Nr. M Erstes Blatt
184. Jahrgang
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General-Anzeiger für Oberhessen
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Arbeitsbeschaffungsprogramm für die notleidenden Künstler anläßlich des l.Mi.
Alle Künstler, die meiner Anregung Folge geleistet und die sich aus dem Aufmarsch am 1 2U a i ergebenden Motive in Gemälden, Oelskizzen, Aquarellen, Zeichnungen, Radierungen usw. gestaltet haben, geben der Landesstelle Hessen- Rassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda, Frankfurt a. 2H., Vürgerftrahe Rr. 9/11, umgehend ihre Anschrift und die Art ihres Werkes bekannt.
Die Arbeiten selbst müssen bis zum 2 3. Juni d. I. f e r t i g g e st e l l t sein.
heil Hiller!
Gez.: Müller-Scheld
Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesstelle Hessen-Rassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.
Kritiker und Kritikaster.
Von $. W Heinz.
Reichsminister Dr. G o e b b e l s hat den großangelegten Aufklärungsfeldzug gegen Miesmacher und Kritikaster durch eine Rede im Berliner Sportpalast eröffnet. An der Stätte der größten Propagandaerfolge, hier im Berliner Sportpalast, wo der Kampf um die Seele der großstädtischen Massen ausgetragen wurde, wo der Führer unmittelbar vor den großen Wahlschlachten des Jahres 1932 zu jeweils rund 20 000 Menschen sprach, hier rechnete Dr. Goebbels, wie in den Anfangszeiten der kämpferischen Bewegung, mit dem Geiste der Zersetzung und Miesmacherei ab. Stimmung der Kampf- und Werdezeit der NSDAP, lag über der Versammlung: der wundervoll durchorganisierte Apparat der Partei hat jetzt wieder ein Einsatzfeld gefunden, und das deutsche Volk wird in den nächsten vier Wochen wachgerüttelt werden wie i kaum jemals zuvor in den erbitterten Auseinandersetzungen der schweren Jahre zwischen 1930 und 1933.
Aber während die Bewegung und ihre Redner damals gegen sichtbare Feinde kämpften, während sie in offener Schlacht jeden Widerstand nieder- zwang, richtet sich diesmal der Einsatz gegen einen Feind im Dunkeln. Und nicht nur die SA. und SS., nicht nur die engere Parteiorganisation wird diesen Kampf führen und gewinnen müssen, sondern jeder Deutsche, der guten Willens i st und über genügend Einsicht verfügt, muß in vorderster Fiwnt stehen und Aufklärungsarbeit leisten. Denn es geht um viel mehr als es vielleicht im ersten Augenblick den Anschein hat. Es geht um die Grundlagen unseres deutschen Bestandes, es geht um die Zukunft unmitelbar, ss geht um das gleiche „Durchhalten" wie zwischen 1914 und 1918, das damals auch von vielen nicht ernst genommen wurde, bis die Stimmung zerfetzt und der seelische Zusammenbruch da war.
Um die weltanschauliche Auseinandersetzung mit den Kritikastern und Miesmachern gleich mit dem schwersten Geschütz zu beginnen: was wollen diese Unzufriedenen eigentlich? Kein Maß berechtigter ober unberechtigter Verärgerung, Zurücksetzung, Kränkung, Kritikwürdigkeit wird so groß und chwerwiegend sein, um nicht vor der allein mäg- . ichen Antwort entsetzt zurückzuschrecken. Denn entweder gibt es in Deutschland den Nationalsozialismus, oder aber es gibt den Bol- i chewismus. Das ist nackte Wirklichkeit. Ein Zurück in die liberale Parteidemokratie, in den staat der Weimarer Verfassung oder in die wilhelminische Monarchie kommt unmöglich noch in Frage.
