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Ht. 187 Zweites Blatt Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Montag, 13. August 1934

Berlin, 11. Aug. (DNB.) Ministerialdirektor s der Folge, dem Konsumenten in jedem Fall nur Dr Moritz vom Reichsministerium für Ernäh- die Preise zuzumuten, die der Kaufkraftlage der . ,-y . . r . r. . i v____ tn _____ cn ... cn ..... thron firmoron (-imimtpn

Ä n uns fo stehen sah, bereit, mit den Fausten «ch hatten die Leipziger den ?u,einander loszugehen, lochte sie schallend auf und mcht mit Fleischbrühe gekocht.. war verschwunden. Ich durchstreifte den Gartens

Dersuch, es mit fremden Polkzgeis^u erfüllen. Als borff

die freie Stadt Danzig dann m,t Westpreutzen dem aus dem Rucken, c Bar!

Staatsgebilde Polen emverleibt wurde, bewahrte! Ich folgte lyr, na;»

Bord und

Ein dachte schien

Schöne alte Stadt Danzig.

Don den Schätzen desnordischen Venedig".

Oer neue Saarbevollmächtigte der Reichsregierung.

Bevölkerung gerade in ihren ärmeren Schichten vollauf Rechnung trage. Es sei wohl möglich, daß Preise die aus Saisongründen vorübergehend ge­senkt waren, zu gegebener Zeit wieder angeglichen werden Es würden hin und wieder auch Preis- korrekturen mit örtlich begrenzter Wirkung vor-

schlug ihn auf. Da fiel ein Zehnmarkschein heraus, der darin gelegen hatte. .

Wie konnte der in das Buch gekommen fein? Ich war nie so reich gewesen, daß ich Zehnmark- scheiye als Lesezeichen hätte benutzen und gar acht­los vergessen können. Und Freunde, die das Buch von mir entliehen hatten? Ach, die besaßen ja noch weniger Geld als ich. Seltsamer Zufall! Unschlüssig hielt ich den Schein zwischen den Fingern.

Er gehört dir! sagte ich mir zuletzt. Und da er auf so seltsame und unerklärliche Weise in meinen Besitz gelangt war, beschloß ich, ihn auch auf be­sondere Weise wieder auszugeben. Ich holte meinen Freund ab, und wir fuhren mit einem Autobus

irgendwohin.

Die Sonne stand schon tief, als wir ausstiegen. Wir gingen durch eine Dorsstraße und kamen bald in den Wald. Es wurde kühler, und die Büsche dufteten stärker. Rach einer Weile war es uns, als ob wir leise Musik hörten: bunte Laternen glänzten zwischen den Stämmen auf, und als wir auf eine Waldwiese traten, fanden wir uns nahe bei einem Wirtsgarten, wo ein Sommerfest gefeiert wurde.

Das war uns gerade recht. Wir traten ein und nahmen Platz an einem der langen Tische. Man brachte uns Essen und Wein: wir aßen und tran­ken, dazwischen tönte immer die seltsame Musik. Es war ein alter Mann, der eine Glasharmonika spielte; mit wasserbenetzten Fingern strich er über die Ränder der Gläser, die, verschieden hoch mit Wasser gefüllt, vor ihm auf einem Klangbrett standen. Mein Freund schüttelte den Kopf.Daß es so etwas noch gibt!" sagt er.Seit hundert Jahren habe ich keine Glasharmonika mehr gehört. Er redet manchmal so, mein Freund.

Dann trat ein Mädchen an unseren Tisch. Schon mehrmals hatte ich einen sonderbaren Blick von ihr aufgefangen: jetzt kam sie heran, eine große bunte Laterne in der Hand, und streifte erst mich, dann meinen Freund mit der leuchtenden papiernen Kugel. Dabei lachte sie uns an. Wir luden sie em, sich zu uns zu setzen: sie tat es, ohne sich zu zieren. Sie lachte mit uns beiden, sie stieß an mit uns beiden: als bald darauf zum Tanz aufgespielt wurde, tanzte sie mit uns beiden. Wir waren wohl auch beide verliebt in sie und betrachteten uns mit Blicken, in denen mehr Nebenbuhlerschaft als Freundschaft zu lesen war. Sie bemerkte es, und es machte ihr Freude. Es dauerte gar nicht lange, so erhitzten wir uns und gerieten in Streit. Die Sommerabendluft, der Wein, die schwankenden Lichter, die Musik, die Liebe alles kam zusam­men, uns den Sinn zu verwirren. Als das Mad-

Der Gauleiter der Rheinpfalz, Joseph B ü r ck e l, der an die Stelle des zum Gesandten in Wien ernannten Herrn von Papen als Saarbevollmäch- tigter des Reiches getreten ist.

rung und Landwirtschaft hat dem Berliner Ver­treter der Londoner Agentur Reuter, Herrn G.

