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nr.ro Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Montag, (4. Mai M4

Start zum 10 000-Meter-Lauf.

Ein äußerst erbitterter Kampf. Die erzielten Zei­ten könnten sich auch in ber Leistungsklasse I sehen lassen. Koch lief seine beste Zeit.

15 00 Meter: 1. Wöll (IG. Ffm.) 4:16,2 Min.; 2. Adorf (VfB. Wissen) 4:17,1 Min.; 3. Senge (Post Ffm.) 4:25,6 Minuten.

Ebenfalls relativ ausgezeichnete Zeiten für diese Leistungsklasse.

300 0 Meter: 1. Adorf VfB. Wi(ssen) 9:20,2 Min.; 2. Hohloch (Post Ffm.) 9:22,8 Min.; 3. Brück (VfB. Wissen) 9:24,6 Minuten.

Der Wissener Adorf scheint ein kommender Mann zu sein. Er belegte bereits vorher in 1500 Meter den beachtenswerten zweiten Platz.

4 X 400 Meter: 1. IG. Ffm. 3:35,5 Min.; 2. Hessen-Preußen, Kassel 3:37 Min.; 3. 1900 Gie­ßen, 3:48,4 Minuten.

Ein jederzeit spannender Kampf. Famos die Lei­stung von Jung (1900), der die schon verlorene Staffel durch rassigen Lauf noch auf den dritten Platz brachte.

Hochsprung: 1. Hauebuth (Univ. Marburg) 1,70 Meter; 2. Bartvschick (Kurhessen Marburg) 1,65 Meter; 3. Löffler (IG. Ffm.) 1,60 Meter; 4. Pfeffer (To. 1846 Gießen) 1,60 Meter. (Durch Stechen ent­schieden.)

Ganz schöne Leistungen. Außer Konkurrenz sprang Sievert (Eimsbüttel) 1,80 Meter.

Kugel st oßen: 1. Werner (Tv. Weilmünster) 11,94 Meter; 2. Rebscher (1900 Gießen) 11,92 Meter; 3. Bartvschick (Kurhessen Marburg) 11,71 Meter.

Hier konnte Rebscher nid)t an die im Training gezeigten Leistungen anknüpfen. Bei fleißigem Trai­ning wird er sich bald in den Vordergrund schieben.

Leistungsklasse III.

10 0 Meter: Rodriauez (OSC. Gießen) 11,4 Sekunden; Minikowski (Allianz Ffm.) 11,5 Sek.; 3. Schäfer (IG. Ffm.) 11,6 Sekunden.

Rodriguez siegte verdient und überlegen.

4 0 0 M e t e r : 1. Gresser (Post Ffm.) 53,7 Sek.; 2. Bialleck (IG. Ffm.) 54 Sek.; 3. Armbrecht (Hes­sen-Preußen Kassel) 54,6 Sek. Die Nachwuchsleute zeigten hierbei eine gute Leistung. Die Zeiten können sich sehen lassen.

10 00 Meter: 1. Linke (IG. Ffm.) 2:43,2 Min.; 2. Baumstieger (1900 Gießen) 2:43,7 Min.; 3. Wer­ner SC. (1880 Ffm.) 2:44,2 Min. Ein schönes, ge­schlossenes Rennen, in dem Baumstieger sich nach hartem Endkampf geschlagen bekennen mußte.

4X100 Meter: 1. Eintracht Ffm. 45,1 Sek.; 2. IG. Ffm. 45,5 Sek.; 3. SC. 1880 Ffm. 45,6 Sek. Hier lief Eintracht mit Leuten, die eigentlich nicht mehr der Klasse III angehören, und kam da­durch zu einem billigen Sieg.

Weitsprung: 1. Kermer (Hess.-Pr. Kassel) 6,45 Meter; 2. Meyer (Hess.-Pr. Kassel) 6,33 Meter; 3. Heine (Polizei Ffm.) 6,33 Meter; 4. Werner (Tv. Weilmünster) 6,33 Meter (durch Stechen ent­schieden). Die Leistungen überraschten hierbei außerordentlich und hätten auch in einer höheren Klasse erzielt werden müssen. So fiel u. a. Grüne­wald (1900) mit 5,85 Meter unverdient aus.

Klasse für Vereins- und Verbandslose.

100 Meter: 1. Anthes 12,9 Sek.; 2. Gar­zinski 13 Sek.; 3. Rogalle 13,5 Sek. (sämtlich FAD. 222/5 Gießen). Hier zeigten die Leute des freiwil­ligen Arbeitsdienstes, daß sie auch auf sportlichem Gebiet ihren Mann stellen.

