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europäische und südafrikanische Briten. Der Typus des Deutsch-Ostafrikaners ist heute der mit der Natur und mit der Mandatspolitik ringende Pflan­zer. Der Typus des Engländers ist der Verwal­tungsbeamte, der in freundlicher Stellung zu den Deutschen die Weisungen der Empire-Politik aus­führt. In den wirtschaftlichen Nutzen, somit auch in das von deutschen Siedlern angelegte Kapital, teilen sich die japanische Industrie und der indische Händler.

Der deutsche Neusiedler hat das Verdienst, im Inneren Ostafrikas oft in schlechter Verkehrslage und gegen den ursprünglichen Willen der englischen

Verwaltung Land für die weiße Rasse erschlossen zu haben, wobei chm Erinnerungen aus dem Welt­kriege und Siedler^nstinkt leitend gewesen sind. Die sechs deutschen Siedlungsgebiete Mbosi, Lupemba, Mufindi, Dabaga, Vabati und Oldeani sind in der gone ausgewählt, die augenblicklich allein dafür in Frage kommt: in der Uebergangszone zwischen dem feuchten Wald des Hochlandrandes und den Trocken­wäldern des Inneren. Die deutsche Arbeit in Ost­afrika in den letzten acht Jahren beweist, daß das deutsche Volk auch heute noch großer kolonialer Taten fähig ist, wie im Zeitalter der Ordensritter.

Wirtschaft.

Weiterer Rückgang der Arbeitslosig­keit im Juli.

Am 31. Juli 1934 wurden nach dem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits­losenversicherung bei den Arbeitsämtern im Reich 2 426 000 Arbeitslose gezählt, und zwar 1 993 000 Männer und 43 300 Frauen. Damit ist die Arbeitslosenzahl gegenüber dem Vor­monat erneut um rund 54 000 zurück- gegangen. Da fast 70 000 Notstandsarbeiter zur Entlassung gekommen sind, weil eine weitere Ein­schränkung oder vorüvergehende Einstellung der Notstandsarbeiten zur Sicherung des Kräftebedarfs für die Ernteeinbringung geboten erschien, ist die Abnahme in dieser Größenordnung besonders be­deutsam.

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in den Großstädten und Jndustriebezirken hat weitere erfreuliche Erfolge gezeitigt. So ist die Arbeitslosenziffer in Berlin wieder um rund 30 000 zurückaegangen. Die übrigen Bezirke zeigen nur geringe Abnahme, einzelne sogar eine geringe Zunahme der Arbeitslosigkeit, die im wesentlichen wohl auf die Entlassungen aus beendeten Notstands­arbeiten zurückzuführen ist.

Von den Unterstützungseinrichtungen .ist ins­besondere die öffentliche Fürsorge weiter e n t l a st e t. Nach einem Rückgang von 35 000 im Juli wurden am 31. Juli 1934 rund 762 000 aner­kannte Wohlfahrtserwerbslose in der öffentlichen Fürsorge gezählt. Von der Reichsanstalt für Arbeits­vermittlung und Arbeitslosenversicherung wurden demgegenüber rund 1090 000 Unterstützungsemp­fänger am gleichen Stichtag betreut. Die Zahl der Notstandsarbeiter betrug Ende Juli rund 318 000.

Stand der Ernte zu Anfang August.

Die zweite, zu Anfang August ds. Js. durchge­führte Erntevorschätzung für Getreide, die in diesem Jahre vielfach bereits auf Dreschboden beruhte, hat im gesamten Reichsdurchschnitt für alle Getreide­arten etwas höhere Mengenerträge er­bracht, als nach der Vorschützung zu Anfang Juli angenommen wurde. An der Besserung sind namentlich West- und Süddeutschland beteiligt. Bei Weizen und Gerste haben sich die Schätzungen viel­fach auch in Norddeutschland erhöht.

