Nr. 185 Erstes Blatt
184. Jahrgang
5rettag.lv. August 1954
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Metzener Anzeiger
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Deutschland willZrieden
Don unserer Berliner Redaktion.
Verstaatlichung der Gilbervorräte in Amerika.
Senator Thomas erklärt: „Sturz der Wettherrschast des Goldes"
bereits Freitagabend nach Wien zurück.
kehrt
zenmuhlen, berufen. Die Bestell g ^upwereini- I Weiterreise zu seinem alljährlichen Kurgebrauch AnalerdeutschenGetreidewirtschaft bleibt vor» wird der russische Auhenkommissar auch Pans be» behalten. Ferner hat der Reichsminister für Ernah-1 rühren.
Man muh also erwarten, daß die österreichische Re» gierung auch in Zukunft alles tun wird, was der Mission des deutschen Gesandten zu einem dauerhaften Erfolg verhelfen kann. Das Deutschtum, auf das sich auch die führenden Männer in Wien in ihren letzten Reden beriefen, bildet zwischen Berlin und Wien die Brücke, auf der sich die stamm» verwandten Völker zu ihrem Nutzen und dem ihrer Nachbarvölker zusammenfinden können und müssen. Schuschnigg besucht Gömbös
Berlin, S. Aug. (DNB.) Der Außenkommifsar der Sowjetunion, L i t w i n 0 w , traf heute früh
Gedeihen der Rüst uns. die ungezählten Blutopfer
res Absatzgebiet erhalten und die Unterstützung Chinas, sei es auch nur, um die Japaner zu ärgern, das Dogma der amerikanischen Politik ist.
Wo bleibt die „Prosperity"?
Washington, Mitte Juli.
Die kommenden Herb st wählen sind das Tagesgespräch der Amerikaner. „W erden die V e r° einigten Staaten für oder gegen die R 0 0 s e 0 e l t s ch e Politik st i m m e n ?" so lautet die Frage. Wird der gegenwärtige Kurs beibehalten, oder ist ein Umbruch in radikalsten Kollektivismus zu erwarten?
Selbst derjenige, der mit der gegenwärtigen (Stimmung der amerikanischen Bevölkerung noch so vertraut ist, wird auf diese Frage keine hundertprozentig sichere Antwort geben können. Daß allerdings eine Radikalisierung in der individualistischen oder kollektivistischen Richtung zu erwarten steht, darf mindestens als wahrscheinlich bezeichnet werden. Denn die Politik, die Roosevelt nun schon seit über einem Jahr ver-
rung und Landwirtschaft zu seinem Beauftragten bei den Zusammenschlüssen der deutschen Getreidewirtschaft Herbert Daß» ler, dessen Betrauung als Beauftragter bei der Wirtschaftlichen Bereinigung der Roggen- und Wei- zenmühlen daneben bestehen bleibt, und zu dessen Stellvertreter Georg Reichert, Abteilungsleiter im Stabsamt des Reichsbauernführers, ernannt.
Macdonald in Neufundland.
St. Johns (Neufundland), 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der britische Minister- Präsident und seine Tochter sind Donnerstagabend an Bord des britischen Kreuzers „Dragon hier eingetroffen. Macdonald ist der erste britische Ministerpräsident, der Neufundland einen Be- such abstattet.
Litwinow auf der Durchreise in Berlin.
Ungarische Ehrung der deutschen Gefallenen.