Gesetzt der Fall, die Wühlerei und Zersetzung i»es Miesmachertums würde den nationalsozialistischen Staat <pm Zusammenbruch bringen, so würde ja doch nicht nur die Partei zusammenbrechen, sondern die deutsche Wirtschaft, die mit ungeheuren Opfern vollzogene Arbeitsbeschaffung, die Reichs- ! inheit und mit ihr die Grundlage einer jeden deutschen Existenz. Auf Trümmerhaufen mit 7 Millionen Arbeitslosen, einer nieder- lebrochenen Staatsautorität, umgeben von einem riurnphierenden Feinde aber würde sich weder die Luiserstandarte noch die schwarzrotgoldene Fahne, »ndern das blutigrote Banner des Bolschewismus erheben. Er allein würde der Erbe des Dritten Reiches sein ...
Nun, er wird es nichtsein. Das deutsche Volk, das mit dem Spuk der Parteien, der Korruption, des Partikularismus, mit dem Albdruck der Arbeitslosigkeit fertiggeworden ist, es wird auch den : heimlichen Wühlern und Ohrentufchlern das Hand- tr>-ert legen. Denn diesem ganzen Kritikastertum, d-esen so unterschiedlich zusammengesetzten Klubs der Mißvergnügten fehlt jede verbindende Weltan- chauung, jede große Idee, jeder kühne Glaube an bie eigene Berufung. Man will das Rad der Gerichte rückwärts drehen, weil es einem vielleicht unsanft über die Füße gerollt ist. Aber es gibt fein Zurück mehr für das neue Deutschland, e s g i b t , Mu r ein Vorwärts. Und hier liegt der An- K, wo sich die verantwortliche, die ernsthafte, ende Kritik betätigen kann. Wir rnerden . gleich darauf zu sprechen kommen.
Von Adolf Hitler selbst stammt, nicht dem Wort- lcut, aber dem Sinne nach der Satz: „Wer von der ! Verderblichkeit eines Weges und der Unhaltbarkeit einer Lage überzeugt ist, der hat die verdammte
Soldat und Bauer formen deutsche Geschichte.
Oie Reichsminister Darre und Göring sprechen zu den schlesischen Bauern.
Breslau, 12. Mai. (DNB.) Aus ganz Schlesien waren die Bauern nach Breslau gekommen, um den Reichsbauernführer D a r r ä und den preußischen Ministerpräsidenten Göring sprechen zu hören. Die Jahrhunderthalle war überfüllt, so daß viele Tausende vor der Halle und auf der benachbarten Radrennbahn der llebertragung der Reden lauschten. In der Jahrhunderthalle hatten auf der Tribüne mehrere tausend junge Mädchen und Bauernburschen Aufstellung genommen, die in ihren bunten heimatlichen Trachten ein farbenfrohes Bild boten. Tosender Beifall erhob sich, als, mit dem Halali begrüßt, Ministerpräsident Göring zusammen mit Reichsbauernführer Darre erschien. Unter den Ehrengästen bemerkte man u. a. auch 30 Vertreter polnischer landwirtschaftlicher Verbände. Nach Begrüßungsworten des Landesbauernführers sprach
Reichsbauernführer Darre.
Er führte u. a. aus: Vor Jahrhunderten sind Eure Vorfahren aus dem Westen und Süden Deutschlands hierhergekommen, um hier eine neue Heimat zu suchen. Es war jenen Bauern klar, daß fiedasSchwertan ihrer Seite hängen haben mußten, wenn sie hier in Schlesien sich als Bauern ansiedeln wollten. Sie wußten, was wir heute erst wieder begriffen haben, daß zwischen Bauer und Soldat kein Unterschied besteht. Es kam die Zeit von 1918, jenes Jahres, als man den Versuch machte, den deutschen Soldaten sterben zu lassen. Und da geschah das Merkwürdige: Als der deutsche Soldat starb, da seid auch Ihr Bauern gestorben. Als der deutsche Soldat nichts mehr galt, da habt auch Ihr Bauern nichts mehr gegolten.
