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Marlne-SA.-Sturm geleitet, bei dem der SA.-Mann Heinzelrnann durch Messerstiche töd­lich verletzt wurde. Schmidt und Fischer sind am 21. Februar 1933 Rädelsführer und Drahtzieher eines Schießüberfalls auf ein SA.-Lok al gewesen, bei dem ein SA.-Mann verletzt wurde und zwei unbeteiligte Fußgänger ums Leben kamen. Bei den Ueberfällen han­delt es sich um hinterlistige heimtückische Terrorakte. Die gegen Droese, Richard, Ruhnow und Stockfleth erkannte Todesstrafe ist in eine lebensläng­liche Zuchthaus st rafe um gewandelt worden, da es sich um politisch Verführte handelt.

Sabotageaktionen gegen die österreichischen Bahnen.

Zahlreiche Anschläge im ganzen Bundes­gebiet.

Wien, 19. Mai. (DRB.) In der Nacht zum Samstag wurde ein ganz groß angelegter Sabo­tageversuch gegen die österreichischen Bahnen durchgeführt. An zahllosen Stellen i n

allen Teilen Oesterreichs wurden durch Sprengung von Gleisen und Teilsprengungen an Brücken Anschläge ausgeführt, die zweifellos von radikaler sozialdemokratischer Seite ausgehen. Bei der Station Hochzirl in der Nahe von Innsbruck an der Mittenwaldbahn wurde eine Eisenbahnbrücke in die Luft ge­sprengt und vollkommen z e r st ö r t. Die Gleise hängen in der Luft. Pioniere haben einen vor­läufigen Unterbau hergestellt, so daß gegen 10 Uhr der erste Zug wieder die Anschlagsstelle passieren konnte. In der Nähe der Stadt Salzburg wur­den zwei Masten der Ueberland-Starkstromleitung gesprengt, so daß die Stadt zwei Stunden ohne Licht war. Soweit man jetzt überblickt, wurden sämtliche Fern st recken nach Wien mit Ausnahme der Franz-Ioseph-Bahn durch Eisenbahnanschläge unterbrochen. Die An­schläge sind so ziemlich alle um die gleiche Zeit zwischen 1 und 3 Uhr ausgeführt worden. Es ist klar, daß eine große einheitliche Aktion vorliegt. Die Nachforschungen nach den Tätern werden mit fieberhafter Eile betrieben, jedoch haben sich bisher noch sehr wenig Anhalts­punkte ergeben, wie ja auch bei den meisten ande­

ren Anschlägen, die sich in der letzten Zett ereignet haben, die Täter nicht ermittelt werden konnten. Die Behörden haben außerordentliche Sicherheits­vorkehrungen getroffen, um weitere Anschläge zu verhindern. Das Bundesheer wurde größten- teils aufgeboten. Außerdem wurden bereits abge- rüstete Schutzkorpsleute wieder einberufen. Auch ste sollen für die Sicherung der Bahnstrecken heran- gezogen werden.

Zn der Nacht zum Samstag wurden der Lin- zer Dom, der Bischofshof und die um­liegenden zumeist kirchlichen Gebäude, wie das Priesterseminar, durch die Alarmkompanie der Bundespolizei und eine Abteilung des Bundes­heeres in feldmarschmäßiger Ausrüstung besetzt. Die Sicherheitsbehörden sollen angeblich von einem auf den Dom und den Bischosshof beabsichtigten A n s chl a g Kenntnis erhalten haben. Die Bewa­chungsmannschaften erhielten den Auftrag, jede An­näherung an die genannten Gebäude unter allen Umständen zu verhindern und auf Verdächtige un­verzüglich das Feuer zu eröffnen. Der Dom, der gerade zu den Pfingstfeiertagen einen überaus leb­haften Besuch aufweist, blieb Montag völlig ver­waist.

Oie (Saartagung des VOA. an Rhein und Mosel.

Oie Hauptversammlung.

