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rechtspolitisch nicht unbedenkliche Fassung ist durch die Kürzung und durch satztechnische Hilfsmittel in den genannten Zeitungen in ihrer Wirksamkeit noch erhöht worden. Wie das Presseamt betont, hat der Reichsjustizkommissar mit diesen auf dem Wege gegenseitiger Zitate sich fortpflanzenden Quertreibe­reien mit allem Nachdruck kurzen Prozeß gemacht.

Oie Zukunft -er Zeitung.

Aufgaben der Presse

im Aufbau des neuen Deutschland.

Köln, 12. Mai. (DNB.) Im Auditorium Maxi­mum der Kölner Universität wurde mit einem schlichten Festakt das Sommersemester des I n st i - tuts für Zeitungswissenschaft eröffnet. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Vor- trag des Hauptschriftleiters des Organs der Deut­schen ArbeitsfrontDer Deutsche", Karl Busch (Berlin), überDie Zukunftsaufgaben der deutschen Presse". Er betonte u. a., nun seien die Zeiten, da die großen Blätter mehr oder weniger anonymer Mächte die Dolksmeinung beherrschten, und damit in letzter Konsequenz Geschichte machten, vorbei. Die gesamte deutsche Presse befinde sich in einer ge- wissen Krise, die jedoch nur ein Uebergangs- st ad i um bedeute. Die deutsche Presse habe alle Aussichten im nationalsozialistischen Staat, wie- der eine Großmacht zu werden. Die Anfor­derungen, die hier an sie gestellt würden, seien groß wie alles, was dem Neuaufbau eines Vol­kes diene. Vor allen Dingen müsse man sich des neuen Sinnes und der heutigen Auf­gaben der Presse bewußt sein. Sie sei be­rufen, der treue Mittler und Verstän- di gu n g s f a k to r zwischen allen Volks­genossen im Sinne unserer Führung zu sein und zu bleiben. Den Aufgaben der deutschen Presse auf den Gebieten der Kultur widmete der Red­ner besondere Ausführungen. Gerade in der Kampf­linie des kulturellen Lebens könne sich die deutsche Presse die Sporen als Großmacht des Führers verdienen. Hier gerade heiße es, ein neues Wol­len, eine neue Gesinnung, ja eine Neuformung der ganzen Gesellschaftsordnung durch- zrrbiegen. Besonders müsse sich die Presse auch des jungen künstlerischen Nachwuchses an­nehmen. Zum ersten Mal in der Welt müsse sich der Gedanke ganz durchsetzen, daß eine Zeitung^ ein geistiges Instrument sei, das dem Volke zu dienen habe.

Ein Ehrenmal für die gefallenenHandwerker.

Magdeburg, 13. Mai. (DNB.) Zum Ge­dächtnis der im Weltkriege und für die national­sozialistische Revolution gefallenen Handwerker wurde am Sonntag durch den Reichshandwerks­führer Schmidt im Klo st er Bergegarten ein Ehrenmal eingeweiht. Es steht unter der Schirmherrschaft des Ehrenmeisters des Deutschen Handwerks, des Reickspräsidenten von Hindenburg, und yat die Form eines niedersächsischen Bauernhauses. Es ist somit einzig in seiner Art. Nach einem Fest­akt im großen Saal des Restaurants Kloster Berge- aarten begaben sich die geladenen Gäste in den Park, wo vor den versammelten Handwerkern aus Magdeburg die Feier stattfand. Reichshandwerks­führer Schmidt, der bereits kurz bei dem Fest­akt gesprochen und dabei die Grüße des Reichs­präsidenten überbracht hatte, nahm erneut das Wort. Er führte dabei u. a. aus: Das deutsche Handwerk hat seinen Weg neu beschritten auf den Befehl des Führers Adolf Hitler hin. Zwangs­läufig bringt es damit die gesunden ele­mentaren Kräfte wieder zum Vorschein und benutzt sie zum Aufbau des deutschen Volkes. Wer die Arbeit zum Ehrenbegriff gemacht hat, der muß die Menschen bewußt ehren, bie erst den Wey ermöglichten, die ihr Bestes aaben, damit wir aufbauen können, was das Schick­sal uns zerschlagen wollte. Diese Aufbauarbeit und geschichtliche Erneuerung soll damit beginnen, daß wir die Menschen Herausstellen, die uneigen­nützig glaubten, die sich nicht dem Führer zuwcmbten aus rechnerischer Theorie heraus. Sie fielen mit dem heiligen Schwur und dem heiligen Bekenntnis für ihr deut ches Vaterland, sie star­ben im Glauben an Deut chland und in dem Glau­ben, daß wir, die wir ie überlebten, ihr Opfer nützen sollen zum Aufbau eines deutschen Vater­landes. Es gilt zu kämpfen, damit wir die Saat legen, aus der unsere Kinder dereinst ihr Brot nehmen können. Es folgte eine Minute stillen Gedenkens der Toten, während die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte.

