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Die Verleihung von Rettungsmedaillen

u ziehen, wie

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§3. In allen Fällen, in denen nur die Erinne-

Z einer Geldbelohnung oder einer öffent-

n «chen Belobigung ist, daß der Retter mit seiner Tat

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©Je öffentliche Belobigung wird in derDarm-

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gung unter Inaussichtstellung späterer Verleihungtaöter Zeitung bekannt gemacht. der Rettungsmedaille am Bande (§5 Absatz 1, _______

mehr ein Stück weiter hinter uns liegt, ist es an der Zeit, einmal die Bilanz weit die Maßnahmen gewirkt

_ , jaben. Zweifellos

haben sie ihre Wirkung nicht verfehlt, doch kann leider von einer allgemeinen, nachhaltigen Wirkung nicht gesprochen werden.

rungsmedaille verliehen werden kann, ist zu be­richten, ob der Retter bereit ist, die nicht zum Anlegen bestimmte Erinnerungsmedaille im Falle der Verleihung anzunehmen.

§ 4. Ein jugendlicher Retter erhält eine Belobi-

§ 8 Der Staatsminister kann für Rettungstaten, bte sich zu Vorschlägen auf Verleihung der Ret- tungs- oder der Erinnerungsmedaille nicht eignen, oder für die keine der beiden Medaillen verliehen wird, oder in Fällen, in denen der Retter einer Geldbelohnung vor diesen beiden Auszeichnungen den Vorzug gibt, eine Geldbelohnung gewähren oder eine öffentliche Belobigung aussprechen. Geld­belohnung und öffentliche Belobigung können mit- einander verbunden werden. Vorbedingung für die

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den SBeweis besonderer Entschlossenheit und Hilfs- bereitschaft erbracht hat. '

Wirtshaus feine kaltgewordene Maschine in Gang setzt.

Der Führer anderer Fahrzeuge, ausgenommen Schienenfahrzeuge, hat die schlechte Angewohnheit, nicht rechts zu fahren und anderen Wegebenutzern, die ihn überholen wollen, nur widerstrebend die Fahrbahn freizumachen, auch ver­gißt er, Zeichen zu geben, wenn er anhalten oder abbiegen will.

Das ist nur ein Teil der Derkehrssünden, die auch durch die ©erkehrserziehungswoche nicht abgestellt werden konnten.

Selbstverständlich gibt es bei allen Verkehrsteilneh­mern Ausnahmen, die sich befleißigen, Der- kehrsdisziplin zu halten und somit die Derkehrsvor» schriften zu beachten. Aber die breite Masse

Das Ergebnis der Verkehrserziehungswoche

Eine Bilanz der Gießener Polizei.

Ü Sandrock, die unermüdliche,

Keltert nächtlicherweile als Ahnfrau durch die graf- ndjcn Galerien; von den übrigen sind Dagny ®!ra c Sl33i Holzschuh, Fritz Imhoff und Taue Schneider zu nennen. Jrn Beipro-

Q-4 rhero Dorspann zu einem Paganini- Diesel Belrng und einen Kulturfilm ausSubarabienDa5 neue Programm läuft seit gestern im Lkchtsprelhaus.

Wieviel Autos gibt es auf der Welt? rr?i"c.2fmeriE°L?r ?oben von jeher viel für Stati- ftif übrig gehabt; kein Wunder, daß sie sich dabei vor allem für das Auto interessieren nicht um- sonst lst Henry Ford ihr Landsmann... Nach der neuesten Zusammenstellung des American Department for Industrial Progress, dem wir die Verantwortung für die Zuverlässigkeit der zu nen- "eöen_3.aJJen überlassen müssen, hat es nun am Men Stichtag, am 1. April 1934, auf der ganzen Welt 35,2 Millionen Kraftwagen gegeben- das waren über 500 000 mehr als zum gleichen Zeit- punkt des Vorjahres.

