Der Chef des Stabes über den 19. August.
Zeder Deutsche muß für das Werk des Führers eintreten!
Hannover, 12. Aua. (DNB.) Auf einer großen Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront in Hannover hielt, von stürmischem Beifall begrüßt, der
Ehef des Stabes Lutze
eine Ansprache, in der er Kampf und Ziele der nationalsozialistischen Bewegung darlegte.
Der Soldat des Dritten Reiches, so führte der Chef des Stabes aus, und der Soldat der Arbeit feien sich ihrer Zusammengehörigkeit bewußt geworden. Alle Parteiverbände und Organisationen ständen in einem großen Ziele zusammen, dem Führer Adolf Hitler den Weg zu einem nationalsozialistischen Deutschland bereiten zu helfen.
Er selbst habe, an welcher Stelle und in welcher Eigenschaft es immer geschehen sei, stets nur für Len Führer gekämpft. Er tue es auch jetzt. Das deutsche Volk fühle sich eins mit dem Führer, der für den ärmsten Sohn des Volkes kämpfe. Es sei die Pflicht aller, dafür zu kämpfen, daß im neuen Deutschland nur ein Grundsatz Geltung habe: Wer ist der Mann, und was leistet er für sein Volk und Vaterland? Wie das Ziel des Führers innerpolitisch die restlose Eingliederung aller in den Arbeitsprozeß und die Schaffung gesunder Lebensbedingungen sei, so
sei es außenpolitisch die Wiederherstellung des deutschen Anseyens vor der Welt.
Jeder Deutsche müsse dafür kämpfen, daß der Führer auch nach dem 19. August seine Arbeit am Wohl des deutschen Volkes fortsehen könne.
Was die nationalsozialistische Bewegung in den 14 Jahren ihres Kampfes gezeigt habe, der Grundsatz „Treue um Treu e", müsse stets Geltung haben. Es käme nicht in Frage, daß sich aus irgendeiner Säule der Partei, SA., SS., PO. oder welche es immer fei, ein .Führer emporschwinge.
Ls gebe nur einen Führer, den Führer Deutschlands — Adolf Hitler!
Nach dem Chef Les Stabes nahm Gruppenführer
Prinz August Wilhelm
Gelegenheit, die Kameraden der Arbeitsfront an die ungeheuren Verdienste und Erfolge des Führers zu gemahnen. Der Tod des greisen Feld'- marschalls lege dem ganzen Volke eine große Verpflichtung auf, dem Mann, dem er selbst vertraut habe, das gleiche große Vertrauen entgegenzubringen
Der Führer habe sich das Herz des ganzeMVol- kes errungen, er werde auch die Stimmen der Ration erringen.
Oer Kriedensführer.
Gaupressechef Woweries zur Volksabstimmung am 19. August.
Am heutigen Montag um 8 Uhr sprach Gaupresseamtsleiter W o w e r i e s M. d. R. im Reichssender Frankfurt zur Volksabstimmung. Die nach dem Programm der Reichssendeleitung als erste Dreiminutensendung angesetzte Kurzrede behandelt das Thema „Der Friedenssührer". Wowe- ries führte etwa folgendes aus:
„Wir haben den deutschen Feldherrn zu Grabe getragen. Die Anteilnahme der ganzen Welt wurde offenbar beim Hinscheiden des Heerführers, dessen ganze Größe unsere Zeit noch nicht ermessen kann. Wir können das nicht, weil wir seiner Größe noch allzu nahestehen, weil wir alle noch im Schatten seiner Größe leben. Erst spätere Geschlechter werden jenen Abstand haben, wie er nun einmal notwendig ist zur historischen Erfassung und zur Blickweite auf den Gipfel dieser geschichtlichen Größe.
Lines aber läßt sich folgern, wenn wlr daran denken, daß unser Volk gegen eine Wett von Feinden siegreich gekämpft hat, nämlich daß Deutschland stärker war als die anderen zusammen und unsere Feldherren größer als die aller anderen. Denn keiner hat die feldgraue Front besiegt.