Nach Mitteilung des Statistischen Reichs­amtes ergeben sich auf Grund der Meldungen der amtlichen Berichterstatter zu Anfang August 1934 am Reichsdurchschnitt folgende Hektarerträge: Roggen 16,3 Doppelzentner (gegen 16,2 Doppelzent­ner bei der Julischätzung), Weizen 18,6 Doppelzent­ner (18,0), Spelz 12,9 (12,1), Wintergerste 21,6 (21,1), Sommergerste 17,9 (17,1), Hafer 16,1 (15,7). Unter Zugrundelegung der zu Ende Mai festgestell- ten Anbauflächen errechnen sich nach der neuen Ernteschätzung zu Anfang August (gegenüber der Julioorschätzung) folgende Gesamterntemengen: Roggen 7,31 Mill. Tonnen (gegen 7,27 Mill. Ton­nen bei der Julischätzung), Weizen und Spelz 4,23 Mill. Tonnen (4,10), Brotgetreide zus. 11,54 Mill. Tonnen (11,30), Wintergerste 660 000 Tonnen (641 000), Sommergerste 2,30 Mill. Tonnen (2,27), Hafer 5,06 Mill. Tonnen (4,95). Getreide insgesamt 19,64 Mill. Tonnen (gegen 19,24 Mill. Tonnen bei der Julischätzung). Trotz der höheren Schätzungser­gebnisse bleibt die diesjährige Getreideernte auch nach den Augustmeldungen nicht unerheblich hinter der ungewöhnlichen Rekordernte des Vorjahres zurück; sie ist aber an Brotgetreide (Roggen, Weizen und Spelz zusammen) mit 11,54 Mill. Tonnen immerhin etwas höher, als die Mittelernte im 10jährigen Durchschnitt 1924/33 war, die sich auf 11,40 Mill. Tonnen stellte. Auch bei Gerste übertreffen die neuen Schätzungen mit nunmehr 3,04 Mill. Tonnen die Durchschnittsergebnisse der letzten 10 Vorjahre (2,93 Mill Tonnen). Einzig bei Hafer bleibt die neue Getreideernte gegenüber dem langjährigen Mittel (6,38 Mill. Tonnen) zurück, und zwar um 20,6 Prozent.

Die Ernte an Frühkartoffeln ist infolge der langen Trockenheit gering ausgefallen. Im Reichs­durchschnitt ergibt sich ein Hektarertrag von 78,8 Doppelzentner gegen 120,3 Doppelzentner im Mittel der letzten 10 Vorjahre. Der gesamte Ertrag an

Frühkartoffeln beziffert sich auf 1,87 Mill. Tonnen gegen 2,91 Mill. Tonnen im Durchschnitt der letzten 10 Jahre.

Auch der erste H e u s ch n i t t hat nach den Schätzungen zu Anfang August menhenmäßig ge­ringe Erträge (im Reichsdurchschnitt 21,3 Doppel­zentner je Hektar gegen 42,6 Doppelzentner im Mittel der letzten 10 Jahre) erbracht. Insgesamt wird der Ertrag der ersten Wiesenheuernte auf 11,69 Mill. Tonnen (gegen 23,37 Mill. Tonnen im lang­jährigen Mittel) geschätzt. Für Spätkartoffeln, die den Hauptbestandteil der Kartoffeln ausmachen so­wie für die spätere Futtermittelernte haben sich die Ernteausfichten nach dem Eintritt ausgiebiger Nie- derfchläge überall erheblich gebessert.

*

* Verlegung der Dien st räume des Treuhänders der Arbeit für das Wirt- fchaftsgebiet Hessen. Die Diensträume des Treuhänders der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Hessen befinden sich ab Donnerstag, 16. Juli, in Frankfurt, Moselstraße 62. Sprechstunden für den Publikumsverkehr finden jeweils Montags und Donnerstags von 9 bis 16 Uhr statt. Am Mittwoch, 15. August, find die Dienfträume wegen Umzugs geschloffen.