Bauern! Soldat sein heißt nicht, die Technik des Soldatentums beherrschen. Soldat sein heißt nicht, nach dem Exerzierreglement am besten exerzieren zu können, sondern Soldat sein heißt, sich aus ganzem Wesen zum heldischen Menschen bekennen und in der Waffe den Ausdruck seiner Ehre zu erblicken. Der Frontsoldat des Weltkrieges Adolf Hitler hat die Ehre des deutschen Soldaten wiederhergestellt, und in dem Maße, in dem Adolf Hitler das Soldatentum wieder zu Ehren brachte, sammelte sich um ihn bestes Soldatentum. Wir wollen heute als Bauern in Hermann Göring nicht den preußischen Ministerprä- benten begrüßen, sondern den Soldaten, der sich in einem harten Krieg bewährt hat. Hermann Göring ist Soldat und ist auch Bäuer, und Bauer und Soldat gehören nun einmal in der deutschen Geschichte zusammen und erst in ihrem Zusammenhang entsteht der Rhythmus einer deutschen Geschichte. Daher rufen wir schlesischen Bauern, Heil Hermann Göring!
Ministerpräsident Göring unterstrich dann die Bedeutung des Bauernstandes für die Sicherung des Lebens des Volkes. Aus dem Bauerntum sei überhaupt erst das Volk entstanden. Wenn heute so oft geklagt werde, daß noch nicht das alte Vertrauen zwischen der Bauernschaft und Großgrundbesitzer wiedergekehrt fei' dann liege das daran, daß Jahrhunderte lang zwischen beiden kein Verständnis gewesen sei, und daß der mit weniger Grund und Boden als minderwertig
angesehen worden sei. Jetzt aber müßten alle sich darüber klar werden, daß es im Dritten Reich nur Bauern gebe, ob mit viel ober wenig Grunb unb Boben. Der Kapitalismus bes Bürgertums habe ebenfalls mit bazu beigetragen, daß der Grund und Boden zu einer Ware wurde unb wie jebes anbere Ding verkauft unb verschoben werben konnte.
Solange es Geschichte gebe, sei immer wieder das Verwachsensein mit dem Boben das Entscheidende gewesen. Darauf habe sich immer erst die Nation aufbauen können. Auch ber deutsche Arbeiter muß erkennen, was ber deutsche Bauer bedeutet. Es muß uns endlich einmal gelingen, daß jeder deutsche Arbeiter und wenn auch nur im hescheiden- sten Maße ein Stück Bauer wirb unb irgendwo ein Stück Land sein eigen nennt. Wenn bas gelungen ist, wenn ber letzte Arbeiter aij eigener Scholle steht, bann wird Deutschland endgültig gerettet und unüberwinblich sein gegen alle seine Feinde. Dann ist seine wahre Kraft wieder gesammelt, denn diese Kraft kommt aus der Erde.
Und so ist es auch richtig, was der Bauernführer gefugt hat: Bauer fein, heißt Soldat sein imSinne des Pflichtbewußtseins des Soldaten, ber tiefen Kameradschaft und ber letzten Hingabe unb Opferbereitschaft für seine Fahne, für fein Volk, unb sein Reich. Der Boden ist euch zum Erblehen gegeben von Gott und der ganzen Nation, und ihr habt ihn heilig zu
halten, denn ihr wollt ja auch, baß, wenn dieser Boden bebroht ist, bie ganze Nation sich zu seiner Verteidigung erhebt.
Der Ministerpräsibent kennzeichnete bann bie ungeheure Bedeutung bes Erbhofgesetzes, bas bann einstmals vielleicht bas eyerne Gesetz des neuen Deutschland darstellen werde. Wir haben einen vierjährigen Krieg hinter uns. Hätte es damals einen Nähr st and gegeben, nach dem Vorbild des heutigen, der die Basis des Volkes sicherte, und wäre sein Führer D a r r ä gewesen, so bin ich überzeugt, aus dieser Tatsache allein heraus hätten wir den Krieg nicht verloren. Blut und Boden ist die Kraftquelle des Bauerntums, und das Bauerntum soll und muß die Kraftquelle bes Deutschtums, bes beutschen Volkes fein und werben.