Mainz, 19. Mai. (DNB.) Der Nachmittag des Samstag wurde mit der Hauptversamm­lung des VDA. im Rheingoldsaal der Stadt­halle eröffnet. Nach dem Vortrag der Feuerwerk­musik von Händel durch das Städtische Orchester Mainz nahm der 1. Vorsitzende des VDA., Dr. Hans Steinacher, das Wort zu einer Begrü­ßungsansprache. Unmittelbar darauf nahm

Reichsminister Or. Frick, mit minutenlangem Händeklatschen und Heilrufen begrüßt, das Wort zu einer längeren Rede, in der er u. a. ausführte: v r ,

ZurSaarbrücker Tagung" an Rhein und Mosel überbringe ich Ihnen allen, die Sie im VDA. deutsche 'Volkstumsarbeit leisten, die herzlichsten Grüße des Herrn Reichspräsidenten und der Reichsregierung. Vom monarchischen Staat der Vorkriegszeit über die liberalistische Weimarer Re­publik ist das Deutsche Reich nun ein wahrer V o l k s st a a t geworden. Aber die deutsche Nation ist größer als die Masse der Volksgenossen, die im Kernstaat der Deutschen, im Deutschen Reiche, lebt. Don den nahezu 100 Millionen Deutschen in der Welt siedeln nur 64 Millionen Volksgenossen im Reichsgebiet. Wenn man von den 10 Millionen Schweizern und Oesterreichern absieht, die in ihren eigenen Staaten leben, muß man feststellen, daß darüber hinaus doch rund 25 Millionen Deutsche als Grenz- und Ausländs­deutsche diesseits und jenseits der Meere in Staaten nichtdeutscher Herrenvölker wohnen.

Der VDA. hat sich frühzeitig als ein wahrer Volkstumsverband insbesondere als ein Be­treuer des deutschen Schulwesens im Auslande betätigt und er ist seit den Tagen der nationalen Erhebung zu noch größerer Bedeu­tung herangewachsen. Der VDA. hat nichts mit machtpolitischen Bestrebungen oder mit Grenz- fraaen zu tun, er ist und soll nichts anderes fein, als die Sammelstelle aller kulturellen deutschen Vo l k s t u m s b e st re b u n g e n un­serer Volksgenossen auf der ganzen Erde. Diese Zielsetzung wird von uns ganz eindeutig un­terstrichen und daher hat auch der Stellvertreter des Führers dem VDA. seine volle Unabhängigkeit von Staat und Bewegung bestätigt.

Die deutsche Reichsregierung Adolf Hillers ist die erste in der deutschen Geschichte, die als die alleinige Grundlage des gesamten Staatslebens das deutsche Volk betrachtet. Zum ersten Mal haben wir einen Staat, der ausschließlich auf dem Volksgedanken aufgebaut ist.

In klassischer Weise hat Reichskanzler Adolf Hitler diese grundsätzliche Auffassung in seiner großen Rede am 17. Mai 1933 vor dem Deutschen Reichs­tage herausgearbeitet, als er erklärte:Wenn ich in diesem Augenblick bewußt als deutscher National­sozialist spreche, so möchte ich namens der nationalen Regierung und der gesamten nationalen Erhebung bekunden, daß gerade uns in diesem jungen Deutsch­land das tiefe Verständnis beseelt für die gleichen Gefühle und Gesinnungen sowie für die begründeten Lebensansprüche anderer Völ­ker. Indem wir in grenzenloser Liebe und Treue an unserem eigenen Volkstum hängen, respek­tieren wir die nationalen Rechte auch der anderen Völker aus dieser selben Ge­sinnung heraus und möchten aus tiefinnerstem Her­zen mit ihnen in Frieden und Freundschaft leben. Wir trennen daher auch nicht den Begriff des Germanisierens. Die geistige Mentalität des ver­gangenen Jahrhunderts, aus der heraus man glaubte, vielleicht aus Polen und Franzosen Deutsche zu machen, ist uns genau so fremd, wie wir uns leidenschaftlich gegen jeden umgekehrten Versuch wenden! Wir sehen die europäischen Nationen um uns als gegebene Tatsachen. Franzosen, Polen und andere sind unsere Nachbarvölker und wir wissen, daß kein geschichtlich denkbarer Vor­gang diese Wirklichkeit ändern könnte."

