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Erstes Echo des Auslandes

London, 20. Aug. (DNB. Funkspruch.) Dem

Deutschland [tätigen, in dem das Amt des Präsiden Leitartikel, Reichskanzlers zusamMengefaßt ist. Es

war eine

Wie

Der evangelische Pfarrer von Innsbruck verhaftet.

Heute abendFackelzugberSA.

Heule, Montagabend 8 Uhr, ab Lanbgraf-phMpp- Vlah Fackelzug der gesamten S2l.des Standortes Gießen durch die Hauptstraßen unserer Stadl. Ende des Fackelzuges auf dem Oswaldsgarlen.

haftet und in das Innsbrucker Landae» richtsgefangnis gebracht, wo er seitdem in Einzelhaft gehalten wird, ohne bisher einem Verhör unterzogen worden zu fein. Die Gründe der Verhaftung des Pfarrers, die in Tirol und weit darüber hinaus großes Aufsehen erregten, find bisher unbekannt, bekannt ist hier jedoch die nationale Gesinnung Pfarrer Mahnerts.

Hitler in. dem hohen Amt des Reichsführers zu be- dem das Amt des Präsidenten und des

Garmisch-Partenkirchen, 18. Lug.

hier bekannt wird, wurde in der Nacht auf M'"- woch der evangelische Pfarrer von Innsbruck, D Ludwig Mahnert, in seiner Wohnung ver-

Das deutsche Volk zu einer einzigen Partei hinter dem Reichssührer vereinigt."

Englische preffestimmen.

werden, daß die Wahl überrall rechtmL- ßia und geheim war. Die Umschläge, die ge­prüft wurden, waren undurchsichtig und niemand konnte Einfluß auf die Abstimmenoen nehmen. Auch die offiziöseGazeta Polska" bemerkt in ihrer Korrespondenz aus Berlin, daß Adolf Hitler einen Sieg daoontrug, wie er erwartet wurde. Don einer politischen Auswirkung des Abstimmungser­gebnisses sehen die polnischen Blätter vorerst ab.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. VII. 34: 16100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch. und ©teinbrudere* R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Ergebnis der Volksabstimmung in widmetDaily Telegraph einen in dem es heißt: Es wäre töricht, das außer­ordentlich große Vertrauen zu unter- schätzen, mit dem Hitler um nationale Unterstützung ersucht hat. Eine neue persönliche Macht ist in Europa erstanden. Derunbekannte Soldat" von vor 15 Jahren ist das unbestrittene Oberhaupt einer großen Nation geworden, und die bisher ge­teilten Machtbefugnisse sind in seinen Händen Ber­einigt. Welche Richtung seine Politik nehmen werde, in welchem Grade sie von den neuen Kräften, auf die fie sich verlasse, ober von ber Verehrung gegen­über bem Hinbenburg-Testament beeinflußt werbe, bas könne nur bie Zeit lehren. Immer verlasse er sich auf bie Tatkraft bes beutschen Arbeiters unb die Geschicklichkeit bes beutschen Erfinbers, um bie wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden. Er wiederhole den deutschen Anspruch auf Gleichbe- rechtigung, versichere aber, daß Deutschland wün­sche, zu der Erhaltung bes Friebens in ber Welt beizutragen. Wenn bies die tatsächlichen Ziele Deutschlanbs unter ber Führung Hitlers seien, bann könne man sie nur billigen. Die Wieberherstellung ber wirtschaftlichen Kraft Deutschlanbs sei ein wich­tiger Faktor in ber Erholung Europas.

In derDaily Mail" liest man: Wenn auch bas Ergebnis ber gestrigen Abstimmung in Deutsch- land von vornherein feftftanb, bedeuten doch die Abstimmunasziffern eine erstaunliche Hul- bigung für bas persönliche Ansehen Hitlers. Die Reichstagswahl vom März 1933 unb die Abstimmung vom letzten November, die Iben Nationalsozialisten eine überwältigende Unter­stützung gaben, beschäftigten sich mit Fragen ber Politik. Die gestrige Abstimmung war bestimmt,