Daraus erwächst bann bie Forberung nach Gleichberechtigung unter ben Völkern und nach ber Ehre ber Nation. Das Auslanb aber möge wissen, baß Freiheit unb Ehre nichts zu tun haben mit Eroberungslust, fonbern baß beibe Hinweisen auf ben Frieden, aber ben Frieben, ber ehrlich ist, der auch Deutschland zugutekommt. Diesen Frieden zu erhalten sind wir bestrebt. Trotz aller Anfeindungen und Verleumdungen erklären wir, wir brauchenden Frieden.' Gerade das deutsche Bauerntum braucht den Frieden, weil es aufbauen will für die Zukunft und dazu ben Frieben aber auch Ehre notroenbig hat.
Heute Beginn der Genfer Ratstagung.
Die Gaarausschüffe stellen ihren Bericht fertig.
Genf, 13. Mai. (DNB.) Die 79. Tagung bes Völkerbunbsrates wirb am Montag um 10.30 Uhr unter Vorsitz bes Portugiesen Vasconcellos mit einer Geheimsitzung eröffnet werben. Auf bem Programm biefer ersten Sitzung stehen interne Fragen ber Völkerbunbsorganisation. Daneben soll auch über ben Chaco-Konflikt zwischen Bolivien unb Paraguay gesprochen werben. Die Saarfrage dürfte bei dieser Zusammenkunft des Völkerbundsrates nur soweit berührt werden, als der Zeitpunkt ihrer Behandlung zur Sprache kommt. Man wird zu diesem Zweck vermutlich von dem Stand der Arbeiten der Saarkommissionen und von den damit zusammenhängenden internationalen Besprechungen Kenntnis nehmen. An die Geheimsitzung wird sich noch am Montag vormittag eine öffentliche Sitzung des Rates anschließen, für die aber nur eine politische Frage vorgesehen ist, nämlich die Festsetzung einer Grenzlinie zwischen Syrien und Palästina.
Am Samstagnachmittag hat ber Völker- bunbsaussckuß f ü r bie Saarabstim- m u n q unter Vorsitz des Barons A l o i f i getagt. Die Äorschläge für bie Durchführung ber Abstimmung liegen zum Teil schon abgeschlossen vor, zum Teil werben sie, wie bie Frage ber Abstimmungskosten unb der Abstim - mungsbezirke, erst ben beteiligten Regierungen zur Stellungnahme Dorgelegt werben. Auch
bie Arbeiten bes Unterausschusses zur Ausarbeitung ber Wahlgesetze sind weit fortgeschritten. Die politische Seite ber Abstimmungsfragen ist nur insoweit erörtert worben, als ber Ausschuß ba- von Kenntnis nahm, baß neue internationale Besprechungen unter Vermittlung des Barons Aloisi über bestimmte Punkte im Gange finb. Daraufhin würbe bie politische Aussprache auf Montag verschoben. Der Ausschuß wirb also in ber tommenben Woche noch gleichzeitig mit bem Volkerbunbsrat tagen. Man rechnet sogar unter Um- stäuben noch mit mehreren Sitzungen, ba immer noch wichtige Vorfragen zu klären sind, ehe die Vorschläge an ben Volkerbunbsrat in enbgültiger Form fertiggestellt werben können.
