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Nr. 116 Erster Blatt

184. Jahrgang

Dienstag, 22. Rai 1934

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Handel, Handwerk und Gewerbe bekennen sich zur deutschen Saar.

Or. von deuteln und Or. Ley sprechen zu Hunderttausenden von Angehörigen der NS.-Hago aus einer Riesenkundgebung aus dem MainzerGand".

Oer Ginn der Kundgebung.

Mainz, 21. Mai. (LPD.) Zur Saarkundgebung über NS.-Hago waren aus allen Teilen des Reiches, iund nicht zuletzt aus dem Saargebiet und den Grenz­gebieten viele Tausende schon am Sonntag in Mainz «ingetroffen, die reich geschmückten Straßen der Stadt zeigten einen kaum jemals gesehenen Verkehr. Die festliche Stimmung wurde durch die in den Nach- unittagsstunden auf allen Plätzen der Stadt einfetzen- Len Konzerte noch erhöht. Der Abend vereinigte «einen großen Teil der Besucher und der Einheimi- sschen in dem Stadttheater zur Aufführung des vaterländischen SchauspielsSchlageter" und in der Stadthalle zu seinem saardeutschen Abend.

Am zweiten Feiertag um Vzll Uhr empfing der Amtsleiter der NS.-Hago D r. v. Rente! n die ^Partei- und Behördenvertreter im Kurfürstlichen Schloß. Nach kurzen Begrüßungsworten des Meichshandwerksführers Schmidt führte Dr. v. Menteln u. a. aus: Die Aufgabe der nationalso­zialistischen Handels-, Handwerks- und Gewerbe- vrganisation sei es, die Volkskreise dieser Berufe jjenem neuen Ideengut zuzuführen, das die Bil­dung und Errichtung eines neuen Volkes und damit Liner neuen Wirtschaft ermöglichen soll. Der 516.« !Hago liege der nationalsozialistische Gedanke zu gründe, daß es nicht möglich sei, dadurch, daß man wirtschaftliche Dinge oder rein berufsmäßige Dinge allein betone, eine Einheitlichkeit der Wil­lensbildung im Volk zu schaffen, sondern daß die «virtschaftliche Betrachtungsweise immer trennend mirken werde, daß es also darauf ankomme, dem Menschen zu zeigen, daß er politisch bedingt ssei. In dieser Kundgebung in Mainz solle wieder einmal darauf hingewiesen werden, daß es nur ein gesamtdeutsches Schicksal gebe, das hochstehe über allen wirtschaftlichen Fragen. Die Tiusländische Hetzpresse, aufgestachelt durch Dolks- verführer, die das deutsche Volk in seiner jungen Kraft abgeschüttelt habe, behaupte, in Deutschland herrsche Terror und vor allem der Mittelstand sei unzufrieden mit der Regierung und Handel, Hand­werk und Gewerbe hätten keinen innerlichen Gleich- chritt mit der nationalsozialistischen Regierung. Darum sei es notwendig und gut, daß einmal nHandwerk, Handel und Gewerbe selbst aufmarschier- ::en und in einer Kundgebung die Aufmerksamkeit Oes Auslandes in hohem Maße auf sich zu ziehen und zu zeigen, wie unwahr solche Behauptungen ieien. Zum Schluß widmete der Redner besonders vergliche Worte den Volksgenossen von der Saar: Eure Rot, Brüder von Saar, ist unsere Not, Eure Hoffnung ist unsere Hoffnung. In dieser Kund­gebung wollen wir besiegeln den Treueschwur, den wir einander ablegen für die zukünftige Gestaltung »er Geschichte des deutschen Volkes.

Ungezählte Tausende hatten sich am Pfingstmon- oag auf dem Sanb", dem Exerzierplatz der ehemaligen Mainzer Garnison, eingefunden. Die Sternfahrt der NS.-Hago brachte am ersten Feiertag schon Tausende von Kundgebern hierher. An zwei schier endlosen Säulen marschierten gegen Mittag die Teilnehmer, darunter größere Gruppen ms allen Teilen des Reiches und Danzigs, besonders Aber aus dem Saargebiet, durch die in Maiengrün und Fahnenschmuck prangenden Stra- I -gen hinaus auf den von Kiefern- und Laubbäumen umstandenen weiten Platz. Auch eine Abteilung österreichischer SA., die wie die Brüder und Schwe- j ijtern von der Saar besonders herzlich begrüßt wur­den, marschierte im Zuge mit. An der Stirnseite !»er riesigen Ehrentribüne prangte übergroß das Zahnrad der Deutschen Arbeitsfront. Das NS.» Hago-Zeichen, flankiert von sechs mächtigen Haken- Jreuzfahnen, beherrschte wirkungsvoll die mit Grün- chmuck verzierte Tribüne. Eine große Anzahl von i Lrfrischungsstellen sorgte für das leibliche Wohl der .ingeheuren Menge, die sich zum Teil schon Stun- :ien vor Beginn der Kundgebung eingefunden hatte.