dauer und einer Stärke, daß man das Krachen des Donners kaum noch vernahm das war ein Er­lebnis, für das alle, die hier vor ihrem Führer standen, gerndas bißchen Regen", wie sie sagten, in Kauf nahmen. Kaum ist das Unwetter vorbei, da stehen die Menschen in der Wilhelmstraße auch schon wieder wie eine Mauer. Im Gegenteil, es cheinen ihrer noch mehr geworben zu sein. Schon bei der letzten Volksabstimmung standen hier Tau­sende und aber Tausende. Aber die Ziffer kann auch nicht entfernt einen Vergleich mit ber aushalten, die heute zu nennen wäre. Die Absperrungsmannschaf- ten mehr noch aber die unermüdlichen Helfer vom Roten Kreuz haben eine gewaltige Aufgabe zu lösen. Vor der Reichskanzlei stehen zeitweise drei Krankenwagen, um bie Ohnmächtigen abzuholen, die vor Erschöpfung zusammenbrechen oder in bem Jubel zu Schaden kommen. Auch vor dem Propa­gandaministerium fahren öfters Krankenwagen vor. Die ganze Straße hallt von den Rufen wider, die kein Ende nehmen. Um 22.15 Uhr wird das Fen­ster der Reichskanzlei wieder hell. Trotz der starken Absperrung gelingt es einigen, bis unter das Fen­ster zu kommen. Sie versuchen, dem Führer Blumen zuzuwerfen, aber ihre Wurfkraft reicht nicht aus. Auch diesmal bleibt der Führer minuten­lang am Fenster. Er beugt sich noch weiter hinaus, damit ihn alle sehen können.

Der Fackelzug

der Berliner SA.

Drei Todesurteile in Oesterreich.

Der Hauptangeklagte tat Ravag.Prozeß hingerichtet.

Innsbruck, 18. Aug. (DNB.) Das Standae- richt verurteilte nach dreitägiger Verhandlung bie beiben Angeklagten Aberger unb Hagen aus Saalfelden wegen Verbrechens gegen bas Sprenastof f gef etz zum Tode durch den Strang. Das Verfahren gegen 18 weitere Angeklagte wurde abgetrennt unb bem orbentlichen Gericht in Salzburg überwiefen. Der Derteibiger ber zum Tobe Verurteilten richteten fernrnünblich Gn ab en­ge s u ch e an ben Bundespräsidenten. Eine halbe Stunde vor Ablauf der Hinrichtungsfrist traf vom Bundespräsidenten die Nachricht ein, daß Aber- ger zu lebenslänglichem schweren Ker­ker unb Hagen zu 20 Jahren schweren Kerkers begnadigt worden sind.

IM Ravag-Prozeß (Ueberfall auf den Wie­ner Bender) vor dem Wiener Militärgerichtshof wurde der Hauptangeklagte D o me s zum Tobe durch den Strang verurteilt, alle übrigen An­geklagten zu lebenslänglichem schweren Kerker. Nachdem der Bundespräsident bas Gnabengesuch für ben zum Tode verurteilten Domes a b g e l e h n t hat, ist das Urteil am Sams­tag um 19.30 Uhr im Hof des Wiener Landgerichtes v o l l ft r e ck t worben.

Wettervoraussage.

Die Wetterlage geht einer Umgestaltung entgegen. Durch die Entwicklung eines kräftigen Tiefdruck­wirbels über den britischen Inseln verstärkt sich bie nördliche Störungstätigkeit, so daß der hohe Druck über dem Festland weiter nach Süden abgebränat wirb unb seinen Einfluß auf unser Wetter allmäh­lich einbüßt. Mit bem Vordringen ozeanischer Luft­massen von Westen her gestaltet sich ber Witterungs­charakter wechselhaft, wobei es neben stärkerer Bewölkung auch zu schauerartigen, teils gewittrigen Nieberschlagen kommt.

Aus.sichten für Dienstag: Uebermiegenb bewölkte» unb unbestänbiges Wetter mit schauer- artigen, teils gewittrigen Nieberschlägen, zeitweise lebhafte Luftbewegung.

Aussicht en für Mittwoch: Weiterhin wechselhaftes Wetter mit vereinzelten Niederschlä­gen, kühler.

Lufttemperaturen am 19. August: mittags 23,7 Grad Celsius, abends 18,6 Grad; am 20. August: morgens 13,8 Grad. Maximum 24,1 Grab, Mini- mum 9,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 19. August: abends 21,4 Grad; am 20. August: morgens 17,6 Grad Celsius. Sonnenscheinbauer 1,9 Stunden.

rungen. Alle Blätter sprechen von einem Sieg des Führers, ber gestärkt unb gefestigt aus bem Dolksentscheib hervorgehe. Besonders wirb unterstrichen, baß bie Abstimmung sauber unb tatsächlich geheim war. Dies bestätigt ins- besondere der Korrespondent bes nationalbemokra- tischen ,Lurjer Warszawski", ber eine Anzahl Wahl- lokale in Berlin au suchte unb bem Wahlgang bei- wohnte. Er schreibt seinem Blatt: Es muß festgestelll

Die Auseinandersetzungen in der evangelischen Kirche.