Da aber noch niemals so viele Menschen bluten und sterben mußten, noch nie so viele Völker gleichzeitig im Krieg standen, ist es der weitaus größte Krieg der Weltgeschichte. Somit ergibt sich die Folgerung, daß die größten Feldherren des gewaltigsten Kriegs auch die größten Kriegsführer der Weltgeschichte sind. Diese Größe deutschen Heldentums ist im greisen Feldmarschall Symbol und Mythos geworden. So ragt die ehrwürdige Gestalt des größten aller Feldherren aus den Tiefen unserer Zeit hinauf zu den Sternen der Ewigkeit. Wir aber stehen bewundernd zu den Füßen dieses ragenden Monuments. Wir fühlten die Auszeichnung des Schicksals und die edle Hochstimmung des Erlebens einer weltgeschichtlichen Persönlichkeit.
Dienst für Volk
Amberg, 12. Aug. (DNB.) Im Rahmen der 900-Jahrfeier der Stadt Amberg sprachen am Sonntag auf einer Grenzlandkundgebung die Staatsminister Schemm und Esser.
Staatsminister Hermann Esser
führte u.a. aus, die Welt habe in diesen Tagen erkannt, daß Deutschland als Volk ein Faktor in dieser Welt ist und bleibt, weil es zurückgekehrt ist zu jener Kraft, die in der Einigkeit einer Nation liegt. Das Ergebnis des 19. August werde sein:
Ganz Deutschland gibt jenem die Hand, dem der tote Hindenburg seinen letzten Händedruck gegeben hat. Deutschland, das größte Arbeitsvolk der Welt, könne nur vertreten werden durch einen deutschen Arbeitsmann. Deutschland, das größte idealistische Volk der Welt, könne keinen anderen Führer haben als den, der für sein Ideal gehungert und gekämpft hat, Adolf Hitler, der uns das schönste Programm geschenkt hat: Gemeinnutz geht vor Eigennutz, das Volk über dem einzelnen!
Staatsminister Esser streifte dann den Jahrhundertbedanken der Stadt Amberg und erklärte, wenn einmal nach hundert Jahren ein Geschlecht zurückblickt auf das heutige, dann solle man sagen, Die Kriegsopfer frei
Der Führer des deutschen Frontheeres, der Marschall des Weltkrieges Paul von Hindenburg ist zur großen Armee einberufen worden. An seinem Grab stand mit trauerndem Herzen das gesamte deutsche Volk und dankte in stiller Ehrfurcht dem Nationalheros für das opferreiche Leben, das in deutscher Treue bis ins hohe Alter hinein nur die Sorge um die deutsche Zukunft gekannt hat. Die letzte Tat des in die Ewigkeit und in die Geschichte eingegangenen Feldmarschalls war tatkräftige Hilfe für feine Kameraden im Weltkrieg und eine besondere Ehrung derer, die im Weltkrieg für Deutschland gekämpft, geopfert und geblutet haben.
Reben den Marschall des Weltkrieges ist im Januar 1933 unser Frontkamerad und Führer Adolf Hitler getreten. Das Bündnis dieser beiden Männer war das Bündnis einer großen Vergangenheit mit einer ebenso großen Zukunft. Wir deutschen Soldaten sind stolz darauf,
Da aber greift das Schicksal heran, greift an die deutschen Herzen und sagt in diesen Tagen zu jedem deutschen Menschen:
Wähle den Friedensführer!
Wir können kaum ermessen, wieviel zu erleben uns vom Schicksal vergönnt ist. Denn dem größten Krieg der Geschichte folgte der größte Verrat und der jäheste Sturz. Dann ging der größte Krieg mit allen Völkern gegen gefallenes Volk weiter. Und einer stand auf gegen alle — einer hob die reine Hand — und der eine brachte den Frieden ins Volk. Gegen den Willen aller unserer Feinde, gegen den Willen der Welt, der Weltfinanz, des Weltjudentums, der Weltfreimaurer, der Weltinternationale gelang es dem Mann, den Frieden ins Volk zu bringen. *
Weil ihm das gegen alle anderen gelang, weil er den heimlichen Weltkrieg bezwang, deswegen ist er der größte Frledensführer geworden. So steigert sich das Erlebnis unserer Zeit: Dem größten Krieg folgt der schwerstens errungene Frieden, dem größten Feldherrn folgt der größte irdische Friedensführer.
Der deutsche Mensch erkennt die Größe feines Schicksals, denn er ist erwacht und kennt seine Zeit. Wo andere Völker schrien „Kreuzige, kreuzige" und wo sie nur im haßerfüllten Nein denken konnten, bis ihnen die Sonne unterging, da grüßt der Deutsche feinen Friedensführer in freudiger Bejahung. Dazu ist ihm der 19. 21 u g u ft gegeben und dafür dürfen wir der Sonne entgegengehen."