Natürlich stellen die Vereinigten Staaten den Großteil dieser Summe, nämlich fast 26 Millionen Autos. Es folgt Frankreich mit 1,7 Millionen Wagen, Großbritannien mit 1,6 Millionen, Kanada E 1,2 Millionen und Deutschland an vierter «AeIILmit redlich 823 000 Autos. Australien be- M lchon wesentlich weniger Kraftwagen, nämlich 000, Spanien 175 000 und das kleine Belgien 171OOO Zwei weitere kleine Staaten, nämlich Holland und Dänemark, figurieren mit den verhält- ^^^sehr großen Zahlen von 127 000 bzw. 123 °°0 Autos, während Japan 101000 Wagen zahlt Mit unter 100 000 folgen die Tschechoslowakei und bte Schweiz. 1

...Sehr aufschlußreich ist in dieser neuesten Stati- sttk die Zusammenstellung der Zahlen für einzelne

Städte. So kommen auf Los Angeles über 350 000 Autos, auf Neuyork fast 800 000, auf ^h'kago 490 000. London ist Paris in der Zahl der «noflKn^n Kraftwagen überlegen, und zwar mit 298 000 gegenüber 204 500 Autos, lieber- Alerid ist es, daß die nordamerikanische Stadt Montreal etwas mehr Autos zählt als die Welt- stodt Berlin; es handelt sich um 74 000 gegen 73 OOO Kraftwagen. Gemäß der verhältnismäßig großen Zahl der im kleinen Dänemark verkehrenden Autos besitzt Kopenhagen 35 OOO Wagen; Marseille, weitaus größere Stadt, zählt dagegen nur 27 000, Prag 14 000 und Amsterdam 13 000 Kraft­wagen

Samen seiner dunklen Tätigkeit fruchtbar sich ent­falten zu sehen, obwohl nichts andres dahinter steckte als die Absicht, auf die leichte Weise des Gauklertums Geld nun also nicht mehr zu verdie­nen, sondern aus fremden Taschen in die eigene springen zu lassen.

Die Menschen bessern sich nicht und lernen nichts dazu. So schien den Fuldern, soweit sie seiner gei­stigen Seiltänzerei Geschmack abgewinnen konnten, und sogar gelehrte Leute waren darunter, das Trei­ben des Konrad Rostert nicht verwerflich, zumal sie feststellen mußten, daß der fremde Wahrsager und Zauberer nicht nur nichts gegen die Religion Zu unternehmen, sondern von seinen Gläubigen eher noch mehr an Exercitien zu fordern schien als die Geistlichkeit auf der Kanzel und im Beichtstuhl: in einer verlassenen ehedem fürstlichen Ziegelei vor der Stadt versammelten sich die Konradusbrüder, wie sie genannt wurden, zu gemeinsamem Gebet für die Seelen im Fegefeuer, deren Qualen sie im Dammer des Raumes zu hören vermeinten, wäh­rend der Wundermann diese Veranstaltungen leitete, und nicht selten dursten sie einen magischen Spiegel sehen, aus dem Konrad Rostert, wie er sagte den jeweiligen Zustand der Abgeschiedenen abzulesen vermochte. Daß diese Zusammenkünfte in der Nacht Unberufen wurden, verstärkte den ihnen eigenen Schimmer des Mystischen, und das tat allerdings vok, weil bei dem Graben nach verborgenen Schätzen, das unter Anwendung umfangreicher Ge­betsübungen vor sich ging, kein anderes Geld ge­funden wurde als jenes, das auf dem nach Schluß der Zeremonie herumgehenden Teller als Honorar für ^ben Propheten und Magier klimpernd sich

Sie ließen sich in der Ueberzeugung, es mit einem wirklichen Adepten geheimer Lehren und Künste zu tun gehabt zu haben, auch nicht irre machen, als eines Tages herauskam, daß Konrad Rostert vor den Häschern der fürstbischöflichen Regierung schuld­bewußt entwichen war. Auf mehreren Hügeln un­weit von Fulda wurde weiterhin, ungeachtet der Abwesenheit des Meisters, fleißig gegraben, aber in einer Nacht des Jahres 1784, als die Konradus­brüder wieder einmal eine rituelle Zusammenkunft in der alten Ziegelei hatten, kamen sie nicht wieder so heraus, wie sie es gewohnt waren: der Bau war in aller Stille von Soldaten umzingelt worden, denen es ein Leichtes war, die Anhänger des flüch­tigen Konrad Rostert festzunehmen, und die weit- lichen und geistlichen Gerichte taten das Nötige, um die Verführten durch Gefängnishaft und Kirchen- buße zur Vernunft zu bringen. Ist es auch schmerz­lich, einsehen zu müssen, einem Gauner ins Garn