Ein neuer Erlaß des Reichsinnenministers.

Berlin, 17.Aug. (DNB.) Der Reichsmi- nister des Innern hat an bie ßanberregie- rungen folgenden Erlaß gerichtet:

, Die Auseinandersetzungen innerhalb der Evan gelischen Kirche hatten Formen angenommen, die es erforderlich machten, zunächst einmal ,e de kir- chenpolitische Erörterung zu unter- binden. Diese Anordnung war von vorn­herein nicht auf die Dauer berechnet. Sie sollte nur deutlich machen, baß die Reichsregierung auch auf diesem Gebiete gewillt ist, die offent liche Ruhe und Sicherheit nicht gefährden zu lassen. In der Erwartung, daß dies nunmehr allen Beteiligten hinreichend klar geworden 'N, ändere ich meinen Erlaß vom 9. Juli 1934 III 805/3014 dahin ab, baß künftig nur alle unsachlichen, polemischen, ben evan­gelischen Kirchen st reit betreffenden Auseinandersetzungen in öffentlichen Ver­sammlungen, in ber Presse, in Flugblättern und Flugschriften verboten sein sollen, Ich ersuche alle in Betracht kommenden Dienststellen, nut so­fortiger Wirkung dementsprechend zu verfahren.

Die Durchführung der Gnadenbotschast in Preußen.

Berlin 18. Aug. (DNB.) Auf Anordnung des Ministerpräsidenten Göring ist in Ausführung des Willens des Führers und Reichskanzlers bie Nachprüfung aller Schutzh aftlinge Wort in Angriff genommen worben Die Unter­suchung ist hinsichtlich berjemgen Maßnahmen, bie aus Anlaß der Ereignisse des 30. Juni 19 34 ergriffen werden mußten, bereits beendet.

Es ergibt sich folgendes Bild: Anläßlich ber Röhm- Revolte mußten im Interesse ber Staatssicherheit insgesamt 1124 Personen vorläufig in Schutzhaft genommen werben. Auf Grunb der angestellten Nachprüfungen sinb 10 7 9 Per­sonen in Freiheit gesetzt worben. Es be­finden sich also zur Zeit im Zusammenhang mit ber Röhm-Revolte nur noch 45 Personen in Schutzhaft, bie am schwersten belastet sinb unb hinsichtlich bereu bie Ermittlungen noch fortgesetzt werden müssen. Im übrigen ist bie Aktion vom 30. Juni 1934 nunmehr abgeschlossen.

Die Nachprüfung ber sonstigen Schutzhaftfalle wird fortgesetzt. Noch im Laufe dieses Monats wirb eme weitere beträchtliche Zahl von Schutzhäft­lingen in Verfolg ber Gnadenbotfchaft bes Führers und Reichskanzlers entlassen werben.

229 Personen in Heften amnestiert.

Darm stabt, 18. Aug. (LPD.) In Durchfüh- rung bes Gesetzes über bie Gewährung von Straf- freibeit vom 7. 8. d. I. sinb bis zum 15. August in Hessen 229 Personen aus Strafan­stalten entlassen worben.

Seiner Aemter enthoben.

W e i m a r, 18. Aug. (DNB.) Auf Anorbnung bes Reichsstatthalters unb Gauleiters Fritz Sauckel ist der thüringische Staatsrat Ernst Katzmann mit sofortiger Wirkung feiner samtlichen öffentlichen unb Partei amt er ent- hoben worben, ba er Anweisungen ber Reichsleitung nicht befolgt und ben An- orbnungen bes Führers entgegengehandelt hat.

Die Zugehörigkeit des Lebensmitteleinzelhandels

Der Widerhall in Frankreich.