Berlin, 9. Aug. ® j [ 31 r-
fjaber b e rs „” "„ t bder in Begleitung des meß, v°n Karpa^yy fönig(i$ ungarische Majors von S 3 , ? t>en Beisetzungsfeierlich-
Regierung und 21 mc* « (b arf$a([ von Hindern ketten für den Generals ^jreten hatte, legte bürg am Tannenbergdenrnm ^renmaI einen am Donnerstagmitt^g ^ll geschmückte Lor- Kranz medr. D ^^eihroten Schleifen die beerkranz tragt ^n»Kn Melden der ruhmreichen Inschrift. --Den 6 I königlich ungarische Honved." deutschen hatle -ine Kompanie des
^eIm>nrhreniment5 Aufstellung genommen. Berliner Wachreg ment i » h General. ^o"umnburflr, begrüßt- die ungarischen
Wien, 9. Aug. (DNB.) Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat sich Donnerstag nachmittag in Begleitung feiner Gattin und des Staatssekretärs für Unterricht Dr. Pernter und seines persönlichen Sekretärs im Flugzeug nach Szegedin begeben, um dort der Aufführung des ungarischen Nationalschauspiels „Die Tragödie des Menschen' von Nadach beizuwohnen. Bundeskanzler Dr. Schuschnigg wird sich anschließend am Freitag nach Budapest begeben, um Ministerpräsident Gömbös einen Besuch abzustatten. Der Bundeskanzler
Berlin, 9. August (DNB.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und Reichs- bauernführer, R. Walther DarrS, hat zum Dor- sitzenden der Hauptvereiniaung der deutschen Getreidewirtschaft den Leiter der Reichshauptabteilung 4 des Reichsnährstandes, Karl Vetter, und zu dessen Stellvertreter Staatsrat
folgt und die in ihrer Methodik eine Mittellinie zwischen Kollektivismus und Individualismus einzuhalten bemüht war, hat in keiner Hinsicht und in keiner Richtung zu dem Erfolg geführt, den man auf der einen Seite versprochen und auf der anderen Seite erwartet hat.
Man bedenke zum Beispiel einmal, daß Roosevelt bei seinem Regierungsantritt die Arbeitslosigkeit als „den nationalen Feind" bezeichnete und daß er gleichzeitig versprach, in der Beseitigung dieses Hebels die Richtigkeit seiner Maßnahmen unter Be- weis zu stellen. Nun ist es gewiß keine Frage, daß Roosevelt sich eifrigst um Erfolg bemüht hat, daß er kein Experiment unversucht gelassen hat. Man bedenke zum Beispiel, daß Roosevelt im letzten Haushaltsjahr über vier Milliarden Dollar als Ar- deitsbeschaffungs- und Unterstützungsgelder an In- dustrie, Banken, Farmer und Notstandsarbeiter gegeben hat. Ader auf der anderen Seite ist es ebenso keine Frage, daß das Resultat der Rooseveltschen Maßnahmen in, keinem Verhältnis zu den Bemühungen steht und daß die Statistiken, trotz aller rech- nerischen Manipulationen, noch immer f a ft 11
Militärs, die in schlichter, grüngrauer Uniform mit Stahlhelm erschienen waren. In ihrer Begleitung befand sich der ungarische Militärattache in Berlin, Oberstleutnant von M i k l a s. Unter den Klangen des Präsentiermarsches schritten die ungarischen Offiziere die Front ab, um sich dann zusammen ,n das Ehrenmal zu begeben. Anschließend nahm der Oberbefehlshaber der königlich ungarischen Armee, von Karpathy, den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie ab.
Oie Führung der deutschen Getreidewirtschast.
Die Regierung Schuschnigg hat das Agrement für Herrn von Papen erteilt. In den nächsten Tagen wird Herr von Papen als Adolf Hitlers Sondergesandte nach Wien abreifen; unmittelbar darauf dürfte er vom österreichischen Bundespräsidenten M i f l a s zur Überreichung seines Be- glaudigungsschreibens empfangen werden. Der erste Schritt zu einer Neuregelung der deutsch-öfterreichi- fchen Verhältnisse ist getan.
Der bisherige Vizekanzler geht einen schweren W e g. Wir wollen es als Tatsache unterstellen, daß die offiziellen Persönlichkeiten in Wien wirklich ernsthaft bestrebt sind, auch ihrerseits im Sinne der Sondermission alles zu tun, um der Rückkehr normaler Beziehungen zwischen den beiden Brudervölkern den Weg zu bereiten. Aber selbst diese Bereitwilligkeit als Voraussetzung angenommen, türmen sich die Schwierigkeiten zu Bergen. Es ist ein offenes Geheimnis, daß die innerpolitische Lage Oesterreichs schlimme Formen angenommen hat; nach den Aeußerungen maßgebender,Po- lititer in England ist das europäische Pulverfaß aus den Schluchten des Balkans zum Ballhausplatz in Wien transportiert worden. Die Wiener Regierung ist zur Zeit unter Anwendung ihrer äußersten Machtmittel bestrebt, ihre Autorität zu wahren. Man weiß aber, daß die Heimwehren ihre Aufgabe darin sehen, schrankenlos unter allen ihren Gegnern aufzuräumen, ganz gleichgültig, ob dadurch die Siedehitze des Dolkszornes immer mehr geschürt wird. Auch die wirtschaftlichen Zustände tragen dazu bei, die unübersehbare Reihe der Fragezeichen zu vermehren. Im Hintergründe lauert das Gespenst der internationalen Anleihe. Vor den Toren stehen italienische Heere. Die Legitimisten rüsten sich zum Staatsstreich. Frankreich und die Kleine Entente beobachten die Sachlage mit großem Mißbehagen. . ..