sündigt gegen die Bestimmungen, und bas weni­ger aus Unkenntnis, als aus Gleichgültigkeit. Der Verkehr erfordertgegenseitige Rücksichtnahme aller auf alle"! Um diesen Grundsatz zum Allgemeingut zu machen, muß weiter an der Erziehung zur allge­meinen Verkehrsordnung gearbeitet werden, Die diese Rücksichtnahme in sich einschließt. Wenn es in Güte nicht geht, muh die Härte des Gesetzes Platz greifen. Die Verkehrserziehungswoche war ein Weg der Güte, und da sie den erwarteten Erfolg nicht ge­bracht hat, muß der zweite Weg gegangen werden.

Doch vor Strafe kann sich jeder schützen, wenn er sich mit den Verkehrsbestimmungen vertraut macht und sie auch beachtet; nichts leichter als beides.

Durch strenge Derkehrsdisziplin wird die Dolks- kraft unter Ausschaltung aller vermeidbaren Ver­luste an Lebens- und Sachwerten erhalten! Deshalb arbeite jeder im Interesse seines Vaterlandes an der großen Aufgabe mit!

gegangen zu sein, so bleibt es doch wiederum heil­sam, aus dem Verließ des Irrtums, hätte es auch noch so kunstvoll den Geist umnebelt und umbun» feit, wieder ins Tageslicht getrieben zu werden, das die Wahrheit auftlärt. Die Ziegelei als eine Stätte fruchtloser nicht nur, sondern auch schädlicher Ver­bohrtheit in einen Wahn, den die Nachwelt als eine Massensuggestion deuten könnte, wurde der Erde gleich gemacht. Konrad Rostert seinerseits, der sich ins Mainzifche begeben hatte, wurde dort als­bald in einem Taubenschlag, in dem er sich ver­borgen hielt, dingfest gemacht. Das Urteil des in Mainz vollzogenen Prozesses gegen ihn als gegen einen ßeutebetrüger lautete auf lebenslängliches Gefängnis. In feinen Mauern, wo es nun vollends nicht mehr lohnte, nach angeblichen Schätzen zu graben, vorgespiegelte Geister zu beschworen und scheinheilige Gebete zu leiern, ist er denn auch im Jahre 1790 gestorben, ohne ein anderes Vermächt- nis zu hinterlassen als die blasse Erinnerung eines gauklerischen Lebens, in dem freilich die Verstört- heit einer ganzen Zeit ihren seltsamen Widerschein gefunden hat.

Der Hess. Staatsminister Jung hat eine Aus­führungsverordnung zur Verordnung des Reichspräsidenten über bte Ver­leihung von Rettungsmedaillen er­lassen. Darin wird im Einvernehmen mit dem Reichsminister des Innern folgendes bestimmt:

§ 1. lieber jede Lcbensrettung, bei der die Ver­leihung der Rettungs- oder Erinnerungsmedaille, eine Geldbelohnung ober öffentliche Belobigung in Frage kommt, ist bem Hessischen Staatsministerium, Ministerialabteilung Ib (Innere Verwaltung) von Amts wegen mit größter Beschleunigung zu berich­ten. Zustänbig für die Berichterstattung ist bas Kreisamt, in dessen Bezirk ber Retter wohnt. In den Städten Darmstadt, Mainz, Offenbach a. M., Worms und Gießen tritt an die Stelle des Kreisamtes die Polizeibirektion. Hat ber Retter seinen Wohnsitz im Auslanb, so ist örtlich zuständig die Behörde, in deren Bezirk der Rettungsort liegt. Der Bericht muß enthalten:

a) den Zunamen und den Rufnamen, den Stand oder Beruf und den Wohnort des Retters, sein Lebensalter zur Zeit der Rettungstat und seine Staatsangehörigkeit;

b) den Tag und den Ort der Rettung;

c) eine Schilderung der Rettungstat unter An­gabe des Namens, des Berufs, des Alters und des Wohnorts des Geretteten und aller Um­stände, die zur Beurteilung der Rettungstat von Wert sind;

d) ein kurzes Urteil über die Würdigkeit des Retters;

e) eine Stellungnahme ber berichtenden Behörde.