P a r i s , 20. August. (DNB. Funkspruch.) Die Schlußfolgerungen, die bie französische Presse aus dem Ergebnis des Volksentscheids vom Sonntag zieht, waren mit mathematischer Sicherheit voraus­zusagen. Obwohl die Blätter in ihren Berichten die ungeheuere Begeisterung schildern, mit der bas deutsche Volk an die Wahlurne getreten ist, wollen die Blätter nicht die gewaltige Stimmenzahl ber Ja- Sager sehen, sondern klammern sich an die Stimmen ber Ne in-Sager, um baraus krampfhaft wenn nicht einen politischen, so boch einenpsychologischen Mißerfolg" (!!) zu tonftru- eren. Doch schreibt berAmi bu Peuple": Man muß sich vor ber Tatsache beugen, Hitler bebeutet das Deutschland von 1934. Er kann burch den Willen des Volkes sprechen, nicht nur als ein Vertreter ober Staatschef, fonbem auch als bie wirkliche Verkörperung bes Deutsch- lanb, bas leibet, aber seinen Platz an ber Sonne fordert unb leben will. Das wirb zweifelsohne zur Folge haben, baß bas beutfche Volk in den Stand gesetzt wird, die wirtschaftlichen

Schwierigkeiten zu überwinden.

Alle übrigen Blätter verlieren sich in redmeri- chen Betrachtungen. An bem persönlichen Erfolg Adolf Hitlers wird jedoch nicht gezweifelt. Derjenigen ranzösischen Presse, die das Ergebnis des Volks­entscheids als einen Mißerfolg für das national- ozialistifche Regime umzustellen versucht, erteilt der Berliner Berichterstatter desJournal" bie rich­tige Antwort. Er schreibt: Adolf Hitler unb fein Regime haben einen gewaltigen Sieg davongetragen. Die national eingestellten Massen haben'den posthumen Befehl bes Generalfelbmar- challs von Hindenburg, ber ihnen Abolf Hitler als den Fortsetzer seines Werkes, bes Aufbaues Deutsch- lanbs, empfahl, befolgt. Das erlaubt eine Absage an jene Kreise, bie beweisen wollen, baß Hitler ein Diktator sei, ber sich nur mit Hilfe ber Gewalt durchsetze. Das deutsche Volk in seiner Gesamtheit ist stolz darauf, von Hitler befehligt und geführt zu werden. Es billigt ohne Ein­schränkung die gesamte Innen-, Außen- und Mili­tärpolitik des Reiches. Auch ber Berliner Sonder- beridjterftatter desMatin" stellt fest, daß Hitler seine politische Situation ungeheuer verstärkt

Berlin, 18. Aug. (DND.) Amtlich wird mit- geteilt:Durch ein Zwilchen dem kommissarischen Führer der Wirtschast G r a s v o n d e r G ° i tz uno dem Leiter der Reichshauptabteilung IV des Reichs- nährstandes Carl Detter getroffenes lieberem, kommen ist für die Betriebe des Lebensmitteleinzel. Handels die Frage der Zugehörigkeit zum Reichs- nahrstand und zum R e i ch s ° e r b a n d D e u t- scher Kaufleute des Kolonialwaren- Feinkost- und Lebensm' t telhandels E.V. fRekofei) fowie die Anmeldepf licht ge- regelt worden. Danach gehören die Betriebe Lebensmitteleinzelhandels, die au s f ch »eB J Landhandel im Sinne der offenthJen 2Iuff°r berung bes Reichsbauernführers vorn 25. Ium i..) betreiben oder bei denen der Handel mit re ch h standsfremder Ware 2 0 v. H- des ^ahresum fatzes nicht übersteigt, ausfchli ß ch zum Reichsnährstand, die Lebensmittelein zelhanbelbetriebe, deren Handel mit reichsnahr standsangehöriger Ware 20 v- H. bes I h satzes nicht Übersteigt, ausschließlich zum Ketof ei, während fiir dsedazwischenstehende Gruppedie gemischten Betriebe , D o p p e 1 z u ' L:1 c»-« ä feiner Meldepflicht, wenn er fich bis zum Dep tember 1934 entmeber bei ber orM ständigen Kreisauernschaft oder. bei der orth« jm sr;

dann die Anmeldungen austaufchen^und sich die ä. ftr.

oflr V** zu Ä en schlossen wurden, wogegen der Rekofei die SäS.i""'"'*;'1''* * e"*""11*

für ben Lebensmitteleinzelhanbel ausschließlich vom Reichsnährstand, bie übrigen Betreuungsaufgaben mit Zustimmung bes Reichsnährstandes von bem Rekofei wahrgenommen.