klar und eindeutig geht aus diesen Worten her­vor, daß das im Deutschen Reich vereinigte Volk und seine Staatsführung sich jeder impe­rialistischen Politik enthalten wollen, daß sie fremdes Volkstum achten und wünschen, mit den Rachbarn in Friede und Freundschaft zu leben. Wenn es irgend eine Gemeinschaft zwi­schen dem Reich und dem VDA. gibt, dann ist es die Gleichheit und llebereinstimmung in diesen Fragen. Wenn überall in der Welt die Achtung vor fremden und die Liebe zum eigenen Volks­tum liegen, dann kann die treue Anhänglich­keit und Liebe zum deutschen Volkstum kein Hindernis sein, auch die selbstverständ­lichen Bürgerpflichten zum andersnationalen Herbergsstaat zu erfüllen. Aus diesem Grunde wünschen wir auch, daß der VDA. ein über­staatlicher, unabhängiger, allgemein-deutscher Verband bleibe, der keinersei machtpolitische Ziele verfolgt. Der Rationalsozialismus ist der Hüter des Volksdeutschen Gewissens im Reiche: darum wird kein Rationalsozialist sich den An­forderungen entziehen, die der VDA. als Mitt­ler und Treuhänder der Volksgemeinschaft aller

Deutschen, an das deutsche Volk stellen muß.

Die Träger und Führer des nationalsozialistischen

Staates haben in der klaren Erkenntnis, daß Grundlagen des Deutschen Reiches im Volkstum wurzeln, dem Dolksbund für das Deutschtum im Ausland die Möglichkeit gegeben, in großzügiger Weise an der Erziehung oes gesamten deutschen Volkes und vor allem der deutschen Jugend zu volksbewußtem Handeln und Denken mitzuwirken. Jeder deutsche Reichsbürger soll sich dessen bewußt werden, daß er nicht nur Staatsbürger, sondern auch Volksgenosse ist, der Verpflichtungen dem gesamten deutschen Volkstum gegenüber auf sich zu nehmen hat.

In der großen Familie der deutschen Nation nimmt das Saardeutschtum gerade im gegen­wärtigen Augenblick eine besondere Stellung ein. In zähem Kampfe hat das Saardeutschtum um sein Recht und seine Freiheit gerungen. Die deut­sche Treue hat sich in den Herzen der Saardeut­schen ein herrliches Denkmal erbaut, und aufs neue in wunderbarster Weise bewährt. In wenigen Monaten wird das deutsche Volk an der Saar vor der ganzen Welt sein Bekenntnis zum deutschen Vaterland oblegen. Klar und offen soll dieses Saardeutschtum zeigen, daß es aus seinem tausendjährigen Deutschtum kein Handels­geschäft machen läßt, und daß es nicht bereit ist, sich aus strategischen oder geschäftlichen Gründen hin- und herschieben zu lassen! Die heutige Kund­gebung findet alsSaarbrücker Tagung" an Rhein und Mosel statt, weil die derzeitige Saarregierung der Stadt Saarbrücken untersagte, den VDA. in den eigenen Mauern an der Saar zu begrüßen. So mögen unsere Grüße über die Grenzen des Landes Hinwegklingen und Boten deutscher Volkszusammen­gehörigkeit sein. Es lebe das deutsche Volk an der Saar und sein Kampf um Freiheit und Recht! Unser großes deutsches Vaterland und sein Volkskanzler Adolf Hitler Kampf- und Sieg-Heil!