Unter den Klängen des Badenweiler Marsches Dg kurz vor Beginn der Kundgebung ein Wald sn NS. - Hago-- Fahnen über das Feld. I Sie fanden auf der Tribüne Aufstellung. Eine ge- ! Daltige Gruppe von Saarländern zog unter I Borantritt einer' Bergmannskapelle aut von der Menge stürmisch begrüßt. Als der Führer der deutschen Arbeitsfront Dr. Ley und der Amts- I Leiter der NS.-Hago Dr. v. Renteln kurz nach ! 14 15 Uhr eintrafen, wurden ihnen stürmische Ova- I t onen zuteil. Musterhaft vorgetragene Sprech- qq Öre d e r Saarkinder, in denen die Sehn­sucht nach dem Mutterland zum Ausdruck kam, er- ? öffneten die Kundgebung. Sodann führte

»er Amtsleiter derNS.-Hago, Or. von Renteln,

l. a. aus: Deutschland hat sich geändert. Vorbei smd jene Zeiten, wo das deutsche Volk nach Klas- j m, Ständen, Konfessionen und Landesteuen aus- cinanberftrebte, vorbei die Zeit, in der sich Staat uni) Volk mißtrauisch gegenüberstanden. Niemals roirb es einem Stand ober einem Beruf besser §Lhen können, wenn nicht bas Volksganze Mr Blüte gelangt. Diese gefunbe unb ewig wahre (ixfenntnis hat auch im deutschen Hanbel, Hand- v>erk unb Gewerbe revolutionieren!) gewirkt. Die

von kraftvoller Trabition erfüllten weiten Kreise von Handwerk unb Hanbel recken sich empor zur stolzen Größe machtvoller Träger ber beutschen Geschichte. Was noch vor IVz Jahren unmöglich gewesen war, ist heute in bieser Kunbgebung ver­wirklicht worben:

hunderltausende deutscher Hand­werker und Kaufleute aus alten Gauen, ja selbst aus Ostpreußen, Danzig unb Schlesien sind hierher geströmt, nicht um an ihr Dorf, nicht an ihren Berufszweig, ober an das eigene Interesse zu denken, sondern weil sie als lebendige Träger der deut­schen Geschichte in sich die geschichtliche Verpflichtung fühlen, dem Saarvolk die brüder­liche Hand zum Gruß und zur Treue zu reichen.

Wir fordern alle Saarländer auf, den Blick zu er­heben auf diese machtvolle Kundgebung. Sind etwa diese Hunderttausende, niedergeschlagen? Oder ist es nicht vielmehr die heiße Glut einer stol- zen Begeisterung, die ihre Herzen hierher trieb. Schaut ihnen ins Antlitz, dann werden die Lügen, die sich im Saarland austoben dürfen, eben­so zusammenbrechen, wie sie in Deutschland in ein Nichts zusammengebrochen sind. Regierung unb Volk haben mit starken Armen bem Niedergang unb Zerfall von Hanbwerk unb Hanbel Einhalt geboten. Das große Jnstandsetzungsprogramm ber

Nach einem weiteren Sprechchor ber Saarknaben, die für ihre trefflichen Leistungen wieder stürmisch gefeiert wurden, überreichte Amtsleiter Brenner den Saarländern eine Ehrengabe, die ein Vertreter der Saarlandbrüder mit Worten des Dankes und mit bem Gelöbnis ber Treue entgegennahm. Hierauf trat