Das Abkommen enthält weitere Bestimungen über Zusammenarbeit beiber Organisationen sowie über die Beitragsregelung, woburch eine Mehrbelastung ber gemischten Betriebe burch gleichzeitige Zuge- Hörigkeit zu beiden Organisattonen vermieben wirb.

Das Abkommen hat die Zustimmung der betei­ligten Ministerien gefunden.

Unter Beziehung auf bie vorstehende amtliche Meldung wird von den beteiligten Organisationen (Reichsnährstand unb Rekofei) auf folgenbes bin- gewiesen: Durch alle bereits getätigten An­meldungen, gleichviel ob sie bei den Dienst- stellen bes Reichsnährstandes ober bei ben Bezirks- Organisationen ber Rekofei erfolgt sinb, ist ber Anmelbepflicht genügt. Eine Doppel- anmelbung ist nicht erforberlich, Ist eine Doppelanmeldung erfolgt, so ist die Zurück­ziehung einer ber Meldungen nicht erfor­derlich und unzulässig.

freie unb geheime 21 b ft immun a. Wenn auch zweifellos eine moralische Beeinflussung ber Kritiker und Zweifler erfolgt war, so konnte boch kein Druck eine ganze Nation zwingen, gegen ihren Willen einen so eindrucksvollen Beweis ihres Ver­trauens zu geben. Die gestrige Abstimmung hat Hitler ohne Frage in eine Stellung höch­ster Verantwortlichkeit gebracht. Das Schicksal einer hochzivilisierten Nation von 65 Mil­lionen Menschen liegt in seinen Händen. Seine Be­hauptung, daß bie nationalsozialistische Bewegung bas Reich erobert habe, hat eine überaus prächtige Grunblage erhalten. Aber wenn die Auto­rität Hitlers unangefochten ist, so sind auch seine Verantwortlichkeiten ungeheuer. Bevor er an die Macht kam, war Deutschland durch den Hader von 46 Parteien zerrissen. Jetzt ist es z u einer ein­zigen Partei hinter bem Reichsführer vereinigt, und bie Nation erwartet, daß er die drückenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten löse. Welchen Gebrauch wird Hitler von diesem Ver­trauensvotum machen, das ihm gewährt worden ist? Nicht nur Deutschland allem, sondern die ganze Welt erwartet bie Antwort auf diese Frage.

Die liberaleNews Chronicle" beschäftigt sich ausschließlich mit bem Teil der Stimmberech­tigten, bie sich gegen die Regierung erklärt haben.

Der Leitaufsatz des marxistischenDaily He­ralb" ist offenbar vor Bekanntgabe der Abstim- mungsziffern geschrieben. In ihm wird in allge- meinen Redewendungen bie groteske Behauptung aufgestellt, daß die Entwicklung auf die Wieder­herstellung ber alten Ordnung der Dinge unb auf die Rückkehr der Monarchie hindeute.

DieRegierungskommlssion plant Verbot des Arbeitsdienstes.

Saarbrücken, 18. Aug. (DNB.) Die Regie­rungskommission des Saargebiets hat ber Saar­presse eine A u f lag e n a ch r i ch t zugeleitet. Wie darin mitgeteitt wird, hat die Regierungskommission dem Landesrat des Saargebiets einen Verord - nungsentmurf zugeleidet, ber bas Verbot von Einrichtungen bes Freiwilligen Arbeitsbien st es sowie die Einführung ber Melbepflicht für Angehörige verschobener Organisationen betrifft. Der Landesrat wirb vor­aussichtlich in den nächsten Tagen beratend dazu Stellung nehmen.

Diese neue Maßnahme der Saarregierung ruft die Ereignisse in Erinnerung, die überhauvt dazu führen mußten, Saarländer in deutsche Arbeits­lager zu bringen. Wiederholt hatte bie Saarbevöl­kerung an ihre Regierung den dringenden Wunsch gerichtet, im Saargebiet selbst entsprechende Einrichtungen aufzuziehen, ohne daß man hier auf irgendwelches Verständnis stieß. Es war ber Saar­regierung offenbar völlig gleichgültig, daß zahl­reiche Saarländer ohne Brot und Be­schäftigung waren. In großzügiger Weise wurde daraufhin vom Reich aus eingegriffen, um diesem liebe Ifta nb abzuhelfen unb auch den Deutschen des Saargebietes die Möglichkeit einer Unterbringung unb Beschäftigung zu bieten. Diese wahrhaft sozialen Maßnahmen, die der Regierungs­kommission vom Reich abgenommen wur­den, weil sie sie selbst unterließ, will bie Saarregierung nun vollständig unter­binden. Für diese einschneidende Schädigung Tausender von jugendlichen arbeitswilligen Men- schen des Saargebietes trägt bie Regierungskom- Mission bie Verantwortung. Die Begründung ber Regierungskommission stützt sich auf beschlagnahmte Akten über Verbindungen mit Reichsstellen, bie teil­weise übereinJahraltunblängstüber- holt sind. Aus einigen ber von Herrn Knox an­geführten belaftenben Schreiben geht einbeutig her- vor, daß bie angeführten Dienststellen im Reich nur als postalische Verbindungsstellen dienten, ohne mit dem FAD. etwas zu tun zu Haden.