Darbietungen der Mainzer Sängerschaft leiteten über zu den ergreifenden Bekenntnissen der auslandsdeutschen Volksgruppen aus Nordschleswig, aus dem Baltikum, aus Polen, aus den Sudetenländern, aus Südslawien, Ungarn, Ru­mänien, Rußland, Danzig, Oesterreich, Südtirol, und dem angelsächsischen Ueberseegebiet. Noch dem Schlußsatz aus der fünften Symphonie von Ludwig van Beechoven beendete dann

Or. Hans Steinacher

die Kundgebung mit einer kurzen Schlußrede, in der er u. a. ausführte: Aus der Bindung im eige­nen Volkstum gewinnen wir Sinn für die Hoheit und Würde des Volkstums auch der anderen. Volkstum kennt keinen Verzicht auf Volkstum, kennt aber auch keine Vergewaltiguna fremden Volkstums. In gegenfeitiger Achtung unserer Volkstumsarbeit sehen wir die Grundlage für den friedlichen Neuaufbau Europas. Auch in den Überseeischen Staaten wenden wir uns gegen verderbliche Assimilations- bestrebungen und verfolgen mit Besorgnis die Anzeichen eines Kampfes gegen unser Volks-

Trier, 21. Mai. (DNB.) Kaum waren die letzten Klänge des Horft-Wessel-Liedes nach der volksdeutschen Kundgebung auf dem Adolf-Hitler- Platz am Samstagabend in Mainz verhallt, als der ungeheure Apparat der Pressestelle des VDA., in Lastwagen verpackt, abrollte, als zahlreiche Journalisten in Autos durch die Nacht dem neuen Tagungsort Trier entgegenrasten. Im Morgengrauen erreichte man Trier, dessen Straßen und Gäßchen mit einem Wald von Fahnen des Dritten Reiches, der alten, ruhmreichen schwarz- weißroten Fahne und der blauen VDA.-Wimpel übersät sind. Neben den fahrplanmäßigen Zügen brachten etwa 40 Sonderzüge VDA.- und Hitler- Jugend, SA.- und SS.-Männer, deutsche Frauen und Männer in Scharen herbei, so daß die Zahl der Tagungsteilnehmer mit 50 000 Jugendlichen und Erwachsenen nicht zu hoch gegriffen sein dürfte. In zahllosen Gruppen durchzogen mit ihren blauen Wimpeln Jungen und Mädel aller deutschen Gaue die Straßen de^ Stadt. Ein überaus belebtes jugendfrohes Bild bot die Zeltstadt auf der M o s e l i n s e l, wo 50 große Zelte mit über 8000 Jugendlichen belegt sind. Die Studenten haben FeDguartiere im Waldgelände auf der linken Moselseite bezogen. Mit freundlichen Zurufen be­grüßten die Straßenpassanten die durch die Stadt marschierenden Musikkapellen der einzelnen Schul­gemeinschaften des VDA. Trier war fast ebenso belebt, wie am stärksten Pilgerverkehrstag während der Ausstellung des Heiligen Rockes. Am Samstag­nachmittag und -a-bend waren die ersten Sonder- züge von der Saar eingetroffen, von der Be­völkerung unb den Abordnungen des VDA. be­geistert begrüßt.

tum, der in seinen Ergebnissen auch dem Wohl­ergehen der dortigen Staaten nicht nützlich sein kann. Bei der Ueberschau über die deutsche Gesamt­lage erkennen wir die schlechthin entscheidende Be­deutung der biologischen Kraft im Ringen um die Behauptung des Volkstums. Die Frage des Geburtenüberschusses und der eigenen Bearbeitung des Bodens ist entscheidend, selbst wenn die Auf­stiegs-Assimilierung besonders in den westlichen Vorlanden sich bemerkbar macht. In der Synthese der Behauptung der biologischen Notwendigkeiten und eines neu geweckten nationalen Selbstgefühls liegt die große Aufgabe des Volksdeutschen Daseins­kampfes. Durch diese seelischen Kräfte, nicht durch äußere Formen und Ab­zeichen hat das Auslandsdeutschtum vom Natio­nalsozialismus die stärksten Impulse zu empfangen. Wir begrüßen es in Dankbarkeit, daß fein Gerin­gerer als Rudolf Heß wiederholt ausführte, daß die Uebernahme nationalsozialistischer Formen draußen nicht nur unerwünscht, sondern schädlich sei. Ueberall, wo draußen politische und persönliche Kämpfe um die Erneuerung ausgebrochen sind, muß die Behauptung des Volksbodens ge­gen fremden Druck die erste Aufgabe bleiben.

