Oberstudiendirektor Dr. Knieriem - Bad- Nauheim, der die Hauptarbeit der umfangreichen Vorbereitung geleistet hat.
Oberstudiendirektor Dr» K n i e r i e m sprach als Gaubeauftragter für Geographie des Gaues Hessen- Nassau im Nationalsozialistischen Lehrerbund. Der Gau Hessen-Nassau habe bereits weitausschauende praktische Geographie getrieben, dank der tatkräftigen Arbeit des Gauleiters und Reicksstatthalters Sprenger und des Gauobmannes Des NSLB.,
Ministerialrat Ringshausen. Die Geographie ist mit berufen, so führte der Redner aus, an der Gestaltung einer neuen, seelischen und geistigen Haltung der Heranwachsenden Generation mitzu- helsen.
Im Auftrage des Hessischen Staatsministers Jung und des Ministerialrats Ringshausen hieß Oberstudiendirektor Dr. Leip die deutschen Geographen im hessischen Staatsbad willkommen. Professor Dr. Behrmann würdigte die deutsche Mission des Geographentages in Vergangenheit und Zukunft, gedachte der Volksgenossen in Oesterreich und an der Saar und setzte sich unter lebhaftem Beifall für Deutschlands Recht auf Kolonien ein. — Der Zentralausschuß sandte Begrüßungstelegramme an Reichspräsident von Hindenburg, Reichskanzler Adolf Hitler, Reichsminister Dr. Frick, Reichsminister R u st und an den Stellvertreter des Führers Rudolf Heß.
Nach diesem würdigen Auftakt trat der 25. Deutsche Geographentaa in die Arbeit ein. Unter dem Vorsitz von Professor K l u t e - Gießen und Ober- studiendirektor Dr. K n i e r i e m = Bad-Nauheim war die erste wissenschaftliche Sitzung der Ent- aegennahme von Berichten über die neuesten Forschungsreisen vorbehalten. Es wurden drei hochinteressante Lichtbildervorträge gehalten, an die sich jeweils eine lebhafte Aussprache anschloß. Professor Dr. Lautensach-Gießen berichtete über die Ergebnisse einer Forschungsreise nach Korea. Privatdozent Dr. K i n z I-Heidelberg sprach über feine wissenschaftliche Forschung in Peru, Professor Dr. D b ft • Hannover über „Forschungen zur Geographie der südafrikanischen Häfen".
Kunst und Wissenschaft.
Prof. Ernst kriecks Antrittsrede in Heidelberg.
Gelegentlich Der feierlichen Immatrikulation Der neuen ©tuDenten unD Studentinnen begrüßte Der Rektor Der Universität, Professor Groh, den alten Vorkämpfer Des Nationalsozialismus auf Deutschlands Hochschulen, den bisherigen Rektor der Frankfurter Universität Prof. Ernst K r i e ck, und dankte ihm für feinen Entschluß^ den Heidelberger Lehrstuhl anzunehmen. Pros. Krieck, stürmisch begrüßt, hielt eine Ansprache an die Studenten, in der er zuerst seinen Stolz Darüber aus» drückte, der Universität anzugehören, die ihm vor elf Jahren durch Verleihung des Ehren- d 0 k 10 r s die Hochschullaufbahn überhaupt erst eröffnet habe. Er wies dann auf den inneren Zwiespalt hin, in dem Universitäten wie Heidelberg mit ihrer stolzen altehrwürdigen' Tradition stehen. Jeder einzelne, so führte er aus, muß sich entscheiden, ob er beim Herkommen oder bei der Revolution stehe, ob er alt oder jung sein, in die Vergangenheit oder Zukunft schauen wolle. Der Stolz auf Tradition und Brauch, auf überlieferte Haltung aller Art ist nicht auf eine Linie zu bringen mit dem Willen zu einer radikalen Erneuerung. Diesen Zwiespalt muß der Dozent wie der Student in sich selbst zum Austrag bringen. Die echte Jugend aus Studentenschaft und Dozentenschaft aber wird der Stoßtrupp fein, der den i n neren Zwiespalt überwindet in einer neuen Gestalt und Sinnesrichtung des Ganzen, wie es durch die Idee des Nationalsozialismus vorbestimmt.
Hauptversammlung des Vereins Deutscher Chemiker in Köln.