der Führer der Deutschen Arbeitsfront, Or. Ley

an das Mikrophon, von ber Menge mit herzlichen Heilrufen empfangen. Er sprach zunächst über die echte Kameradschaft und den wahren Sozialismus und führte dann weiter aus: Ein Staatsmann und Führer des Volkes muß Erzieher sein. Er muß e i n Mann des Volkes sein, er muß das Volk ken­nen, wie er sich selbst kennt, sonst kann er niemals regieren. Das ist die Kunst des Nationalsozialismus, daß wir zu unserem Volk kommen und immer von neuem zu ihm kommen und uns von ihm nicht trennen lassen. Wir lassen dich nicht los, Volk! Wir haben keine Kanonen, keine Festungen, keine Panzerschiffe, wir sind waffenmähig gesehen ein wehrloses Volk. Frankreich hat die gewaltigste Armee, die besten Waffen, es ist ausgerüstet wie noch nie ein Volk ausgerüstet war. Aber die Welt weiß heute: Deutschland hat keine Waffen, aber Deutschland wurde ein neues Volk! Der Glaube allein ist Macht. Der Glaube, der Berge versetzen kann, dieses Wort haben wir früher nicht begriffen. Erst der Nationalsozialismus mußte kom­men, dem Volk dieses erhabene Wort klar zu machen. Volk an ber Saar, unb ihr Deutschösterrei-

Das Staatspresseamt teilt bie beiden folgenden Entschließungen des hessischen Staats­ministers mit:

Turnen und Sport Pflicht jedes hessischen Staatsbeamten.

Eine der Hauptaufgaben im nationalsozialistischen Staat ist die Körpererziehung und Kör­perertüchtigung. Pflicht eines jeden ist es, die Erfüllung dieser Aufgaben zu unterstützen und zur Verwirklichung zu bringen. In ganz besonde­rem Maße trifft dies auf die Beamten und A n g e st e l l t e n zu. Es ist Pflicht eines jeden Beamten und Angestellten, soweit er hierzu körper­lich in der Lage ist, Leibesübungen zu treiben, um so seine körperliche und geistige Gesundheit zu erhalten und damit seine Dienst­fähigkeit zu erhöhen. Ich ordne deshalb an:

1. Jeder Beamte und Angestellte, ber hierzu körperlich in ber Lage ist, hat sich umgehend einer der nationalsozialistisch geleiteten Turn- unb Sportgemeinben anzuschließen.

2. Jeder neu eintretende Beamte ober Angestellte, der keiner Turn- oder Sportgemeinde angehört, ist auf dieses Ausschreiben hinzuweisen.

3. Auf Wunsch des einzelnen Beamten usw. sind Nachweise über seine sportliche Beteiligung in b e n Personalakten aufzunehmen.

Regierung hat bem beutschen Hanbwerk einen Auf­trieb gegeben.

Es besteht kein Zweifel, daß nach einer Volks­abstimmung unb Rückkehr des Saargebietes ins Reich solche Instandsehungsarbeiten dem saar­ländischen Handwerk Belebung und Stärkung bringen werden. Auch der saarländische Einzelhan­del wird wie in Deutschland wieder auf eine ge­sunde Grundlage gestellt werden. Rach der Heimkehr der Saar ins Reichs wird die ganze Wucht und Schlagkraft, die Arbeitsfchlacht des deutschen 60 RRllionen-Volkes, sich gegen die Arbeitslosigkeit auch im Saargebiet richten.

Die Saarkohle wird wieder wie früher nach Deutschland strömen. Handel, Handwerk unb Ge­werbe im Saarlanb werben burch Arbeitsbe­schaffungsmaßnahmen eine Belebung in höchstem Maße erfahren. Nicht nur etwa bie Vertreter ber beutschen Regierung allein finb es, bie sich um bas Saaroolk bekümmern, sondern bas deut- s ch e Volk s e l b st. Eure Not ist unsere Not, Eure Hoffnung ist unsere Hoffnung. Alles, was wir an Kraft unb Fähigkeiten haben, was wir an Glauben unb Hilfsbereitschaft haben, reichen wir Euch Brübern von ber Saar. Wir wissen es un­erschütterlich fest, baß, wenn bie Zeit ba ist, bas ganze Volk ber Saar nur eine Antwort haben wirb: ein flammenbes, ein überwältigenbes Ja.

eher, die ihr hier steht, bas Gleiche gilt für euch. Blut ist wie eine Flüssigkeit in oerbinbenben Röh­ren. Das Wasser steigt in allen Röhren gleich hoch. So ist es auch mit bem Blut. Das Blut eines Vol­kes ist eine Flüssigkeit in gemeinsam oerbunbenen Röhren. Man kann wohl eine Röhre gewaltsam verstopfen, aber man kann nicht ben Druck wegneh­men, ben bas übrige Blut bes Volkes bauernb barauf ausübt.