*Bedarfsdeckungsfcheine für unedle Metalle. Die Industrie- und Handelskammer Gieße weist nochmals auf die Anordnung 9 vom 30. Juli 1934 über Bedarfsbescheinungungen für unendle Metalle hin. Die Verordnung enthält u. a. die Bestimmung, daß Blei, Kupfer, Nickel, Zink, Zinn in Form von Rohmetall, raffiniertem Metall und Remelted-Metall, sowie ihre Legierungen im inländischen Geschäftsverkehr nur gegen Bedarfs­bescheinigungen geliefert werden dürfen. Firmen, die im Monat nicht mehr als je 1000 Kilogramm Blei-, Kupfer- oder Zinkinhalt oder je 50 Kilo­gramm Nickel- oder Zinninhalt verarbeiten, haben ihren Bedarf, soweit sie industrielle Betriebe sind, bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer anzumelden. Die Anträge sind umgehend bei der Kammer einzureichen. Merkblätter und An­tragsformulare stehen bei der Kammer zur Ver­

te Beschäftigung in den Webe­

reibetrieben von Kurheffen und Wal­deck. Die Beschäftigung in den Webereien ist wei­terhin befriedigend, nicht zuletzt auch dank des Ar­beitsbeschaffungsprogrammes der Reichsregierung. Dadurch ist auch die Nachfrage nach deutschem Flachs und Flachsgarn lebhaft gestiegen. Die Flachsbestände der alten Ernte sind nunmehr rest­los geräumt. Für die noch in zweiter Hand befind­lichen kleinen Vorräte sind die Preise stetig. Die Aussichten für die neue Ernte sind anhaltend gün­stig. Die Anbaufläche mit Flachs in Kurhessen und Waldeck ist erstmalig in diesem Jahr bedeutend ausgeweitet worden, so daß auch von hier ein be­deutender Zuschuß an Rohflachsfaser dem Ver­brauch zugeführt werden kann, zumal die Ernte­aussichten in Kurhessen und Waldeck für Flachs sehr günstig beurteilt werden.

* Frankfurter Börse. Wie bereits mitge­teilt, findet im August die Börse an Samstagen wie gewöhnlich statt.

frankfurter Börse.

rNitlagsbörse: Renten fest, Aktien ruhig.

Frankfurt a. M., 9. Aug. Die heutige Mit­tagsbörse überraschte bei Eröffnung durch ein sehr lebhaftes Interesse für den Rentenmarkt, an dem von interessierter Seite größere Käufe erfolgt sein sollen. Die Kulisse schloß sich mit Meinungskäufen an, so daß die variabel gehandelten Papiere neben lebhaften Umsätzen auch beachtliche Kursbesserungen aufwiesen. Im Vordergrund standen späte Reichs­schuldbuchforderungen mit 93,13 nach gestern abend 92,25 v. H., ferner AUbesitzanleihe mit 94,40 bis 94,90 nach 94,13 v. H. und Reichsmark-Obligatio- nen, die durchweg 1 v. H. anzogen. Kommunal-Um- fchuldungsanleihe ging gleichfalls um 1 v. H. fester um, Stahlverein-Bonds gewannen 0,50 v. H. Dem­gegenüber war der Aktienmarkt ziemlich vernach­lässigt bei uneinheitlicher Kursbildung. Seitens der Kundschaft lagen nur noch wenig Aufträge vor,

fügung.

©i

während die Kulisse gegen Renten tauschte. Die .Stimmung des Aktienmarktes blieb aber unter dem Eindruck günstiger Wirtschaftsnachrichten freundlich. Der Stahlvereins-Abschluß allerdings hinterließ nur wenig Wirkung. Farbenindustrie eröffneten zu­nächst 0,50 v. H. leichter, konnten sich aber bald wieder auf 149 v. H. erhöhen, Scheideanstalt und Rütgerswerke biteben voll behauptet. Am Elektro­markt setzten Licht & Kraft 1 v. H., Siemens 1 o. H., Schuckert 0,40 v. H. niedriger ein, wogegen Gesfürel 0,50 v. H. und AEG. 0,25 v. H. anzogen. Montanwerte gaben in Reaktion auf die gestrigen Steigerungen fast allgemein etwas nach, so u. a. Mansfelder um 1 v. H., Rheinstahl und Ilse Genuß um je 0,65 v. H., Srahlverein um 0,25 v. H., Phö­nix und Harpener blieben behauptet. Sehr fest lagen erneut Zellstoff Aschaffenburg mit + 3,25 v. H., ferner gewannen Neichsbankanteile 1,25 v. H., Nordd. Lloyd 1 v. H., Hapag 0,13 v. H., AKU. 0,50 v. H. und Deutsche Linoleum 0,25 v. H. Daimler Motoren gaben 0,50 v. H. nach.