Dem Bericht sind die Ermittlungsverhändlungen einem Heft beizufügen.

8 2. Die Ermittlungen sind in jedem Einzelfall besonders darauf zu richten, ob alle Voraus- setzungen für die Auszeichnung gegeben find. Zu diesem Zweck sind Retter und Geretteter, sowie die sonstigen Augenzeugen ausführlich über den Tatbestand zu vernehmen. Den Verhandlungen ist erforderlichenfalls eine behördlicherseits herzustel- lende, einfache Handzeichnung beizufügen, welche die Oertlichkeit veranschaulicht, und in der na­mentlich bei Rettung aus Wassernot die in Be­tracht kommenden Entfernungs- und Tiefenver­hältnisse durch Zahlenangaben ersichtlich gemacht sind. Bei Rettungstaten im Rhein, Main und Neckar ist das zuständige Wasserbauamt gutachtlich zu hören.

»Die Töchter Ihrer Erretten,

Dieser Film, den Reinhold Schänzel für die Ufa gedreht hat, ist eine hübsche und wohlgelungene Sache. Die Vorlage für das Buch von (E. Surrt bot ein BühnenstückDie kleine Trafik", das uns nicht bekannt ist, und dessen Verfasser im Programm auch nicht genannt wird. Man kann deshalb nicht abschatzen, wieviel der Film übernommen hat und was er aus eigenen Mitteln leistet; jedenfalls kam eine Handlung zustande, die zwar von dem er­probten Motiv der Verwechslungen und Mißver- ständnisse reichlich Gebrauch macht, aber auf eine gefällige und theatralischmirffameÄrt,und außerdem haben die Lustspielfiguren dieser wienerischen Ge- schichte eine Menge kleiner, volksstückmäßiger Züge von erwärmender Menschlichkeit und Natürlichkeit, wie z B. die von der inzwischen verstorbenen Hansi Niese gespielte verwitwete Generalin mit ihrer "Trafik und ihren zwei Töchtern, die ihr so müt­terliche Sorgen bereiten; ober das von Hans Mo­ser mit diskretem Humor echt wienerisch ausge- stattete kleinbürgerliche Original Anton. Es wird überhaupt sehr hübsch und angeregt gespielt, und in den Hauptrollen sieht man sogar Käthe von Nagy (mit liebenswürdigem Temperament) und Willy Fritsch, für den die Rolle des jüngeren Grafen Marenzl nach Maß gemacht zu sein scheint. Den älteren spielt Gustav Waldau; es ist ein Vergnügen, ihnnachtmahlen" oder telephonieren

Satz 2 der Verordnung des Reichspräsidenten) nur, wenn die sonstigen Voraussetzungen für die Ver­leihung der Rettungsmedaille am Bande gegeben sind. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, entschei­det der Reichspräsident. Die Belobigung wird durch den Staatsminister, und zwar bei Schülern und Schülerinnen stets durch Vermittlung der Schule ausgesprochen. Die Rettungsmedaille am Bande wird den Jugendlichen nach Vollendung des 18. Lebensjahres nur verliehen, wenn er nach feiner ganzen Führung in der Zeit bis dahin sich der Verleihung dieser Auszeichnung würdig gezeigt hat.

§ 5. Die Rettungsmedaille am Bande und die Erinnerungsmedaille werden nicht nur für Ret­tungstaten verliehen, bei denen bestimmte, nament­lich feststehende Personen aus Lebensgefahr gerettet worben sind, sie können vielmehr auch bann er- wirkt werden, wenn ber Retter eine offensichtliche große Gefahr für Leben unb Gesunbheit von einem unbestimmten Personenkreis abgewendet hat.

8 6. ©er Verleihung der Rettungsmedaille ober Erinnerungsmebaille ist nicht roürbig, wer eine mit bem Verlust ber bürgerlichen Ehrenrechte verbun­dene Verurteilung erlitten, ober sich in Vaterlands- feindlichem Sinne betätigt hat. Die Tatsache einer gerichtlichen Bestrafung schließt die Verleihung dann nicht ohne weiteres aus, wenn die Straftat nicht Ausfluß einer ehrlosen Gesinnung war, wenn sie keine allzu schwere gewesen ist, ober bereits län­gere Zeit zurückliegt.