Oer Zehnmarkschein aus dem Eichendorff. Don Hans Seiffert.

Es würden auch keinerlei pläne ausgearbeitet, die auf eine Rationierung der Lebensmittel und die Einführung von Lebensmittelkarten in weiterer Zukunft abzielen.

schieden, stößt er einen letzten knirschenden Fluch aus:

Rennenkampf1"

Dann reitet er mit ein paar Getreuen in die Wälder von Willenberg, einen letzten Ausweg aus der Umklammerung zu suchen. Es gibt keinen mehr...

Er läßt sich die Abzeichen, die ihn als Komman­dierenden General und Armeeführer ausweisen, herunterreihen, irrt weiter auf abgetriebenem, aus­gepumpten Kosakengaul. Ihn hetzen die Verzweif­lung und die Schande gleichermaßen. Als er kein Loch zum Entwischen mehr findet, ermannt er sich zum letzten Mal:

Er schickt die Begleiter beiseite, sie sollen spähen, sie sollen suchen. Und wie er allein ist, jagt er sich einen wohlgezielten Revolverschuß durch die Schläfe. Die Begleiter finden ihn t o t . . .

Ein kaiserliches Telegramm.

Der Sieg ist errungen ein nie erhoffter, über alle Maßen glorreicher und entscheidender Sieg. Er wird dem Großen Hauptquartier nach Koblenz gemeldet. Alsbald kommt die Antwort zurück:

An den Generalober st en v. Hindenburg!"

Der Zufall fügte es, so weiß der Generalstabs­offizier in Hindenburgs Stab, der schon mehrfach erwähnte Major v. Stephani zu erzählen, daß mein Zimmer zur Beruhigung der Frontsoldaten sei gesagt, daß ich seit Tagen zum erstenmal wieder ein Dach Überm Kopf hatte! gegenüber dem des Oberbefehlshabers lag. Gegen Mitternacht horte : ich, wie der Armeechef ihm die Mitteilung vom Eingang eines Telegramms des Kaisers machte, das er mit etwa folgendem Wortlaut vorlas:

B o u n g , Erklärungen über den Stand und die Aussichten der Lebensmittelver­sorgung in Deutschland abgegeben und sich dabei insbesondere mit den verschiedentlich im Aus­land verbreiteten Gerüchten über Lebensmit­telknappheit und über die Ausgabe von Lebensmittelkarten und dergleichen auseinander- gesetzt.

Auf die Frage nach dem Zustande der Ernte weist Dr. Moritz auf die amtlichen Saaten- standsschätzungen hin, die gegenüber der Rekord- erträgen des Vorjahres im Durchschnitt aller vier Getreidearten eine Verringerung der Ernte um 21 o. H. angeben. Den richtigen Wertmesser findet man aber nur bei einem Vergleich mit dem Ernte­durchschnitt der Jahre 1924/33.

Danach hat Deutschland für Brotgetreide eine Mttelernte von 11,54 rNillionen Tonnen gegen 11,40 BliUionen Tonnen im Rüttel der letzten zehn Jahre.

Ihr herrlicher Sieg über die Russen hat mir große Freude bereitet. Gern willfahre ich Ihrem Vorschlag, die Schlacht nach dem Ort Tannenberg zu nennen. Als Zeichen meiner Anerkennung ver­leihe ich Ihnen den Orden ,pour le merite und be­auftrage Sie, allen beteiligten Truppen meinen kaiserlichen Dank zu sagen."

Darauf ertönte das tiefe ruhige Organ Hin­denburg s: _________

und suchte sie überall, aber es war umsonst. Auch mein Freund hatte sie nicht gefunden, wie ich sah, als wir uns an unferm Tisch wieder trafen.

Wir waren beide wieder nüchtern geworden und chämten uns ein wenig voreinander. Nun kam der Wirt zu uns, wir möchten zahlen. Er wolle schlie- ;en. Es fei spät.

