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Montag, 1Z.AugustM4

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhesfen)

Nr. 187 Drittes Viatt

von

linken

Tageskalender für Montag. Orts-

Zn Ö bat der Gau Main-Rhein-Lahn- - Tageskalender für Montag Orts- N. " Z jm Reichsverband für Deutsche Jugend- gruppe Gießen-Süd, Zellen 3 und 4, Hotel Hopfe d, ^rberaen e V ein Eigenheim eingerichtet. 8 0 8.30 Uhr, Zellenversamm ung - Lichtspielhaus, Betten stehen schon bereit, die jugend- Bahnhofstraße: -Die Tochter Ihrer Exzellenz . liktien Wanderer aufzunehmen. Ferner wird noch Reichsverband Deutscher Baumeister: 20.30 Uhr, ein neue? Flügel angebaut. Auch diese ArbeitenHessischer Hof", Monatsversammlung.

siebenjährige zog sich eine

aber Ge- oer»

nicht lösen konnten und sie verzweifelt beiseite leg­ten. Rach einer Stunde, in der Sie sich mit ganz anderen Dingen beschäftigt hatten, gelang es

Großkundgebung der NSDAP zur Volksbefragung.

Leser des Gießener Anzeigers.

Kreis Büdingen.

* Stockheim, 12. August. Das

sammenhang mit dieser Steigerung hat sich auch der Bezug nicht einheimischer müse und Früchte wesentlich mehrt. Es ist darum nicht verwunderlich, wenn jetzt ein großer Werbefeldzug einsetzt mit der Ab­sicht, unseren Volksgenossen klar zu machen, daß es nur ihr und der Allgemeinheit Nutzen sein kann,

Am Dienstag, 14. August, abends 8 Uhr, findet in der

Bottshatte in Gießen

eine Großkundgebung der NSDAP, und ihrer sämtlichen Gliederungen aus Anlaß der Volksbefragung am 19. August 1934 statt. - Es spricht:

Regierungsrat pg. Gutterer

vom Neichspropaganda - Ministerium in Berlin, ein hervorragender Nedner.

An der Kundgebung nehmen geschlossen teil Formationen der SS. und SA., der HI., DdM., die Betriebszellen der NSBO., die Behörden, die Vereine, Innungen und alle nichtgenannten Organisationen der NSDAP, und des öffentlichen Lebens.

Oie Veranstaltung wird die einzige Volkskundgebnng sein, die vor dem Abstimmungssonntag veranstaltet wird.

Zur einfachen Durchführung der Versammlung wird ersucht, daß Betriebe und Behörden, sowie die Vereine geschlossen zur Kundgebung marschieren. Oie Eintrittskarten, deren Preis NM. O.1O (für Erwerbslose NM. 0.03) betragt, sollen gesammelt im Vorverkauf bei der Kreisleitung, Ludwigstraße 12, abge­holt werden.

jm übrigen wird auf die mit den Führern der Gliederungen der Partei und den Vereins- und Innungsführern getroffenen Verabredungen Bezug ge­nommen. Es muß jeder Einzelne in sich die Verpflichtnng tragen, daß diese Veranstaltung zu dem wird, was sie sein soll:

Ein machtvolles und einmütiges Bekenntnis der Gießener Bevölkerung zu unserem Führer Adolf Hitler!

Töchterchen des Arbeiters Schanz erhebliche Schnittwunde am Knie zu und mußte in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden.

Umfangreiche Asphaltstraßen- Neparatnren in Gießen.

Gegenwärtig stehen in der (Sie

Bahnhofstraße) vier große Teer^stei als f'nnfaU^ Zeichen dasllr, daß in diesen Tagen und Wachen in den angrenzenden Straßen umfangreiche A - besi-rungsarb-iten durchgesührt werden sollen Zu diesen vier Kestein sollen demnächst zwei w- -r- tommen. Ausbesserungsarbeiien werden "u-gesuhrt in der Bahnhofstraße, in der Muhlstraße und m der Neustadt. Die Arbeiten wurden der hie'gen Firma Rüb, amen übertragen, die im Lause der nach, sten Wochen etwa 2000 Quadratmeter Flache zu be­handeln haben wird. Für dieses Vorhaben ronnte di- Firma 9 bzw. 10 Arb-. er - nst-llen d e über einen größeren Zeitraum «oll beschäftigt sein wer- den. Die aussührende Firma Hai sich aus Rücksichten entschlossen, di- an fld> ra*'°"ee | kochmaschine nicht -inzusttz-n, s°udern zur Teer Verarbeitung die älteren Kessel zu verwenden, um damit -in- größere Anzahl Arbeiter beschäftigen zu können, als es bei der Verwendung der Teer- maschine notwendig gewesen wäre.