Im übrigen scheint bas Dreier-Komitee sich boch allmählich ber Einsicht nicht ganz zu verschließen, baß bie balbige Festsetzung eines Ä b - stimmungstermins unerläßlich für die Beseitigung der Spannungen im Saargebiet ist. Es sucht daher offenbar nach einer Forme/, die eine Festsetzung dieses Termins ermöglichen soll. Aber auch hier muß mit dem Widerstand Frankreichs gerechnet werden. Der französische Außenminister B a r t h o u trifft Montag früh in Genf ein. Der englische Großsiegelbewahrer Eden ist heute schon angekommen. Mit ber Ankunft ber Abordnung der Deutschen Front im Saargebiet unter Führung Röchlings wirb erst für Montag abenb gerechnet.
Pflicht unb Schuldigkeit, bagegen anzukämp- f e n. Tut er bas nicht, so ist er entroeber ein feiger Schwächling ober ein erbärmlicher Gesinnungslump!" Ob es wohl wirklich Kritikaster unb Miesmacher gibt, die es wagen, sich auf dieses Hitler- wort zu beziehen? Adolf Hitler hat immerhin keinen Klub ber Mißvergnügten um sich gesammelt, er hat nicht getuschelt unb gehetzt unb geraunt unb bie Stimmung zersetzt: nein, er h a t gekämpft, er ist offen aufgetreten, er hat sich bem herrschenden System zum Kampfe gestellt, er ist in bie Gefängnisse gegangen, er hat ben Kugeln seine Brust hin- gehalten, er hat ben Weg mit Blut unb Opfern gepflastert, ber zum Siege unb zur Errichtung bes Dritten Reiches geführt hat.
Wo aber ist einer biefer ewigen Nörgler und Besserwisser unb Gerüchteoerbreiter, ber gewillt ist, ben gleichen W e g zu gehen: ber offen auftntt, ber ben Aufenthalt im Konzentrationslager bem bürgerlichen Dasein vorzieht, ber bie physische Existenz aufs Spiel setzt, weil er bereit ist, ourch sein Blut eine für besser gehaltene Jbee zu weihen. Der Staat hat auf jeben Hochverrat bie Tobesstrafe gesetzt, nun, wer als aufrechter Mann einen Glauben vertritt, wer mehr ist als ein Meckrer unb Miesmacher, ber muß auch bereit fein, feinen Kopf auf ben Block zu legen. Die Geschichte ber französischen unb ber russischen Revolution ist reich an solchen heroischen unb im übrigen stets sinnlosen Opfern, bie Miesmacherei aber hat mit all bem nichts zu schaffen, sie ist ber seelische Schuttablabeplatz für bie Zukurzgekommenen, für bie Ausgebooteten ober bie verspätet Eingestiegenen, für bie Ichsüchtigen unb Egoisten. Daran ist nicht zu beuteln!
Etwas anberes aber ist es mit jenen, die ben Ernst unserer beutschen Lage kennen, bie — mit Dr. Goebbels — begriffen haben, baß wir roieber einmal in einem Kriege um unser Dasein leben, bie von ihrer charakterlichen Güte unb der Unentbehrlichkeit ihrer Leistung überzeugt sind, auch wenn sie nicht das Mitgliedsbuch der Partei besitzen, ober wenn ihnen sogar Unrecht geschehen ist ober auch, wenn sie innerlich nicht mit allem mitkönnen. Als vornehme Naturen verschmähen sie das Kriti
kastern und Wühlen, als Deutsche gehen sie über zur positiven Kritik: die aber ist nichts anderes als sachliche und loyale Mitarbeit. Ganz gleich, wo ber einzelne arbeiten und helfen kann, und fei es bie geringste Tätigkeit: er kann büret) Leistung unb Qualitätsarbeit überzeugen. Den Nationalsozialismus vorbildlich zu leben, das ist heute bie einzig erlaubte unb einzig vornehme und ritterliche Form ber Kritik. Das Gute unb Richtige, bas wertvolle Men- chentum unb bie Güte ber Leistung, sie setzten sich auf bie Dauer boch immer roieber burch. Möglichkeiten biefes Einsatzes ber Qualitätsarbeit gibt es genug, jeber, ber guten Willens ist, wirb sie finben.
