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Aus aller Wett.

Der neue belgische Gtratosphärenflug.

Cosyns in Güdslawicn glatt gelandet.

, Brüssel, 18. Au-g. (DNB.) Der belgische Ge­lehrte Mar Cosyns, der als Mitarbeiter von Professor P i c c a r d bekannt geworden ist, ist am Samstag früh um 6.19 Uhr in Hour-Havenne, in der Nähe von Dinant, mit seinem Stratosphären­ballon zum dritten belgischen Stratosphären­flug aufgestiegen. Die Füllung des Ballons war gegen 3 Uhr nachts beendet. Um 4.35 Uhr wurde ine Gondel unter dem Ballon angebracht. Sodann wurde der Platz von der Gendarmerie geräumt und abgesperrt. Der Ballon führte als Ballast Sandsäcke im Gewicht von insgesamt 1000 Kilo sowie 250 Kilo Wasser in unterteilten Bleibehältern, die ins­gesamt 300 Kilo wiegen, mit sich.

Bor seinem Aufstieg empfing Cosyns einige Pressevertreter. Er erklärt u. a., daß die letzten Vorbereitungen einige Schwierigkeiten bereitet hät­ten, vor allem die Anbringung der schweren Gondel an der Ballonhülle. Er habe jedoch die Hoffnung, Laß das Glück mit ihm sein werde und daß alles gut ausgehen werde. Er nehme an, daß sein Flug sehr bedeutsame wissenschaftliche Ergeb­nisse haben werde. Die Familien der beiden Stratosphärenflieger Cosyns und van der E l st blieben bis gegen 5.15 Uhr auf dem Platz und nah­men dann von den beiden Forschern Abschied. Um 6.16 Uhr wurde der Ballon in die Mitte des Platzes befördert und um 6.19 Uhr erfolgte der Aufstieg. Cosyns winktAuf Wiedersehen" und sodann Los­lassen. Die anwesende Menge brach in begeisterte Rufe aus und der Ballon erhob sich senkrecyt in den klaren Morgenhimmel. Das Wetter ist außer­ordentlich günstig, es ist fast windstill. Der Ballon, der wie eine riesige Birne aussieht, wandte sich zu­nächst nach Osten, dann nach Südosten und schließ­lich nach Süden.

Der Ballon ist, wie aus Belgrad gemeldet wird, in der Nacht zum Sonntag bei dem Dorfe Zenavlje in der Nähe von Morska Sobota in Süd- flawien gelandet. Professor Cosyns und fein Assistent befinden sich wohl. Die Landesstelle befindet sich auf der sogenannten Murinsel, die in der Dreiländerecke Südslawien-Oesterreich-Ungarn liegt. Die Landung vollzog sich um 21 Uhr und war vollkommen glatt. Die Flieger sind nur eine Stunde länger in der Luft geblieben, als sie ursprünglich beabsichtigt hatten.

Die Deutsche Ostmeffe eröffnet.

DNB. Königsberg, 19. August. Am Sonntag­vormittag fand in der festlich geschmückten Stadt­halle zu Königsberg die feierliche Eröff­nung der 22. Deutschen Ostmesse statt. Der Ober­bürgermeister von Königsberg,Dr. Will, begrüßte die Vertreter der Behörden und die Ehrengäste aus dem In- und Auslande; er unterstrich, daß die 22. Deutsche Ostmesse alle Erwartungen übertroffen habe und die größte sei, die je» mals gezeigt wurde. Gauleiter und Oberpräsident Koch überbrachte die Grüße des Führers, des Ministerpräsidenten Göring und der Reichs- und Staatsregierung: er führte dann u. a. aus: Im Verhältnis Deutschlands zu anderen Völkern wird zur Zeit durch Unwahrheit und Verblendung und auch durch Unkenntnis und Irrtum die Wahrheit verfälscht. Wir schauen klar und ruhig durch das Gewirr solcher Behauptungen hindurch und sehen, was dahinter steht. Willkürliche Eingriffe in die gesetzmäßige Entwicklung der Dinge richten sich am Ende gegen den Angreifer selbst. Ich brauche kaum darauf hinzuweisen, daß dies im Osten, daß es vor allem denen, die diese Messe besuchen und beschicken, ebenso klar ist wie uns. Das benachbarte Polen hat als junges Volk die Konsequenz aus der Nachbarschaft zu Deutschland gezogen und die neue, auf ganz weite Sicht berechnete und umfassende Friedenspolitik des Führers bejaht. Polen hat da- durch s i ch s e l b st und der Festigung seiner unab­hängigen Machtposition gedient. Durch die Einleitung der Verständigung mit Polen ist einer Wirt­schaftsverständigung auch mit anderen

Nachbarn die Bahn geebnet. Gerade Ostpreußen hat an einer solchen Verständigung außerordent­liches Interesse und begrüßt daher jeden der ver­schiedenen Schritte, die diesem Ziele dienen.