§ 7. Die Medaillen und Verleihungsurkunden und die Belobigungsurkunden werden durch das zuständige Kreisamt, in den Städten Darmstadt, Mainz, Offenbach, Worms und Gießen durch die Polizeidirektion ausgehändigt. Hat der Retter sei- nen Wohnsitz im Ausland, so regelt der Reichs- Minister des Innern die Aushändigung der Aus­zeichnung.

Reichs-, Staats- und Gemeindebeamte erhalten die Medaillen durch Vermittlung der vorgesetzten Dienstbehörde, Schüler und Schülerinnen durch den Leiter der Schule.

Von der Polizeidirektion Gießen wird uns mitgeteilt:

Kampf dem Verkehrsunfall!" Das war die Pa­role, die vom Reichsministerium für Voltsaufklä­rung und Propaganda anläßlich der Derkehrs- erziehungswoche im Juni ausgegeben wurde. Diese Verkehrserziehungswoche, die im gan­zen Reich durchgeführt worden ist, hat Erfahrungen gebracht, die der breiten Öffentlichkeit betanntgege- ben werden müssen.

3n Gießen

wurden in der Verkehrserziehungswoche folgende Erziehungsmaßnahmen und Veranstaltungen durch- geführt: Belehrung und Verwarnung sämtlicher Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Rad- und Motor­radfahrer, Kraftfahrer und Führer von Fahrzeugen anderer Art) bei Verletzung von Verkehrsvorschrif­ten durch Polizeibeamte, aufklärende Artikel in der Presse, Verteilung von Merkblättern über die Ver­kehrsregeln, Plakatierung, aufklärende Vorträge usw. Hierbei hat es sich gezeigt, daß viele Verkehrs- teilnehmer nicht einmal die grundsätzlichsten Der- kehrsbestimmungen beherrschen, daß selbst in Krei­sen alter Fahrzeugführer grundverschiedene Ansich- ten über einzelne Verkehrsbestimmungen bestehen. Die Durchführung der Verkehrserziehungswoche war deshalb eine Notwendigkeit. Nachdem sie nun-

©er Fußgänger

hat nicht viel angenommen; wenn er auch an belebten Straßenkreuzungen achtsamer gewor­den ist, so sagt das wenig. Immer noch sieht man ihn sich sorglos auf der Fahrbahn bewegen und Bürgersteig oder Fahrbahn durch hinderndes Auf- tellen versperren, oder sich auf den Bürgersteig links, anstatt rechts fortbewegen. Gerade der Fuß­gänger, ber am meisten den Verkehrsgefahren unter­liegt, sollte schon in seinem eigenen Interesse mehr Derkehrsdisziplin wahren.

Der Radfahrer

war von jeher das Sorgenkind. Aus ber Verkehrs­erziehungswoche hat er offensichtlich nichts ge­lernt. Noch immer rast er burch bie Straßen, fährt nicht rechts, schreibet bie Kurven, fährt in engen Verkehrsstraßen im Rubel, hat bei Dunkel­heit kein Licht unb keinen Rückstrahler, unb glaubt im übrigen, daß sich ber ganze Verkehr nach ihm zu richten hat.

Der Kraftfahrer

hat seine Verkehrsbisziplin im allgemeinen gebessert. Das soll nicht heißen, baß bei ihm keine Mängel mehr vorliegen. In ben belebtesten Straßen und an ben belebtesten Straßenkreuzungen hat er auch ohne Verkehrsregelung bie wenig- ten Unfälle, nur beshalb, weil er achtsam ist unb langsam fährt. Finbet er eine wenig belebte Straße, bann geht es mit erhöhter Geschwinbigkeit bavon unb an ber nächsten Kreuzung hat sich schon ein Unfall ereignet. Deshalb innerhalb geschlossener Ortsteile langsam fahren; 10 ober 15 Kilometer mehr machen bei einer Ortsburchfahrt wenig aus, beim Eintreten eines unvorhergesehenen Umftanbes aber viel! Im übrigen ist auch ber größte Teil ber Unfälle auf ber Lanbstraße auf zu große Geschwin- biakeiten zurückzuführen. Erst bie Reichsautobahnen lassen eine volle Ausnutzung ber Maschine zu.