Student und Wissenschaft.
DerRcichsfchaftsführer kündigt Einführung von Dienstordnung und Studentenpatz an.
Berlin, 12. Mai. (DNB.) Der Führer ber Reichsschaft ber Stubierenben an ben beutschen Hoch- unb Fachschulen, Dr. Stäbe!, hat einen Aufruf erlassen, indem er zunächst rückblickend feststellt, daß heute alle deutschen Studenten organisatorisch ins Gefüge bes Nationalsozialismus eingegliebert seien. Das solba- tische unb sozialistische (Element feien unerläßliche Voraussetzungen für das Stubium. Beibe aber stellten an ben Stubenten erhöhte Ansorberung. Die L e i st u n g sei unb bleibe bie ©runbforberung bes Nationalsozialismus. Nur burch eine Leistung, bie bem schweren Ringen um die (Erneuerung der Nation Rechnung trage, erfülle man einfache nationalsozialistische Pflicht. Fest gefügt, fei die Deutsche Studentenschaft der Garant einer zukünftigen einheitlich en deutschen Wissenschaft, die keine Ansprüche oder Sondervorrechte einzelner Fakultäten oder Hochschulen kenne. Kraft dieser Einheit werde sie die zukünftige Hochschule des deutschen Volkes gestalten.
Unerläßliche Voraussetzung aber sei ein f e ft begründetes Wissen. Der deutsche Student habe im Kampfe und in der Bewegung stets
seine Pflicht getan. Bis zum Uebermaß nehme ihn der Kampf unb ber Dienst in NSDStB., in ber SA., ber HI., ber PO. in Anspruch, so baß er seiner geistigen Arbeit nicht immer nachkommen könne. Heute forbere bie Bewegung erneut vom beutschen Stubenten ben gleichen Einsatz zu geistigem Kampf von größerer Tragweite. Es werben Mittel und Wege gefunben werben, um bem Stubenten bie Lösung' ber von ber Nation jetzt bringend an ihn gestellten Forderung zu ermöglichen. Grundlage dieser Arbeit werbe eine vom Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung unb Volksbilbung genehmigte 2) ke n ft o r b n u n g fein. Darin mürben bie Pflichten ber Stubenten berart abgegrenzt, baß sie ihre Aufgaben gegenüber Volk unb Staat, Hochschule unb Stubium, Stubentenschaft und Elternhaus in Einklang miteinander bringen könnten; dazu würden Disziplinär- beftimmungen erlassen, eine karteimäßige Erfassung gehe organisatorisch Hand in Hand mit der Schaffung eines Studentenpa f- s e 5, ben jebes Mitglieb ber D. St. erhalte. Der Aufruf schließt mit ber Forderung, dem Führer unb ber Nation einen neuen beutschen Menschen zu schaffen, ber mit körperlicher unb geistiger Kraft bie Zukunft bes Deutschen Reiches unerschütterlich sichere.
Der Reichsjustizkommiffar gegen Quertreibereien in der presse.
D ü f f e l b o r f, 12. Mai (DNB.) Wie das Presseamt ber Deutschen Rechtsfront mitteilt, wies Reichs» justizkommifsar Dr. F r a n f in ber Düsselborfer Kunbgebung ber Rechtsfront Angriffe auf Staatsrat Prof. Schmitt zurück. Es handelt sich um die in Düeldorf erscheinende Wochenzeitung „Junge Front". Diese hatte am 15. April unter der Ueberschrift „Wissenschaft — Propaganda" einen Aufsatz aus der Kölnischen Zeitung zitiert, den diese wiederum ber noch ber Gleichschaltung bebürftigen „Deutschen Juristen-Zeitung" entnommen hatte. Der Artikel stammt aus ber Feder eines Breslauer Uninerfitätsprofeffors. Seins


