Nr. 185 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (Generai-Anzeiger für Vberheffen)
5reltag,10. August 1934
Achtung!! Volksabstimmung!!
Offenlegung der Wählerliste
für die Volksabstimmung am 19. August 1934. .
Die Wählerliste für die zur Volksabstimmung in der Stadt Gießen mit Gemarkung Schiffenberg und Herrnwald stimmberechtigten Personen liegt vom
Samstag, dem 11. August, bis einschließlich
Sonntag, dem 12. August 1934,
im Wahlamt im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 12, zu jedermanns Einsicht offen, und zwar am Samstag von 7 Uhr bis 16 Uhr und am Sonntag von 9 Uhr bis 13 Uhr.
Einsprüche gegen die Richtigkeit der Wählerliste sind innerhalb der Offenlegungsfrist bei Meidung des Ausschlusses bei dem Wahlamt schriftlich oder mündlich zu erheben. Soweit die Richtigkeit einer Behauptung nicht offenkundig ist, sind Beweismittel beizubringen. Wird ein Einspruch nicht sofort für begründet erachtet, so entscheidet über ihn der Kreisausschuß endgültig.
Gießen, den 9. August 1934.
Bürgermeisterei Gießen. J.V.: Bartholomäus.
Aus der provinzialhauptstadt.
Sternschnuppen-Zeit.
Der August bringt uns in den Nächten vom 8. bis 14. wieder eine Zeit starker Sternschnuppen- Fälle, die aus dem Sternbild des Perseus auf unsere Erde niederstürzen und daher P e r s e i d e n genannt werden. Andere derartige regelmäßig wiederkehrende Meteor-Schwärme sind die Leoniden, die im November vom Sternbild des Löwen ausgehen, und die Aquariden, die im Mai erscheinen. Kaum eine andere Naturerscheinung hat die Herzen der Sterblichen mehr mit Staunen und Schrecken erfüllt als diese seltsamen Himmelswanderer, die aus Dem unendlichen Weltreich auf unsere Erde niedersausen. Denn man war so daran gewöhnt, in den Sternen unerreichbare ferne Gebilde zu sehen, daß die glühenden Boten, die sie herabsendeten, die Befürchtung erweckten, irgendwelche Dinge gingen im Universum vor, die uns gefährlich sein müßten. Die vom Himmel gefallenen Steine wurden von den Griechen und Römern für Wurfgeschosse gehalten, die die Götter zu ihrem Vergnügen herabschleuderten. Als solche „göttliche Boten" wurden sie in Tempeln verehrt; auch der Stein, über dem das Hauptheiligtum des Islam, die Kaaba in Mekka, errichtet wurde, ist ein Meteor, der aus dem Weltraum niederfiel. Später knüpften sich die abergläubischsten Vorstellungen an diese Schwärme. Wir wissen heute, daß die Erde alljährlich in bestimmten Zeiten, wie jetzt im August, die Bahn eines Kometenschweifes kreuztz dessen Trümmer noch in derselben Bahn durch den Raum eilen und mehr oder weniger gleichmäßig auf dieser verteilt sind, so daß die Erde in einen Schwarm der Trümmer hineingerät. Bei den Aquariden im Mai dürften es Teile des berühmten Halleyschen Kometen sein, der 1456 bei seinem Erscheinen in der Zeit der großen Türkennot furchtbaren Schrecken heroorrief. Der Papst Kalixtus veröffentlichte damals eine Bulle, in der er den Kometen und die Türken gemeinsam verfluchte. Die Leoniden erscheinen alle 33 Jahre in besonders großer Zahl, wenn die Erde durch ihren Mittelpunkt hindurchgeht. Humboldt, der den Leonidenschwarm am 12. November 1799 in Südamerika beobachtete, schrieb damals: „Tausende von Feuerkugeln und Sternschnuppen fielen hintereinander stundenlang: kein Stück des Himmels so groß als drei Monddurchmesser, das nicht jeden Augenblick von Feuerkugeln und Sternschnuppen gewimmelt hätte."