Im Verlaufe wurde auch am Rentenm arkt das Geschäft etwas ruhiger, die Kurse waren aber meist nochmals mäßig höher. Späte Reichsschuld­buchforderungen fliegen bis auf etwa 93,50, Kom- munal-Umfchuldung + 0,25 v. H., AUbesitzanleihe unverändert 94,75 v. H. Der Aktienmarkt hatte auch späterhin nur kleine Umsätze zu verzeichnen und die Kurse, die später zur Notiz kamen, lagen über­wiegend etwas schwächer, außer.Zellstoff Waldhof + 1,25 v. H., Elektr. Lieferungen + 0,75 v. H. und von Auslandsaktien Chade mit + 3 RM. Die An- fangskurfe lagen meist um 0,25 bis 0,50 v. H. nie­driger. Farbeninduftrie 148,50 bis 149 bis 148,50.

Der Pfandbriefmarkt zeigte durchweg leichte Befestigungen, und zwar gewannen Gold- unb Liquidationspfandbriefe 0,25 bis 0,50 v. H., Kommunal-Obligationen 0,25 v. H. Stadtanleihen blieben meist unverändert, Mainzer allerdings + 1 v. H. Staatsrenten allgemein ruhig. Von fremden Werten bröckelten Anatolier und Goldmexikaner leicht ab, Rumänen und Schweizer Bundesbahnen blieben behauptet.

Tagesgeld war zum .Satz von 3 v. H. unver­ändert und leicht.

Abendbörfe: Renken weiter fest.

Auch an der Abendbörse blieb der Rentenmarkt im Vordergrund des Interesses und verkehrte er­neut in fester Haltung. Das Geschäft beschränkte sich indessen hauptsächlich auf Transaktionen inner­

halb der Kulisse, während Kundenorders nur in kleinem Umfange Vorlagen. Bevorzugt waren wei­terhin späte Reichsschuldbuchforderungen mit 93,75 bis 94,25 (93,65) und Altbesitzanleihe 95 bis 95,25 (95). Auch Kornrnunal-Urnschuldung und Reichs- bahn-VA. zogen bis 0,25 o. H. an, daneben blieben Reichsmark-Obligationen aus umgetauschten Dollar- Bonds bei Materialmangel gesucht. Pfandbriefe waren ebenfalls weiter leicht erhöht. Am Auslands­rentenmarkt galten 4proz. Schweizer Bundesbahn von 1912 194,75 (195) und Z^proz. 180 (179,50).

Der Aktienmarkt zeigte im ganzen ein sehr stilles Aussehen und die Kurse lagen im Vergleich zum Berliner Schluß etwa behauptet. Die Umsatz­tätigkeit war infolge der Umlagerung des Interesses auf den Rentenmarkt sehr klein. Die weitere Ver­minderung der Arbeitslosenziffer und die neueste Entwicklung des Reichsbankausweises gaben etwas Anregung, was aber kursmäßig nicht zum Aus­druck kam. Später bröckelten einige Werte gering­fügig ab. Fest lagen nochmals Bekula und Zellstoff­papiere. U. a. notierten: AUbesitzanleihe 95 bis 95,25, 6proz. Stahlverein-Bonds 79,13, Reichsbahn- VA. 112, 6proz. Stadt Frankfurt von 1926 81, 6proz. Frankfurter Hyp.-Bank Gold R 13 und 15 89,40, 6proz. do. Gold-Kommunal R II und III 83,25, Reichsbank 151,50, Gelsenkirchen 62,75, Har­pener 105,50, Mansfeld 74, Phönix 49,50, Rhein­stahl 91, Stahlverein 42,75, Aku 63,50.