Die Königsberger Ostmesse, die so reich beschickt ist wie noch nie zuvor, bringt in der Mustermesse Textilwaren, Nahrungs- und Genußmittel, Haus­und Küchengeräte, Kunstgewerbe, eine große land­wirtschaftliche Ausstellung mit Maschinen aller Art. Besonders interessant ist die Tatsache, daß diesmal erstmalig Polen mit einer Sonderaus- stellung vertreten ist und daneben Lettland, während Rußland diesmal, wie auf allen Weltausstellungen, fehlt.

Furchtbares Unglück an einem Bahnübergang in Frankreich.

3n der Nähe von Lyon ereignete sich am Sonn­tag ein tragischer Unglücksfall, der acht Personen das Leben kostete. Lin Kraftwagen mit sechs Fahrgästen und ein mit zwei Personen besetztes Motorrad stießen auf einer Eisen­bahnüberführung zusammen. Sämtliche acht Personen wurden bei dem Zusammen­prall erheblich verletzt. 3m gleichen Augenblick brauste ein Personenzug heran, der über die auf den Schienen liegenden Ver - lehlen hlnwegfuhr und sie zermalmte. Die Schuld an dem Unglück trifft den Bahnwärter, der trotz des Leuchtsignals die Schranken geöffnet hatte.

Neues deutsches Krankenhaus in Rio de 3aneiro.

In Rio de Janeiro erfolgte in Anwesenheit des deutschen Gesandten, von Vertretern der Partei und der brasilianischen Behörden sowie von Pro­fessor Munk als Vertreter der deutschen Aerzte die Einweihung des deutschen Kranken­hauses, das die deutsche Kolonie errichtet hat. Das Krankenhaus ist das modernste Institut seiner Art in ganz Südamerika.

Elli Beinhorn in Guatemala.

Die deutsche Fliegerin Elli Beinhorn ist zu einem Besuch in Guatemala eingetroffen. Sie hat ihr Flugzeug in Costarica zurückgelassen, wo es repariert wird.

Zwei italienische Bergsteiger am Montblanc verschüttet.

Bei dem Versuch, den Montblanc von der Tu­riner Schutzhütte aus auf einem bisher nicht be­gangenen Wege zu bezwingen, sind zwei bekannte Turiner Alpinisten ums Leben gekommen. Die beiden Bergsteiger hatten sich, begleitet von zwei anderen Alpinisten, bereits am Abend zur Be­steigung aufgemacht, um nicht beim Aufgehen der Sonne der dann besonders starken Lawinengefahr ausgesetzt zu sein. Gegen 2 Uhr nachts wurden aber die ersten beiden Bergsteiger bei der Heber» fteigung eines steilen Abhandes plötzlich von einer großen Lawine v e r s ch ü 11 e t und mit in die Tiefe gerissen. Die Lawine machte auf einem Gletscher Holt, doch konnte trotz der sofort von der zweiten Gruppe beim Schein der Fackeln aufgenommenen Rettungsversuche bisher keine Spur der beiden Verschütteten entdeckt werden.

Motorradfahrer vom Auto erfaßt und getötet.

Auf der Landstraße von Siegen nach Hilchenbach ereignete sich ein folgenschwerer Verkehrs­unfall. Ein Motorradfahrer wollte in dem Augenblick, als ein Personenauto in voller Fahrt daherkam, die Straße überqueren. Dabei wurde er von dem Auto erfaßt und zu Boden geschleudert. Das Motorrad wurde vollständig zertrümmert, während der Kraftwagen nur leicht beschädigt wurde. Die Insassen des Kraftwagens, ein Braut­paar aus Holland, kamen mit leichteren Ver­letzungen davon. Der Motorradfahrer st a r b infolge seiner schweren Verletzungen kurz nach der Einlieferung ins Krankenhaus.

Deutsche Fallbootfahrer im Sturm gekentert und gerettet.

Einer Meldung aus Zoutkamp (Holland) zufolge wurde im Friesischen Haff südlich der Insel Schier- monnikoog ein Faltboot namensRheinteufel"

treibend aufgefunden. Im Innern des Bootes, das eine deutsche Flagge trug, fand man nur eine leere Aktentasche. Ergänzend wird mit­geteilt, daß der Besitzer des Faltbootes ein Deut­scher aus Krefeld ist. Dieser war mit seinem Boot in der Nähe der Insel Ameland im Sturm ge­kentert, konnte aber gerettet werden und befindet sich wohlbehalten auf Ameland.