3000 Meter: 1. Meyer (FAD. Sickendorf) 9:44,8 Min.; 2. Bäcker (Kraft- und Sportclub Gie­ßen) 9:59,8 Min.; 3. Mendorf (FAD. 222/5 Gie- ßen). Der ehemalige 1900er Bäcker erzielte seine persönliche Bestleistung.

Keulenweitwurf: 1. Neu 52,05 Meter; 2. Emich 50,08 Meter; 3. Hartmann 43,47 Meter | (sämtlich FAD. 222/5 Gießen). Die Leistung der I beiden Ersten ist für gut anzusprechen.

Um -ie Handball-Meisterschaft.

Der Kampf der Männer.

Die Zwischenrunde zur Deutschen Handball-Mei­sterschaft verlief im allgemeinen ohne besondere Ueberraschungen. Daß es der deutsche Meister S V. W a l d h o f bei der Sp v g g. Fürth sehr schwer haben würde, wußte man im voraus. Man rechnete auch mit einer Niederlage, die denn nun auch ein­getroffen ist. Die Fürther schlugen in einem un­schönen Kampf Waldhof mit 8:5 Toren.

Die Darmstädter Polizisten mußten sich mehr als erwartet anstrengen, um gegen Tura Barmen zu einem 10:7-Siege zu kommen.

Auch der Askanische Turnverein Ber° l i n konnte die Hamburger Polizei erst nach schärfstem Kampf mit 9:7 Toren abfertigen.

In Leipzig feierten die S p o r t f r e u n d e L e i p- z i g einen knappen 10:7 Sieg über die favorisierten Magdeburger Polizisten.

Für die Vorschlußrunde haben sich also die Spiel­vereinigung Fürth, der Polizei-SV. Darmstadt, der

Askanische Turnverein Berlin und die Sportfreunde Leipzig qualifiziert.

Der Kampf der Krauen.

Die Vorschlußrunde um die Deutsche Meisterschaft im Frauen-Handball verlief nicht so glatt, wie die der Männer.

In Berlin gab es die große Sensation, daß der SC. C h ar l o t.t e n b u r g vom Tv. Eims­büttel-Hamburg mit 2:3 ganz knapp ge­schlagen wurde.

Auch das Leipziger Ergebnis von Fortuna Leipzig gegen Frauen Magdeburg mit 2:1 für Leipzig kommt etwas unerwartet.

Die erwarteten Ergebnisse dagegen brachten die Spiele in Fürth und Kassel. Der V f R: Mann­heim zeigte sich stark genug, um auch auf Fürther Gelände die Spielvereinigung Fürth sicher mit 4:2 schlagen zu können. Hessen- Preußen Kassel hatte Mühe, gegen den Mülheimer SV. einen 2:1-Sieg heraus­zuholen.

Oieletzten Vier".

SD. Waldhof, 1. $6. Nürnberg, Schalke 04 und Diktoria Berlin treffen in der Dorschlußrunde aufeinander.

Der erste Abschnitt der Spiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft nach dem neuen Spielsystem ist abgeschlossen. Die vier Gruppenmeister stehen fest. Der SD. Waldhof, der 1. FC. Nürnberg, Schalke 04 und Viktoria 89 Berlin tragen am 10. Juni die Vorschlußrunde aus, die dann verbleiben­den zwei Mannschaften werden acht Tage spater das Haupt- und Schlußspiel bestreiten.

Nur in zwei von den vier Gruppen hatte man vor dem letzten Spieltag bereits einige Gewißheit. Viktoria 89 Berlin hatte ohne Punktoerlust die Meisterschaft der Gruppe Ost an sich gebracht, und der SV. Waldhof hätte nur noch unser sehr sonder­baren Umständen von seinem Ziel abgebracht wer­den können.

Viktoria 89 Berlin hat dann auch am letzten Sonntag in der Gruppe O st seinenDurch­marsch" fortgesetzt. Die Reichshauptstädter schlu­gen Preußen Danzig im Rückspiel 5:2 (2:1) und beendeten somit ohne Punktoerlust und mit einem stattlichen Torverhältnis ihre Runde. Die Ber­liner Elf hat zwar in ihrer Gruppe keine allzu schwere Aufgabe zu lösen gehabt, aber man wird doch gut tun, sie für die weiteren Spiele nicht zu unterschätzen.

