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Hackfleisch während der warmen Jahreszeit nicht vorrätig gehalten werden, sondern ist bei Bedarf stets frisch herzustellen. Die während der Sommer­monate infolge Genusses nicht einwandfreier Le­bensmittel, besonders aber nicht frischen Hackfleisches, häufig auftretenden Erkrankungen haben Beranlas- sung zu dieser Maßnahme gegeben. Die Polizei­beamten sind angewiesen, die Durchführung der An­ordnung zu überwachen. Gleichzeitig wird auch die Bevölkerung auf die Gefahren, die mit dem Genuß nicht frischen Hackfleisches besonders Pferdehack­fleisches verbunden sind, aufmerksam gemacht und ihr empfohlen, stets nur Hackfleisch zu kaufen, das in Anwesenheit des Käufers stets frisch zube- reitet wird.

Das Schulungslager der Juristischen Fachschaft auf der Burg Gleiberg.

Lin Rückblick.

Wie wir vor einigen Tagen berichteten, fand in der vergangenen Woche auf dem Gleiberg ein Schulungslaaer für Juristen statt, an dem 25 Stu­denten und Referendare teilnahmen. Nach dem Er­öffnungsabend wurde gleich am nächsten Morgen die Arbeit ausgenommen. Das erste Referat hielt der Gaugruppenleiter Hessen im BNSDJ. Regie­rungsassessor Pg. D e n z e r. Er sprach über die Grundlagen der nationalsozialistischen Rechtsauf­fassung. Am Nachmittag wurde unter Leitung von Professor Bley- Gießen das ThemaStaat und Recht" behandelt. Die beiden letzten Tage, die von den Professoren Bötticher und Gallas be­stritten wurden, hatten insbesondere zum Gegen­stand der SchulungDas neue Arbeitsrecht", Erbhofrecht" undStrafrecht". Bei allen Refera­ten, an die sich jeweils eine lebhafte Aussvrache anschloß, stand im Vordergrund die neue Rechts­gestaltung und die Rechtsanwendung.

Vor dem Kameradschaftsabend am Freitag sprach noch Professor D u k e n.

Nationalsozialismus und Weltanschauung" be­handelte der Hochschulgruppenführer des NSDStB., Edler von Graeve, in seinem Referat. Diesem schloß sich ein Vortrag des Amtsleiters für Wissen­schaften K. G. Hartung- Gießen überDie Wirtschaftspolitik im nationalsozialistischen Staate" an.

Am Samstagabend wurde das Lager mit der feierlichen Einholung der Flagge geschlossen. Dabei richteten Professor Bötticher, Direktor Men- ken und der Führer der Gießener Studentenschaft cand. jur. Heinz-J. Adam, der für die Gesamt­leitung des juristischen Lagers verantwortlich zeich­nete, zum Abschluß dieses ersten juristischen Lagers in unserem Gebiet noch kurze Abschiedsworte an die Lagerteilnehmer.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 9. Mai. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 bis 1,35 Mark, Kochbutter 1,10 bis 1,15, Matte 20 bis 25 Pf., Käfe, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) Klasse 8 10%, Klasse 10, Klasse 8 9%, Klasse C 9, Klasse D 8%, Spinat, das Pfund 8 bis 10, Spargel 25 bis 45, Tomaten 45, Zwiebeln 10 bis 15, Schwarzwurzeln 20, Rhabarber 8, Kartoffeln, das Pfund 3% Pf., der Zentner 3 bis 3,30 Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 25 Pf., Tauben, das Stück 50, Salat 10 bis 20, Salatgurken 40 bis 60, Oberkohlrabi 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 15 bis 20, Sellerie 10 bis 35, Radieschen, das Bündel 10 Pf.

Vornotrzcn.

Tageskalender für Mittwoch: Stadt­theater, 19.30 bis 22 UhrDie Förfterchriftl". KDAJ., Bezirksleitung Gießen, 18.30 Uhr, Caf6 Ebel, Schulungsabend mit Vorträgen von Stadt­baurat G r a v e r t und Architekt Völker (Gießen). Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Roman einer Nacht". Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, 16 bis 17 Uhr, Ausstellung. BO. Gießen, 20.15 Uhr,Hindenburg", B.-O.-Abend.

Tageskalender für Himmelfahrt: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Roman einer Nacht". Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand, Ausstellung. Bergschenke, 16 und 20.30 Uhr, Künstlerkonzert.

EinKünstler-Konzertin derBerg- s che n k e am morgigen Himmelfahrtstag wird in unserem heutigen Anzeigenteil angekündigt. Näheres in der Anzeige.