Die Hauptversammlung des Vereins Deutscher Chemiker E. V., die im Rahmen der Achema in Köln abgehalten wird und auf der über 2000 deutsche Chemiker den wissenschaftlichen Gedankenaustausch fördern wollen, wurde mit einem Begrüßungsabend eröffnet. In seiner Eröffnungsansprache ging der Vorsitzende Professor Dr. Du- d e n davon aus, daß der Chemiker seine Aufgabe so zu lösen habe, daß damit dem Volksganzen genützt werde. Auch komme es dabei auf die Gemeinschaftsarbeit mit anderen Zweigen der Technik und der Landwirtschaft an. Oberbürgermeister Dr. Riesen betonte, daß gerade die deutsche chemische Industrie einer der wertvollsten Aktivposten im Wirtschaftskampf sei. Der Führer der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley führte aus, daß alle Wissenschaft ohne die richtige Weltanschauung wertlos und für die Nation sogar schädlich sei. Solle die wissenschaftliche Arbeit für ein Volk von Wert fein, fo dürfe man nicht im luftleeren Raum einer sagenhaften Objektivität operieren, sondern auf Dem Boden der Wirklichkeit und im Glauben an die Zukunft Des Volkes.
Die „Achema" In Köln.
Die „Achema", VII. Ausstellung für ch e - misches Apparatewesen, Die von Der Dechema, Deutsche Gesellschaft für chemisches Apparatewesen, veranstaltet wirD, wurde im Kölner Messegelände eröffnet. In den Hallen sind die Ausstellungsgegenstände so übersichtlich angeordnet, daß sie auch bei Laien Interesse wecken. Es sind hier Großleistungen deutscher Technik zu sehen, z. B. Teile eines riesigen Absorptionsturmes aus Kruppschem Nirostahl, ferner vollautomatisch arbeitende Hochleistungszentrifugen, Filteranlagen, neuartige Heizungssysteme für chemische Reaktionen, riesenhafte Aluminiumbehälter zur Lagerung von Säuren, in einer anderen Abteilung die für die Chemie fo wichtigen Maschinen und Apparate aus keramischen Werkstoffen, aus Steinzeug, Ouarz, Porzellan, und schließlich die umfangreiche Abteilung
der feinen und feinsten Meßinstrumente. — Die Eröffnungsfeier wurde eingeleitet mit einer Ansprache des Präsidenten der Dechema und des Vereins Deutscher Chemiker, Professor Dr. Duden» Frankfurt a. M., der darauf hinwies, daß in der Achema ein Stück Gemeinschaftsarbeit von Chemikern und Ingenieuren vorliege und die Ausstellung sich würdig den bisherigen anreihe.
Die Cobeba-Sänger in Würzburg.
Zu Beginn des Pfingstsingens des Bundes der Lobedachöre und Musikgilden in Der Deutschen Angestelltenschaft fand in Würzburg eine Tagung der mit dem Lobedabund verbundenen Komponisten und der in ihm tätigen Chorleiter statt, die sich mit der Frage befaßte, wie die Musik aus ihrer Isolierung gelost und wieder im Leben des Volkes wirkend werden konnte. Pg. Justus Neu- märker- Berlin, der Leiter des Hauptamtes für Schulung in der Deutschen Angestelltenschaft, sprach zur Grundlegung der Aussprache über die Bedeutung und Gestaltung des deutschen Feierabends. Er lehnte dabei die „Freizeitkonfektion", d. h. die Methode, dem Volke Vorführungen großer Kunstwerke zu bieten, ohne es gleichzeitig zur Selbstausübung der Musik hinzuführen, kategorisch ab. Dr. Kelbetz - Berlin behandelte anschließend besonders die Aufgabe des Komponisten in unserer Zeit. Wie der Führer auch den letzten Volksgenossen verantwortlich zu machen suche für das große politische Geschehen, so müßte auch wieder die Musik in den Menschen erweckt werden. — Eine ausgedehnte Aussprache zwischen Komponisten und Chorleitern gestaltete sich für beide Teile fruchtbringend.
Amt für Ehorwesen und Volksmusik in der Reichsmusikkammer.