Es wird unter diesen Umstanden der ganzen Yin- gebenden Geduld und des diplomatischen Geschicks des deutschen Sonderbeauftragten bedürfen, um durch dieses Dickicht von Wirrnissen einen schmalen Pfad zum Baume der Erkenntnis zu bahnen. Eines aber ist sicher, daß es uns an gutem Willen fürwahr nicht f e h 11, den Grenzverkehr nach drüben endlich wieder freundlicher zu gestalten, nicht zum wenigsten deswegen, um dem gemarterten Deutschtum Entlastung und Hilfe zuteil werden zu lassen. ,
Es ist zu begrüßen, daß das Kabinett Schusch - n i g g sich durch fremde Einflüsse, an denen es wohl nicht gefehlt haben mag, nicht hat bewegen lassen, das Agrement für Herrn von Papen zu verweigern.
Otto von Habsburg in Kopenhagen.
Kopenhagens. Aug. (DNB.) Erzherzog Otto von Habsburg, der am Mittwochabend völlig unerwartet in Kopenhagen aufgetaucht ist, wollte ursprünglich bereits Donnerstag morgen nach Schweden Weiterreisen. Inzwischen hat jedoch der Erzherzog, der von dem Grafen Heinrich von Degenfeldt und dem ungarischen Markgrafen Alexander Betlavicini begleitet wird, sich entschlossen, seinen Aufenthalt in Kopenhagen für unbestimmte Zeit zu verlängern. In der dänischen und skandinavischen Oeffentlichkeit hat der Aufenthalt des Erzherzogs in Kopenhagen großes Auf» sehen erregt. Besonders interessiert man sich auch in der hiesigen Presse für die Hintergründe dieser Reise. Im Zusammenhang damit wird eine Meldung aus London wiedergegeben, wonach die Reise auf den Rat der ö st e r r e i ch i s ch e n M o n a r ch i st e n und gewisser italienischer Kreise unternommen worden sei mit dem Zweck, daß der Erzherzog sich während der Erörterungen über eine Rückkehr der Habsburger auf den österreichischen Thron an einem neutralen Orte aufhalte. In dem Hotel des Erzherzogs haben sich im Laufs des Donnerstag verschiedene in Kopenhagen lebende Oesterreicher emgefunben. Unter ihnen befand sich auch der österreichische Generalkonsul in Kopenhagen.
Nur böser Wille und planmäßige Verhetzung vermögen aus den Friedenskundgebungen des Fü'hrers und Vvlkskanzlers Adolf Hitler am Sarge des toten Helden von Tannenberg den vergifteten Honig schamloser Verdächtigungen zu saugen. Einige Tage lang, während die Bahre des verewigten Reichspräsidenten noch über der Erde stand, haben die feilen Gazetten in Frankreich und Oesterreich geschwiegen. Auch sie konnten es sich nicht leisten, in die Teilnahmebezeugungen einer ganzen Welt die Brandfackeln ihres Hasses hineinzuschleudern. Sie mußten schweigen und mußten abseits stehen in diesen Tagen, die der Besinnlichkeit und der Rückschau geweiht waren.
Kaum sind die 101 Salutschüsse von Tannenberg verhallt, kaum läuft wieder die Maschinerie der Diplomatie und Politik ihren üblichen Gang, da brechen sie wieder hervor aus dem Hinterhalt, da überschütten sie eine blindgläubige Leserschaft wieder mit ihren Märchen und Verleumdungen.
Nichts war eindeutiger als der Friedensappell des Führers vor dem versammelten Reichstag, nichts war ehrlicher und überzeugender als die Unterredung Adolf Hitlers mit dem Reiseberichterstatter der großen englischen Zeitung „Daily Mail". Jedermann, der überhaupt die politischen Zusammenhänge kennt, weih genau, von welch tiefer Friedensliebe der dahingegangene große alte Mann gewesen ist, jeder weiß aber auch, daß der tapfere Frontkämpfer Adolf Hitler den Krieg als das größte nationale Unglück betrachtet, das überhaupt für Deutschland kommen könnte. v ri .