** Straßensperren. Wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten wird die Ortsdurchfahrt Daubringen der Landstraße GießenLondorf vom 11. Mai ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Um­leitung über LollarStaufenberg. Die Provin- zialstraße H o m b e r gBühfeld wird vom 11. Mai ab wegen Ausführung von Pflasterarbeiten für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über SchadenbachDeckenbach Gontershausen Hom­berg

* Silberne Hochzeit. Am heutigen Mitt­woch, 9. Mai, kann das Gastwirtsehepaar August Lamm und Frau Anna, geb. Bergmann, Gast­wirtschaftZum Lamm" am Horst-Wessel-Wall, in bester Frische das Fest der silbernen Hochzeit fei­ern. Herr Lamm und Frau konnten im vorigen Jahre bereits ihr 25. Geschäftsjubiläurn begehen. Seit 26 Jahren ist der Jubilar treuer Bezieher des Gießener Anzeigers.

** Arbeitsjubiläum. Am heutigen Tage kann Frau Marie Schnabel (Wiefeck) auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Firma I. B. Roll, Zigarrenfabrik, Gießen, zurückschauen. Der Jubi­larin wurden viele Glückwünsche zuteil.

** Maienblasen. Bei dem heute vom Turme der Johanneskirche um 19 Uhr stattfindenden Maien- blasen werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Bringt her dem Herren Lob und Ehr: 2. Gott grüße dich: 3. Von des Rheines Strand.

Morgen Frühgottesdienst auf dem Schiffenberg. Am morgigen Himmelfahrtstag findet, wie in den letzten Jahren, in der alten Ka­pelle auf dem Schiffenberg wieder Frühgottesdienst statt. Der Gottesdienst beginnt um 8.30 Uhr. Es wirken mit der Frauenchor Hausen und der Po- saunenchor Watzenbotn-Steinberg. Für die Besucher aus Gießen steht um 8 Uhr am Ludwigsplatz ein Postauto abfahrbereit. Man beachte die heutige An­zeige.

** Christliches Waldfest findet am mor­gigen Himmelfahrtstage an derDicken Eiche" bei Bubenrod von 15 Uhr ab statt. Der Ortsgeistliche von Rodheim a. d. Bieber, Pfarrer V ö m e l, lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zu der Deran- staltung ein.

** D ie Sperrzeiten für Ladenge- s ch ä s t e betrifft eine Bekanntmachung des Elek­trizitätswerks in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die wir die Geschäftsinhaber besonders auf­merksam machen.

** Von einem Motorradfahrer um­gefahren wurde gestern nachmittag in der Bahn- Hofstraße der 19 Jahre alte Weißbinder Ernst H o f- mann von Großen-Buseck. Der bedauernswerte

junge Mann mußte mit einer Fußverletzung nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden.

** D i e durchgehende Arbeitszeit bei der Bezirkssparkasse Gießen wird ab 16. Mai eingeführt. In unserem heutigen An­zeigenteil wird die Neuregelung der Kassestunden bekanntgegeben.

** Die Hessische M i s s i o n s k o n f e r e n z findet am 30. und 31. Mai in Gießen statt. Die erste Versammlung am 30. Mai gilt dem Gedächt­nis des Vaters der Missionswissenschaft W a r n e ck. Oberkirchenrat Zentgraf wird den Vortrag zu Warnecks 100. Geburtstag halten. Am 31. Mai wird Missionsinspektor Dr. K e y s e r über das Thema Unsere missionarische Verkündigung" sprechen. Die Mitglieder-Dersammlung wird einen Bericht des Gießener Oberbibliothekars Professor Dr. Hep- d i n g über den Stand der Missionsabteilung der Universitätsbibliothek und ihre Benutzung bringen. Am Abend wird ein Missions-Gemeindeabend in der Stadtkirche folgen, bei dem Missionsinspektor Dr. K e y s e r von seiner Missionsarbeit auf Neu- Guinea berichten wird. Auswärtige seien auf die Möglichkeit der Benutzung von Sonntagskarten aufmerksam gemacht.

** Aenderung der Gebühren für Fernsprech-Nebenftellenanlagen. Am 10. Mai werden für Fernsprech-Nebenstellenanla- gen der Deutschen Reichspost neue Gebühren in Kraft treten. Um die Einrichtung neuer Neben­anschlüsse zu erleichtern, wird künftig auf die Zah­lung von einmaligen Apparatbeiträgen ganz ver­zichtet. Für die Einrichtung von Nebenstellen sind nur noch die Kosten für die Leitungen beim Fern­

sprechteilnehmer, für die Anbringung der Apparate und den Aufbau der Vermittlungseinrichtung zu erstatten. Für die vorhandenen Nebenstellenan­lagen treten keine Aenderungen ein. lieber die Gebühren und Bedingungen aller Art von Neben- stellen-Einrichtungen geben die Vermittlungsstellen Auskunft.