Der Motorradfahrer

verursacht im Kraftfahrzeugverkehr nach wie vor inteilmäßig bie meisten Verkehrsunfälle. L a n g umfahren i ft i h m nicht gegeben, trotzbem er bie Hauptursache seiner Unfälle bie übermä­ßige Geschwinbigkeit kennt. Oft wächst er sich durch bas mit seiner Maschine verursachte Geräusch zu einem Störenfrieb ber allgemeinen Ruhe aus, besonbers zur Nachtzeit kann er Ruhebebürftigen eine Plage sein, wenn er bei ber Abfahrt vom

vor dem Eintritt des Winters unter Dach gebracht wirb.

Alretd Wetzlar

O Robheim a. b. Bieber, 7. Aug. Vor 25 Jahren wurde die hiesige Kleinkinderschule eröffnet, nachdem bereits 1905 eine Krankenpflege­station eingerichtet war. Ein Haus nebst Garten und anstoßendem Bauplatz konnte erworben wer­den und 3roar alsEvangelisches Gemeindehaus Bethanien . Ferner wurde ein schöner geräumiger, lichter Saal für die Kleinkinderschule angebaut, an welchen sich ein schattiger Spielplatz für die Kin­der anschloß. Am 19. Juli 1909 konnte das Ge­meindehaus und die Kleinkinderschule eingeweiht werden. Dem dankbaren Gedenken an den von die­ser Stätte ausgehenden Segen war das F e st der Inneren Mission, verbunden mit der Feier des 25jährigen Bestehens der Kleinkinderschule, ge­widmet. Im Festgottesdienst predigte Pfarrer Eichhoff, Wiesbaden, wobei der Gemischte Chor unter Leitung von Lehrer Plumer bie Psalmen 121 und 23 vortrug. Der Nachmittag galt vor allem der Kleinkinderschule, welche unter Dor­antritt des Posaunenchors und gefolgt von vielen Gemeindegliedern in lieblichem Festzua zum Gar­ten des Gastwirts Bechtold zog. Dort zeigten die Kinder unter Leitung von Schwester Minna im Spiel Märchenbilder und gymnastische Uebun« gen, die Mäbchenjungschar trug ein Lied vor und der Gemischte Chor den 103. Psalm. Während die Kinder mit Kaffee und Kuchen bewirtet wurden, hielt Dfarrer Eichhoff und die einstige erste Kinderschwester Thekla Harth sowie der Ortsgeist­liche eine Ansprache. Am Abend versammelte sich die Gemeinde im Saalbau B ender zu einem Ge­meindeabend, ber burch eine Reihe kraftvoller Ge­sänge unseres beinahe 80 Mann starken Gesang­vereins unter Leitung von Werkmeister Kümmel verschönt wurde. Die Ansprachen von Pfarrer Eichhoff und Pfarrer Vörnel behandelten das ThemaAufgabe und Arbeit der Inneren Mission im Dritten Reich." Der Leiter der NSV., Reh, und Pfarrer Wiebel von Krofdorf sprachen Erußworte. Es war ein schönes Fest sozialer Volksgemeinschaft, gestellt unter die segnende Hand Gottes. Möge unser Gemeindehaus mit seiner Schwesternstation und seiner Jugend- und Klein­kinderarbeit noch lange zum Segen ber Gemeinbe wirken.

I Walbgirmes, 9. Aug. Das Getreibe ist gebrofchen unter Dach unb Fach. Mit bem Aus­fall ber Ernte ist man zufrieden. Die Stoppelfelder prangen zum Teil schon im Grün von Erbsen, Linsen und Senf als Grünfutter. Man hat in diesem Jahre mehr davon besät, da das Grummet auf trockenen Wiesen spärlich ausfällt. LPD. Kröffelbach, 9.Aug. Beim Verladen von Frucht an der Dreschmaschine stürzte der Land­wirt Friedrich Claudy so unglücklich von einem Wagen, daß er in einevierzinkige Gabel fiel, die ihm in den Unterleib etnbrang. In bedenklichem Zustand wurde er ins Kranken­haus eingeliefert.