Das „Hofiana" der Kriegsindustrien m aller Welt gilt der unablässig sich steigernden Aufrüstung; die Schwerindustrie in den hochgerusteten Ländern hat ein greifbares Interesse daran, eine Befriedung Europas und der Welt zu hintertreiben. Was liegt näher als das „Kreuziget ihn!" auszusprechen gegenüber einem Deutschland, das noch behaftet ist nut demi Makel der Krieasschuldlüge, den uns das Schanddiktat von Versailles aufdruckte. Man zehrt noch von der Greuelhetze der ersten Kriegsjahre, man setzt den Greuels eldzug fort, und das geduldige Publikum ist angewiesen auf die Leitartikel der Blatter, die offenbar im Solde machtvoller Jnteressenten-
f t geplant scheint dem österreichischen von Habs-
Papens Mission in Wien
Don unserem Berliner H. W.-Milarbeiier.
Auge haben, sondern nur W°hlergehen^und Oebeiben der R u^ungs$ J H^rie'ges um ,o leichter" wiegen als nur Me h^/und
sie ihre einträglichen Geschähe gern« - - noch machen wollen.
daß die Verstaatlichung der Silbervorräte eine internationale Währungsverständi- g u n g herbeiführen werde, die den Beginn eines neuen „Zeitalters der Prosperität" bedeute. Die Verstaatlichung der Silbervorräte in den Vereinigten Staaten bedeute, daß die st ä r k st e und reich sie Nation beschlossen habe, Silber in größerem vlaßstabe als Währungs- m e t a I l zu benutzen. Dies werde die anderen Völker veranlassen, eine ähnliche Politik zu befolgen. Thomas schätzt, daß die amerikanische Regierung auf Grund ihres Silberprogramms etwa sechs Millionen Kilogramm Silber übernehmen werde.
Echo aus Paris.
Paris, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die 93er- taatlichung des Silbers in den Vereinigten Staaten hat in Paris, wo sie als neuer Schri11 zur Inflation angesehen wird, nicht überrascht. lieber die Gründe, die den Präsidenten der Vereinigten Staaten zu seinem Schritt veranlaßt haben, stellt „Journal" folgende Mutmaßungen an:
In drei Monaten werden die e r ft e n Wahlen nach der Amtsübernahme des Präsidenten ftatt- inden, und nun steht fest, daß trotz feines guten Willens und trotz aller Anstrengungen der amerikanische Staatschef nicht alle Wähler zufriedenge- stellt hat.
Durch die Verstaatlichung des Silbers erfüllt Roosevelt die Wünsche der Bundesstaaten, die zu den größten Silbererzeugern der Welt gehören, und gleichzeitig auch die Wünsche der Farmer, da die Maßnahmen unmittelbar eine beträchtliche Steigerung der Getreide-, Baum- woll- und Kautschukpreise zur Folge haben müssen.
In Wahlzeiten fallen derartige Beweismittel stark ins Gewicht. Das ist die politische Seite der DPC°nf inanziellen Standpunkt aus hat Roosevelt durch die Verbreite r u n aber M e tallbafis auf die er den Dollar stellen roirb, offensichtlich 'dessen Jnflationsmöglichkesten erhöht.
Die Maßnahme will schließlich auch große Rückwirkungen aus gewisse Handelsmarkte des Fernen Ostens, namentlich auf den Wirtschaftsaustausch zwischen China und den verewigten Staaten haben. Die Rolle, die das Silber künftig in der amerikanischen Wirtschaft spielen wird, wird es China erlauben einer der wich- tigsten Abnehmer der Vereinigten Staaten zu werden.
Auch das ist nicht zu unterschätzen, da die arnen- kanischen Erzeugnisse auf diese Welse g h
aruppen stehen. .,, .