Gaargäsie frankfurter Studenten.

LPD. Frankfurt a. M., 12. Mai. Die Frank­furter Burschenschaft Rheno Savaria hatte anläßlich des Eintreffens ihrer er st en Saar» g.ä st e in ihr KameradschaftshausSaarwacht" zu einer kleinen Feier geladen, zu der u. a. auch Staatsrat Spanniol, Oberbürgermeister Staats­rat Krebs in Vertretung des erkrankten Reichs­statthalters Sprenaer, Kreisleiter Welter (Saar­brücken) und Professor Patzhoff als Vertreter der Universität erschienen waren. Auf Kosten der Stu­denten werden jede Woche, fünf Saar­deutsche diesmal sind es arbeitslose Bergknappen, die wegen ihres Deutschtums von der französischen Bergwerksdirektion entlassen wurden in Frankfurt leben. Sie sollen in der Heimat Eindrücke des neuen Deutschlands sammeln und dann im Saargebiet ihren Kame­raden die Erlebnisse wiedergeben.

Staatsrat S p a n n i o l gab in einer Ansprache einen Abriß der Entwicklungsgeschichte der Saar­frage. Trotz aller Wirrnisse der Revolutionsjahre und der Nachkriegszeit hätten die Menschen an der Saar immer treu zur Heimat gestanden. Der 30. Januar konnte als der Durchbruch des Natio­nalsozialismus auch im Saargebiet bezeichnet wer­den. Von dort sei es nur ein verhältnismäßig kleiner Schritt zum 14. Juli, der Geburts- ftunbeber Deutschen Front gewesen. Ohne ben Nationalsozialismus wäre bie Saarfrage viel- keicht heute nicht zu lösen. Wenn ber Kumpel sein Kreuz ins Ja-Felb machen wirb, bann geschieht dies nicht aus irgenbwelchen materiellen Erwägun- gen heraus, sondern bann schreibt es fein Blut, feine Seele, seine tiefe innere Liebe zum Vater­land, die schon so oft materiellen Gewinn weit hinter das Derantwortungsbewußtsein und Pflicht­gefühl zur Heimt gestellt hat. Und wenn jetzt wöchentlich Saararbeiter in die deutsche Heimat kommen, bann geschieht bies nicht, weil sie viel­leicht irgenbwelche Zweifel beseitigen wollten, son­bern nur, um ihre Seele noch mehr zu stärken.

Volkstumskämpfer an die front!

Dom Sinn der DOA.-Tagung in der Westmark.

Don Erich Boyer.

Zur Saarbrücker Tagung bes VDA. an Rhein unb Mosel (Pfingsten 1934) geht uns biefe Stellungnahme eines Auslanbsbeut- schen zu:

Uns Auslanbsbeutschen hat man bas National­gefühl beizeiten eingebläut. Wenn man als kleiner Junge, kenntlich burch bie beutsche Schülermütze, feinen Schulweg machte unb bieJeunesse boräe" )es gerade herrschenden Staatsvolkes in Mehrheit auf Der Straße herumlungerte bann gab es Prügel. Unb Prügel gab es, wenn man bas zweifelhafte Glück hatte, etwa eine k. unb k. Er­ziehungsanstalt zu besuchen, in ber bas alte Oester­reich seine junge Generation bazu erzog, alles, was beutsch war, zu hassen ...

Die einen bezogen bie Prügel schmerzhaft,kör­perlich. Den anberen zerquälte man die Seele, versuchte, sie ihren Eltern zu entfremden und ihr angeborenes Deutschtum als eine Erbmasse voller Minderwertigkeit hinzustellen. Prügel gab es so oder so.

