Einzelbild herunterladen

Nr. M Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Dienstag, 22. Mal I9ZH

Deutsche Gänger von der Gaar besuchen Gießen.

Die NG.-GemeinschaftKraft durch Freude" bereitet den deutschen Volksgenossen aus dem Gaargebiet und aus Gießen ein starkes gemeinsames Erleben.

Die oberhessische Provinzialhauptstadt Gießen hatte 00m Pfingstsamstag bis Pfingstsonntagnachmittag die Freude, saardeutsche Sangesbrüder in ihren Mau­ern als liebe Gäste beherbergen zu dürfen. Auf Einladung der NS.- GemeinschaftKraft durch Freude" besuchte uns der Männergesang- oerein 1 867 F r i e d r i ch s t h a l (Saar) In einer Stärke von etwa 150 Sängern. Den deut- tchen Sängern und den mit ihnen bekommenen Leiblichen Angehörigen mancher Mitglieder wurde ,ti unserer Stadt herzlichste Gastfreundschaft geboten. Die deutschen Brüder und Schwestern konnten bei ihrem 24stündigen Besuch die Ueberzeugung ge­

winnen, daß die deutschen Volksgenossen im Reich in fester Treue zu ihnen stehen, daß die Versicherung unserer unlöslichen Verbundenheit mit der deutschen Saar nicht etwa nur ein Lippenbekenntnis ist, son­dern dem Zuge des deutschen Blutes und Herzens entspricht. Schon das Straßenbild zeigte unseren lieben Gästen von der Saar, wie herzlich will­kommen sie uns waren; überaus reicher Schmuck der Häuser mit den Fahnen des Dritten Reiches wurde den Gästen zu Ehren gezeigt, dazu kam die Herzlichkeit des Willkommens, den unsere Mit­bürger den saardeutschen Brüdern und Schwestern darboten.

Der Empfang am Bahnhof

brachte diesen herzlichen Willkomm bereits in schön- jter Weise zum Ausdruck. Zur feierlichen Einholung der saardeutschen Gäste waren der Kreisleiter z.b.V. B u l l m a n n , der Führer des SA.-Sturmbannes R 1/116 Sturmführer S 0 ldan mit seinem Stab und dem Sturm R 1/116 sowie dem Sturmbann- Musikzua mit Spielmannszug, die Fahnenabord­nungen der Gießener Gesangvereine und eine große Menschenmenge vor dem Bahnhofsgebäude erschie­nen, während eine Abordnung der SS., der Ver­treter der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude",

unseres Saarlandes zum deutschen Vaterland, eins auch in dem festen, unerschütterlichen Glauben an Deutschlands Aufstieg und Zukunft unter der ziel­bewußten, unermüdlichen Arbeit und Führung un­seres Volkskanzlers Adolf Hitler, gestärkt durch die alles einende und verbindende Kraft des deutschen Liedes. In dieser Verbundenheit gelte der Gruß den deutschen Volksgenossen des deutschen Saarlandes und das gemeinsame Sieg-Heil unse­rem gemeinsam deutschen Vaterlande und seinem Führer und Volkskanzler Adolf Hitler. Voll Be-

Der Empfang der Saarsänger (in der Mitte des Bildes aus dem Bahnhofsgebäude marschierend) durch SA.-Reserve und eine riesige Menschenmenge vor dem Bahnhof.

E h r i st, und der Kreiswalter des Gaues XII Gießen des DSB., Koch, die Gäste auf dem Bahn­steig abholten. Beim Verlassen des Bahnhofsgebäudes grüßten unsere saardeutschen Brüder und Schwe­stern die riesige Meschenmenge mit dem Hitlergruß, während sie gleichzeitig unter den Klängen des Präsentiermarsches der Sturmbannkapelle die Front des SA.-Ehrensturmes abschritten. Dann brachten die Gießener Sänger den Gästen den deutschen Sängergruh dar, den die Saarsänger mit ihrem Sängergruß erwiderten. Sodann entbot der

Kreiswalter des Eängerkreises Gießen Emil Koch

den Brüdern und Schwestern von der Saar herz­lichen Willkommengruß. Er betonte in seiner An­sprache, daß die Stadt Gießen die deutschen Volks- genossen von der Saar, die in unverbrüchlicher Treue den Kampf für ihr Deutschtum und ihr deut­sches Vaterland führen, mit großer Freude emp­fange. Weiter gab er dem felsenfesten Vertrauen der Deutschen im Reich Ausdruck, daß unsere Bru­der und Schwestern im Saargebiet ihren Kampf unbeugsam bis zum endgültigen Siege der deut­schen Sache führen werden. Das deutsche Lied, das uns so eng miteinander verbinde, werde ihnen da­zu seine unbesiegbare Kraft geben. Der Besuch im Reich werde ihnen neuen Mut und neue Kräfte zum Endkampf für die gemeinsame deutsche Heimat geben. Wir Deutsche im Reich seien mit unseren Brüdern und Schwestern im Saargebiet eins im Lied, aber auch eins im Glauben an die Rückkehr

geisterung stimmte die Menge in die dreimaligen Sieg-Heil-Rufe ein.