3mpfstoff gegen spinale Kinderlähmung.

Der Bakteriologe Dr. John K o l m e r von der Temple-Universität in Philadelphia gab bekannt, daß es ihm gelungen sei, aus dem Rückenmark von Affen einen Impfstoff gegen spinale K i n- derlähmung herzustellen. Seine Versuche an Menschen und Affen mit der neuen Lymphe seien erfolgreich gewesen.

(Ein Kind nascht Kahenfuller und vergiftet sich schwer.

In Kassel geriet ein 2jähriges Mädchen in einem unbewachten Augenblick über den Futter- napf der Katze und leckte ihn aus. Nach kur­zer Zeit mußte die Kleine unter schweren Vergif - tungserscheinungen in bewußtlosem Zu­stande einem Krankenhaus zugeführt werden. An feinem Aufkommen wird gezweifelt.

Der entführte Vrauereidirektor wieder in Freiheit.

Wie der Polizeipräsident von Toronto (Kanada) mitteilt, befindet sich der von Banditen geraubte Brauereidirektor ßabatt wieder in Freiheit. Ob das verlangte Lösegeld bezahlt wurde, ist noch nicht bekannt geworden.

137 Ehescheidungen in zwei Stunden.

Wie die Rigaer Blätter melden, hat dieser Tage die vierte Zivilabteilung des Rigaer Bezirksgerichts einen Rekord eigener Art aufstellen können. In der Zeit von 10.10 Uhr bis 12 Uhr mittags wurden nicht weniger als 137 Ehescheidungen aus­gesprochen. Das macht also weniger als eine Mi­nute für den Fall, was selbst im scheidungslustigen Amerika nicht Überboten werben dürfte.

Große Ueberschwemmungen in Anatolien. 15 Bauern ertrunken.

Nach Meldungen aus Istanbul sind bei großen Ueberschwemmungen in Nord-Anatolien 15 Bauern ertrunken. 1500 Personen wurden obdachlos. Heber 450 Häuser stehen bei Tokat un­ter Wasser. Eine Anzahl von Brücken wurden weg­geschwemmt.

Scheidemann wandert ans.

Warschau, 18. August. (DNB. Funkspruch.) An Bord des polnischen DampfersKosciuszko" hat sich am Freitag Philipp Schei-bemann mit seiner Frau von Gdingen nach Amerika begeben.

Kunst und Wissenschaft.

Der Deutsche Werkbund tagt in Königsberg.

Zur 23. Jahrestagung des Deutschen Werk­bundes trafen in Königsberg Vertreter aus allen deutschen Gauen ein. Die Tagung begann nach einer Bundesbeirat-Besprechung im Königsberger Schloß mit der Mitgliederversammlung. Für das nächste Jahr sind bereits 22 Ausstellungen angemel­det, die in Zusammenarbeit mit der Reichskammer, der Deutschen Arbeitsfront und dem Volksbund Deutschtum und Heimat aufgezogen werden sollen.

Deutsches Vachfest in Bremen.

In Bremen findet vom 6. bis 8. Oktober das diesjährige Bach fest der Neuen Bach-Gesellschaft statt. Träger ist der Bremer Domchor unter seinem Leiter Landeskirchenmusikwart und Domorganist Richard Liesch e. Eine reich besetzte Folge von Veranstaltungen in Kirche, Konzert- und Kammer­musiksaal verspricht eine künstlerisch hochwertige Bachfeier.

Herbstneuigkeiten

im Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig.

Der Verlag Reclam in Leipzig kündigt für den Herbst die folgenden Neuerscheinungen an:Cosima Wagner und Houston Steward Chamberlain im Briefwechsel 1888 bis 1908", herausgegeben von Paul Pretzsch, Bayreuth.Kampf. Lebens­dokumente deutscher Jugend von 1914 bis 1934". Heroische Prosa", herausgegeben von Robert H o h l b a u m. W. H. Riehl: Die Naturge­schichte des deutschen Volkes, in Abwahl heraus­gegeben und eingeleitet von Prof. Dr. Hans Nau­mann, Bonn. Felix Dahn: Herrscher und

Helden germanischer Frühzeit. Von Hermann dem Cherusker bis zu Widukind. Gerhard Bohl, mann: Der vergessene Kaiser. Roman. Toni R o t h m u n d : Streit im Hause Jring. Roman. Deutscher Almanach für das Jahr 1935.

&, A.-Sport.

Erste Gießener Fußball-Ergebnisse.