Man mag uns ©lieber abgeschlagen haben, man mag uns Menschen genommen haben, alles bas ist für ein Volk nicht tödlich, wenn das Herz ge­sund bleibt. Unb heute weiß die Welt: das Herz Deutschlands ist gesund geblieben. Was muß in diesem Volk für eine gesunde Kraft sein, daß trotz dieser 14 Jahre der Schande heute bie Na­tion größer, einiger und willensstärker den je zuvor geblieben ist. Das ist das Große, das danken wir dir, Volk. Was bedeuten die Lei­den, bie Arbeitslosigkeit, bie Not ber Wirtschaft? All bas bebeutet nichts gegenüber ber Erkenntnis: Deutfchlanb ist geeint, Deutfchlanb ist ein gesundes Volk. Wir sind Kameraden geworden, wir sind ehrliche Sozialisten geworden. Deshalb steigt das Blut in der Hauptröhre Deutschland, und deshalb wird es auch fteiaen und muß steigen nach einem göttlichen Gesetz, bas kein Dollfuß unb kein Knox abänbem kann. Wer bas Gesetz ber Rasse unb bes Blutes verleugnen will, geht elend zugrunde. Ihr Saarländer in eurer Heimat, werdet nicht nervös. Es ist bedeutungslos, ob sie ben Zeitpunkt ber Ab­stimmung hinausschieben ober nicht. Belanglos ist alles. Aber Volk von ber Saar unb ihr Deutsch-

4. Um einen Ueberblick über ben Erfolg ber vor­stehenden Maßnahme zu erhalten, ersuche ich, mir bis zum 1. Oktober 1 934 bie Beamten und Angestellten unter Angabe des Alters zu benen­nen, die noch keiner Turn- unb Sport­gemeinde angehören.

(Gez.) Jung, Staatsminister.

Sportliche Veranstaltungen in Hessen stempelfrei.

Um der großen Bedeutung, die der körperlichen Ertüchtigung des beutschen Volkes zukommt, Rech­nung zu tragen, hat die hessische Regierung die den Leibesübungen dienenden Ver­anstaltungen von sportlichen Vereinen usw., soweit diesen Veranstaltungen nicht gewerbsmäßiger Charakter zuzuschreiben ist, von der Stempel­pflicht befreit. Für bie polizeiliche Erlaubnis von Sportveranstaltungen war seither in Hessen eine Stempelabgabe von 50 Pfennig bis 5 Mark und in besonderen Fällen sogar bis zu 20 Mark zu entrichten. Die Freistellung von ber Abgabe wirb ben Sportvereinen unb sonstigen interessierten Organisationen eine willkommene finan­zielle Entlastung bringen, bie ben sportlichen Zwecken wieber zugutekommt. Dieser Gebühren­verzicht bedeutet eine zusätzliche Unterstützung des Sports durch den Staat in Höhe von etwa 10 000 Mark.

Volk und Führung - die Kameradschaft im neuen Reich.

Turnen und Sport in Hessen.

Em neues Aufgabengebiet der Gtaatsregierung.

österreicher, und ihr alle andern, die ihr daher­gekommen seid aus Deutschlands Gauen: Nehmt eins mit euch nach Hause: Wir sind ein Volk von Kameraden geworden unb wir lassen keinen, wir werben Freunbe sein unb Kameraben!

Begeistert fang bie ungeheure Menge nach ber Rebe Dr. Leys bas Deutschlanblieb, bas Horst- Wessel-Lieb unb das Saarlieb. Mit einem Sieg- Heil auf ben Führer, bas jubelnb ausgenommen würbe, war bie einbrucksvolle Kunbgebung zu Enbe.

Aoch kein Saarbeschluß in Genf.

Die direkten Verhandlungen an der Taktik Frankreichs gescheitert.

Genf, 19. Mai (DNB.) Der Völkerbundsrat hat die Saarfrage auf seine für den 30. Mai an- oeraumte außerordentliche Tagung verschoben. Der Beschluß wurde ohne jede Aussprache gefaßt, nachdem ber italienische Delegierte Aloisi lebig» lich mitgeteilt hatte, daß ber Bericht bes Dreierausschusses noch nicht fertig sei. Der Ratspräsibent bemerkte im Anschluß hieran, baß bie Befugnisse bes Dreierkommitees erneuert seien.