Waldhof hat in der Gruppe Südwest die Kämpfe mit insgesamt vier Punkten Vorsprung be­endet. Der württembergische Meister Union Bückin­gen wurde von der technischen Ueberlegenheit des badischen Meisters völlig erdrückt und mit 6:0 (4:0) geschlagen. Zur gleichen Stunde zog sich der Ta­bellenzweite, die Offenbacher Kickers, in Frankfurt durch den Mülheimer SV. mit 1:3 (1:1) eine über­raschende, aber auch unverdiente Niederlage zu.

In der Gruppe Mitte lagen die Dinge fo, daß der 1. FC. Nürnberg das Rückspiel in Dresden unter allen Umständen gewinnen mußte, um noch auf die gleiche Punktzahl zu kommen. Außerdem mußte er auch noch ein entsprechendes Torverhält­

nis erzielen. Mit einem l:0-Sieg ist dann den Bay­ern vor 46 000 Zuschauern der große Wurf gelun­gen. Auf Grund des Torverhältnisses (nach dem Di- oisionsverfahren) hat derClub" den Gruppen- Meistertitel an sich gebracht. Er wies zum Schluß eine Treffer-Durchschnittszahl von 2,5 auf, während Dresden mit feiner Ziffer von 2,285 nur knapp zu­rückblieb.

Einen ungeheuren Andrang hatte auch das ent- scheidende Treffen in der Gaugruppe N o r d w e st zu verzeichnen. Seit Tagen waren bereits die 45 000 Einlaßkarten für das Duisburger Stadion verkauft. Schalke mußte Benrath schlagen, um Mei­ster zu werden. Für Benrath genügte ein Unent­schieden, um den einen Punkt Vorsprung zu behaup­ten. Schalke gewann aber das recht hart durch- geführte Spiel mit 2:0 (1:0) und hat sich somit einen Platz unter den Letzten Vier" erkämpft, der ihm auf Grund seines Leistungsvermögens auch zukommt.

Germania Fulda führt.

Aufstiegsspiele in Nordhessen.

Im Gau Nordhessen beendete Germania Fulda auch ihren zweiten Aufstiegskampf siegreich. Tuspo. 86/09 Kassel mußte sich auf eigenem Gelände knapp mit 1:2 geschlagen bekennen. Die Spvgg. Langenselbold konnte beim FC. Alemannia Nie­derbrechen einen sicheren 3:1-Sieg herausholen. Ja der Tabelle führt nun Germania Fulda mit Ab- stand. Die Tabelle

Gau Nordhessen.

Spiele

1. Germania Fulda 2

2. Spvgg. Langenselbold 2

3. SD. Bad-Nauheim 1

4. FD. Wallau 1

5. Niederbrechen 1

Tore 4:2 4:2 1:1 1:2 1:3

Punkte 4.0 3:1 1:1 0:2 0:2

SJiXfpOTt

tigung des Saisonbeginnes. Linke (früher Köln) zeigte sich ebenfalls in guter Form.

10000 Meter: 1. Siegel (Post Frankfurt a. M.) 33:59,5 Min.; 2. Gerhardt (1900 Gießen) 34:31,6 Min.; 3. H. Neide! (Tv. Heuchelheim) 35:24,3 Min. Siegel, der Waldlaufmeister des Gaues Süd-West, bewies erneut, daß er sich in aufsteigender Form befindet. Er blieb mit klarem Abstand Sieger, obwohl Gerhardt (1900) nicht ein­mal schlecht lief.

4 X 100 Meter: 1. Allianz-Sportverein Frankfurt a. M. 44,4 Sek.; 2. Post-Sportverein

12.Aaüonale leichtathletische Wettkämpfe der Spielvereinigung 1900 Gießen.

lieber 1000 Zuschauer hatten sich gestern bei herr­lichem Wetter zu diesen interessanten Wettkämpfen aus dem Platz der Sp. Vag. 1900 eingefunden. Bahn- und Platzverhältnisse befanden sich in bestem Zustand.

Die Abwicklung der zahlreichen Vor- und Ent­scheidungskämpfe durch Kreisfachwart R i ch t b e r g (1900 Gießen) war mustergültig, wenn auch be­achtet werden muß, daß diesmal das Kampfgericht angestrengte sechs Stunden mit nur knapper Unter­brechung in Tätigkeit war. Das Meldeergebnis mit 250 Teilnehmern bedeutete einen Rekord in der

Der Aufmarsch der Teilnehmer.

