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Oer ewige Trebitsch.

Chao tung,der erleuchtete Weltenraum", wie sich der ungarische Jude Trebitsch zur Zeit nennt, schwimmt wieder auf dem Atlantischen Ozean. Er hat bei den englischen Behörden kein Entgegenkommen gefunden, die ihm die Durchreise durch britisches Gebiet nach der Schweiz verwehrten. Nun will der ewig durch die Welt irrende Trebitsch, seines Zeichens Buddhist, zurück nach Asien, von wo er mit seinen Jüngern auszog, um die Gegend rund um den Bodensee zu beglücken. Auch hier wollte er, wie schon in verschiedenes Teilen des asiatischen Ostens, ein Klo st er gründen. Pech für ihn, daß sich die Engländer seiner Ver­gangenheit noch genauestens zu erinnern vermögen. Trebitsch behauptet zwar von sich, er wäre tot und als Chao tung wieder auferstanden. Aber auf Mätzchen dieser Art haben sich die reichlich nüchtern denkenden Engländer nicht eingelassen, deren Par­lament Trebitsch unter dem Namen Trebitsch- Lincoln zierte, nachdem er vorher in Kanada als Geistlicher der anglikanischen Hochkirche Kar­riere gemacht und von hier aus in das politische Fahrwasser hineingeraten war. Aber das wäre noch das wenigste, was ihm die Engländer nach­zutragen hätten. Trebitsch war einer ihrer großen Spione, der jedoch Geld von beiden Seiten nahm und plötzlich auf kürzestem Wege verschwinden mußte. Er wandte sich nach Amerika, ärgerte nun die Engländer durch sehr interessante Enthüllungen über die im britischen Spionagedienst beschäftigten Personen, wurde nach Eintritt Ameri­kas in den Krieg ausgeliefert, später begnadigt. Im Kapp-Putsch war er selbstverständlich auch zu finden, ebenso im chinesischen Generalskriea, bis er eines Tages umsattelte und Buddhist wurde. Aber Ruhe hat er trotzdem nicht gefunden, er reist noch immer um den Erdball, wird jedoch überall durch eine polizeiliche Ehreneskorte empfangen, die stets dafür sorgt, daß er nicht aus seiner Rolle fällt, sondern bleibt, was er sein will: der Meister des erleuchteten Weltenraumes.

0er unverwüstliche Zaro Agha.

Bor kurzem erst hat Z a r 0 Agha, derältsste Mann der Welt", eine Ärztekommission aufsitzen lassen, die sein hohes Alter wissenschaftlich prüfen wollte. Damals herrschte wegen der vermeintlichen Flucht des türkischen Methusalems große Schaden­freude bei seinen Gegnern. Jetzt stellt es sich heraus, daß Zaro Agha sich mit Nichten der ärztlichen Unter­suchung entziehen wollte, sondern ganz einfach a u f B r a u t s ch a u gegangen ist. Während er als Auf­schneider und Feigling geschmäht wurde, eroberte der Greis das Herz einer Dame. Ellen H i ck m a n n heißt seine Auserwählte, eine Amerikanerin, die er vor drei Jahren auf seiner Amerikafahrt kennen­gelernt hatte. Sie ist nicht mehr jung, ja eigentlich schon eine würdige Matrone, immerhin erreicht sie

Allerlei.

Zaro Aghas hohes Alter bei weitem nicht. Mit die­sem Heiratsplan beweist der türkische Methusalem tatsächlich seine ungebrochene Lebenskraft. Uebri- gens wird dies seine vierzech nte Ehe sein. Die dreizehn ersten Gattinnen hat er alle überlebt. Nun ist er natürlich ungeheuer stolz auf seine Er­oberung und fühlt sich wieder einmal als der Mit­telpunkt des öffentlichen Interesses, was in den letz­ten Jahrzehnten ja sein ausschließlicher Lebenszweck war. Zaro Agha hat sich auch keinen Augenblick be­sonnen, die Behörden um die Verdoppelung seiner monatlichen Rente von 100 Mark zu bitten, denn schließlich macht er mit seiner aufsehenerregenden Heirat erneut Reklame für seine Vaterstadt. Ob ihm das Gesuch bewilligt wird, steht noch dahin. Sicher aber werden sich Gönner finden, die dem Methusa­lem auf Freiersfüßen die nötige Ehebeihilfe ver­schaffen werden.