*
Heute wird um 20 Uhr, also einer allen Hörern besonders günstigen Empfangszeit, der Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger das Wort ergreifen. Die nächste Sendung des Gauleiters findet zur gleichen Stunde am Freitag statt.
und Vaterland.
unsere Großväter und Urgroßväter der damaligen Zeit haben in Wahrheit den Grund wieder gelegt für die Existenz der künftigen G e s ch l ech t e r.-Größer und gewaltiger sei noch nie auf eines Menschen Schultern die Verantwortung gelegt worden als auf Adolf Hitler.
Staatsminister Schemm
ging von dem Ereignis am Tannenbergdenkmal aus und lenkte dann den Blick der Zuhörer auf den 19. August, an dem das deutsche Volk zum Dien st für Volk und Vater- land antrete. Die Ostmark habe am 19. August eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe zu erfüllen. Das Wahlergebnis in der Ostmark sei von um so größerer Bedeutung, weil nebenan eine artfremde Bevölkerung sitze. Es gelte, ein Ergebnis zu erzielen, das noch über dasjenige der letzten Wahl hinausgeht, und ein solches Ergebnis sei identisch mit einem außenpolitischen Erfolg.
Es gebe am 19. August keinerlei Entschuldigung, seiner Pflicht nicht zu genügen.
Es sei hochqualifizierte Grenzlandarbeit, die am 19. August geleistet wird. Schließlich richtete der Minister den Appell an die Versammlung, am 19. August die Stimme Adolf Hitler zu geben, dem Testamentsvollstrecker des oer- storbenen Reichspräsidenten.
i hinter dem Führer.
daß aus den Regimentern der Einigungskriege und des Weltkrieges zwei so große Gestalter deutschen Schicksals hervorgegangen sind, und wir fühlen uns beiden Männern in jener Treue verbunden, die uns über die tausend Schlachtfelder des Weltkrieges und über die bitteren Röte der Rachkriegszeit das deutsche Schicksal hat meistern lassen. Wir sehen in der H ebertrag u n g der höchsten Reichsgewalt auf den Führer die einzig wahre V o l l- streckung des letzten Willens des verewigten Reichspräsidenten.
Deshalb marschieren die Soldaten des Welt- krieges und die Frauen und Kinder und die Eltern ihrer im Kriege gebliebenen Kameraden am 19. August in feierlichem Zuge z u den Wahlurnen, um mit dem Akte der Stimmabgabe dem toten Marschall die letzte und höchste Ehre zu erweisen und seinem einzigen würdigen
Erben, dem Gefreiten des Weltkrieges, Adolf Hitler, treueste Gefolgschaft zu geloben und zu leisten.
Heil dem Führer!
Heil dem neuen Deutschland!
Hanns Oberlindober, Reichskriegsopferführer.
Vorbereitungen im NSDFB. (Stahlhelm).
Berlin, 11. Aug. (DNB.) Durch feinen Aufruf zum 19. August hat der Bundesführer des NSDFB. (Stahlhelm) Reichsarbeitsminister Franz Seldte den Bund in den Dienst der Vorbereitung für die Volksabstimmung gestellt. Aus diesem Grunde ist auch der an sich bis zum 18. August für den NSDFB. (Stahlhelm) angeordnete Urlaub soweit beschränkt worden, daß die Angehörigen des Bundes für die Werbung voll eingesetzt werden können.
Öen Hetzern ins Stammbuch.
Eine treffende Zurechtweisung der Pariser Pressemeute.