Frankfurter SchlachwicHmarkt.

Frankfurt a. M., 9. Aug. Auftrieb: Rin­der 51 (am letzten Donnerslagmarkt 106), davon 22 Ochsen, 6 Bullen, 23 Kühe. Kälber 1204 (995), Hümmel 51 (53), Schafe 56 (45), Schweine 566 (632). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendge­wicht in RM.: Kälber a) 41 bis 44, b) 36 bis 40, c) 30 bis 35, d) 20 bis 29. Lämmer und Hämmel b2) 33 bis 35, c) 29 bis 32, Schafe e) 32 bis 33, f) 27 bis 30. Schweine a) 50 bis 52, b) 48 bis 51, c) 47 bis 51, d) 44 bis 50. Marktverlauf: Kälber ruhig, Hämmel und Schafe rege, ausverkauft, Schweine mittelmäßig, geräumt.

Schweinemarkt in Marburg.

][ Marburg, 9.Aug. Dem heutigen Schweine­markt waren 748 Ferkel und 11 Läufer zugefahren. Bei flottem Handel kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 10 bis 12, 6 bis 8 Wochen alte 12 bis 16, 8 bis 10 Wochen alte 16 bis 20 und Läufer je nach Größe 20 bis 33 Mark.

Me läge des Arbeitseinsatzes der Angestellten auch im Juli günstig.

Nach den Beobachtungen der Stellenvermittlung der Deutschen Angestelltenschaft ist die Lage des Arbeitseinsatzes der Angestellten weiterhin günstig. Trotz der in der Hauptferienzeit er­fahrungsgemäß geminderten Dispofitionsfreudigkeit von Betriebsführern hielt sich der Vermittlungs­erfolg etwa auf der Höhe der Vormonate. Günstig wirkte sich die starke Werbung für die Einstellung von Urlaubsvertretungen zur Vermeidung von Ueberarbeit aus. Unbefriedigend dagegen ist noch immer die Aufnahmewilligkeit für ältere Angestellte. Die zugunsten der Einstellung älterer Angestellter durchgeführte Werbung, der sich die Presse in vorbildlicher Weise zur Verfügung gestellt hatte, brachte keinen nennenswerten prak­tischen Erfolg. Zahlreiche Besetzungaufträge be­troffen sind die Angehörigen ziemlich aller Berufe, hauptsächlich aber Werkmeister und landwirtschaft­liche Angestellte für Molkereibetriebe (letztere waren erheblich aufnahmefähig) führten einfach des­halb nicht zu Vermittlungen, weil die im Hinblick auf das Alter der Bewerber gestellten Anforderun­gen nicht erfüllt werden konnten. Für Kaufmanns­gehilfen (männlich und weiblich), ebenso für Tech­niker, ergaben sich zusätzliche Schwierigkeiten, weil bei den noch vorhandenen Bewerbern jüngerer Altersklassen, die vorzugsweise verlangt wurden, unmöglich die Berufserfahrung vorhanden fein kann, die als Bedingung für Spezialkräfte ver­langt wird.

In regionaler Hinsicht war abgesehen von den Hafenstädten, namentlich Hamburg die Lage ziemlich gleichmäßig zusnedenstellend. Branchenmäßig waren hauptsächlich begün=, ftigt das Baugewerbe, die Unternehmungen der Maschinenindustrie, die Schwereisenindustrie, die Brauereien, die chemische Industrie sowie die Lack- und Farbenindustrie.'