In den Flammen der Begeisterung und neu er­kannter Pflichterfüllung gegenüber dem Volk ist Opferglaube neu erwacht. Ihm, dem Führer, sei daher Dank und Gelöbnis zur treuen Gefolgschaft. So darf ich Sie bitten, zu gedenken unseres hohen Ehrenführers und Schutzherrn, des Reichspräsiden­ten, Generalfeldmarschall von Hindenburg, des Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler und des ganzen Deutschland, das wir mit unse­ren Seelen umfassen. Wir grüßen sie mit dem Gruße der Volksdeutschen, alle die, die da draußen in den fremden Staaten leben, mit einem dreima­ligen Volk Heil!

Oer Abschluß der Mainzer Tagung.

Den glanzvollen Abschluß der Veranstaltung des VDA. in Mainz bildete Samstagabend eine ge­waltige volksdeutsche Kundgebung auf dem Adolf-Hitler-Platz vor der mit Fahnen, Guir- landen und Blumen reichgeschmückten Stadthalle. Fahnenabordnungen zogen auf, die Musik spielte den Badenweiler Marsch, als der stellvertretende Bezirksführer Rhein-Main des VDA. Georg Wit- t i g den Abend mit einer Begrüßungsansprache er­öffnete. Die Mainzer Sängerschaft brachte Hein­richsMahnung" zum Vortrag. Dann sprachen der Vorsitzende des Deutsch-Sächsischen Volksrates für Siebenbürgen Dr. Iickeli - Hermannstadt, ein Vertreter der Saararbeiterschaft und Dr. Hen­nings aus Kanada. Mit erhobener Hand und entblößten Häuptern fang man zum Abschluß der feierlichen Veranstaltung das Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied. Tausende von Mainzer Bürgern haben in tiefer Ergriffenheit und Begeisterung dem Festakt beigewohnt.

im Sonnenlicht noch einmal so prächtig leuchtete. Dr. S ch ö n e i ch begrüßte die Teilnehmer, die aus allen Gauen gekommen waren. Vertreter Oester­reichs und der einzelnen auslandsdeutschen Volks­gruppen überbrachten die Grüße ihres Heimatlandes und betonten immer wieder, wie sie erfüllt feien von dem Geist der deutschen Erneuerungsbewegung im Reich. Unter dem Jubel der versammelten Ju­gend sprach Dr. Steinacher und lieh seine Rede ausklingen in die Aufforderung an die Jugend: Ich fordere von euch die Seele, das Herz, daß es nicht erlahme für den Kampf da draußen, daß in euch entstehen mag die volks­deutsche Unruhe, das deutsche Volk mehr ist als deutscher Staat und aus dieser Unruhe sollt ihr nicht mehr herauskommen." Den Abschluß der Feier bildete ein Bewegungsspiel, das ergreifend Saarlandnot und Saarlandhoffnung schilderte. Unter den Klängen des Deutschland- und des Horst-Wessel- Liedes schloß die erhebende Feier.

Am Nachmittag waren die VDA.-Jugend, die Ver­treter der Trierer Verbände, der SA. und SS. und des Kyffhäuserbundes an dem schlichten Krieger­denkmal am Ufer der Mosel angetreten, um d i e toten Krieger zu ehren. In einer schlichten Gedenkrede erinnerte Dr. Steinacher an das Opfer der Toten. Nur durch Opfer, ins­besondere des Lebens, wachse die Gemeinschaft. Ein Trauermarsch erklang, während Dr. Steinacher einen mit der Hakenkreuz- und der VDA.-Schleife geschmücken Kranz am Denkmal niederlegte, das die einfachen WorteTapfer und treu" trägt.