NeueIugendherbergeinSersfeld/Nhon

Gersfeld, der durch di- Segelfliegerei bekannte Rhönort, hat nun auch -in- s-mer Bedeutung ent- sprechende Jugendherberge erhalten. In einem zweckentsprechenden Gebäude, umgeben von -m-m r. knt hör fflau Maln-Rhem-Labn-

spielend. .

Kein Mensch verträgt ein ewiges Einerlei. Nicht ohne Grund erlaubt man beim Militär den Trup­pen den Gesang während eines anstrengenden Mar- sches. Man weiß, daß die Abwechselung neue Frische in die erschöpften Menschen bringt. Nicht ohne Grund haben Kinder zwischen jeder Unterrichts­stunde eine Pause. Ohne diese Entspannung waren sie einfach nicht aufnahmefähig.

Menschen gehen aneinander zu Grunde, wenn sie das Einerlei ihres Zusammenseins nicht unterbre­chen. Aus den Momenten der Entspannung, der Loslösung vom Gewohnheitsmäßigen, dem Sichhin- geben an Dinge, die tief in uns schlummern, kommt die Beglückung, die uns die Kraft gibt, unser Tage­werk und unser Leben im besten Sinne zu vollen­den. Wir müssen einsehen, daß die Arbeit allem nicht genügt, daß sie unterbrochen werden muh, um unsere seelischen und geistigen Guter von ihr nicht erdrücken zu lassen. Nur der Zusammenhang Arbeit, seelischer Entwicklung und geistiger Be-

Aus der Provinzialhauptstadl.'

Im Schatten des Bahndamms. ;

Don Peter Bauer.

Mit feinem breiten hohen Rücken überragt der 1 Eisenbahndamm die flache Landschaft der Gärten und Felder und stößt wie ein riesiger Steg, weit ins Meer gebaut, in den blauen Horizont vor. Im- wer sind die gestrafften Drähte gleich in der Sonne funkelnden Schienen, die Nervenstränge dieses wuch­tigen Schotterkörpers, in bebender, wenn auch un° Sichtbarer Erregung. Immer klingen sie die wilden Rhythmen der rasenden Räder, so leise beginnend, daß du das Ohr auf ihren Stahl legen mußt, sie zu hören, dann anschwellend im metallischen Tosen bis zum lärmenden Rattern, dröhnenden Donnern und wieder abnehmend in Stärke und Ungestüm bis zum allmählichen Verhallen in der Ferne, das doch nur vorgetäuschte Stille wird. Denn her und hin rollen die Züge im Dienst des rastlosen Verkehrs. Gelassen ziehen rechts und links der Böschung die gewundenen Feldwege, und die holpernden Fuhren knarren, aller Hast abhold, weiter ihren ruhigen Trott. Nur die Landstraße, die in gleicher Richtung mit dem Bahndamm läuft, vor den Ortschaften aber abbiegt, um die Behausungen der Menschen zu grü­ßen, unterfängt sich oft, auf gerader Strecke ein jagendes Auto staubaufpeitschend einem Zuge nach­zuhetzen. Jm nächtlichen Schlummer noch träumen die Fluren von sausenden Ungetümen, deren Schat­ten dunkel über sie hinhuschte und schrecken plötzlich jäh auf, von dem gleichen Getöse und dem grellen Spuck einer flimmernd vorbeischnellenden Lichter- kette überrascht.