Aus ber Ferne klingt Marschmusik herauf. Der Fackelzug kommt. Die Musik kommt näher unb näher. Man hört schon den Marschtritt ber Kolon­nen. Und dann leuchtet über der Menge unten in der Wilhelmstraße der Feuerschein ber Fackeln auf unb die Freiheitsfahnen wehen. Eine unendliche Feuerkette zieht herauf. Jetzt kommt sie am Wil- helmsplatz an. Und nun steigt ein e 1 n 81 9 e r Iubelschrei empor. Spontan stimmt bie Menge, als sie der SA.-Fahnen ansichtig wirb, bas Horst- Wessel-Lied an. Der Führer grüßt mit erhobener Rechten die wackeren SA.-Männer, die durchnäßt, mit strammem Schritt am Reichskanzlerpalais vor- beiziehen. Die Musik ist eingeschwenkt und hat mit den Spielmannszügen dem Hauptemgang gegen­über Aufstellung genommen. Unendlich lang zieht die Kette der Klonnen vorüber.

Der Führer begab sich, als kurz nach 22 Uhr die Marschklänge der SA.-Musik hörbar wurden und er erfuhr, daß die SA. ihm einen Fackelzug bringen werde, an ein Fenster im ersten Stock der Reichs­kanzlei. Bei ihm befanden sich Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsminister Dr. Frick, Reichs- minister Kerrl, Reichspressechef Dr. Dietrich und Reichsleiter Rosenberg. Gleich darauf er- schien Obergruppenführer v. I a g o w und meldete dem Führer:1 6 5 0 0 M a n n b er Berli n e r S A. bringen ihrem geliebten Führer einen Fackel- 2Un" Der Führer nahm bann, am Fenster der Reichskanzlei stehend, den Vorbeimarsch der Ber- liner SA. ab. Neben ihm stand Obergruppenführer v Jagow. Der Führer dankte Obergruppenführer v. Jagow und bat ihn, diesen Dank auch der Ber­liner SA. zu übermitteln.

Auch nach beendetem Fackelzug blieben die Men­schen wie angewurzelt vor dem Reichskanzlerpalais stehen. Sie sangen und riefen unentwegt, und selbst der Hinweis vieler Einsichtigen, daß bie letzten Tage und gerade ber Wahltag selbst an den Fuhre außerordentliche Anforderungen gestellt unb daß ihm schließlich auch in dieser Nacht noch lange keine Ruhe vergönnt sei, halsen da nicht viel. Schließlich aber schienen sie boch ein Einsehen zu haben, denn die Sprechchöre riefen:Lieber Füh­rer sei so nett, komm doch mal ans Fensterbrett, laß' dich nur noch einmal sehen, bann wolln mir auch nach Hause gehen." Kurz nach 1.30 Uhr er­töten der Führer dann wirklich noch einmal für einige Minuten, lächelnd dankte er seinen ge­treuen Berlinern, beugte sich noch einmal weit hinaus und winkte ihnen schließlich Lebewoh zu. Noch einmal fangen die Menschen das Deutschland- unb bas Horst-Wessel-Lieb unb zum guten Schluß mit entblößtem Kops bas N i e b e r l a n b i s ch e D a n E g e b e t. Wie ein einziger Schrei stieg jene Bitte an ben Schöpfer aller Dinge m ben nächt­lichen Himmel, bie ja auch ber Inbegriff biefes Tages unb bes Lebenskampfes bes von Adolf Hitler geschaffenen neuen Deutschlanbs ist.Herr mach uns frei!"

habe.

Die polnische presse zur Volksabstimmung.

Warschau, 20. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Die polnische Presse stellte bas Ergebnis ber gestrigen Volksabstimmung in ben Dorbergrund ihrer Erörte-