Jeder Ausländsdeutsche hat die Zwangserziehung am eigenen Leibe durchgemacht, die das deutsche Volk im Reich als Ganzes in 15 Nachkriegsjahren erlebte. Wir kannten die Wirkung solcher Er­ziehungsarbeit und es gab keinen Ausländsdeut­schen, Dem es in diesen 15 Jahren bange gewesen wäre um das Schicksal und die Zukunft der Nation. Es war kein Zufall, es war eine geschichtliche Not­wendigkeit, daß der Mann, der die Nation empor» riß, selbst auf dem Boden auslandsdeutschen Volks­kampfes die Eindrücke empfing, die fein Wesen formten und daß viele unter den engsten Mit­arbeitern Adolf Hitlers Ausländsdeutsche sind.

Auslandsdeutscher sein als Auslandsdeutscher sich behaupten das fetzt voraus, daß man den Begriff des Staatlichen, den Patriotis­mus von gestern überwindet und heimkehrt aus von Menschen geschaffenen staatlichen Lebensformen in die gottgewollte Ordnung des Volkes. Das Volk steht über dem Staat, es steht auch über dem Reich mit feinen engen Grenzen. Das Reich der 65 Millionen kann nur eine bestimmte Lebens­form fein des großen deutschen 100-Millionen- Volkes.

Aus einemVerein", der solche Gedanken pflegte wider die Staatlichkeit des Kaiserreiches und der Republik, mußte ber VDA. zumVolksbund" emporwachsen in dem gleichen historischen Augen­blick, in dem der Nationalsozialismus als weltan-- fchaulicher Träger der Volkstumsidee die Macht im Staate und in den Herzen ber Volksgemeinschaft übernahm. AlsVolksbunb für das Deutschtum im Auslanb" mußte er die Brücke schlagen von .der be­schränkten Notwendigkeit bes Reiches zu der nur durch Bluts- unb Sprachgrenzen gekennzeichneten Gegebenheit des deutschen Volkes. Und alsDeut­

scher Volksbunb" wirb er einst die Grenzen im Volke verwischen, die heute noch überlieferte An­schauungen vielfach parallel zu den Grenzen des Staates fügen. Das ist das Ziel, das sein Reichs­führer Dr. S t e i n a ch e r auf der vorjährigen Pfingfttagung in Passau dem neugefomten Volks­bunb gesteckt hat. Mit ben imperialistischen Schlag­worten desPangermanismus" ober dergermani­schen Expansion", mit denen ausländische Hetzblätter den Abwehrkampf des deutschen Volkstums so gerne verfälschen möchten, hat solche Zielsetzung nichts ge­mein.

Deshalb ruft der VDA. zu feinen großen Pfingst- tagungen das Volk an die Grenzen des Staates, die nicht Grenzen des Volkes sind. Nach dem Süden, nach dem Osten, nach dem Norden diesmal nach dem Westen. In M a i n z und T r i e r, an der Pforte des Saarlandes, das eine künst­liche staatlicheGrenze" von uns trennt, soll deut­schem Volk und deutscher Jugend Kampf und Not außendeutscher Dolksteile sichtbar vor Augen treten, unb die zur Tagung kommen aus der sicheren Ge­borgenheit binnendeutschen Landes, sollen lernen, sich eins zu fühlen mit Deutschen, die so deutsch sind wie sie, und sollen dieses Erlebnis, das leider noch für viele einerEntdeckung" gleichkommt, umfor­men in den heißen Glauben unb ben ewigen Willen, die hunbert Millionen beutfcher Menschen zu der Einheit zusammenzuschmelzen, die der Schöpfer gewollt hat, als er ihnen das Herz gab, deutsch zu denken, und die Zunge, deutsch zu reden, und den Pulsschlag des Blutes deutsch zu kämpfen!

Pfingst-Saarkundgebung in Mainz.

Mainz, 12. Mai. (LPD.) Während des Pfingst­festes findet in Mainz eine große Saarkundgebung statt, zu der bie NS - Hago eine Sternfahrt ver­anstaltet, an der etwa 10 000 bis 20 000 Wagen teilnehmen werden. Außerdem beteiligen sich an ben Kundgebungen sämtliche Organisationen ber umliegenden Gaue. Am Pfingstsonntag werben auf allen Plätzen ber Stadt Platzkonzerte veran­staltet. Im Stadttheater findet am Abend eine F e ft« aus-führung des SchausvielsSchla­ge t e r" statt. Die große Kundgebung geht am Pfingstmontag auf dem Großen Sand von- statten. Hierbei werden der Stalloertreter des Füh­rers, Reichsminister Rudolf Heß, Vizekanzler von P a p e n, der Präsident des Deutschen Jndustrie- und Handelstages, Dr. v. R e n t e I n, sowie Gau­leiter Simon sprechen. Die Kundgebung findet ihre besondere Bedeutung noch in der Beteili­gung von vielen tausend Saarkindern sowie von Kindern aus den Grenzgebieten des Rei­ches, aus Ostpreußen, Danzig, Schlesien und Schles­wig-Holstein.