Dennoch rückt die Natur nicht von dem gefähr- lichen Bahndamm ab. Unheimliches gibt es für sie nicht. Sie schickt in die Tiefen der Gewässer wie in die Eisregionen der Berge und in die Sandwüsten der glühenden Zonen ihre Pflanzen und ihr Getier, wenn auch in sorgfältigster Auswahl der anpas­sungsfähigen Arten. Beim Bahndamm macht sie kaum nennenswerte Einschränkungen. Alles, was die offene Landschaft liebt, was sich besonders in feld- und heideartigen Bezirken wohlfühlt, bewohnt und beblüht nicht nur die Böschung, sondern erfreut sich sogar noch zwischen Gleisen und Schwellen eines unbekümmerten Daseins.

Mein Schritt schreckt eine Eidechse auf, die wie eine smaragdne Agraffe auf einer winzigen Sand- insel zwischen grünen Stengeln in der Sonne lag. Wie ein kleiner Windstoß schwenkt ihre Flucht sekundenlang in einer Zickzacks pur die Blüten und Halme. Eine Haubenlerche trippelt da und dort pickend zwischen den Schwellen. Vor dem heran- braufenben Zug rennt sie nach der Böschung hin, fliegt kurz auf und kehrt rasch wieder auf die freie Strecke zurück. In herrlichem Blütenbunt, wie un- zählige Feldblumensträuße nebeneinander wogt der Hang. Weiß und gelb: Schafgarbe, Steinklee, Licht­nelke und Rainfarn; blau und lila: Salbei, Flocken­blume, Natterkopf und Wegwarte; rot: Ampfer, Mohn, Distel und Steinnelke, lieber ihnen surren und schwirren honiglüsterne Bienen, Sandwespen, Käfer und Kleinschmetterlinge, ähnlich den Span­nern und Eulen, die abends um unsere Lichter flie- gen und vielfach alsMotten" sterben müssen Es sind die vielen Arten der farbenprangendeni Blut- flecke und Widderchen, die zuweilen wie Funken oder winzige Blütenblättchen in der Sonne stieben. Der sehr scheue Schwalbenschwanz foltert um die Lieblingspflanze seiner Brut, die wilde Mohrrübe, und manchmal taucht plötzlich, im Schwebeflug sau­gend, ein Taubenschwänzchen vor den Blüten auf. Als Knaben suchten wir seine rötlichbraune, weiß punktierte und mit gelben Fußstreifen gezeichnete Raupe am gelben Labkraut. Es war ein seltener Fund. Mehr Glück hatten wir an der Futterpflanze des Wolfmilchschwärmers, die uns als genügsames Unkraut fast überall begegnete, aber gerade an einer Bahnböschung in Massen vorkam und unser einträglichster Fangplatz war. Die ihrer Gestalt nach jungen Tannenbäumchen ähnelnde Zypressen- , Wolfsmilch, mit dem klebrigen Milchsaft in den Stengeln, konnte oft die Last der bekannten finger­dicken Raupen kaum tragen. Eine vom Felde heim­kehrende Frau, die einmal zusah, wie uns mit wil- den Abwehrbewegungen die Raupen zu erschrecken suchten und uns schließlich ihren grünen Magen­inhalt auf die Hand spien, schalt über dasgiftige 3euq" und hätte sie uns am liebsten aus der Hand geschlagen und totgetreten. Aber da kam der Bahn­wärter hinzu und schilderte der Frau und uns die Schönheit des Schwärmers. Er lächelte über die ängstliche Ansicht der Frau und half uns die Zi­garrenkästen füllen. Dann mußten wir noch einen großen Busch Wolfsmilch mitnehmen, den wir zu Hause ins Wasser stellen sollten, damit die Raupen immer tüchtig Futter hätten. Wir sehen dann spater den Bahnwärter noch öfter. Ob wir schon die Rau­pen des Ligusterschwärmers hätten, fragte er uns gelegentlich und führte uns zu der Hecke um fein Häuschen, wo wir sicher welche fanden, wenn wir die Augen ordentlich aufmachten. Natürlich fanden wir. Und von da an gingen wir nie mehr an dem Bahnwärterhäuschen vorüber, ohne dem Manne, wenn er da war, unsere Beute zu zeigen. Und er wußte immer etwas dazu zu sagen, uns Winke und Ratschläge zu geben oder gar auf neue Fangplätze aufmerksam zu machen.