SaS begehrte Henkeramt.

Der ungarische Scharfrichter hat sich gegen die Gesetze vergangen und wird zwar nicht hinge­richtet, hat aber ein paar Wochen Gefängnis auf­gebrummt bekommen. Inzwischen streitet man sich um seine Nachfolge. Man sollte es nicht glauben, aber das Henkeramt ist äußerst begehrt. Nicht zum wenigsten darum, weil es ein sehr einträg­licher Posten ist. Auf der Stelle haben sich 60 Bewerber gemeldet. Auch eine Frau befindet sich unter den Anwärtern. Diese forsche Dame wird allerdings bestimmt nicht in die engere Wahl kom­men. Und auch die männlichen Bewerber werden vorläufig zurückgestellt werden, da als Nachfolger des verurteilten Scharfrichters einer von seinen Ge­hilfen in Aussicht genommen ist.

Der Untergang des größten Segelschiffes der Welt.

Wie der BerlinerTag" meldet, ist das Rätsel um das Schicksal des dänischen Schulschif­fe sKopenhagen", das feit Mitte des Jahres 1929 mit seiner gesamten 60 Mann starken Be­satzung vermißt wurde, jetzt aufgeklärt worden. Der Kapitän der finnischen BarkeLawhill" hat mehrere 100 Seemeilen südlich von der Großen Australischen Bucht Wrackstücke gefunden, die von derKopenhagen" herrühren. Die Sachverstän­digen sind der Ansicht, daß das Schiff im Nebel mit einem Eisberg zufa mm engeftoßen und sofort untergegangen ist. DieKopenhagen" war das größte Segelschiff der Welt und verfügte über modernste technische Einrichtungen. Das Schick­sal der 60 dänischen Kadetten derKopenhagen" hatte im Jahre 1929 ähnlich wie im Jahre 1932 das schwere Unglück des deutschen Schulschiffes Niobe" in der ganzen Welt größte Anteilnahme hervorgerufen.

Das Waldhorn verlreibl die Fettsucht.

Wenn künftig ein Mann mit lahmem Bein zu seinem Arzt gehumpelt kommt, dann wird der Dok­tor keineswegs massieren oder Umschläge machen

oder Bestrahlungen vornehmen, sondern dann legt er eine Schallplatte auf, mit na sagen wir: Beethovens Neunter Symponie. Sowie die vollen Orchesterklänge durch das Sprechzimmer ertönen, werden die Schmerzen des Kranken Nach­lassen, er wird sich gesund und jung fühlen und schließlich zu der ermunternden MelodieFreude, schöner Götterfunken" lustig im Zimmer herum­hüpfen. Eine Absurdität? Nein, ein Zukunftsbild. In Frankreich und Amerika will man alle Krank­heiten jetzt mit Musik heilen, und zwar mit klassischer Musik. Doch halt, das steht noch nicht so ganz fest. Denn kaum hatte sich diese Methode etwas eingebürgert, da teilten sich schon die Mei­nungen. Die eine Partei behauptet, man könne nur mit wirklich klassischen Komponisten heilen, die andere steht auf dem Standpunkt, es käme auf die Instrumente an, die müßten klassisch sein. Mit dem.Waldhorn zum Beispiel könnte man die Fettsucht vertreiben, das Spinett aber sei gut gegen Rheumatismus.

Bücherfisch.

Hanns I 0 h st: Standpunkt und Fortschritt. Stalling-BüchereiSchriften an die Nation" Bd. 58 Verlag Gerhard Stalling, Ol­denburg i. O. Gebunden 1,20 Mark. (590). Hanns Johst, kraft seines Amtes, das ihm der Füh­rer in dem Kulturleben unserer Zeit gab, Vor­kämpfer des heutigen dichterischen Wollens, richtet an die deutsche Jugend flammende Worte. Wie der Dichter hier die Jugend, die der Verworrenheit und Verwaschenheit der liberalistischen Weltanschauung und dem Schlagwort vomFortschritt" zu erliegen drohte, auf denStandpunkt" verweist, wie er ihr das tiefe Gefühl von ihrer Bedingtheit durch das Volk, das Vaterland, die Muttersprache, die Kunst in Herz und Seele einbrennt, das wirkt überzeugend und mitreißend. Alle die aus der bürgerlichen Sphäre stammend, heute noch mit Hemmungen und Ueberlieferungen ringen müssen, um endgültig den neuen Weg zu finden, und alle die, die jung und gläubig schon auf dem neuen Wege daherschreiten sie alle gehen diese Worte des Dichters an.