Der Führer der Saarsänger Lud. Eich brachte anschließend die herzlichen Grüße des Saar­landes und den Dank der Sänger für den herz­lichen Empfang und für die Arbeit der Gießener Volksgenossen zur Vorbereitung des Besuchs zum Ausdruck. Der Kampf an der Saar werde nicht vergebens sein, das deutsche Saarland werde in kurzer Zeit in die Arme seiner lieben deutschen Mutter Germania zurückkehren. Der unermüdliche Kampf der Brüder und Schwestern von der Saar für diese Rückkehr solle Lohn und Dank sein für alles, was die deutschen Volksgenossen im Reich für die Saar tun. Das dreimalige, allenthalben freudig aufgenommene Sieg-Heil des Redners galt dem deutschen Vaterlande und dem Führer Adolf Hitler. Anschließend wurden die ersten Verse des Horst-Wessel-Liedes und des Deutschlandliedes ge­sungen.

Hierauf erfolgte unter Dorantritt der SA. der Abmarsch in die Stadt durch die Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Kreuzplatz, Sonnenstraße zum Land- graf-Philipp-Platz. Auf dem Marsche wurde den saardeutschen Brüdern und Schwestern die herzliche Verbundenheit unserer Bürgerschaft eindrucksvoll offenbar. Während die SA. vom Landgraf-Philipp- Platz aus alsbald zum Sturmbannlokal zurück­marschierte, wurden an die Gäste die Quartier­karten ausgegeben, damit die Gastgeber nun ihren Pfingstbesuch ins Haus bekamen.

Konzert in der Volkshalle.

Am Abend vereinigten sich unsere Gäste von der Saar mit der Gießener Bürgerschaft zu einem Konzert mit anschließender Kundgebung in ber Volkshalle. Der weite Raum der Volkshalle war erfreulicherweise vollbesetzt; schätzungswei>e waren etwa 4000 Besucher zugegen, um auch auf diese Weise ihre Verbundenheit mit der deutschen ^Saar zu bekunden. , _ , n .

Der Musikzug der SA.-Reserve 1/116 unter Lei- hing des Musikzugführers Herrmann erfreute vor Beginn der Veranstaltung mit einigen flotten -Märschen die sehr dankbar aufgenommen wurden. 'Dann leitete ber Musikzug die Sortragefolge ine lunter dem GeleitwortVolk - heimol - Vater- llanb" stand, in prächtiger Weise mit der Ouvertüre jzur OperRienzi" von Richard Wagner em.

Kreisamtswatter Karl Christ

(von ber NS.-Gemeinschaft ,-Kraft durch Freude" (wies hierauf in einer kurzen Ansprache auf d,e ,großen Erfolge des ersten Jahres der nattonal- ssozialistischen Aufbauarbeit und auf das Wirken lunb das Ziel der NS.-Seme,nschatt --Kraft durch jFreude" hin, die dem geistigen und seelvschen Aus Ibau des deutschen Menschen dienen will. Er sagte u. a.: Wir werden kein bequemes Jahrhundert I haben. Das Werk, das wir zu schaffen haben, braucht lunsere ganze Kraft. Die lebensnotwendige Kraft Rönnen wir uns nur erhalten, wenn in unseren -Feierabend wirkliche Freude einzieht. Wir National- siozialisten unterscheiden sehr scharf zwischen Der-

gnügen und Freude. Uns ist Veranügen das Ge­misch von Genußsucht und Triebhaftigkeit. Dagegen ist die wahre Freude der Ausdruck jener Seelen­haltung, wie sie unverdorbenen und gesunden Ppl- kern immer zu eigen war.