Die Erinnerungen und Erfahrungen scharfen na­türlich Auge und Ohr. Der Mann sieht heute mehr als der Knabe und bemüht sich immer mehr zu sehen. So ist jeder Spaziergang eme Forschungs­reise im kleinen. Und eine der lohnendsten bleibt der Weg im Schatten des Bahndamms.

Rhythmus des Alltags.

Jeder hat seinen eigenen Entspannungsrhythmus und muß versuchen, das zu finden, was ihm wahre Beglückung bringt. Es ist sicher im Anfang Jdyoer, sich aus der Arbeit heraus zu lösen und vielleicht nur für ein paar Minuten eine ganz andere Welt einzuschalten. Immer wieder wird der Gedanke an verlorene Zeit uns beherrschen und die Umstellung erschweren, aber mit ehrlichem Willen ist es bald erreicht. , v

Nichts ist zu klein und zu unbedeutend, um nicht Entspannung und Beglückung zu werden. Ein Kapi­tel eines Buches, ein kleiner Spaziergang, der dem Körper wohltut und die Augen erfreut, ein wenig Musik das Spiel eines Tieres, die Umgliederung der Zeit, die Beschäftigung mit irgendeinem Interes­sengebiet, welches außerhalb der zu verrichtenden Arbeit liegt, kann genügen.

Man nimmt oft irrtümlich an, daß eine Unter- brechunq der Arbeit schadet. Das Gegenteil ist der Fall Der Entspannte wird mit viel größerer Kraft und Lust an seine Arbeit Herangehen und sie aus- führen als der müde werdende Mensch. Denken Sie einmal daran, wenn Sie als Kind eine Aufgabe

wenn sie den

Genuß von Gemüse und Obst so weit als möglich auf deutsche Erzeugnisse einstellen.

Unsere einheimischen Erzeugnisse an Obst und Gemüse haben vor den anderen den unbedingten Vorzug der Frische, der völligen Reife und damit des Vorhandenseins größerer Mengen von wich­tigen Nahrungsbestanoteilen. Es ist ein Irrtum, zu glauben, man könnte für die Ernährung von Säuglingen und Kranken nur ganz besondere, in unserer Heimat nicht wachsende Gemüse oder Früchte brauchen. Es gibt keine ausländischen Ge­müse oder Früchte, denen wir in Bezug auf den Nährwert nicht unsere Erzeugnisse als minde­stens gleich zur Seite stellen könnten. Aber nicht nur vom Standpunkt der Zweckmäßigkeit aus müssen wir für unsere Erzeugnisse eintreten; auch an Geschmack werden sie nicht übertroffen.

Unsere Säuglinge essen mit dem gleichen Ver­gnügen einen geschabten Apfel ober trinken Mohr­rübensaft, wie irgend etwas anderes.

Unser Edelobst wirkt durch seinen überaus feinen Geschmack anregend auf die Eh- lust und ist deshalb nicht nur für den Gesunden von höchstem wert, sondern ist auch für die Krankenernährung in ihren verschiedenen For­men, die sie abwechslungsreich zu gestalten ver­mag, unentbehrlich.

Dabei müssen wir doch auch in Betracht ziehen, daß wir durch den Verbrauch unserer einheimischen Erzeugnisse den Obst- und Gemüsebauern wirtschaft­lich helfen, ein Umstand, der für unsere allgemeine Wirtschaft und damit für jeden einzelnen von gro­ßer Bedeutung ist, ein Umstand, der es aber auch dem Erzeuger ermöglicht, seinen Anbau zu ver­mehren und zu verbessern. So gehen in dieser Hin­sicht die Belange des Reichsnährstandes und der Gesundhettsführung Hand in Hand.

Drum, deutsche Volksgenossen, verschließt euch nicht vor der Werbung des Reichsnährstandes, verbraucht, wo ihr könnt, deutsches Obst und deut­sches Gemüse!

Bornotizcn.

** Unsere Reichswehr kehrt zu ruck. Das hiesige Reichswehr-Bataillon, das bekanntlich seit einigen Wochen zu einer Uebung auf dem Truppenübungsplatz Heuberg in der Schwäbischen Alb weilte, kehrt am morgigen Dienstag in den Nachmittagsstunden wieder hierher zurück.