Paris, 11. Aug. (DNB.) Der „Franciste", das Organ der Bewegung gleichen Namens, schreibt über die Haltung der französischen Presse 3ur Zusammenlegung der beiden- obersten Aemter im Reich: „Unsere Presse machte zuerst ein großes Geschrei und behauptete, der Führer mache sich über das deutsche Volk lustig und hüte sich, das Volk zu befragen, denn er wisse zu genau, daß eine geheime und allgemeine Wahl einer Niederlage gleichkäme. Als Hitler aber einige Stunden später feierlich bestätigte, daß die Souveränität des Volkes unangetastet bleibe und er selbst einen Volksentscheid verlangte, waren plötzlch unsere Journalisten aus der Fassung gebracht. Allerdings nicht für lange Zeit, denn man erklärte sofort, daß der Volksentscheid nur eine scheinheilige Handlung sei. Das ist eine wirklich billige Beweisführung. Schließlich hat die Regierung des armen Dollfuß, in Oesterreich nie gewagt, einen Volksentscheid herbeizuführen aus Angst, daß der Sieg einer neuen und jungen Partei zufalle. Auch Stalin hat niemals gewagt, das russische Volk zu befragen, ob feine Anwesenheit im Kreml erwünscht sei. Er zog es vor, fein Regime durch blutige Unterdrückungen und soziale Ungerechtigkeit auf
jener kleinen Beamtenclique aufzubauen, die ihn umgibt und die ihm treu ist, weil sie in schändlicher Weise bevorzugt wird. Wahrheit ist, daß H i t- l e r aus den kürzlichen Ereignissen stärker denn je hervorgeht. Diese Tatsache könne die Wortführer unserer verwässerten Demokratie nicht verzeihen.
Der Stimmzettel am 19. August.
So mutz das Kreuz gemacht werden!
Erlaß des Reichskanzlers zum Vollzug des Gesetzes über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs vom l. August 1934 lRelchsgesetzbl. I 6.747).
vom 2. August 1934.
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Der Reichskanzler
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Deschlutz der Reichsregierung zur Herbeiführung einer Volksabstimmung.
vom L August 1934.
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Die Reich,regieruvg
klimmst Du, deutscher Mann, und Du, deutsche Frau, der in diesem Gesetz getroffenen Regelung zu)
3a Nein
Gegen denRechisbruch derSaarregierung
Klage der Deutschen Front gegen Knox.
Saarbrücken, 11. Aug. (DNB.) Der Landesleiter der Deutschen Front hat beim Verwaltungsausschuß der Regierungskommission Klage gegen Präsident Knox wegen der entgegen den Entscheidungen des Untersuchungsrichters aufrechterhaltenen Beschlagnahme der Akten der Deutschen Front erhoben. In der ausführlichen Begründung dieser Klage wird u. a. ausgeführt:
Der angegebene Grund der Beschlagnahme, daß sie als polizeiliche Beschlagnahme notwendig sei, um die nötigen Anstalten zur Erhaltung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung und zur Abwendung der dem Publikum oder einzelnen Gliedern desselben bevorstehenden Gefahren zu treffen, ist heute ebensowenig gegeben, als zur Zeit der Beschlagnahme am 24. Juli 1934. Hat nun der Untersuchungsrichter schon betont, daß die tatsächlichen Gründe des „begründeten Verdachtes" nicht angegeben worden sind, so muß jetzt heroor- gehoben werden, daß auch in der Verfügung des Präsidenten Knox wiederum keine tatsächlichen Gründe für die Beschlagnahme angegeben sind. Es ist darin nur gesagt, daß sie notwendig sei. Mit einer derart dürftigen Begründung könnte jederzeit durch eine einfache, unsubstantiierte Erklärung der anordnenden oder ausführenden Polizeibehörde das dem Staatsbürger bei Beschlagnahmen gesetzlich gewährte Nachprüfung s- recht dur ch einen Richter illusorisch gemacht und vereitelt werden. Gegen ein derartiges Vorgehen der Polizei muß jedoch jeder Staatsbürger geschützt werden. Der Landesleiter bittet daher, die ohne jede tatsächlicbe Begründung erfolgte polizeiliche Beschlagnahme zur Vermeidung von Rechtsunsicherheit im Saargebiet aufzuheben.
Die Saarfrage vor dem Völkerbundsrat. <
Genf, 11. Aug. (WK.) Das Programm für die 81. Tagung des Völkerbundrates, die am
7. September beginnen soll, wurde am Freitag vom Völkerbundssekretariat veröffentlicht. Als letzter Punkt steht auf der Tagesordnung die bei weitem wichtigste Frage: die Saarfrage, von der es kurz heißt: „Vorbereitende Maßnahmen im Hinblick auf die Volksabstimmung, Arbeit des Dreierkomittees und der Abstimmungskommiffion".
Attentat
auf einen deutschen Kämpfer.