Bei den Kaufmannsgehilfen waren hauptsächlich gesucht: Buchhalter, Korrespondenten für Deutsch, auch geübte Kurzschriftler, Spezial­kräfte für das Bank- und das Versicherungswesen, geprüfte Sparkassenangestellte und, ebenso wie be­reits in den Vormonaten, Verkäufer, hauptsächlich für Lebensmittel-, Eisen-, Textil- und Haushal- tungsbedarfsgeschäfte. Verkäufer, die geübt im Dekorieren und Lackschriftschreiben sind, waren be­vorzugt. An wirklich tüchtigen Kurzschriftlern

herrschte Mangel. Für Behördenangestell» t e zeigte sich, sofern sie gewandte Kurzschriftler und Maschinenschreiber sind und in der Erledigung allgemeiner Büroarbeiten Erfahrung besitzen, eine gewisse Entlastung insofern, als für sie zum Teil Anstellungsmöglichkeiten in den Betrieben der freien Wirtschaft gegeben waren. Techniker fanden vorzugsweise Stellung im Maschinenbau, Brückenbau, vor allem aber im Baugewerbe und den ihm verbundenen bzw. verwandten Betrieben. In etwa gleicher Richtung entwickelte sich die Ver­mittlung für Werkmeister. Gesucht, teilweise kaum nachzuweisen, waren Schachtmeister, Bagger- meister und Lokomotivführer. Von den seemän­nischen Angestellten fanden vorzugsweise Jngenieuraspiranten für Großmotorschiffe Einstel­lung. Aeltere Schiffsoffiziere Deck- und Ma- schinenpersonal fanden anläßlich der Inbetrieb­nahme einiger aufgelegter Schiffe nicht in nennens­wertem Umfang Stellung. Die Reedereien ent­nehmen nach wie vor ihre Offiziere für neue Dienst­stellen aus dem Aspiranten-Personal von in Fahrt befindlichen Schiffen.

Don den weiblichen kaufmännischen Angestellten konnten hauptsächlich Stenotypi­stinnen, Buchhalterinnen und Kontoristinnen gut untergebracht werden. Im übrigen ist bei dieser Berufsgruppe das Problem der älteren Angestell­ten nicht minder ernst als bei der männlichen. Es wurden nur junge Kräfte angefordert von Be­trieben der freien Wirtschaft sowohl als von den Dienststellenleitern der Behörden. Lediglich das Saisonschlußoerkaufsgeschäft führte in etwa zur Einstellung auch älterer Verkäuferinnenzur Aus­hilfe".

In der Gruppe der Haus-, Garten- und Landwirtschaft herrschte im Juli saison­bedingt noch stille Zeit. Wohlfahrtspfle­gerinnen fanden eine gebesserte Aufnahmemög­lichkeit bei verschiedenen städtischen Behörden und neuerdings auch als Führerinnen für das Land­jahr. Kindergärtnerinnen, Hortnerin­nen und Jugendleiterinnen konnten etwas mehr als in den Vormonaten in Vertretungs­und Saifonftellen vermittelt werden. Erstmalig in diesem Jahre fanden Angehörige dieser Berufs­gruppe auch Stellung als Ernte-Kindergärtnerinnen.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Franktun a. 2)1.

Berlin

Schluß« hiri

Schluß». Abend« börse

Schluß, tert

Schluß».

Mittag, bflrfi

Datum

8.8.

9.8.

8-8.

9-8.

% Deutsche Reichsanleihe v. 1927

92,5

92,5

92,65

92,65

% ehem.7% Dt. ReichSanI. v. 1929

bVi% Boung-Anleihe von 1930 ..

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

89,5

89,7

89,75

90,5

AuSlos.-Rechten .............

94,13

95,25

94,25

95

Desgl. ohne Auslos.-Rechte......

% ehem.8% Hess. BoUSstaat 1939

(rückzahlb. 102%) ............

91,5

91,5

90,75

90,75

6% Hess. Landesbank Darmstadt

Gold R. 12..................

89

89

89

89

6Vi% Hess. LandeS-Hhpotheken- bank Darmstadt Ltgut.........

88,75

89

vberhessen Provinz-Anleihe mit

Auslos.-Rechten .............

95,5

96

Deutsche Komm. Cammelabl. An-

leihe Serie 1 mit AuSlos.-Rechten «% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank

93,7

95,6

94

95,25

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 1% ebem. 7% Franks. Hyp.-Bank

Goldpfe. 16 unkündbar bil 1936

89

89,4

89,25

89,75

89

iKi% ehem. VA% Franks. Hyp^ Bank-Liqiu-Pfandbriefe.......