** 2 i e Personaleinstellungen bei der Reichsverkehrsverwaltung. Das Reichsoerkehrsministerium weist darauf hin, daß die Auswahl und Einstellung von Angestellten und Arbeitern für die Nachgeordneten Behörden der Reichsoerkehrsverwaltung nicht zu den Aufgaben des Ministeriums, sondern zu denjenigen der ört­lichen Dienststellen gehört. Diese sind jedoch eben­so wie alle anderen Reichsbehörden verpflichtet, ihren Bedarf an Angestellten und Arbeitern durch Vermittlung der Arbeitsämter zu decken. Auch die bevorzugte Heranziehung und Einstellung alter Kämpfer der nationalsozialistischen Bewegung und sonstiger Angehöriger der NSDAP, und der Wehr- oerbände wird durch die Arbeitsämter vermittelt. Es ist deshalb zwecklos, Einstellungsgesuche an das Reichsoerkehrsministerium zu richten, zumal da­durch den Bewerbern unnötige Kosten entstehen.

** Ferienkind er aus dem Kreise Gießen kehren in ihre Heimat zurück. Am morgigen Dienstag, 14. August, um 17.26 Uhr, werden die im Kreise Gießen untergebrachten Fe­rienkinder nach dem Ablauf eines sechswöchigen Erholungsaufenthaltes in ihre Heimatorte zurück- qebracht. Der Kreis Gießen verschickt außerdem am Freitag, 17. August, 9.56 Uhr, 70 Kinder nach Darmstadt und Umgebung.

** Maria Beling in G i e ßen. Am mor­gigen Dienstag gelangt im Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße, die OperetteGern hab ich die Frauen geküßt" (nach der Operette von LeharPaganinl ) zur Aufführung. In den Hauptrollen sieht man Ivan Petrovich, Eliza Jlliard, Maria Beling und Adele Sandrock. Maria Beling (früher Stadttheater Gießen) nimmt die Gelegenheit der Aufführung des Filmes in Gießen zum Anlaß, vom Dienstag bis zum Donnerstag in allen Vorstellungen das Publi­kum zu begrüßen. (Siehe heutige Anzeige.)

* Obstbaumzählung. Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, die beabsichtigte Wiederholung der allgemeinen Obstbaumzählung noch in diesem Jahre oorzunehmen, um einwandfreie Unterlagen für die künftigen Obstertragsermittlungen zu er­halten. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat daher für den Spätsommer d. I. die Durchführung einer allgemeinen Obstbaumzah­lung angeordnet.

Oberheffen.

Tödlicher Unfall beim Dreschen.

weglichkeit kann den Rhythmus ergeben, den ein Mensch braucht, um sich wohlzufuhlen und über sich selbst hinaus an der Entwicklung mitzuwirken.

Die Pflichtanmeldung zum Reichsnährstand.

Ueber den Umfang der Meldepflicht der Betriebe des Landhandels und der Be- und Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeugnisse zum Reichsnähr­stand sind aus den Kreisen der Beteiligten eme Reihe von Zweifelsfragen an das Reichsernah- rungsmimfterium und den Reichsnährstand heran­getragen worden. Das Reichsernahrungsministerium und der Reichsnährstand geben hierzu bekannt, daß Anordnungen ergehen werden, daß die am 15. August 1934 ablaufende Frist für die An­meldung zum Reichsnährstand bis zum 15 September 1934 verlängert werden wird. Die Fristverlängerung wird ®e egen- heit geben, die noch bestehenden Zweifel klarz stellen.

st. Kirtorf, 11. Aug. Ein fchweres Un­glück, das ein Menschenleben zum Opfer forderte, ereignete sich in dem benach­barten Erbenhausen. Der Polizeidiener und Schrei­ner Wilhelm Müller, der am Freitag bei den Druscharbeiten des Landwirts Ferdinand Schnei­der beschäftigt war, versah die Tätigkeit des Ab­nehmens der Preßballen auf dem Scheunengerust, die von der Maschine bis dorthin gedrückt wurden. Plötzlich stürzte der Unglückliche aus bisher unge- tlärter Ursache kopfüber vom Gerüst in d i e Tiefe, wo er mit schweren Schädel- brüchen in der Scheunentenne liegen blieb. Ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, verschied er nach wenigen Augenblicken. Der zur Stelle ge­rufene Arzt konnte nur noch den Tod des be­dauernswerten Mannes feststellen. Der Verunglückte stand im Alter von 40 Jahren.