Der Präsident der Reichsmusikkammer erläßt folgende Anordnung: Um eine einheitliche Behandlung aller Fragen der vokalen und instrumentalen Laienmusik zu gewährleisten, habe ich ein Amt: „21 mt für Chorwesen und Volksmusik innerhalb der Reichsmusikkammer" errichtet. Zum Leiter dieses Amtes habe ich Herrn Professor Dr. Fritz Stein, den bisherigen Setter des „Reichsoerbandes für Chorwesen und Volksmusik", zu seinem Geschäftsführer Kapellmeister Otto Sommer bestellt. Das Amt bearbeitet alle grundsätzlichen Fragen des Chorwesens und der Volksmusik. Seinem Aufgabenbereich und seiner Zuständigkeit unterstehen insbesondere die drei Fachverbände: D I. Deutscher Sängerbund, als Fachverband für das gesamte Männerchorwesen, D II. Reichsverband der ae» mischten Chöre, D III. Reichsverband für Volks» mufif.
Professor Dr. Stein wird zur Durchführung seiner Aufgaben im engsten Einvernehmen mit den Derbandsleitern arbeiten bzw. die von diesen vorgeschlagenen Persönlichkeiten zur Mitarbeit heranziehen. Prof. Dr. Stein erläßt seine Anordnungen im Auftrage der Reichsmusikkammer. Sämtliche Schreiben der drei Fachoerbände und ihrer Unter» glieöerungen sind zu richten an den Leiter des Amtes für Chorwesen und Volksmusik, Berlin- Charlottenburg 2, Hardenbergstraße 25, Telefon C 1/1084. Den bisherigen Reichsverband für Chorwesen und Volksmusik habe ich nach Errichtung des „Amtes für Chorwesen und Volksmusik" aufgelöst. Die bei dem Reichsoerband für Chor» wesen und Volksmusik gemeldeten Vereine werden Den zustänDigen Drei Fachverbänden überwiesen. Die erste ofsizielle Aufführung in Oberammergau.
Am Pfingstmontag wurde die erste offizielle Aufführung des OberammergauerPassions-
Kaffee IDEE
ist etwas Besonderes
f p t e l 5 durchgeführt. Der Besuch war autzerordent» sich gut. Schon am Vortag waren die letzten noch zur Verfügung stehenden Karten verkauft, so daß das Theater mit seinen 5200 Sitzplätzen bis zum letzten Platz gefüllt war. Das heitere Wetter war Der Aufführung sehr günstig. Sie ging in der gleichen Rollenbesetzung vonstatten wie die Presseaufführung. Das Spiel machte sichtlich gewaltigen Eindruck auf die Besucher. Die Zuschauer waren befriedigt und ergriffen. Der Aufführung wohnte u. a. auch Staatssekretär Meißner bei. Sehr zahlreich waren die Gäste aus dem Ausland; so wohnten etwa 500 Engländer dem Spiel bei, außerdem waren etwa 200 Amerikaner eingetroffen. Auch eine größere Gruppe aus Spanien und aus Belgien sowie aus der Schweiz war anwesend. Ferner befanden sich unter den Besuchern Tschechen und Holländer. Den Münchener Besuch hatte auch eine größere Gruppe von Saarländern benützt, um nach Oberammergau zu fahren.
Ar-Aufführung von zwei Regerwerken.
In der Reg er-Gedächtnisfeier, die anläßlich der Wiederkehr des Todestages von Mar Reger (11. Mai 1916 in der Staatlichen Hochschule für Musik zu Weimar stattfand, kamen zwei bisher unbekannte Werke von Max Reger zur Uraufführung: ein Andante für Streich- quintett, das Reger 1896 feinem Kölner Freund, Dr. Gemünd widmete, und ein Andante gradofo für Flöte und Klavier, im Jahr 1898 entstanden Die Kompositionen wurden durch das Reitz» qu a r t e 11, Prof. Dr. Oberbordeck und Kammermusiker Braun zum Vortrag gebracht. Prof. Dr. Fritz Stein, der Direktor der Berliner Hochschule für Musik, hielt eine Gedächtnisrede über „Max Reger als Mensch".
Vom Aachener Schachturnier.