Am Nachmittag besuchten der Leiter des PDA., Dr. Steinacher, und der Reichssportführer von Tschammer und Osten das Zeltlager der DDA.-Jugend auf der Moselinfel. Gartenkonzerte am Nachmittag leiteten über zu den Abend- feiern, auf denen Oberbürgermeister Z o e r n e r- Dresden und Graf Brockdorfs-Dallwitz sprachen. Die Studenten versammelten sich auf dem Kockelsberg, die Jungen im Zeltlager auf dem Regattaplatz, die Mädel auf dem Petrisberg. Flammenstöße und Höhenfeuer und ein Feuer- grüß an die Saar wurden begeistert von

Tausenden von Zuschauern ausgenommen. Ein

Oie Stunde der Jugend, die traditionsgemäß am Pfingstsonntagvormittag stattfindet, wurde diesmal im Freien abgehalten, und zwar auf dem Sportplatz Weiß­haus, der mit feiner idealen Sage mitten im Grünen einen wirkungsvollen Rahmen für die Feier­stunde bietet. Endlos zogen die farbenprächtigen Wimpel der VDA.-Jugend und die Hakenkreuzfahnen der Hitlerjugend ein, ein Wald von Fahnen, der den

Trier im Zeichen des blauen Wimpels.

Hefiger Fackelzug durch die Stadt zum Palastplatz' mit folgendem Zapfenstreich bildeten den wrrkungs- vollen Abschluß des Pfingstsonntags.

Der Pfingstmontag wurde mit einer erhebenden Morgenfeier im Stadion eingeleitet. Das weite, sonnenüberstrahlte Feld war von Zehntau. senden mit ihren Fahnen und Wimpeln dicht be. setzt. Brausend erschallte aus zahllosen Kehlen das LiedWir treten zum Beten vor Gott, den Ge. rechten", begleitet von den Posaunenklängen einer Schülerkapelle. Bischof D. HeckLl - Berlin und Domkapitular Professor Dr. Irsch-Trier hielten zündende Ansprachen. Nach dem gememsamen Lied Großer Gott, wir loben dich" hielt

Vizekanzler von papen

eine eindrucksvolle Rede, in der er u. a. ausführte: Es war nicht immer so, daß die Reichsdeutschen Kraftspender und Tröster sein konnten. Es gab eine Zeit von der Geschichte noch viel zu wenig er- kannt da strömten die magischen Blutkräfte des deutschen Volkskörpers von außen nach in. n e n und bewahrten Hirn und Herz vor dem Er. lahmen. Das war in den Jahren unmittel, bar nach dem Kriege, als das reichsdeutsche Volk müde gekämpft in innerem Zwist versank. Da- mals sind es unsere Ausländsdeutschen gewesen, die die Brücke zu einem kleinen Kreis von Männern im Reiche schlugen und zum erstenmal jenen lebendigen Zusammenhalt zwischen Reichs- deutschtum und Auslandsdeutschtum schufen, der heute seine Früchte trägt. Der politische Inhalt der nationalen Revolution wird ein anderer bei den Ausländsdeutschen sein müssen. Bei den Auslands- deutschen fällt das wesentlichste Objekt aller Politik Einfluß auf die Staatsgestaltung" mehr ober mm« der fort. Was wir im Reich erstreben, endlich de. gönnen haben zu finden, nämlich die wahre Volks, gemeinfchaft, das war in vielen deutschen Volks, gruppen aus alter Ueberüeferung schon gegeben. Infolgedessen kann es sich draußen nicht um einen Kampf handeln, wie er bei uns geführt werden mußte, sondern nur um eine organische Erneue, rung auslandsdeutschen Volkstums, die um so sorg, samer zu erfolgen hat.

Die Revolution ringt um die Wiederherstellung nationaler Werte, ewiger Bindungen und der naturgegebenen Rangordnung. Sie -will ewige Ord­nungen wieder neu schaffen und zertrümmert des- halb eitle und morschgewordene Formen. Gerade vor wenigen Tagen hat der Führer in einer gro­ßen staatspolitischen Rede vor dem zweiten Ar- beitskongreß darauf hingewiesen, wie stark insbe­sondere in der den deutschen Arbeiter von Stirn und Hand und den Unternehmer aller Grade umfassenden Deutschen Arbeits­front das Bewußtsein einigen deutschen Volks­tums verkörpert ist. Aus dem Geist dieses Volks­tums besinnen wir uns auf das uns innewohnende Gesetz, auf unser Wesen und unsere Aufgaben.