Landkreis (Rieften.

* Kesselbach, 12. Aug. Der Altoeteran, Herr Kgl. Oberbahnassistent i. R. Johannes M e i ß i n - ger feiert am 14. August seinen 8 5. Geburts­tag. Herr Meißinger war lange Jahre in Gießen bei der Eisenbahn tätig. Nach seiner Pensionierung zog er sich aufs Land zurück. Er erfreut sich noch bester körperlicher und geistiger Frische. Jedes Jahr reift er noch, er besucht seine fern von ihm weilen­den Kinder. Herr Meißinger ist seit 1886 treuer

sin in vollem Gange, so daß wohl in eineinhalb Monaten 140 Betten zur Verfügung stehen. Auch diese Jugendherberge zeichnet sich durch die dem neuen Lebensstil angepaßte Einrichtung aus. Schöne Tages- und Schlafräume sowie hygienische Wasch- und Brauseanlaaen sorgen da­für, daß die Wanderer sich in diesem Eigenheim wohlfühlen. Eine gut eingerichtete Küche steht für das leibliche Wohl der Wanderer zur Verfügung. Der Gau Main-Rhein-Lahn-Fulda e. V. im Reichs­verband für Deutsche Jugendherbergen hat mit der Errichtung dieses neuen Eigenheimes einem schon lange vorherrschenden Bedürfnis nach einer schönen Jugendherberge im Rhöngebiet Rechnung getragen.

Warum deutsches Obst und deutsches Gemüse?

Seit vielen Jahren wird immer wieder Darauf aufmerksam gemacht, von welch großem Wert und von welcher Bedeutung der Genuß frischen Ge­müses und Obstes ist. Aus der Erkenntnis der Not­wendigkeit heraus hat sich der Verbrauch an Obst | und Gemüse außerordentlich gesteigert. Jm Zu-

Kreis Alsfeld.

Wahlen, 12. August. Gestern erlitt der hiesige 58 Jahre alte Landwirt Heinrich Henkel einen Unfall. Er stürzte und brach dabei den linken Unterschenkel. Durch die Freiwillige Sanitätskolonne Gießen wurde er in die Chirur­gische Klinik nach Gießen gebracht.

* Bernsburg, 12. August. Der 57 Jahre alte Landwirt Carl Decker I. erlitt bei seiner Arbeit einen Bruch d e s rechten Ober­schenkels und wurde durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz Gießen in dis Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht.

Preußen.

Oeutscherpfarrer-Tag in Frankfurta.M.

o Der diesjährige Deutsche Pfarrer-Tag findet vom 3. bis 6. September in Frankfurt a. M. statt. Infolge der sehr günstigen Lage des Tagungs­ortes dürfte die Beteiligung der evangelischen Pfarrer aus allen Gegenden Deutschlands recht stark werden. Neben dem eigentlichen Pfarrer-Tag, der am 5. September in der Aula der Frankfurter Universität stattfindet, sind die üblichen Sitzungen des engeren und des wetteren Vorstandes des Ver­bandes Deutsch-Evangelischer Pfarrer-Vereine sowie die Sondertagung der Vereinigung der preu- ßischen Pfarrer- Vereine vorgsehen. Auch wird den Teilnehmern reichlich Gelegenheit gegeben, unter sachkundiger Führung die Hauptsehenswürdigkeiten Frankfurts zu besichtigen sowie Autofahrten in Die nähere unD weitere Umgebung zu unternehmen. Ein feierlicher GottesDienst in der St. Katharinen- kirche wird der Tagung den würdigen Auftakt geben.

Kreis Biedenkopf.

LPD. Gladenbach, 11. August. In der Scheune des Landwirts Runzheimer im be­nachbarten Erdhaufen entstand ein Brand, der in kurzer Zeit das Gebäude samt Der Ernte- und Futtervorräte vernichtete. Die Entstehungsursache ist nicht geklärt.