In der achten Partie mußte der Saarmeister Weißgerber gegen Dr. Lachmann eine neue Niederlage hinnehmen. Der Düsseldorfer Engels verlor gegen Dr. R 0 edl - Nürnberg. Eine sehr gute Partie lieferte der Hamburger Reinhardt gegen Grohmann- Dresden, die schließlich auch den Sieg brachte. Der junge Ludwigshafener Zonen» fieger Heinrich fügte dem offenbar gar nicht in Form befindlichen Altmeister Schmitt- Breslau eine neue Niederlage zu. In dem Kampf Hahn gegen Elstner siegte Elstner im Endspiel. Die Partie des Leipziger Zonensiegers Krause gegen den Kölner Bongardts endete nach lebhaften Verwicklungen unentschieden. Die Tabelle lautet jetzt wie folgt: 6 Punkte: Earls (und Hängepartie); SVz Punkte: John (und Hängepartie) und Elstner; 5 Punkte: Lange (und Hängepartie), Heinicke (und Hängepartie); 4Vi Punkte: Dr. 21 ntze (und Hängepartie) und Dr. R 0 e d 1; 4 Punkte: Dr. Lachmann, Grohmann, Hahn und Reinhardt; 3V- Punkte: Weißgerber, Engels und Krause; 3 Punkte: Heinrich; IV2 Punkte: Bongardts; 1 Punkt: Schmitt und Wächter (und Hängepartie).
Sier Ladendiebinnen festgenommen.
LPD. Frankfurt a. M., 22. Mai. Am Pfingstfamstag wurden in Geschäften auf der Zeil vier Ladendiebinnen aus frischer Tat betroffen und fest genommen. Zwei von den Festgenommenen kamen mit dieser Absicht von Heidelberg nach hier, um Kleider zu stehlen. Zum Vervacken des Diebesgutes hatten sie sich einen Koffer mitgebracht. In einem Geschäft hatten sie bereits zwei Kleider gestohlen. In einem anderen Geschäft wurden sie beim Diebstahl auf frischer Tat betroffen. Die zwei anderen weiblichen Ladendiebe stammen aus Frankfurt a. M. Beide haben in letzter Zeit fortgesetzt Ladendiebstähle in hiesigen Einheitsgefchäften ausgeführt. Bei einem solchen wurden sie am Samstag festgenommen. Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnungen wurde eine erhebliche Menge entwendeter Gebrauchsgegenstände beschlagnahmt.
Rundfunkprvgramm.
Donnerstag. 24. Mal.
5.50 Uhr: Gymnastik. 6.25: Gymnastik. 6.55: Früh» konzert (Schallplatten). 8.20 bis 8.40: Gymnastik. 11: Werbekonzert. 11.50: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13.20: Mittagskonzert II. John Gläser singt (Schallplatten). 14: Mittagskonzert III. Konzert-Walzer (Schallplatten). 14.40: Kinderstube. Märchen und Kinderlieder. 15.50: Wirtschaftsbericht. 16: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 17.30: Von deutschen Naturforschern und Aerzten. Von Dr. Friedrich Bertkau. 17.45: Aus Zeit und Leben. 18.15: Familie und Rasse. 18.25: Spanischer Sprachunterricht. 18.50: Das Leben spricht. 19: 2)te vaterländische Dichtung von Ulrich von Hutten bis heute. 19.30: Blasmusik. 20.15: Von Hamburg: Stunde der Nation. „Wilhelm Raabe, Deutschlands Gewissen". Eine Hörfolge von Konrad Tegtmeier. 21: Bunte musikalische Stunde. 22: Lieder, die die Mutter sang. 23: Bali. Eine Folge von Originalaufnahmen mit verbindendem Text. 23.30: Tonfilmschlager. 24 bis 1: Nachtmusik.
Wettervoraussage.
Die Störung im Norden wandert schnell ostwärts weiter und befindet sich mit ihrem Kern bereits über Finnland. An ihrer Rückseite steigt der Luftdruck kräftig an, so daß sich im Westen nunmehr hoher Druck von Spanien bis nach Island hin erstreckt. Mit seiner Ausbreitung nach dem Festland wird stärkere Aufheiterung und später auch kräftige Erwärmung einsetzen.
Aussichten für Donnerstag: Teils wechselnd wolkig, teils aufheiternd, warm und trocken.
Aussichten für Freitag: Bei vielfach heiterem Wetter weitere Erwärmung.
Lufttemperaturen am 22. Mai: mittags 21,6 Grad Celsius, abends 17,3 Grad; am 23. Mai: morgens 17,1 Grad. Maximum 22,5 Grad, Minimum 15,3 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Mai: abends 20,6 . Grad, am 23. Mai: morgens 18,1 Grad. — Sonnenscheindauer 6*7- Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11 200. Druck uno Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.