Man hat diesen Himmelskörpern im Volke den Namen „Sternschnuppen" gegeben, weil man das Abputzen des Kerzendochtes, das früher eine so große Rolle spielte, „Abschnuppen" nannte. Hielt doch das Volk die Sterne für große Lichter und meinte, die „Sternschnuppen" entständen, wenn ein Stern „sich schneuzte" oder „abschnuppte". Tatsächlich leuchten die Meteore aber nur, wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten. Bei der oft sehr großen Geschwindigkeit, mit der sie sich fortbewegen, wird der Stein in dem Augenblick, da er in unsere Atmosphäre gelangt und auf den Luftwiderstand stößt, weißglühend, und die in ihn eingeschlossenen Gase rufen eine Explosion hervor, die das mächtige Funkensprühen größerer Meteormassen und das Absplittern kleinerer Stücke hervorruft. Es sind keineswegs „fallende Sterne", denn die Durchschnittsgröße beträgt kaum mehr als die einer Walnuß, und die meisten von ihnen zerstieben zu Staub, lange bevor sie den Boden erreichen. Man hat berechnet, daß in jeder Stunde 400 000, in 24 Stunden also etwa 10 Millionen Meteore in den Luftkreis unseres Planeten treten. 60 Tonnen Meteorstaub fallen täglich auf unsere Erde, aber wir merken nichts davon, und nur zu manchen Zeiten, wie eben jetzt im August, treten in klaren Nächten ganze Schwärme vor unser Auge und rufen jenes merkwürdige Schauspiel hervor, das die Phantasie so viel beschäftigt. Glücklicherweise kommt es nur selten vor, daß ein Meteor so groß ist, daß sein Aufschlag auf der Erde Explosionen und Schaden hervorruft. Peary fand im Polar- qebiet einen Eisenmeteor, der 750 Zentner wog. Eine andere „Riesen-Sternschnuppe" vernichtete 1908 150 Quadratkilometer sibirischen Urwaldes durch den Sturm, den sie bei ihrem Sturz hervorrief. Zur Erforschung dieses Meteors find mehrere Expeditionen ausgeschickt worden. Ein Meteor, der zu Bacubirito 'in Mexiko niederfiel, wog 1000 Zentner; ein gewaltiger Krater in Arizona bezeugt den Zusammenstoß der Erde mit einem Meteor von der Gröhe eines Berges in vorgeschichtlicher Zeit,
Wie kann der Kranke seine Stimme abgeben?
Da die fliegende Wahlurne nur in Krankenhäuser und Kliniken kommt,
nicht aber in Privathäuser,
wenden sich die Angehörigen von Kranken an die Ortsgruppen- oder Kreisleitung der NSDAP., um zu erreichen, daß in Fällen, in denen Kranke transportfähig sind, diese zur Wahlurne gebracht werden können.
der die gesamte Tier- und Pflanzenwelt an dieser Stelle vernichtete. Glücklicherweise sind derartige Zusammenstöße in bewohnten Gegenden, wo sie unvorstellbares Unglück Hervorrufen müßten, in geschichtlicher Zeit nicht vorgekommen. C. K.
Einführung in das Pfarramt.
Am vergangenen Sonntag wurde in der überfüllten Alten Friedhofskapelle der neu ernannte Geistliche der Luthergemeinde, Pfarrer A n t h e s , durch Dekan G u ß m a n n (Kirchberg) in seinen Dienst der Luthergemeinde feierlich eingeführt. Nach der Einführung hielt der neue Geistliche seine eindrucksvolle erste Predigt, in der — dem Charakter des Tages gemäß — auch des schweren Verlustes gedacht wurde, den das deutsche Volk durch den Heimgang des greisen Reichspräsidenten erlitten hat.
Rundfunkberatungsstelle, Kreisgruppe Gießen.