1900 Gießen Viktoria Frankfurt Eckenheim 2:0 (1:0).

VsB.-Reichsbahn Sinn 5:3 (4:2).

Oie Rad-Wellmeisterschafien in Leipzig.

Schreiber-Blerfch wieder Weltmeister.

Im Entscheidungsspiel um die Weltmeisterschaft im Zweier-Radball standen sich am Freitagabend die Frankfurter Schreiber-Blerfch und Gäbler-Oster­walder (Schweiz) gegenüber. In einem spannenden Kampfe siegten die Frankfurter 6:5 (3:3) über die Schweizer. Den dritten Platz in der Weltmeister« schäft belegte Belgien vor der Tschechoslowakei.

Am gleichen Abend wurde auch die Europa- meisterschaft im Einer-Kun st fahren entschieden, die sich der Görlitzer Seiffert mit 256,8 Punkten vor Compes (München-Gladbach) mit 243,8 Punkten holte.

Pellenaars (Holland) Amateur-Straßenmeisier.

Arn Samstagmorgen wurde im Scheibenholzpark in Leipzig auf der 9,4 Kilometer langen Rundstrecke die Straßen-Weltmeisterschaft der Amateure ent­schieden. Pünktlich um 9 Hhr wurden die 36 Ama­teure zu der 112,9 Kilometer langen Fahrt gestartet. Krückl (München), ein aussichtsreicher Bewerber, tat in der sechsten Runde einen Sturz und verlor den Anschluß, fuhr aber tapfer weiter. Der Hollän­der Pellenaars siegte im Endspurt über­raschend.

kaers (Belgien) Meister bei den Berufsfahrern.

Die 27 Fahrer, die für die Berufs-Straßenwelt» meisterschaft über den auf 225,6 Kilometer erwei­terten Kurs gingen, fanden eine Zufchauermengs von 100 000 Personen vor. Nach mehrfachen Dor- tößen, bei denen A. Magne erst in der vorletzten Runde eingeholt werden konnte, machten sich noch 13 Fahrer auf zum Endspurt, der Rest war Reifen­defekten zum Opfer gefallen und ausgeschieden. Mit einer Viertellänge Vorsprung siegte Karel Kaers in 5:56:15,8 Stunden. Guerra wurde Zweiter vor Danneels (Belgien) und dem jungen Gerhard Huschte (Deutschland). Stöpel kam kurz vor dem Ziel zu Fall und wurde nicht mehr gewertet.

Hessen

ist Deutscher Polizei-Fußballmeister.

Hamburg verliert im Endspiel in Darmstadt 1:3.

Am Samstagabend würbe in Darmstadt vor un­gefähr 2000 Zuschauern die Deutsche Polizei-Fuß- ball-Meisterschaft entschieden. Für das Endspiel hatten sich die Landespolizei Hessen, die sich durch den Polizeisportverein Darmstadt vertreten ließ, und Hamburg qualifiziert. Die beiden Mannschaf­ten standen sich nun schon zum dritten Male gegen­über. Diesmal gab aber Hamburg nicht den star­ken Gegner früherer Jahre ab. Die Darmstädter zeigten sich klar überlegen und siegten verdient mit 3:1 (2:0) Toren. In der ersten Halbzeit war der Kampf meist ausgeglichen, wenn sich auch schon die bessere Stürmerarbeit der Darmstädter vorteilhaft bemerkbar machte. In der 29. Minute konnte der Mittelstürmer Keck das erste und vier Minuten päter der Linksaußen Pfeiffer das zweite Tor er­zielen. Bei diesem Stande blieb es bis zur Pause. Nach dem Wechsel dauerte es keine zehn Minuten, bis Pfeiffer zum dritten Treffer eingeschossen und damit den Sieg für die Darmstädter sichergestellt hatte. Die Hamburger kamen erst 8 Minuten vor Schluß durch einen Hcmdelsmeter zu ihrem Ehren­treffer.

Der Kampf, der jederzeit anständig und fair ver­lief, wurde von Hillgärtner-Darmstadt großzügig geleitet. Nach dem Spiel nahm Oberst Jacobsen die Siegerehrung vor. Er überreichte den Spielern die von Reichsinnenminister Dr. Frick gestifteten Plaketten.

Weiterer (BK.-Sport im drillen Blatt

Sonntagmorgen 5 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater

Karl Sommer I.

Weißbinder* und Küfermeister

im Alter von 64 Jahren.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Christina Sommer, geb. Häuser

Karl Sommer VL

Steinberg, den 19. August 1934. Otto Sommer

Margarete Sommer, geb. Aff

1 Enkelkind.

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