Md England Die letzte Karle ausspielen?

Ein ernster Appell Mussolinis.

Berlin, 12. Mai. (DNB.) In der Sonntags­ausgabe der Berliner Börsenzeitung schreibt Mus­solini u. a.:

Die Aussichten der Abrüstungskonferenz zwingen zu der Erkenntnis, daß die Konferenz der Abrüstung beendet ist, und eine Konfe­renz der Aufrüstung ihren Anfang nimmt. Nach Lage der Dinge gäbe es keine an­dere Alterative, als den italienischen Plan anzunehmen oder den Rüstungswettlauf zu beginnen. Im Falle eines Fehlschlages der Abrü­stungskonferenz würden die bewaffneten Nationen weiter rüsten, und auch Deutschland werde dasselbe tun. Niemand werde Deuschland daran hindern können; denn dazu gäbe es nur einen einzigen Weg: denPräventiv- k r i e g". Frankreich wisse aber, daß es im Falle eines Präventivkrieges nicht auf jene Soli­darität rechnen könne, die ihm im letzten Kriege geholfen habe, als ber strategische Sieg an ber Marne burch bie Neutralitätserklärung Italiens ermöglicht warben fei.

Wenn schon die Besetzung der Ruhr zu jenem hartnäckigen passiven Widerstand führte, der der Heeres- und Zivilverwaltung so viel Schwie­rigkeiten bereitete, so würde wahrscheinlich heute eine Besetzung deutschen Gebietes auf einen so starken Widerstand stoßen, daß der Präventivkrieg" sehr bald in einen wirk­lichen Krieg ausarten würde, der ver­

mutlich sehr lange dauern und unendliche Opfer an Menschen und Kapital fordern würde. Ich glaube, daß ein von Hitler regiertes Deutsch­land jedem militärischen Vorgehen Frankreichs den heftigsten Widerstand entgegen­setzen wird.

An dem Tage, an dem die Delegierten der Ab­rüstungskonferenz erklären müssen, Abrüstung sei eine schöne, aber gefährliche Utopie, wird der Völkerbund jede Bedeutung und jedes Prestige verloren haben. Seine Politik, die offensichtlich Staatenblocks verhindern will, wird er­setzt werden durch die Politik der Bünd­nisse, mit anderen Worten die Vorkriegspolitik bis schließlich Ihre Majestät die Kanone sprechen wird.

Ich schreibe diese Worte nicht ohne tiefe Be­sorgnis. Eine Abrüstungskonvention würde Europa und der Weltpolitik eine ge­wisse Periode der Stabilität garantiert haben. Der Fehlschlag der Konferenz öffnet den Ungewissen Tür und Tor. Vielleicht vermag England die letzte Karte auszuspielen, seine Macht und sein Prestige ein­sehen. Die Welt wartet seit Wochen darauf, jetzt, wo es sich nicht um das Ende von Kabinetts­koalitionen handelt, sondern wo das Leben von Millionen und das Schicksal Europas auf dem Spiel stehen.

Die Mikalsozialisten bleiben dem Kurs der nationalen Einigung treu.

Herriots Sieg auf dem Parteitag von Clermont-Ferrand.

Paris, 13. Mai. (DNB.) Auf der Radikalsozia­listischen Landesparteitagung in Clermont-Ferrand erkannte Cudenet von der oppositionell eingestell­ten Landesgruppe Seine et Oise an, daß die Par­tei Herriot den Auftrag gegeben habe, in das Kabinett Doumergue einzutreten. Die Lage habe sich jedoch in den letzten drei Monaten wesentlich geändert. Die Rechte habe den Burg- fieben nie eingehalten. Die reaktionären Parteien be­zeichneten Dalabier und Chautemps täglich als Mörder und die Radikalsozialisten als Diebe. Die reaktionären Verbände bedrohten die Republik. Es bestehe eine ständige Verschwörung gegen das Re­gime. Den Innenminister Sarraut fragte Cubenet, wie lange er noch mit der Auflösung der umstürzle­rischen Verbände warten werde. Die Regierung habe vergessen, daß die letzten Parlamentswahlen eine Linksmehrheit ergeben hätten.