Es ist dem Frieden in der Welt nicht damit gedient daß jede noch so eindringliche Geste des deutschen Staatsoberhauptes, daß jedes noch so konkrete Friedensangebot unbesehen ausgeschlagen und mit niederträchtigem Sophismus ms Gegenteil verdreht wird. Auf dem großen Weltkongreß der Baptisten, der soeben m Berlin taat haben die Vertreter von 60 Nationen aus allen Teilen der Welt immer wieder zum Ausdruck gebracht, wie überaus groß die freudige Ueber- raschung für sie alle gewesen »st. Deut ch land als ein Land friedlicher Arbeit kennen- xulernen Sie alle haben in Gesprächen mit führenden deutschen Politikern und Journalisten eindringlich zur Sprache gebracht, daß die Presse ihrer Länder die Zustände im Dritten Reich genau i n 5 Gegenteil verdreht habe, und daß die Behörden ihnen die größten S ch w i e r igle i t e n bereiteten, als sie sich aufmachen wollten, um nach Deutschland zu reisen. Wenn Manner wie Ward Price und andere Reporter großer ausländischer Pressekonzerne damit beginnen, der Friedenssthnsucht des deutschen Volkes uni) fernes Führers beredten Ausdruck zu verleihen, so mochten wir darin einen Lichtblick sehen; es wäre zu^hoffen und zu wünschen, daß recht viele objektw denkende ausländische Persönlichkeiten von Namen und Rang unser Vaterland besuchten, um sich an Ort und Stelle ein klares Bild zu schaffen und daheim ihre Erkenntnis zum Ausdruck zu bringen.
Wenn man hort,daß der Führer O-sterre.ch- Unabhängigkeit erneut unterstrichen hat und haß er ben hohen ideellen und praktischen Wert einer deutsch-französischen Annahe- rung als unerläßlich bezeichnet, so sehen wir darin eine starke Garantie für die Frie- denspolitik des Reiches. Das Ausland aber bzw. feine übelgesinnte Hetzpresse geht hm und diskreditiert unsere wohlangebrachte Anre^ng, durch eine geheime Abstimmung den wahren Sinn der österreichischen Bevölkerung eindeutig zu er forschen Sie geht hin und phantasiert von geheimen deutschen Rüstungen, um die Anastpchchose im französischen Volke zu erhalten und zu Iteigern. Wa/ soll man aber davon denken, wenn gerade jetzt eine Zusammenkunf n zwischen Mussolini und dem Thronprätendenten Otto bürg? Was soll man davon denken, daß Mar schall^P Hain gerade in diesem Augenblick dazu aufgefordert wird, die Kriegsmacht Frank- r e i ch s, die „veraltet und unzeitgemäß geworden sei, auf einen „modernen Stand" 3" dringen, damit man in aller Zukunft „den deutschen Kommis- stiefel vor den Grenzen der heiligen französischen Republik zum Straucheln bringen könne?
Die Hintergründe der Kriegshetze und der A n t i - F r i e d e n s h e tz e sind viel zu klar als daß man darüber lange zu debattieren brauchte. Deutschland will den Freden und braucht den Frieden; auch das französische, das engli che und das talienifche Volk, sie alle wollen den k r i e d e n. Kriegshetzer und Kriegstrompeter sind bie ©eneralTtäbe und die Rüstungsindu- NrieUen rings umher; Kriegsfansaren blasen nur die besoldeten Schreiber und Redner dieser ge- h°7m?n Machte, di- nicht das Wohl ihres Landes oder das Wohl des europäischen Kontinente im
Washington, 9. August (DJiB.) Präsident Roosevelt hat am Donnerstag eine Verordnung über die Verstaatlichung der Silbervorräte in den Vereinigten Staaten bekanntgegeben. Danach muh alles Silber, das sich am 9. August in den Vereinigten Staaten befindet, innerhalb von 90 Tagen an das Schahministerium abgeliefert werden. Von der Ablieferungspflicht befreit sind Silbervorräte, die für gewerbliche oder industrielle Zwecke oder für die Erfüllung anstehender Kontrakte benötigt werden, ferner Silberbestände, die fremden Regierungen und fremden Zentralbanken gehören, oder verarbeitetes Silber und Silbermünzen der Vereinigten Staaten und des Auslandes. Die Regierung Hal die Ermächtigung erhalten, Silber aufzukaufen, bis der nationale Bestand an Währungsmetall das Verhältnis 25 v. £). Silber zu 75 v. h. Gold erreicht hat.
Senator Thomas, einer der Führer des „Silberblocks" im Senat, begrüßte die Verstaatlichung der Silbervorräte als Sturz der Weltherrschaft des Goldes. Thomas erwartet.