Otto Piper: Kirche und Politik. Ge­heftet 2 Mark. Brücke-Verlag Calw. (271).

D. Friedrich Gogarten:I st Volksgesetz Gottesgesetz?" Kart. 1. Mark. Hamburg. Hanseatische Verlagsanstalt. (76) Der Verfasser wendet sich dagegen, daß das geoffenbarte Gesetz Gottes als ein bestimmtes oder auch unbestimmtes formuliertes sittliches Ge­bot verstanden wird. Auch das Gesetz, das uns im Staatsgesetz begegnet, ist Gottesgesetz. Eine Tren­nung in ein göttliches Gesetz, das die Kirche hand­habt und in ein irdisches des Staates und des Vol­kes ist nicht möglich. Mit tiefer theologischer Be­gründung zeigt Gogarten, daß uns das Gebot Got­tes als das Gebot aller Gebote nicht neben der Gesetzeserfahrung, die wir in der Welt machen, trifft, sondern mitten in ihr.

Kunst und Wissenschaft.

Deutsche Frühjahrs-Kunstausstellung in Darmstadt.

In der Künstlerkolonie Darmstadt wurde in Am Wesenheit von den Vertretern der Partei, des Staats, der Stadt und der deutschen Künstlerschaft die Deutsche Frühjahrs-Aus st ellung Darmstadt 19 3 4 feierlich eröffnet. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch den Leiter des Kampfbunoes für deutsche Kultur, Ortsgruppe Darmstadt, Dr. Adolf E r ck m a n n , der im Namen des Kampfbundes und der Freien Vereinigung Darmstädter Künstler insbesondere den Vertreter des Reichsstatthalters in Hessen Gauleiters Sprenger, Dr. Scheer vom Kultusministe­rium, begrüßte, nahm der Leiter der Ausstellung, Professor Rudolf Beyer, das Wort zu einer längeren Ansprache über die Absichten, die ihn bei der Ausrichtung der Ausstellung geleitet hatten. Er schloß mit dem Wunsche, daß die Ausstellung von dem neuen Glauben an Deutschland und seine Kunst Zeugnis ablegen möge, daß sie Freude und Genuß denen geben wolle, die eine empfängliche deutsche Seele haben. Im Namen der Stadt Darm­stadt sprach Oberbürgermeister Kreisleiter Warn- b 0 l d t; er betonte, daß keiner die deutsche Kunst kenne, der nicht die Kunstausstellung in Darmstadt gesehen habe. Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigte, daß es der Ausstellungsleitung geglückt ist, einen Ueberblick über das Schaffen volkhafter deut­scher Künstler zu vermitteln.

Jahrestreffen der Naumburger Waffenstudenten.

Dom 26. bis 29. Wonnemond 1934 findet in der alten Bischofsstadt Naumburg a. d. Saale die 52. Jahrestagunq des Naumburger Verban­des lanoständifcher Verbindungen statt. Wieder einmal versammeln sich hier im Herzen Thüringens die jungen landständischen Stu­denten, um Rechenschaft über ihre im Kampf f ü r d i e Idee von Blut und Boden ge­leitete Arbeit abzulegen. Im Mittelpunkt der Be­ratungen stehen bäuerliche Schulungs­vorträge, die die weiteren Aufgaben des Ver­bandes festlegen sollen. Da viele Mitglieder des Verbandes der Verwaltung des Reichs­nährstandes angehören, werden die Veran­staltungen durch die Teilnahme zahlreicher Mit­glieder des Reichsnährstandes ein besonderes Ge­präge erhalten. Im Anschluß an die Tagung fah» ren die Teilnehmer gemeinsam zur ersten Reichs- nähr standsaus st ellung nach Erfurt, wo am 30. Mai im Kaisersaal ein größerer Kame­radschaftsabend stattfindet.

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Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. DA. IV. 34: 11 200. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.

Gießen (Hltlerwall 51), Butzbach, Schlitz, Darmstadt, den 11. Mai 1934.

Die Trauerfeier findet am Dienstag, dem 15. Mai, 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs stattVon Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen.