Wahre Freude ist allzeit der wesentlichste Bestand­teil deutscher Innerlichkeit gewesen. Wo ein deutscher Mensch fröhlich ist, da ist kein Raum für irgend welche Muckerei. Denn die Fähigkeit, wirkliche Freude als klingenden, beseelenden Wind in sich zu fühlen, diese Fähigkeit reicht beim deutschen Menschen vom Volkslied bis zu einem Konzert Johann Sebastian Bachs, sie reicht von einer feier­lichen Weihnachtsmesse bis zu dem lustigen Rund­gesang einer frohen Kneiperei.

Weil wir wollen, daß unser Volk die Kraft seiner Selbstbehauptung erlange, deshalb wollen wir, daß diese Freude allen Volksgenossen zuteil werde, des­halb wollen wir, daß unser Volk seine Nerven be­halte, sich an der Gemeinschaft, am Volk und am Vaterland erfreue.

Und aus demselben Grunde wurde vom Führer die Freizeit-Organisation geschaffen, die heute bereits, nach wenigen Monaten, ungeheure Ausmaße an­genommen hat.

Für bas Wollen der Bewegung, unser Volk von aller Lebensverneinung, von allen Dunkelheiten des Lebens hinwegzuführen in das Helle Licht, für die­ses Wollen konnte kein klarerer Ausdruck gefunden werden alsKraft durch Freude". In -der Oraani- fation ,Kraft durch Freuds" nimmt bei der Aus-

Der Männergesangverein 1867 Friedrichsthal beim Konzert auf der Bühne in der Volkshalle. (Samt- liche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.)

gestaltung unserer Freizeit die Musik, und hier vor allem das Volkslied und der Männergesang einen ganz besonders großen Raum ein.

Daß Sie, meine Kameraden aus dem Saargebiet, hier nach Gießen gekommen sind, um einen großen Abend unserer NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" ausschmücken zu Helsen, das danken wir aus dem Kreise Gießen Ihnen aus ganzem Herzen.

Und wir wünschen, daß Sie aus den Stunden, die Sie hier heute abend und morgen früh auf dem Schiffenberg mit uns verleben, für alle unsere Brü­der an ber Saar die Gewißheit mitnehmen:Deutsch­land ist einig und die Saar bleibt deutsch!"

Beigeordneter Bartholomäus

hieß anschließend die Gäste von der Saar im Namen des auswärts weilenden Herrn Oberbürger­meisters und ber Gießener Bevölkerung herzlich willkommen, wobei er der Freude darüber Aus­druck gab, daß die Gäste einen Teil des Pfingst­festes in unserer Stadt verleben. Er gab dann die Ueberzeugung kund, daß unsere saardeutschen Brü­der und Schwestern auch die bevorstehenden schwe­ren Schicksalsstunden an der Saar erfolgreich be­stehen und durch ihre Entscheidung bekunden werben, daß fremdrassige und nationalfrembe Elemente auch im Saargebiet ihre Pläne nicht ver­wirklichen können Er wünschte den deutschen Volks- aenossen von der Saar, daß sie auf ihrer Pfingst- fahrt ins deutsche Mutterland viel Kraft gewinnen möchten für ihren weiteren Kampf, und betonte dabei, wie eng sich alle deutschen Brüder und Schwestern mit der deutschen Saar verbunden füh­len, daß das Saarland und das deutsche Vaterland unlöslich aneinander geschmiedet sind durch die Bande des deutschen Blutes. (Lebhafter Beifall.)

Oie gesanglichen Darbietungen des Männergesangvereins 1867 Friedrichsthal unter seinem Chvrmeifter Dr. Ernst S t i l z standen nun« mehr im Vordergrund. Die erlesene Vortragsfolge des Vereins war zuerst auf das schöne deutsche Volkslied eingestellt, sie brachte dann vaterländische Gesänge und Lieder der Heimat, welch' letztere ihren Höhepunkt in dem gewaltigen Chorwerk mit Kla­vierbegleitungSchwur des Volkes" hatten. Der im Stimm-Material und in der Sangeskunst, wie auch in der Chordisziplin gleicherweise hervorragende Klangkörper der Friedrichsthaler Sänger bereitete mit seinen gesangskünstlerisch auf sehr hoher Stufe stehenden Leistungen den aufmerksam lauschenden Hörern einen prachtvollen Genuß. Der Chor bewies, daß in ihm das edle deutsche Lied eine gute Pfleg­statt hat, daß er von ernstem künstlerischen Streben unter der sorgfältigen Führung seines Dirigenten beseelt ist und daß er in bester Weise das deutsche Lied als seelisch-geistiges Gut der deutschen Volks­gemeinschaft lebendig und wirksam erhält. Von Dar­bietung zu Darbietung wurde der dankbare Beifall der riesigen Zuhörermenge immer gewaltiger, und mit Recht wurden diese Beifallsstürme im wahr­sten Sinne des Wortes Sturm gespendet, denn die Sangesbrüder von der Saar boten in der fein­geschliffenen und künstlerisch geschmackvollen Wie­dergabe der Lieder Spitzenleistungen deutschen Sän­gerschaffens.