89,5

89,5

-__

IKi% ehem. 4yt% Rheinische

Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe.....

90,25

90,13

-

6% ehem. 8% Pr. Landespfand, briesanstalt, Psandbrtefe R. 19

92

92

92

92

% ehem. 7% Pr. LandeSpfand-

briesanstalt, Pfandbriefe R. 10

93

93

93

93

Steuergutsch. Verrechnungskurs..

101,3

101,4

101,4

101,4

*% Oesterretchtsche Goldrentr..., 4,20% Oesterretchtsche Silberrentr

28

28,25

28,25 1,1

1,1

4% Ungarische Goldrente .......

7,1

7,25 7

7,13

6,75

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

7

7

V/i% bcägk Don 1913 .........

__

6,9

8,35

6% äbgest. Goldmexikaner von 99

8,5

8,5

4% Türkische Zollanleihe von 1911

MM

4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe

7,9

Gerte I ...................

Frankfurt a.M.

Berlin

Schluß­kurs

Schluß!. Abend­börse

Schluß­kurs

Schluß». Mittag- börse

Datum

8-8.

9-8.

8-8.

9.8.

4% MflL Serie 11 .............

8

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903

4,4

4,6

4,7

4^%Rumän.veretnh.Rentev.lS13

6,75

7,5

4% Rumänische vereinh. Rente ..

4,05

4,1

4,1

4,15

2%% Anatolier ..............

38,25

38

38

38,2

vamvurK-Amertka-Paket .....o

Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0

26,5

26,65

26,65

23,5

26,75

25

Hansa-Dampfschtfs.........o

Norddeutscher Lloyd ......... 0

30,25

30,75

31

31,5

A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0

65,75

66

66

Berliner Handelsgesellschaft ... 4

90,75

90,5

90,75

90,75

Commerz- und Privat-Bank ... 0

56

57

56

56,75

Deutsche Bank und Dtsconw«

Gesellschaft................ o

62

63

62

63

Dresdner Bank............. o

64,75

66

64,75

66

Retchsbaak .............. 12

151,25

151,5

151,25

151

A.E.G.......................

24,65

24,13

24,65

24,13

Bekula................ 0

Dektr. LieferungSgesellschaft... 6

142,5

99

145

99,5

142,5

99,75

144,5

99,75

Licht und Kraft ..........g

Felten & Guilleaume.........0

Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. ß

Rheinische Elekttizttät ....... 5

112.25

68

111,25

67,65

112,5

69

111,5

68,4

108,5

98,9

108,25

109,25

99,75

108,9

Schuckert L Co............... 5

89,75

89,5

90

89,5

Siemens & Halske............ 7

Lahmever L Co............. 10

144

118

143

117,75

144

118.9

142,25

118

Buderus ....... 0

77,75

79

77,5

79,13

Deutsche Erdbl ...............

114,5

114,5

114,75

114,13

Gelsenkirchener.............. 0

63

62,75

63,4

63

Harpener .................. 0

105,5

105,5

105,25

105

Hoesch EisenKöln-Neuessen .. 0

76,25

76

Alse Bergbau ...............<

168,5

173,5

$l|e Bergbau Genüsse........8

129

128,4

129

128,75

Klöcknerwerke ...............0

78,4

77,9

78,25

68,75

87,75

ManneSmano-Rübre» ........ 0

69,13

68,75

69

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß- kurs

Schlußk. Abend- börse

Schluß­kurs

Schlußk. Minag- börse

Datum

8-8.

9.8.

8.8.

9.8.

Mansfelder Bergbau ..

.......0

75

74

74,9

74

Kokswerie ...........

.......0

93,25

92,75

Phönix Bergbau......

.......0

49,5

49,5

49,9

49,9

Rheinische Braunkohlen

.....10

248,5

* 248

249,75

249

Rheinstahl ...........

....... 0

91,65

91

91,4

90,75

Bereinigte Stahlwerke.