Lassen Sie mich Ihnen, meine Freunde, heule das Losungswort zurufenVolksdeutsche Haltung zur Zukunftsgestaltung unseres Volkstums" und bekennen, daß ich diesen und nur diesen Wegweiser an unserer Straße in die kommende Zukunft, die wir ge­stalten wollen, sehen will. Ich will damit zu­gleich rückblickend auch die Erklärung dafür geben, daß die deutsche Revolution eine geistige war, daß die Umkehr unserer Politik im Reich im Grunde genommen das eine bedeutete: D i e Rückkehr zum Glauben an den deut­schen Menschen und der Entschluß, an die politischen Ausgaben nicht mit erklügelten Re- zepten, sondern mit der einzig wirksamen Waffe heranzugehen, mit dem lebendigen Menschen als Trager einer schöpferischen und kämpferischen Haltung. Ihr, der Haltung allein, wird stets die Gestaltung der Dinge folgen.

In Europa, fuhr der Vizekanzler fort, nimmt unser Volk insofern eine besondere Stellung ein, daß es an allen Grenzen des Reiches und Oesterreichs siedlungsmäßig mit anderen fremdem Volkstum verzahnt ist. Es siedelt in nicht weniger als 20 der 30 europäischen Staaten unb fordert für seine Kultur und sein unge­schmälertes Dasein Lebensrechte unb Geltung. Deswegen muß sich unser Blick von dem staatgebundenen Volkstum dem Deutschtum im Reich in der Richtung des Gesamt- volkes über die Reichsgrenzen hinweg weiten. Die Frage der überstaatlichen Volksge­meinschaft gehört für uns Deutsche, aber nicht nur für uns allein, sondern für beinahe alle Völker Ost-Mitteleuropas, mitten in eine europäische Frie­denspolitik hinein, weil sich Staatsgrenzen unb Volksgrenzen nicht decken und sich durch Grenzver­änderungen wohl Besserungen aber niemals befrie­digende Lösungen erzielen lassen würden.

In einem punkt allerdings möchte ich hier In der Westmark des Reiches nicht mißverstanden werden, wenn ich sage, daß Staats- und Volks- grenzen in Mitteleuropa sich niemals ganz decken können. Was der Versailler Vertrag über das Saarland verhängt hat, hatte mit der Sicherung etwa anderer fremdländischer volkstümer oder Minderheiten niemals das geringste zu tun. Es gibt an der Saar keine fremdländischen Minderhei­ten. Dieser Vertrag dient nur einem höchst materiellen und prosaischen Kohlengeschäft, zu dessen Sicherung man 800 000 Deutsche für 15 Jahre unter fremde Herrschaft und Willkür setzte. An der Saar handelt es sich nur darum, ein großes Unrecht wieder gutzumachen und beschleunigt die Grenzen wieder herzustellen, die seit über einem Jahrtausend deutsches Volkstum umfaßten, hier ist für den Völker­bund eine einzigartige Gelegenheit, europäische

Politik im besten Sinne zu dokumentieren.

Aufgabe des neuen Deutschlands aber ist es, für die Beziehungen unter den Völkern und Volks' gruppen neue und bessere Voraussetzungen 3U schaffen, als sie das Versailler System Europa be­chert hat. Es soll niemand im unklaren darüber ein, daß die Reichspolitik, wie immer sie die Ge­nesung und Befriedung unseres erschütterte Kontinents anstrebt, stets das Schicksal der au ' landsdeutschen Volksgruppen verfolgen und sorgenden Herzen tragen wird. Jeder Staat, o wie wir im Polkstum eine Kraftquelle fiey, 0 durch keine noch so geniale Verfassung ersetzt den kann, wird uns verstehen. Die meisten banoe danach und verlangen Schutz ihres Volkstum^ v fach aber ohne daraus den einzig möglichen zu ziehen: daß sie auch dem fremden V o i tum dieselbe Achtung entgegenbrmfl müssen.