Saarbrücken, 11. August. (DNB.) Das „Saarbrücker Abendblatt" berichtet aus Sulz- bad): Heute nacht um 1.30 Uhr wurden auf den Organifations- und P r o p a g a n d a l e i- ter d e r „D e u t f ch e n Front" in Sulzbach, Klaus L o t h, auf dem Heimweg in einer unbeleuchteten Straße von einem Unbekannten fünf scharfe Schüsse abgegeben. Der lieber» fallene flüchtete in den Vorgarten eines Hauses, wo er in Deckung ging. Als der gefährliche Strauchritter seine Munition verschossen hatte, flüchtete er in den nahen Wald. Der lieber» fallene setzte dem Feigling nach, der allerdings, ohne erkannt zu fein, in dem Dunkel des Waldes verschwand.
Der Druck, der die verbrecherischen Elemente veranlaßt haben mag, zu solchen Mitteln zu greifen, ist nur allzu ersichtlich. Der Organifations- und Propagandaleiter der „Deutschen Front" entfaltete nämlich in den letzten Wochen eine außerordentlich rege Werbetätigkeit, die der sogenannten Einheitsfront in Sulzbach fühlbar Abbruch tat. Auf solche Weise sich einer geistig unbequemen Uebermacht zu erwehren, ist ein un» glaublicher Terror, der den Herren der Regierungs- und Abstimmungskommission wieder einmal klar beweisen wird, w o die eigentlichen Aufrührer und Volksverhetzer sitzen.
Starhemberg bei Mussolini.
Ein überraschender Besuch. — Wiedereinsetzung der Habsburger im Vordergrund? — Wechsel in der Dundespräsidentschast, Starhemberg der kommende Mann?
Rom, 11. Aug. (DRV.) kurz nach 12 Uhr ist der österreichische Vizekanzler Fürst Starhem- berg mit dem Flugzeug auf dem römischen Flughafen Litlorio eingetroffen. Starhemberg begab sich sofort von dort aus nach 0 ff i a, um das dort befindliche Lager der 200 österreichischen Zungen zu besichtigen, das von den Italienern unter dem Ramen „Lampo Austria" eingerichtet ist.
Mussolini hat sich heute nachmittag in Begleitung des Staatssekretärs des Auswärtigen S u v i ch nach Ostia begeben, um dort dem Erholungslager der österreichischen Iugend einen Besuch abzustatten. Im Lager wurde er vom Fürsten Starhemberg, dem österreichischen Geschäftsträger und dem Gouverneur von Rom begrüßt. Mussolini besichtigte die 200 Insassen des Lagers. Wie Agencia Stefani berichtet, hielt Fürst starhemberg bei dieser Gelegenheit eine Rede, in der er erneut betonte, Oesterreich sei von dem besten Dillen erfüllt, feine Unabhängigkeit aufrecht zu erhalten, was es auch koste. Weiterhin feierte er Italien und seinen Regierungschef. Mussolini zog sich bann mit Vizekanzler Starhem- b e r g und Staatssekretär S u v i ch in ein Zelt jurücf, wo eine Besprechung stattfand, die über eine Stunde dauerte.
Echo aus Paris.
Paris, 13. Aug. (DNB.) Die Reise des österreichischen Bundeskanzlers Schuschnigg nach B u d a p e st und noch mehr die unvermutete Ankunft des Vizekanzlers Starhemberg in Stallen und feine Besprechungen mit Mussolini halten die hiesigen politischen Kreise in Atem. Während man sich arntlicherseits in Schweigen hüllt, läßt die Presse ihren Vermutungen freien Lauf.
Die Erklärungen Starhembergs, daß die Frage der Wiedereinsetzung der Habsburger nicht aktuell sei, geben reichlich Stoff zu Betrachtungen über die Folgen einer Maßnahme, deren Möglichkeit man nicht mehr völlig ausschaltet, wenngleich man sie nicht für geeignet hält, das Problem Oesterreich zu lösen.
Der römische Berichterstatter des „M a t i n" macht daraus aufmerksam, daß man an zuständiger Halte- nischer Seite erkläre, der Besuch Starhembergs habe mit der Frage der Wiedereinsetzung der Habsburger nichts zu tun. Gewissen Gerüchten zufolge sei Starhemberg vor allem an einem mit Italien auszuarbeitenden Programm gegen den Nationalsozialismus interessiert. Möglicherweise würden seine Besprechungen die Schaffung einer neuen innerösterreichischen Organisation nach dem Muster der faschistischen Miliz und der italienischen Opera di Vigilänzi zur Folge haben.
vielleicht sei auch die Frage der Rachfolge des