Kreis Marburg.

* Hassenhausen, 9. Aug. Der Landwirt und Weichensteller i. R. Heinrich Schneider wurde auf der Landstraße bei Bellnhausen von einem ihn überholenden Lastkraftwagen erfaßt und zur Seite geschleudert. Da die Nummer des Kraft­wagens nicht zu sehen war drei Radfahrer hat­ten sich an den Wagen angehängt konnte der Führer des Kraftwagens, der sich nicht um den Verunglückten bekümmerte, nicht gleich festgestellt werden. Den Bemühungen der Marburger Polizei gelang es aber, den Inhaber des Wagens zu er­mitteln. Der Verunglückte mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Er erlitt' Hautabschürfungen und außerdem starke Blutergüsse an einem Arm und einem Oberschenkel.

Dillkreis.

LPD. Herborn, 9. Aug. Im Laufe des Don­nerstags gingen über das Dillgebiet unb ben We- < ftermalb ungewöhnlich schwere Gewit - ter mit wolkenbruchartigem Regen nieber. In ber Ortschaft Roth würbe burch B i tz s ch l a g eine ge« rabe mit ber neuen Ernte gefüllte Scheune in Vranb g e ft e cf t unb vernichtet. Die rasch , eingreifenbe Feuerwehr konnte ein Uebergreifen 1 ber Flammen auf bas Wohnhaus verhinbern.

Konrad, der Gaukler.

Eine Schatzgräbergeschichte.

Von Will Scheller.

Es war einmal ein Mann, dessengleichen es frei« sich vorher und nachher gegeben hat und noch immer geben soll, ber meinte, Geld verdienen wäre wohl schön, aber Geld verdienen ohne Arbeit noch viel schöner. Deshalb freute es ihn denn auch, frühzeitig das erlernte Handwerk eines Büttners aufgeben und in die Familie eines Weinhändlers heiraten zu können, der dem Schwiegersohn die behaglichere Aufgabe zuwies, für feine Ware zu reifen. Jedoch, wie es immer im Leben geht, wenn einer feine rechte Stetigkeit aufbringt für seine Tage, auch diesen Konrad Rostert, der aus dem Badischen in die Pfalz eingeroanbert war, hielt es auch bei bequemeren Verrichtungen nicht lange. Daß das Geld überhaupt erst verdient werden sollte, ließ ihn ein regelmäßiges Bemühen darum gar nicht lohnend erscheinen. Darum machte er sich bald wieder, als ihm etwas andres eingefallen war, davon von Frau und Kindern und zog als einer durch die Lande, der den Leuten als Künder verborgener Weisheit eben dasjenige verspricht, das auch ihnen von je zu je durch allerhand ge­heimnisvolle Mittel schleuniger erreichbar dünkt als auf jenen etwas steinigeren Wegen, die erst nach etlichem Schweiß und mitunter spät zum Ziele führen.

Haben die Menschen schon ihrer Natur nach die Neigung, anzunehmen, daß es Vieles gibt, das fei- neswegs offenkundig und dennoch wahr unb wirk- lich ist, was denn allerdings nicht immer bestritten werben kann, so zeigt sich diese Eigenschaft in einer gewissen Gereiztheit namentlich in Zeiten ber Un­ruhe und der Verwirrung. Im achtzehnten Jahr­hundert, in dem, obwohl die Wunden des Dreißig­jährigen Krieges noch kaum verharscht waren, neue Waffengänge und sonstige Anfechtungen eines frieb« famen Lebens das deutsche Dasein abermals be­drohten, war das Wunschgefühl verbreitet, es möchte möglich fein, zu schauen, was in künftiger Zeit, und zu gewinnen, was in verborgenem Raum sich finde; wer die Kraft habe, sei es durch frommes Gebet zu Gott, sei es durch die Beschwörung hölli­scher Geister, bie Geheimnisse der Erde unb ber Zukunft aufzubecken, bem, so meinten viele, sei große Macht verliehen über das Glück seiner Mit­menschen. So fand Konrad Rostert, als er auf sei­nen Kreuz- und Querzügen nach Fulda kam, auch dort einen Boden, gut vorbereitet, um in ihm den