Ich legte den Zehnmarkschein aus dem Eichen­dorffband auf den Tisch. Er nahm ihn, betrachtete ihn, dann sah er mich argwöhnisch an:Der Schein ist längst außer Kurs!" Ich hatte kein anderes Geld bei mir. Mein Freund hatte überhaupt kein Geld mitgenommen. Der Argwohn des Wirtes wuchs.Dann die Uhr zum Pfände, mein Herr ...! Die Uhr war weg. Aber mein Freund hatte feine Armbanduhr noch. Er gab sie dem Wirt. Dann gingen wir durch die Nacht heimwärts.

Wo wurde der erste Kaffee gekocht?

Das durch feinen Dom und dieZaubersprüche" berühmte Merseburg darf den Ruhm für sich bean- spruchen, die erste deutsche Stadt zu sein, in der schon 1637 echter Bohnenkaffee gekocht und getrun- ken wurde. Daß dieser erste Versuch mißglückte, weil die damit betraute Merseburger Hausfrau statt des Wassers Fleischbrühe nahm, hat die Einbürgerung des schwarzen Trankes zunächst in Sachsen, dann in Deutschland überhaupt nicht aufhalten können. Schon zehn Jahre später wurde in Hamburg die erste Kaffeestube nach holländischem Muster eröff­net. Und 1694 öffnete jenes andere Kaffeehaus in Leipzig feine Pforten, das unter dem Namen Zum arabischen Coffe Baum" noch heute besteht und bereits von August dem Starken besucht wurde.

es sei denn, daß es sich um etwas sehr Natürliches handelt, wie um die Einfuhr von Oelsaaten und sonstigen Fettrohstoffen für die Verarbeitung von

achtzehn Generäle, ferner der Kommandierende General des XIII. Armeekorps: ihr Abtransport auf der Bahn kann nur mit Mühe bewältigt wer­den. Die gewaltigste Umfasfungsfchlacht der Welt- gefchichte ist geschlagen.

Samsonows Ende.

Im russischen Hauptquartier ahnt man die im Gang befindliche Katastrophe der Sarnsonow-Armee, als man Rennenkampf im Norden telegraphisch beschwört:Sie müssen jetzt angreifen, wir stehen vor der Entscheidung, von Ihrem Verhalten wird es abhängen, ob die Armee Samsonow noch ge­rettet, das deutsche Heer von Ihnen bedroht und aufgerollt werden kann. Marschieren Sie!"

Und Rennenkampf?

Er sitzt ruhig weiter in Insterburg und beant­wortet das verzweifelte Drängen Shilinskis und des Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch mit den stereotypen Worten:

Ich greife ja an!"

Und in Wirklichkeit fchickt er feine Reiterei plan­los im Kreise herum, um Bewegung vorzutäufchen nie wird das Rätsel Rennenkampf gelöst wer­den ...

Inzwischen hat General Samsonow längst die unabwendbare Katastrophe seiner Armee, hat er die Falle erkannt, in die er hineingestolpert ist. Verzweifelt und beschwörend reitet er von Trup­penteil zu Truppenteil, versucht Angriff, Verteidi­gung, Rückzug zu organisieren. Es ist alles um­sonst: Deutsche im Norden, Süden, Westen und Osten es gibt keine Rettung mehr! auch für ihn nicht. .

Als die furchtbare Katastrophe endgültig ent-

(Urheberrecht: Dammert-Preffedienst, Berlin W 35.) Schluß.

Endgültiger Sieg.

Man ist dabei, den eingefchloffenen Gegner vol- lends zu vernichten und der Einschließung ent­gangene Teile zu verfolgen: ferner bemüht sich das Oberkommando im Osten schon, die durch die Kämpfe in unübersichtlichem Gelände durcheinandergekom­menen Truppen zu ordnen und für die Armee Rennenkampf bereitzustellen. Da droht em An­griff frisch aus den Kampfplatz geworfener Garde den ganzen Erfolg noch einmal in' Frage zu stellen. Schnell entschlossen, setzt das Oberkommando drei Divisionen ein, um eine neue Umfassung oorzu- bereiten. Aber die örtlichen Truppen werfen den Gegner allein. , . .....