Der Entscheidung des Rates waren Verhand­lungen zwischen Vertretern Deutsch­lands, Frankreichs unb Italiens vor­ausgegangen. Diese Verhanblungen haben zu keinem Erfolg geführt. Obgleich, wie auch von italienischer Seite anerkannt würbe, ber beutsche Vertreter in ber entscheibenden Garantiefrage ein weitgehenbes Entgegenkommen gezeigt hatte, war es unmöglich, zu einem Beschluß zu kommen, weil bie Franzosen im letzten Augenblick in ber Frage ber Polizei unb des AbsNmmungsgerichtes neue und uner­füllbare Forderungen stellten unb von ihrer Annahme bie Festsetzung bes Termines ab­hängig machten. Obgleich in einer ganzen Reihe von Fragen eine Annäherung erreicht wordes ist, war es nicht mehr möglich, die noch übrig- bleibenden Gegensätze so weit zu beseitigen, damit ein Bericht an ben Rat fertiggestellt werben konnte.

Die Schulb an ber neuen Vertagung der wichtigen unb brängenben Saarfrage trägt ausschließlich Frankreich, bas bret Tage lang jede konkrete Mitteilung über seine Absichten abgelehnt und erst am Samstagvormittag als es naturgemäß schon zu spät war in ernsthafte Verhandlungen eintrat. Zu allem lieber- fluß aber haben bie Franzosen bie heutigen Ver­hanblungen noch burch überraschenbe unb äußerst weitgehende Forderungen derart belastet, daß sie ohne Ergebnis dl e i b e n mußten.

Ribbentrops römische Besprechungen.

Berlin, 21. Mai (DNB.) lieber bie Unter» rebung bes ^Beantragten ber Reichsregierung für Abrüstungsfragen, von Ribbentrop, mit Mussolini erfahren wir nach feiner Rückkehr: Herr von Ribbentrop erklärte bem Duce, baß Deutfchlanb seinerzeit ben Geist ber italienischen Abrüstungsbenkschrift vom Januar, die sich als erste auf den Boden ber realen Tatsachen stellte, warm begrüßt habe, unb erläuterte bie Einstellung ber beutschen Regierung zu ben Der» schiebenen mit ber Abrüstung zusammenhängenben Fragen. Ribbentrop stellte nochmals die von ber ganzen Welt anerkannte Angemessenheit ber beutschen Forderungen fest unter gleichzeitigem Hinweis, baß ber Kanzler von vorn­herein nur geforbert habe, was Deutschland z u seiner Verteidigung benötige, unb baß an diesen Forderungen niemals mehr z u rüt­teln sei.

Absolute Einigkeit herrschte darüber, baß um bie Worte Sir John Simons zu gebrauchen irgenb ein Abrüstungsabkommen, unb sei es auch nur ein solches ber Rüstungs­beschränkung, besser fei als gar feines. Damit wäre ber erste große Schritt zu einem völli­gen Umschwung der Dinge unb zur Befriebung Europas gegeben.

Hat Litwinow eine Zusammenkunft mit Trotzki?

Paris, 22.Mai. (DNB.-Funkspruch.) Ein Mit­arbeiter berDaily Mail" hat sich nach M e n - tone an ber französischen Riviera begeben, wo sich seit Samstag Litwinow aufhält. Er meldet sei­nem Blatte das Gerücht, wonach Litwinow in Men» tone mit Trotzki zusammen!reffen unb eine Aussöhnung mit Stalin vorbe­reiten wolle. Im Hotel Litwinows habe man den Journalisten erklärt:Litwinow befindet sich hier, 'um zwei Freunde zu sehen, von denen ber eine in nächster Nähe wohnt, ber anbere etwa 30 Kilometer entfernt." Als ben Freunb, ber in nächster Nähe wohnt, will ber Korresponbent ben erkrankten Sow­jetbotschafter in Paris Dowgalewski feftgestellt haben, ber tn Mentone eine Villa bewohne. Nach derDaily Mail" soll Litwinow am Montag eine breiftünbige Unterrebung mit Botschafter Dowga» lewski unb Trotzki gehabt haben.

Vier kommunistische Terroristen hingerichtet.

Am Samstag morgen sind im Hofe des Ham­burger Untersuchungsgefängnisses die gegen Lett- mer, Fischer, Schmidt und Wehrenberg vom hanseatischen Sondergericht erkannten Todes­urteile durch das Beil vollstreckt worden. Deit­mer und Wehrenberg haben am 19. Mai 1932 ben Angriff im Herrengraben auf einen