Die Geschäftsstelle deß Reichsverbandes Deutscher Rundfunkteilnehmer (RDR.) und Deutscher Funktechnischer Verband i. V. (DFTV.) befindet fich ab sofort für die Kreisgruppe Gießen in Gießen, Seltersweg 77II. (Sprechstunden von 16.30 bis 18.30 Uhr.)
Die Sprechstunden des Kreisfunkwarts Dörr finden ausschließlich bei der Kreisleitung, Ludwig- straße 12, statt, wo alle funktechnischen Angelegenheiten zu erledigen sind.
Rundfunkausstellung Berlin.
Alle Zugteilnehmer, die am 17. August zur Funk- ausstellung nach Berlin fahren, haben sich einen Stimmschem zur Volksabstimmung am 19. August
Oberheffen.
Landkreis trieften.
y. Lollar, 8. Aug. Die Trauerfeier für den verstorbenen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg wurde im hiesigen Kirchspiel unter größter Teilnahme sehr würdig begangen. Bereits am Freitag, 3. August, fand um 21 Uhr in der überfüllten Mutterkirche zu Kirchberg ein Trauergottesdienst statt. Der Altar war schwarz gedeckt, mit weißen Gladiolen geschmückt. Hinter dem Altar hatte der Kriegerverein „Ludwig zur Treue" Lollar mit seiner alten, ehrwürdigen Fahne im Trauerschmuck Platz genommen. Die zahlreiche Zuhörerschaft lauschte ergriffen den Ausführungen des Predigers Dekan G u ß m a n n. Am Sonntag fand — vom Landesbischof bestimmt — der zweite Trauergottesdienst statt, verbunden mit der Gedächtnisfeier für die Gefallenen des Weltkrieges. Hinter dem Altar hatten diesmal die SA. von Ruttershausen und der Kriegerverein Ruttershausen geschlossen mit Fahnen Platz genommen. Am Dienstag, dem Beisetzungstage, übertrua ein Lautsprecher auf dem großen Schulhofe zu Lollar die ergreifenden Trauerfeierlichkeiten. Der Orts- aruppenleiter, Bürgermeister Wagner leitete die Feierstunde, zu der sämtliche Formationen offiziell erschienen waren, mit einer kurzen, würdigen Ansprache ein.
t Tre-is a. d. Lumda, 9. Aug. Heute vormittag erlitt der Wagner Georg Leineweber von hier einen schweren Unfall. Er aeriet mit der linken Hand in die Kreissäge und erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß er in die
Am Samstag, 11. August 1934, findet im Eafs Leib, Walltorstraße, um 18.30 Uhr eine
Versammlung sämtlicher politischer Leiter
des Kreises Gießen, bis zum Blockleiter abwärts, statt.
An dieser Versammlung nehmen außerdem teil:
SS. vom Sturmführer aufwärts
SA. vom Sturmführer aufwärts
HI. vom Gesolgschastssührer aufwärts
Jungvolk, BdM.
NS. Zrauenschast von der Ortsleiterin aufwärts
gez. Klostermann, Kreisleiter
Stimmlisten einsehen!
Rechtzeitig Stimmscheine besorgen!
Sichert Euer Stimmrecht!
der Wespen, die gefürchtete Hornisse, tritt mit besonderer Häufigkeit in Erscheinung.
Kreis Schotten.
4 S ch o t t e n, 9. Aug. Unser kleiner Gebirgskreis darf die Ehre für sich in Anspruch nehmen, prozentual die Höch st e Zahl an Freiwilligen Feuerwehren aufzuweisen und damit an der Spitze der hessischen Kreise zu marschieren. Von den 53 Gemeinden des Kreises haben 50 Freiwillige Wehren, so daß nur noch drei Pflichtfeuerwehren vorhanden sind, die sich aller Voraussicht nach auch bald umstellen werden. Die Löschwasser- versorgung ist ebenfalls sehr günstig, da jede Gemeinde des Kreisverbandes ihre eigene Wasserleitung hat. Mehrere Motorspritzen, die von den größeren Plätzen beschafft wurden, erhöhen die Wirksamkeit der Feuerbekämpfung. Die Modernisierung der Feuerlöschgeräte macht in allen Gemeinden günstige Fortschritte, weil der Gedanke richtunggebend ist, daß sich im Brandfalle verkehrte Sparsamkeit schwer rächen müßte.