Der Musikzug der SA.-Reserve unter der feinsin- nigen und sorgsamen Leitung des Musikzugführers Herrmann bereicherte die Vortragsfolge durch die künchlerisch vollendete Wiedergabe von Carl Maria von Webers FantasieHüons Zauberhorn" und desKaiser-Walzers" von Joh. Strauß.

Oie Kundgebung.

Im Anschluß an das Konzert brachte der zweite Teil des Abend die Kundgebung der Treue zum Deutschen Reich und der Treue zur deutschen Saar.

Ingenieur Brunotte- Friedrichsthal als Sprecher des Männergesangvereins 1867 Fried­richsthal hielt dabei die erste Ansprache, die ein rückhaltloses, starkes Treubekenntnis zum deutschen Mutterlande war. Ergab einen Rückblick auf die letzten 15 Jahre der Leidenszeit des deutschen Saarlandes und auf die vielfachen Bedrückungen der saardeut­schen Bevölkerung durch die landfremden, insbeson­dere die französischen Machthaber in der Verwal­tung und vor allem im Bergbau, die leider noch durch Verbrecher und Verräter am eigenen Volks­tum gestützt wurden und noch gefördert werden. Der Redner betonte, daß alle Bedrückungen der Bevölkerung an der Saar nur erfolgen, weil

bas Volk an ber Saar beuksch ist, sich bem Willen Frankreichs nicht gebeugt hat unb auch niemals beugen wirb. (Starker Beifall.)

Er bezeichnete es als hohe Feiertage der Saar­deutschen, wenn sie in das deutsche Mutterland hinüberfahren, ober wie vom Niederwalddenkmal und von Zweibrücken den begeisternden Reden des Führers und des Reichsministers Dr. Goeb­bels am Rundfunk lauschen konnten. Mit freu­digem Herzen habe man im Saargebiet auch von dem großen Arbeitsbeschaffungspro­gramm gehört, das vom Mutterland für das deutsche Saarland vorbereitet werde. Das habe noch mehr den Mut und die Kraft gestärkt zum Kampfe bis zu dem Tag, an dem alle deutschen Volksgenossen an der Saar sich wieder vollkommen in den Dienst der deutschen Arbeit stellen können.

Nachdem der Redner die Lügenmeldungen des Straßburger Senders in kurzen Worten gekenn­zeichnet hatte, betont er in nachdrücklichster Weise, daß mit den jetzigen Zuständen im deutschen Saar­gebiet bei der Abstimmung im Jahre 1935 gründ­lich Schluß gemacht werde. Dabei komme für alle deutschen Saarländer, die jetzt schon mit über 90% in der Deutschen Front zusammengefaßt seien, nur eines in Frage:

heim zum deutschen Wutterlanbe. Das beutsche Saatlanb werbe ber Welt beweisen, was es heiße, bas Deutschtum knebeln zu wollen.

Die Deutsche Front an der Saar stehe fest zu­sammengeschweißt da, und in vorderster Linie stün­den dabei auch die deutschen Sänger. Die deutsche Ehre, das deutsche Wort und das deutsche Lied, das die deutschen Volksgenossen und Sänger an der Saar als kostbares Kleinod von den Vätern empfangen und das sie durch das Dunkel der letzten 15 Jahre hindurchgetragen hätten, würden sie auch

bis 1935 weiter bewahren, um es bann zu treuen Händen ber Deutschen Sängerschaft zurückzubringen in dem Bewußtsein, als deutsche Sänger an der Saar ihre Pflicht und Schuldigkeit getan zu haben. (Star­ker Beifall.)

Das deutsche Saarvolk werbe seinem Führer Aböls Hitler 1935 einen Treuebeweis in bie hanb geben, mit bem er sich vor ber ganzen Welt sehen lassen könne.

Der Redner schloß mit den Worten: Die Saar war deutsch, die Saar ist deutsch, die Saar wird ewig deutsch bleiben. Mit

Das Erinnerungsgefchenk der Saarsängex an t)U Gießener Sängerschaft,

r