Heute abend 8% Uhr entschlief nach langem Leiden sanft mein innigst geliebter Mann, unser guter Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder und Schwager

Johannes Hahn, Bäckermeister i. R.

im 73. Lebensjahr.

In tiefer Trauer:

< Lina Hahn, geb. Erb

Lina Schmidt, geb. Hahn

Karl Hahn

Tilli Göbel, geb. Hahn Gießen (Ederstraße 14 III), 12. Mai 1934.

Heute morgen 21/* Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden meine innigstgeliebte Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Die Trauerfeier findet Dienstag, den 15. Mai, nachmittags 21/, Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt.

2907 D

*

Statt jeder besonderen Anzeige.

Gott der Herr nahm heute meinen geliebten Mann, unseren treuen Vater, Großvater, Bruder und Schwager

Oberstudienrat i, R.

Professor Dr. Otto Weimar

nach langem, schwerem Leiden im 73. Lebensjahr zu sich in sein himmlisches Reich.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Frau Anna Weimar, geb. Koch

Beerdigung: Dienstag, 15. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle

des Neuen Friedhofs.

2905 D

Margarethe Schomber, geb. Stohr

Gießen (Walltorstraße

55), den 12. Mai 1934.

Sonntag morgen */9 7 Uhr verschied nach kurzer Krankheit meine liebe Frau, meine gute Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante

2<94D

1862-1912

Gießen, den 13. Mai 1934.

Beerdigung: Dienstag, 15. Mai, nachmittags 3 Uhr. Um

zahlreiche Beteiligung bittet

der Vorstand.

______________2906 D

Wir beklagen den Heimgang unseres guten Alterskollegen

Herrn Jobs. Hahn

dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden.

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Fran Binz Forstgarten.*^

im 70. Lebensjahr.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Balthasar Schomber, Bäckermeister

Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom liebsten, was man hat muß scheiden.

Elisabethe Klein, geb. Weller

Die Beerdigung findet am 15. Mai, nachmittags 21/» Uhr, vom Sterbe­haus, Frankfurter Straße 21, aus statt

________________________________________________________________________2904 D

Herr Oberstudienrat i. R. Prof.

Dr. Otto Weimar (Gi83>

Wii' betrauern tief den Heimgang dieses ausgezeich­neten Mannes, der uns Älteren stets ein zuverlässiger, treuer Freund, der Jugend ein kluger, verständnisvoller Berater war.

Der Gießener Wingolf.

Für die beim Heimgang unserer teuren unvergeßlichen Entschlafenen

Elise Mank, geb. Will

bewiesene innige Anteilnahme, die vielen Kranz- und Blu­menspenden sowie für die so trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Vömel danken herzlichst

Karl Mank, Bastwirt

Heinrich Bechtold und Frau Lina, geh. Mank Karl Mank und Frau Emma, geb. Keller Walter Mank und Gertrud Mank

Klein-Linden, den 13. Mai 1934.

Am Abend des 11. Mai verschied der frühere langjährige Vorsitzende unseres A. H.-Verbandes

2915 D

Die trauernden Hinterbliebenen:

Philipp Klein Friedrich Klein

Rodheim a. d. B., den 14. Mai 1934.

MBH

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Es ist uns endlich gelungen, das pnemlischeBrochbandJriiimpl)'' B.G.M. 1232 232 so zu konstruier., daß jed.Bruch, auch d. schm erste zurückgehalten werden kann, KeinSchenkelriemenckeineFe- der,deshalb ohne Beschwer­den zu tragen, da Wundscheu­ern und Druck ausgeschloss. ist. Druck regulierb. Ueberzeugen Sie sich selbst durchAnlegendes Bandes, welch, kosten!, ersolgr, daßJhrBruch b.Strecken,Hust. u.Heben sicher zurückgehalten wird.-Alle Bruchleid., Blind­darm operierte, auch Frauen u. Kinder, wenden sich kostens, am Donnerstag, 17. Mai, in Lauterbach, Bahnhofshotel, vorm. 8-12 Uhr; am gleichen Tage inGrünberg,Hot.Zum Hirsch", nachmitt. 2-6 Uhr; Freitag, 18. Mai, in Gießen, Hotel Prinz Carl", vorm. 8-12Uhr;arn gleichenTagein Weßlar,Hotel Kaltwasser", nachm. 2-6 Uhr.

BertrieöteM-Dharm.

Beöarfsartitel, Kassel. Körnerstt. 6