KreiS Alsfeld.
st Kirtorf, 8. Aug. Im überfüllten Gotteshaus fand ein Trauergottesdienst aus Anlaß des Hinscheidens des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg statt, an dem sämtliche Formationen der NSDAP, sowie der Kriegerverein teilnahmen. Der Ortsgeistliche Pfarrer M o n - narb hielt die Predigt. Der Gottesdienst wurde vom BdM. in würdiger Weise durch Lieder feierlich und eindrucksvoll umrahmt..— Am Montagabend veranstaltete die Ortsgruppe der NSDAP, auf dem Marktplatz die U e b e r t r a - gung der Trauersitzung des deutschen Reichstags. Alle Gliederungen der Bewegung, sowie zahlreiche Volksgenossen hatten sich auf dem Marktplatz eingefunden. In ehrfurchtsvollem Schweigen nahm die versammelte Menge im Geiste an der Trauerfeier des Reichstages teil. — Nach dieser Übertragung der Trauerfeier des Reichstags sprach ein hier weilender Saarländer über den „Kampf des Saarlandes für sein Deutschtum" und kennzeichnete die Verhältnisse im Saargebiet.
ss. Grebenau, 9. Aug. Ein Unglücksfall, der leicht schlimme Folgen haben konnte, ereignete sich heute Morgen auf der Provinzialstraße Eulersdorf—Grebenau. Ein aus der Richtung Alsfeld kommender Personenwagen, der mit vier Herren aus Darmstadt besetzt war, verlor plötzlich das linke Hinterrad. Da der Chauffeur des Wagens mit 60 Stundenkilometer-Geschmindigkeit fuhr, war der Aufprall so hart, daß die Straße ein großes Stück aufgerissen wurde. Das Rad flog über 20 Meter vom Auto entfernt, über eine zwei Meter hohe Böschung. Zum Glück kamen die Insassen mit dem Schrecken davon. Der Wagen mußte abgeschleppt werden. Ein hiesiger Autoschlosser nahm sofort die Reparaturarbeiten vor und am Abend konnten die Herren ihre Fahrt nach Hersfeld fortsetzen.
zu verschaffen. In dem Ausstellungsgelände ist die Möglichkeit gegeben, der Wahlpflicht zu genügen. Fahrtteilnehmer ohne Stimmschein werden von der Fahrt ausgeschlossen.
Reichsverband Deutscher Rundfunkteilnehmer, Kreisgruppe Gießen.
B l a ck e r t, Geschäftsführer.
Daten für Freitag, 10. August.
955: Otto der Große schlägt die Ungarn auf dem Lechfelde; 1792: Revolution in Paris: Erstürmung der Tuilerien; Absetzung Ludwigs XVI.; — 1847: der Pädagoge Wilhelm Rein in Eisenach geboren (gestorben 1929); — 1875: der Geograph Karl Andree in Wildungen gestorben (geboren 1808); — 1912: der Architekt Paul Wallot in Langenschwal- bach gestorben (geboren 1841); — 1914: Kriegserklärung Frankreichs an Oesterreich-Ungarn.
BornoNzcn.
— Tageskalender für Freitag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Töchter Ihrer Exzellenz".
** Perfonalie. Aus dem Büro des Reichsstatthalters wird mitgeteilt: Die nach § 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums am 7. April 1933 ausgesprochene Dienstentlassung des Obersekretärs Heinrich Karl Huth lu Bad- Nauheim wurde durch Urkunde des Herrn Reichs- statthalters vom 21. Juli in eine Ruhestandsversetzung nach § 6 des gleichen Gesetzes umgewandelt.