.......0

43,13

14,5

42,75

43,25

43,13

Otavt Pfinen ........

.......0

14,75

14,75

14,25

Kaliwerke Aschersleben.

.......6

118

118

118

118,75

Kaliwerke Westeregeln .

.......5

118,5

118

117,75

118

Kaliwerke Salzdetfurth

.....1V1

159

159

160

159,5

3- G Farden-Jnvustrte

.......7

149

148,5

149,4

148,75

Scheide an stall........

.......9

206

206

Goldschmidt .........

.......0

82,5

82,5

82,5

81,75

Rütgerswerke ........

.......0

39,25

40

39

39,9

Metall geiellschast......

.......0

83,65

83

83,75

83

Philipp Holzmann ....

.......®

66

66

67

67

Zementwerk Heidelberg

...... 0

105

105,25

Lementwerk Karlstadt..

.......0

127,75

Schultheis Patzenhofer

.......0

115,5

116,15

Aku <Allgemeine Kunstseide) .. 0

63,75

63,5

64,5

63,9

Bemberg............

.......0

66

66

66,75

47,75

65,5

Zellstoff Waldhof .....

Zellstoff Aschaffenburg

.......0

47,75

49,5

49

.......0

58,5

61,75

62

Dessauer Gas ........

.......7

126,75

125

Daimler Motoren.....

.......0

46,5

46,25

46,25

46,25

Deutsche Linoleum....

.......0

58,5

58,5

58

58,5

Oren stein & Koppel ...

.......0

76,65

76,25

Leonhard Tietz.......

.......0

22

22

22,5

22,13

Chade ...............

.......10

219,5

224,5

219

223

Lerumulatoren-Fabrü.

.......0

175,25

174,5

173

Lonti-Gummi........

.......0

130

131,75

129,75

132,5

Grttzner..........

.......0

24

26,25

24,25

25,9

Mainkraftwerke Höchst 4

75,5

-

Suddeutscher Zucker ..

------8

184,25

185

185

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. Bl.

Banknoten.

8.August

9. August

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

(Seih | Brie-

Geld

Brie

Buenos Aires

0,648

0,652

0,658

0,662

Brüssel.....

58,94

59,06

58,95

59,07

Rio de Jan. .

0,184

0,186

0,184

0,186

Sofia......

3,047

3,053

3,047

3,053

Kopenhagen.

56,43

56,55

56,43

56,55

Danzig.....

81,74

81,90

81,74

81,90

London.....

12,64

12,67

12,64

12,67

Helsingfors..

5,574

5,586

5,574

5,586

Paris ......

16,50

16,54

16,50

16,54

Holland ....

169,73

170,07

169,73

170,07

Italien.....

21,58

21,62

21,58

21,62

Japan ......

0,750

0,752

0,749

0,751

Jugoslawien.

5,664

5,676

5,664

5,676

Oslo.....:

63,52

63,64

63,52

63,64

Wien.......

48,95

49,05

48,95

49,05

Lissabon....

11,47

11,49

11,47

11,49

Stockholm...

65,17

65,31

65,17

65,31

Schweiz ....

81,67

81,83

81,67

81,83

Spanien....

34,32

34,38

34,32

34,38

Prag.......

Budapest ...

10,44

10,46

10,44

10,46

Neuyork...

2,502

2,508

2,502

2,508

Berlin, 9.August

Geld

Bries

Amerikanische 'Jlotea..............

2,455

58,79

2,475

59,03

Belgische Noten......... .. . ..

Dänische Noten .................

Englische Noten .................

56,38

12,595

16,46

169,31

21,46

63,35

56,60

12,651

16,52

169,99

21,54

63,61

Französische Noten...............

Holländische Noten...............

Italienische Noten................

Norwegische Noten ..............

Autfch Oesterreich. * 100 Schwing

Rumänische Noten ...............

Schwedische Note»...............

65,01

81,49

34,18

65,27

81,81

34,32

Schweizer Noten.................

Spanische Note».......ööööö

Unaariitöe Note».........