Jetzt ist die Schlacht von Tannenberg endgültig gewonnen! Der Erfolg übersteigt alle Erwartun­gen: die ganze Armee Samsonow ift d e r n i d) = t e t; Bruchteile fluten chaotisch und in irrer Panik über die Grenze zurück. Ein wildes Gerücht hetzt die Russen: m

Die Deutschen haben einen Zauberer zuyi Gene­ral! Er kann mit seinen Soldaten durch die Luft fliegen!"

So malt sich in den ungeschulten, halb barbari­schen Gehirnen das entscheidende Hauptmoment der Schlacht bei Tannenberg: die grandiose Umfassung einer ganzen feindlichen Armee Deutsche im Norden, im Süden, im Westen, im Osten Deutsche überall kein Entrinnen möglich...! ... m .

Alle Geschütze verloren. Ungeheure Beute an I Waffen, an Munition, an Fahnen, an Bagage. Die I Zahl an Gefangenen übersteigt 90 000, darunter

Das gleiche gelte für Gerste (3,04 Millionen Tonnen gegen 2,93 Millionen Tonnen). Die Haferernte werde hinter einer Mittelernte zurückbleiben. Zur ausreichenden Versorgung der Bevölkerung mit Mehl seien die erforderlichen Schritte bereits ge- i tan Schon Anfang Juli seien die z u r H e r st e l - i lung von Mehl erforderlichen Ge­treidemengen sichergestellt worden. Das Brotgetreide, das die Landwirtschaft bequem abzu­liefern vermag, werde zusammen mit den Reser­ven, die das Reich auf eigenen Lägern und bei den Mühlen verfügt, bestimmt dazu reichen,

die Brotoerforgung für das ganze Getreide­wirtschaftsjahr zu gewährleisten und auch noch gewisse Mengen in das Getreidewirtschaftsjahr 1935/36 hinüberzunehmen.

An Vieh und Fleisch habe Deutschland so große Vorräte, daß besondere Regierungs­maßnahmen überhaupt nicht erforderlich seien. Das Viehangebot sei im Gegenteil wohl noch auf län­gere Zeit so reichlich, daß es den Bedarf Übersteige und die Preisbildung nachteilig beeinflusse und daß deshalb Regierungsmaßnahmen notwendig feien, um ein für die Landwirtschaft unerträgliches Ad- gleiten der Viehpreise zu verhindern. Die Gewin­nung von Molkereierzeugnissen und pflanzlichen Fetten sei nachhaltig gefördert worden. Das werde in der Folgezeit sogar verstärkt geschehen. Ohne Zufuhr aus dem Ausland wäre die Versorgung der Bevölkerung mit Molkereierzeugnissen aber doch noch nicht ausreichend. Hier gäbe schon die Durch­führung zahlreicher handelsvertraglicher Abmachun­gen die Möglichkeit, den aus der inländischen Er­zeugung etwa nicht gedeckten Bedarf an Molkerei­erzeugnissen zu befriedigen.

Wie wenig die Frage nach einem Steigen der Lebensmittelpreise in diesem Winter am platze fei, zeigen schon die Regierungserklärungen zum Brotpreis und die eben gefchitderte Ber- forgungslage.

Zur gefunden Preisbildung bei allen wichtigen Din­gen des Lebensmittelmarktes fei ein besonderes Ein­greifen der Reichsregierung von vornherein nicht erforderlich.

Davon könne überdies schon deshalb abgesehen werden, weil alle Lebensmittelerzeuger und -Vertei­ler im Reichsnährstand zusammengefaßt sind und unter Aufsicht des Reichsernährungsministers in gegenseitiger Abwägung ihrer Interessen zu einem geordneten Vorgehen gewillt sind mit dem Ziel und

Oie deutsche Ernte 1934.

Erklärungen aus dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschast.

Die Schiüsalsschlacht bei Tannenberg.

Genie gegen Maffe. - Hälfet und Wunder. - Spieler und Gegenspieler. Lon Alfred H. Troß.

Derjenigen Bezugsscheine, die seit vielen Monaten be­reits den Bezug von besonders billiger Margarine gerade nur durch die minderbemittelte Bevölkerung regeln. Diese Margarinekarten dienen aber nicht der Aufgabe, ein unvermeidbares Zuwenig an Mar­garine gerecht zu verteilen, sondern zwecks Forde­rung des Absatzes inländischer Fette, insbesondere der Butter, den Verbrauch von Margarine in all den Haushaltungen einzuschränken, denen der Ver­zicht auf die billige Margarine zugemutet werden kann.