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Vereinsgeschichte 1900*5. Spannende Kämpfe mit hervorragenden Leistungen hielten die Zuschauer bis 3um Schluß in ihrem Bann. Den Entschei­dungskämpfen am Sonntag nachmittag ging ein Aufmarsch aller Teilnehmer voraus. Vereinsführer Hohmann (1900) begrüßte die Teilnehmer herz­lich. SeinSieg-Heil" klang aus auf unser Vater­land und seinen Führer.

Größte Beachtung sand sofort unser Zehnkampf­meister Weltrekordmann und Olympiateilnehmer

Hans Heinrich Sieverl-Limsbüllel,

der in allen bestrittenen Disziplinen mit hervor­ragenden Leistungen aufwartete. Nachstehend die Ergebnisse der Wettkämpfe:

Leistungsklasse I.

10 0 Meter: 1. Kersch (Allianz Frankfurt a. M.) 11 Sek.; 2. Schmid (Post Frankfurt a. M.) 11,2 Sek.; 3. Krück (Hessen-Preußen Kassel) 11,3 Sek. Kersch lief in bestechendem Stil fein Rennen. Er wäre wahrscheinlich auch nicht von den Ein­trachtsprintern, die dem Start fernblieben, gefährdet worden.

200 Meter: 1. Hehnle (I. G. Frankfurt a. M.) 22,8 Sek.; 2. Amstütz (Polizei Frankfurt a. M.) 22,9 Sek.; 3. Knappe (Hessen-Preußen Kassel) 23 Sek. Erbitterter Kampf über 200 Meter, den Hehnle durch besseres Stehvermögen für sich ent­schied.

8 0 0 Meter: 1. Stepp (ASC. Darmstadt) 1:59,4 Mm.; 2. Linke (Eintracht Frankfurt a. M.) 2:00,3 Min.; 3. Kaufmann (Post Frankfurt a. M.) 2:02,6 Min. Der Sieger lief ein taktisch gutes Rennen und siegte in guter Zeit unter Berücksich-

Frankfurt a. M. 44,5 Sek.; 3. I. G. Sportverein Frankfurt a. M. 44,6 Sek. Der Sieg von Allianz- Sportverein bedeutet eine Ueberraschung. Spannen­der und knapper Endkampf.

Stabhochsprung: 1. Jung (1900 Gießen) 3.30 Meter; 2. Bartoschick (Kurhessen Marburg) 3.20 Meter; 3. Werner (Tv. Weilmünster) 3.20 Meter (durch Los entschieden). Jung hat schon besser gesprungen. Infolge Verletzung ohne Trai­ning war er nicht in Höchstform.

Kugel st oßen: 1. Sievert (Eimsbüttel) 15,20 Meter, (außer Konkurrenz 15,50 Meter); 2. Gugel (1900 Gießen) 14,26 Meter; 3. Maier (IG. Frank­furt a. M.) 14,14 Meter.

Sievert stieß mühelos. Gugel machte seine Sache sehr gut und knüpfte bald an seine Höchstleistung an.

Diskuswerfen: 1. Sievert (Eimsbüttel) 46,54 Meter; 2. Maier ,(IG. Frankfurt a. M.) 40,31 Meter; 3. Kilo (1900 Gießen) 39,69 Meter.

Hier war Sievert eine Klaffe für sich. Kilo, der die Folgen einer Halsentzündung noch nicht ganz überwunden statte, mußte dem talentierten Maier den Vortritt lassen.

Speerwerfen: 1. Sievert (Eimsbüttel) 60,25 Meter; 2. Neff (ASC. Darmstadt) 51,80 Meter; 3. Hauebuth (Univ. Marburg) 50,85 Meter.

Sievert sicherte sich bereits im Vorkampf den Sieg. Die Leistungen der beiden Nächstplazierten sind beachtenswert.

Leistungsklasse II.

2 0 0 Meter: 1. Witzel (Eintracht Ffm.) 22,8 Sek.; 2. Kaupp (Post Ffm.) 22,9 Sek.; 3. Fr. Koch (1900 Gießen) 23,1 Sekunden.

Links oben: Preisverteilung, Sievert erhält sein Siegerdiplom. Rechts oben: Stabwechsel bei der 4 X 400-Meter-Staffel. Links unten: Gugel (1900 Gießen) beim Kugelstoßen.?

Rechts unten: Beim Stabhochsprung. (Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.)

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