** Straßensperrun g. Wegen der Instandsetzung der Fahrbahn wird die Wegestrecke innerhalb des Ortes Dorlar im Zuge des Landweges Wetzlar—Dorlar—Gießen vom 10. bis 15 August einschließlich für den Kraftfahrzeug- und Fuhrwerksverkehr polizeilich gesperrt. Die Umleitung er- folgt innerhalb des Ortes.
*♦ Erfolgreich bestandene Lebe ns- rettungsprüfung. Der Führer des Bezirks Oberhessen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, Fran, Sauer- Gießen, teilt mit: Von der Hauptgeschäftsstelle Der Deutschen Lebensrettungsgesell. (haft Berlin wurde dem Dr. Paul Frick in Gießen, Friedrichstraße 55, nach erfolgreich abgeleg er Prüfung die Lehrscheinurkunde mit goldenem Ab-
B-rN-r-r! Die W- bireftion Siegen teilt uns mit: Das Verzeichnis über ine im Monat Juli gefundenen bzw abge- lieferten Gegenstände kann an der An chlagtafel „' S, ber Polizeidirektion, Landgraf-Philipp. Ma^ eingefthkn werden. Die EmpfangsbereWg. ten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro wahrend der Dienststunden geltend zu machen.
Ser »Katholik" erscheint wieder.
LPD. MaiM. 9. Aug. Die Wochenschrift D e r Katholik" erscheint, nachdem das Verbot vom ^pssjscken Staatsministerium aufgehoben wurde, in dieser Woche wieder, und zwar im Ketteler-Verlag in Mmnz.
Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. Der bedauernswerte Mann verlor durch den Unfall drei Finger.
* Hattenrod, 10. Aug. Am heutigen Freitag, 10. August, begehen der Kirchendiener Johann Georg L a u n s p a ch und Frau Helene, geb. Fabel, das Fest der goldenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich noch bester körperlicher und geistiger Frische und genießt allgemein große Wertschätzung.
* Weitershain, 9. Aug. In einer Versammlung der hiesigen Spar- und Darlehenskasse, die dieser Tage stattfand, beschäftigte man sich zunächst eingehend mit der Frage neuer Maßnahmen im Sparwesen. Der Rechner Reichert hielt ein Referat über Zweck und Ziel des Sparens. Die Einführung von Sparmarken und Erbhof- Sparbüchern behandelte der Vorsitzende W. S t e y h II., Sparwerber G l a 11 h a a r erstattete Bericht über die Sparwerbetagung in Gießen. Mit einem Gedenken an den verstorbenen Herrn Reichspräsidenten durch den Stützpunktleiter Nau wurde die Versammlung geschlossen.
Kreis Friedberg.
* Butzbach, 9. Aug. Mit Beginn der Obsternte macht sich hier eine Zunahme der Feld- d i e b st ä h l e bemerkbar. Die Bürgermeisterei warnt öffentlich vor diesen Diebstählen und weist darauf hin, daß die im vorigen Jahre erlassene Anordnung, nach der Felddiebe öffentlich angeprangert werden, noch in Kraft ist und künftighin jeder Felddieb auf Grund dieser Anordnung öffentlich am Rathaus bekanntgemacht werden wird.
Kreis Büdingen.
* Nidda, 9. Aug. Das Opfer eines tragischen Unglücksfalles wurde am Dienstagabend der 15 Jahre alte Schüler Adolf K alte n f ch n e e von Ober-Widdersheim, der die hiesige Realschule besuchte. Der Junge half bei der Einbringung der Ernte des benachbarten Häuserhofs und stand auf dem Acker beim Beladen eines Wagens auf dessen Deichsel. Unvermutet zogen die Pferde an, wobei der Junge den Halt verlor und vom Wagen stürzte. Er fiel dabei so unglücklich, daß er unter b i e Räder des Wagens kam, die ihm über den Leib gingen und ihn so schwer verletzten, daß er bald darauf d e r ft a r b. Der bedauernswerte Junge war das einzige Kind feiner Eltern.