Auch eine Streckung der Vorräte oder die Ein­führung von Ersatzstoffen fei nicht erforderlich, weit wir die Versorgung auf natürliche Weise sicherzustellen vermögen.

Der früher eingeführte Zwang zur Beimischung von Kartoffelstärkemehl zum Getreidemehl habe den Zweck gehabt, die großen Kartoffelüberschusse unter­zubringen. Dieser Verwendungszwang für Kar- toffelstärkemehl werde 1934/35 nicht erneuert wer­den, wohl ein untrüglicher Beweis dafür, daß wir keinerlei Veranlassung haben, das Brotmehl zu strecken. Die Vorschrift, den Ausmahlungssatz für Roggen von rund 68 auf 75 v. H. zu erhöhen, ent­springe nicht dem Bedürfnis nach Streckung des Brotmehls: man wolle dem Bauern möglichst viel Roggen belassen und ihm damit Bewegungsfreiheit für seinen Betrieb geben, ohne daß andererseits die Interessen der Konsumenten dadurch beeinträch­tigt werden.

Die Einführung von Ersatzstoffen aus dem Ausland komme njcht in Betracht.

Wie es zu jenem ersten Kaffeekochversuch in Merseburg kam, ist merkwürdig genug. Im Mai 1637 schickte der holländische Kaufmann van Smiten in Amsterdam seinem Merseburger Geschäftsfreund Hervano eine Probe des damals noch neuenKof- feyi" mit der Bitte um Aeußerung, wie er ge- schmeckt habe. Die Antwort muß wenig freundlich ausgefallen fein. Herr Hervano schrieb nämlich einen groben Brief nach Amsterdam und verlangte Rückerstattung von 16 guten Groschen, die er nach Dem Genuß des Kaffees für Purgiermittel habe ausgeben müssen. Worauf Herr van Smiten zurück- chrieb, Der Kaffee sei gut, das hatten ihm im übrigen auch seine Leipziger Kunden schon bestätigt.

Jeder, der dort davon getrunken hat, lobt ihn ein Beweis, daß die Leipziger einen feineren G-- schmack haben als Ihr groben Merseburger!" Frei- lich hatten die Leipziger den Kaffee wohl auch

Das Deutschtum der Stadt D a n z i g, das tief in j den Herzen all seiner Bürger lebt, hat auch eine , Reihe steinerner Zeugen, die gewaltig zum Himmel , aufragen von deutschem Geist und von deutscher 1 Geschichte kündend Dasnordische Venedig", wie , man es genannt hat, zeigt ein Stadtbild von höch­ster Schönheit, einen wundervollen Zusammenklang von städtebaulichen Meisterschöpfungen des Mittel­alters, der Renaissance, des Barocks und des Ro- kokos. Was die ersten Kolonisten Danzigs, die Lübecker Kaufleute, gebaut haben, das ist unter- qeganqen. In das helle Licht der Geschichte und Der Kunst tritt Die Stadt erst, als der Deutsche Orden zu Anfang des 14. Jahrhunderts sie m seinen starken Schutz nimmt. Die sog. Rechtstadt, noch heute der baugeschichtliche Kern und Mittel­punkt des städtischen Lebens, ist von den Deutsch- Hern angelegt roorDen, und Der Charakter des Deutschen Ordensstiles bestimmt die Kirchenkunst Danzigs, die den kraftvollen Grundton für die ge­samte Architektur der Stadt abgibt. Alle Gotteshäu­ser der Stadt, es gibt deren dreiundzwanzig, zeigen die schlichten trotzigen Züge der Ordensbauten: die schwere Backsteinmasse des Untergeschosses, die auf­gelösten Formen der Giebel und Gesimse mit den starken Türmen und den Zinnenkränzen, die wie wehrhafte Wächter aufragen. Zu der einfachen Kraft dieser Ordenskunst tritt die reichere Pracht des H a n s e st i l s und vergegenwärtigt uns die einzigartige Stellung Danzigs, das als Mitglied des mächtigen Hansabundes zugleich die bedeutendste Stadt im preußischen Ordensland war und sich dank seiner Handelsmacht auch nach dem Untergang des Ordens noch als freier deutscher Ort gegen öte an= dringenden Polen halten konnte. Ritterliche Wurde und bürgerlicher Reichtum sind vor allem vereinigt in der schönsten Kirche, die der Ordensstil geschaffen hat, in der Pfarrkirche von St. Marien, einem dreischiffigen Hallenbau von gewaltiger Weit- räumigteit, dessen wuchtiger Glockenturm mit seiner stumpfen Haube zum Wahrzeichen Danzigs geroor-

kvmmen.

jür die Annahme einer allgemeinen Lebens­mittelteuerung fei aber schlechthin kein Raum.