Edouard Pfeiffer sprach sich für die Beibehal­tung des Burgfriedens aus. Die Radikalsozialisten hätten die Kammerauflösung nicht zu fürchten. Da niemand die Rechte allein an der Macht lassen wolle, so lohne es sich nicht, die Regierung *u än­dern. Nach seiner Ansicht müßte die Partei Un­abhängigkeit gegenüber dem Sozialismus, a^.r auch gegenüber anderen Organisationen, wie dem laizi­stischen Jugendverband, der Liga für Menschen­rechte und den Freimaurern bewahren. Don seinen Freunden verlange er, daß sie in erster Linie Radi­kalsozialisten und erst dann Freimaurer seien.

Der ehemalige Ministerpräsident Chautemps versuchte, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen, die gegen ihn als Freimaurer erhoben werden, er könne einer Vereinigung, der er seine ganze Erzie­hung verdanke, nicht ohne weiteres den Rücken kehren.

Der letzte radikalsozialistische Ministerpräsident D a l a d i e r verwahrte sich gegen die Angriffe, die gegen ihn im Zusammenhang mit den blutigen Straßenkämpfen vom 6. Februar erhoben werden. Wenn die Regierung Anweisung gegeben hätte, zu schießen, so würden nicht 17, sondern Hunderte von Toten zu beklagen gewesen sein. Die Finanzlage sei äußerst kritisch gewesen. Wenn sich zu den finanziel­len Schwierigkeiten noch andere gesellt hätten, so würde das unweigerlich die Frankenentwertung nach sich gezogen haben.

Herriot erklärte, er sei vom Ministerpräsidenten beauftragt worden, zu betonen, daß eine Aenderung des Regimes nicht beabsichtigt sei. Die Mehrheit sprach sich anschließend f ü r d i e R e g i e- rung der nationalen Einigung aus unb erneuerte bas Vertrauen zu ihrem Präsibenten Herriot.

Oie Säuberung -er Partei.

Der Parteitag ist bann am Sonntag zu Enbe ge­gangen, ohne daß ein Schlußbankett Die führenden Mitglieder der Partei zu neuen Reden bestimmt hätte. Nachdem die politische Haltung der Partei

am Samstagabend durch die pathetischen Erklärun­gen H e r r i o t s , der sich dabei so angestrengt hatte, daß er einen Schwächeanfall erlitt, zugunsten der nationalen Einigung entschieden worden war, blieb für die Sonntagsaussprache nur noch die Frag- des Ausschlusses der unsauberen Ele» mente aus der Partei übrig. Ausgeschlossen wur» den die Abgeordneten G a r a t (früherer Bürger» meister von Bordeaux), Bonnaure, Proust, Hesse, Dalimier und Bonnardie, sowi- Senator Ren6 Renault, und zwar sämtlich, weil sie in Verbindung mit der Stavisky-Affäre genannt wurden. Abgelehnt wurde der Antrag auf Ausschluß des Abgeordneten M a l v y, da er ge­legentlich der Absetzung des Pariser Polizeipräfektett C h i a p p e in der Kammer mit Erlaubnis der Fraktion sich als einziger der Stimmabgabe enthielt. Malvy tat dies aus Freundschaft zu Chiappe, der ihn 1918 in einem Prozeß vor dem Staatsgerichtshof, in welchem Malvy angeklagt war, durch feine entlastenden Aussagen wah^chein- lich vor dem Tode des standrechtlichen Erschießens bewahrt hatte.

Vier Oppositionelle verlassen

-ie Partei.

Cudenet gründet eine neue Richtung.

Der Vizepräsident der Radikalfozialiftiscken Partei, Cudenet, hat Herriot zusammen mit Lebrun, S 6 nac und Faron seinen Austritt aus der Radikalsozialistifchen Partei angekündigt. Weil ber Parteitag'einer Zusammenarbeit mit ber Regierung ber nationalen Einigung ohne jeben Vor­behalt unb ohne Sicherheitsbürgschaft zugestimmt habe, obwohl keine Gewähr bafür ge­boten sei, baß bie anberen Parteien ben Waffen- stillstanb einhielten. Herriot selbst habe zugegeben, baß ber trabitioneüe Kampf gegen bie Opposition aufgegeben worden sei. Aus allen diesen Tatsachen sei ersichtlich, daß die Radikalsozialistische Partei den Sieg der aufrührerischen Elemente unterstütze, Cudenet habe als einziger gegen bie gefähr­liche Bünbnispolitik Barthous prote­stiert unb als einziger ben Namen Brianb aus­gesprochen. Auf ber Tagesorbnung ftanb auch bie Auflösung ber faschistischen Verbänbe. Statt besten sei bie soziale Unterbrückungspolitik ber Rechten, bie Politik ber biplomatischen Vereinsamung, ber Kapitulation vor ben aufrührerischen Elementen burch eine Entschließung ber Partei legalisiert worden.