co Aus dem Niddatal, 9. Aug. Wie immer in trockenen Jahren treten die Wespen zur Zeit in solchen Mengen auf, daß sie zur gefährlichen Plage werden. In Küche und Haus kann man sich ihrer kaum erwehren. Beim Umpflügen der Stoppelfelder werden nicht selten drei und vier Wespennester auf einem Acker freigeleat, so daß der Pflügende sich gezwungen sieht, die Arbeit einzustellen, um nicht sich und die Zugtiere durch die Stiche zu gefährden. An frühen Apfelsorten trifft man Früchte an, die vollständig von Wespen aus- gehöhlt sind. Dutzendweise sitzen sie an dem reifenden Obst, ihre Naschlust zu befriedigen. Daß unter dieser Plage Wespenstiche etwas Alltägliches sind, ist leicht zu begreifen. Auch die größte Schwester
Preußen.
Schweres Unglück bei Buderus Wehlar
Ein lofer, ein Schwerverletzter.
LPD. Wetzlar, 9. Aug. Ein furchtbarer Unglücksfall ereignete sich in den späten Abendstunden des Mittwochs in dem Wetzlarer Stahllager der Röchling-Buderüs-Werke. Die beiden Blockdreher Ernst Heller aus Oberndorf und Willi Hoof aus Aßlar waren damit beschäftigt, Stahlblöcke zu transportieren, die aus einem großen Stapel von Blöcken herausgeholt werden mußten. Dabei rutschte ein Block, der ein Gewicht von 13 Zentnern hatte, nach und begrub Heller unter s i ch. Mit furchtbaren Verletzungen konnte ber Verunglückte nur tot unter dem Block hervorgezogen werden. Hoof erlitt gleichfalls schwere Verletzungen. Ihm wurde von dem Block ein Bein vollkommen zermalmt. Sein Zustand ist sehr bedenklich. An seinem Aufkommen muß gezweifelt werden.
Schweres Gewitter über dem Lahntal.
][ Marburg, 9. Aug. In den heutigen Nachmittagsstunden entlud sich über dem Lahntal ein schweres Gewitter mit wolkenbruch- artiaem Regen. Der Blitz schlug in die auf dem Lahnberg gelegene Ausflugsstätte Brose und zündete. Man konnte den Brand jedoch löschen, ehe er größeren Umfang annahm. Außerdem wurden mehrere Bäume vom Blitz getroffen und Lichtleitungen in Häusern gestört. Der im übrigen dem ausgetrockneten Boden sehr willkommene Regen hat in die Wege an verschiedenen Berghängen tiefe Gräben gerissen.
Der Führer als Ehrenpate beim zehnten Kind.
LPD. D o n s b a ch (Dillkreis), 10. August. Der Führer hat beim zehnten Kinde einer hiesigen Familie die Ehrenpatenschaft übernommen. Der Führer hat den Eltern bereits einen beträchtlichen Geldbetrag überweisen lassen.
Beginn der Wiederaufbauarbeiten am Limburger Schloß.
LPD. Limburg, 9. Aug. Die Wiederaufbauarbeiten an dem vor fünf Jahren durch ein Großfeuer zerstörten Limburger Schloß sind ausgenommen worden. Die Wiedererrichtung des umfangreichen Gebäudekomplexes erfolgt getreu dem alten Stil. Im Inneren wird allerdings eine zweckmäßigere Aufteilung der Räumlichkeiten durchgeführt werden. Man hofft, die Arbeiten so beschleunigen zu können, daß das Schloß noch
Wie können in Urlaub befind» liche Personen abstimmen?
Personen, die sich in Urlaub befinden, setzen sich am besten sofort mit der zuständigen Behörde ihres Heimatortes in Verbindung, damit ihnen von dort der Stimmschein nachgesandt wird.