Die Frage, ob man Beschränkungen der ium Verkauf angebotenen Lebensmittel durch Aus­gabe von Karten und bergt in Betracht ziehe, beantwortet Dr. Moritz mit einem glatten Nein. Die Frage gäbe willkommene Gelegenheit, einmal den vielen Gerüchten des Auslandes ent­gegenzutreten, die für Deutschland die Einführung von Lebensmittelkarten Voraussagen. In der jüng­sten Zeit glaube man sogar, die Orte entdeckt zu haben, in denen jetzt schon für den kommenden Win­ter Lebensmittelkarten gedruckt würden. An all die­sen Gerüchten sei kein wahres Wort.

den ist. ., ...

Auch einige Profanbauten reichen m die gotische «eit zurück, so das Rathaus und der Artushof: doch ist der gotische Kern dieser Bauwerke überdeckt von dem heiteren Gewand der deutschen Renais­sance die kurz nach der Reformation in Danzig ihren Einzug hielt. Wie deutsch Danzig geblieben war bewies seine Standhaftigkeit gegenüber jedem iHprfurh ps mit fremden Volksgeist zu erfüllen. Als

sie sich dadurch viel Selbständigkeit, daß sie an ihrem inneren Wesen unerschütterlich festhielt. So sind | denn auch die fremden Einflüsse, d,e sich hie und da in der Kunst bemerkbar machen, nur em leichter Hauch, der sich mit süddeutschem und hol­ländischem Baustil vermischt. Diese Mischungen ergeben dann die charakteristische Eigenart des Danziger Baustils, jenes prächtigeDanziger Barock", das sich auch im Kunstgewerbe reich entfaltete. Während in dem sagenumwobenen Ar­tushof, der Versammlungsstatte der Dan^ger Kauf­herrn, der Ordensstil mit der deutschen Rena,ssance vereinigt, ist der Glanz der Danziger Renaissance- Architektur in dem großartigen Bilde des Langen Marktes gesammelt. Der Rathausturm nut feiner schlanken Linienführung herrscht über die breitaus- ladenden Giebel der behäbigen Wohnhäuser. Em spezifisches Danziger Baumotw, das eine Eigenart des deutschen Hauses am reichsten ausgesta tet, sind die sog. Beischläge, idyllische Vorbauten den italienischen Loggien vergleichbar, auf denen sich früher ein Teil des häuslichen Lebens abspielte. Zwar sind sie, ebenso wie die meinen Tore der alten Befestigung, von denen als besondere Zierden das gotiche Krantor und das ln edler Renais­sance prangende Hohe Tor erhalten sind, den For­derungen des modernen Straßenverkehrs zum gra­ften Teil 3um Opfer gefallen. Aber es gibt noch einige Straßen, in denen die Beischlage zu sehen sind so in der Jopen- und Brotbankengasse m der Heiligen-Geist- und vor allem in der Frauengasse. Als Zeichen des norddeutschen Rokokos sei das Uphaaensche Haus erwähnt. So istDanzig auch m seiner Kunst stets eine rein deutsche Stadt geblie­ben dkren stolze Bauten Wahrzeichen deutschen Wesens und deutscher Kultur sind.

ftür die Gerüchte gäbe es nur eine mögliche Erklü- ionjimtn rung: Es handle sich um die sortlausende Herstellung s Lebensmitteln.

wenig müde saß ich in dem Zimmer und ins Leere Es war Nachmittag; die Sonne allzuhell herein. daß ich schon oor einer Weile die Sardine hatte zuziehen müssen. Em Konnenltrakl fand aber doch einen Weg zu nur Srtmbwh über die bunten Rücken der Bucher auf dem Bücherbord an der Wantn Dunkelrot blau, grün, braun glühten sie auf und »Äch n wied-;. PlöWch aber leuchtete es mir oolden in die Augen; das war der Band Eichen- dmft mit dem zärtlichen goldenen Echnörkelwerk «X-. cc« tnnr mip Pihp jinrrimn