Cudenet hat mit seinen Freunden eine eigene Radikalsozialistische Partei, die den NamenRich­tung Camille Pelletan" führt, gegründet. Diese neue Partei knüpft an die alten Grundsätze des französischen Radikalsozialismus, die 1901 fest- gelegt wurden, an.

Störung

einer englischen Faschistenversammlung.

London, 14. Mai (DNB.-Funkspruch). Bei einer am Sonntag von den Faschisten veranstalteten Versammlung in Newcastle on Tyne kam es zu erheblichen Zusammenstößen. Das frühere sozialistische Unterhausmitglied Joe Beckett ver­suchte, eine Rede zu halten, wurde aber mit Rufen wieVerräter" am Sprechen verhindert. Die Polizei machte der Versammlung ein Ende und führte Beckett und mehrere Schwarzhemden zum faschistischen Hauptquartier. Darauf versammelte sich eine nach Tausenden zählende Men­schenmenge vor dem Gebäude. Es wurden Pflastersteine und Flaschen geworfen. Bei Schlägereien wurden Stöcke als Waffen be­nutzt. Ein großes Fenster des Hauptquartiers wurde zertrümmert. Ein Faschist trug Kopfverletzungen davon. Die Polizei nahm zwei Derhajtungen vor.

Waffenstillstand in Arabien.

London, 14. Mai. (DNB.) Nach einer Mel­dung aus Dschiddah teilt die Regierung Ibn Sauds amtlich mit, daß mit dem Imam von Iemen ein Waffen still st andsa^kommen zustande ge­kommen ist. Der Imam habe sich zur A nn a h m e der Bedingungen Ibn Sauds bereit erklärt. Verhandlungen über die Friedensbedingun­gen und die von Ibn Saud geforderten Garantien sollen bald beginnen.

Kleine politische Nachrichten.

Wie die NSK. berichtet, besichtigte Reichs­kanzler Adolf Hitler im Flugzeug die im Bau befindliche R eichsautobahnMünche n Salzburg. Er flog die bereits in Angriff ge­nommene Strecke in geringer Höhe ab'unb über­zeugte sich persönlich von bem Stanbe unb ben Fortschritten der Arbeiten.

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Der Reichsminister bes Innern hat anläßlich des Mutter - unb Familientages bem Reichs­minister unb Stabschef ber SA., Röhm, einen Betrag von 10 000 RM. für Zwecke ber (9 e f u n b heitsfürforge in ber (5 21., insbesondere für Mutter unb Kinb, zur Verfügung ge­stellt.

Der beutsche Beauftragte für Abrüstungsfragen v. Ribbentrop, ber zu Besprechungen mit füh- rcnben englischen Persönlichkeiten in ßonbon weilte, ist roieber in Berlin eingetroffen.

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Der Stabsleiter ber PO., Staatsrat Dr. Ley, hat angeorbnet, baß bas Kulturamt ber NSG.Kraft burch F r e u b e" in bas Amt Volkstum unb Heimat" eingegliebert wirb. Sämtliche Aufgaben bes Kulturamtes mit seinen Organisationen werben zwecks einheitlicher Füh­rung bem AmtVolkstum unb Heimat" unter­stellt. Der Leiter bes AmtesVolkstum unb Heimat", Pg. Werner Haverbeck ist für die gesamte einheitliche kulturpolittsche Arbeit ber NSG.Kraft burch Freube" verantwortlich.

Der Führer bes Nationalsozialistischen Deutschen Frontkämpferdunbes (Stähl' Helm), Reichsarbeitsminister S e l b t e, hat für den Frontkämpferbund den Hinterbliebenen bes ®ru* benunglücks von Buggingen 1000 Mark zur ßinberung ihrer Not überweisen lassen.

Der polnische Ministerpräsbent Jendrezeje- w i c z hat bem Staatspräsibenten das R ü ck - tri11sgesuch der Regierung überreicht. Das Gesuch wurde vom Staatspräsidenten ange­nommen. Mit der Bildung des neuen Kabinetts wurde Professor Dr. Kozlowski beauftragt.