Amtsgericht Gießen.

Der Hausverwalter im Stahlhelmheim unterhielt am 21. September 1933 dort einen Wirtschafts­betrieb, indem er Getränke gegen Entgelt verab­reichte, ohne im Besitze der dazu erforderlichen be- hördlichen Erlaubnis zu fein. Das Gericht verur­teilte ihn wegen Beihilfe zum Verstoß gegen das Gaststättengesetz zu 25 Mark Geldstrafe. Die Kosten des Verfahrens trägt der Angeklagte.

Wegen Verstoß gegen das Reichsoiehseuchengesetz erkannte das Gericht gegen einen Viehhändler auf 100 M.a r k Geldstrafe. Der Angeklagte stellte eine Kuh, von der er wußte, daß sie tuberkulös war, in seinen Händlerstall zu anderem dort nur vorübergehend untergebrachtem Vieh. Der Antrag des Vertreters der Anklage lautete entsprechend.

Große Strafkammer Gießen.

Wegen Notzucht erhielt der H. R. aus Wieseck ein Jahr Gefängnis. Der Angeklagte brachte von der Kirmes ein Mädchen nach Hause und Ber­ging sich dabei an ihm. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Angeklagten zur Last.

Die Kammer nahm sodann die Einziehung von Falschgeld vor.

Ausruf an alle Arbeitgeber der Stadt Gießen.

Arbeitgeber, beweist euern Sozia­lismus, zeigt, daß Ihr den Nationalsozialismus in Euch ausgenommen habt! Seid Soziali­sten der Tat!

Gebt den Jungarbeitern, die in der Hitlerjugend kämpfen, frei, wenn sie in der Woche vom 19. bis 27. Mai an dem Pfing st lager der Hitler­jugend am Gederner See teilnehmen wol­len! Denkt daran, wie die Sehnsucht eines jeden

jungen Deutschen hinaus geht, die Schönheit der Heimat zu schauen und in sich aufzunehmen. Denkt daran, daß schon vor Jahrhunderten der junge Ge­sell hinauswanderte, um in der Fremde Neues zu lernen und nie Gekanntes zu erfahren. Laßt sie sich ausspannen von der Arbeit des Alltages, draußen in der freien Natur, laßt sie Kraft schöpfen, auf daß sie dann mit frischem Eifer und neuer Freude zurückkehren an ihre Arbeitsstätte. Sie werden es Euch zu danken wissen.

An alle deutschen LebensmilielgeWsle in Gießen.

Die Hitlerjugend hält in der Pfingstwoche am Gederner See ein Lager ab. Um ganz besonders den weniger gutgestellten Junggenossen die Teil­nahme am Lager ermöglichen zu können, wurde der Preis für die Teilnahme am Lager auf eine Mark für die ganze Woche festgesetzt. Daß mit diesen geringen Mitteln in keiner Weise die Ver­pflegung beschafft werden kann, wird wohl jedem, der weiß, was Jungens wegputzen können, klar sein. Wir bitten Euch deshalb um Eure tätige Mithilfe. In dieser Woche werden Hitlerjungen

aus d'en einzelnen Gefolgschaften zu Ihnen kom­men und um eine Spende bitten. Wir können ganz besonders Dauerwaren gebrauchen, z. B. Speck, Erbsen, Bohnen, Nudeln, Salz, Zucker, Tee, Ka­kao, Kaffee usw. Wir danken Euch jetzt schon und versichern Euch, daß alles mitgutem Hunger" ver­zehrt werden soll.

Heil Hitler!

Der Führer des Unterbanns 1/116.

M. d. F. b.: Clarius.

Oberheffen

alsdann noch einen Vortrag über die Mitwirkung der Bürgermeistereien bei der Ernteflächenerhebung, die für die Reichsregierung und die von ihr zu tref­fenden Maßnahmen hinsichtlich des Ex- bzw. Impor­tes sehr wichtig sei. Mit einemSieg-Heil" auf Führer, Volk und Vaterland schloß der Vorsitzende die Versammlung.

Vorgeschichtliche Funde bei Lauterbach.

LPD. Lauterbach, 7. Mai. Bei Arbeiten in einer nahegelegenen Sandgrube fanden Ar­beiter in einer Höhlung unter einer Steinplatte einen ziemlich gut erhaltenen Topf, sowie eine An­zahl Scherben und Kohlenreste. Die ganze Anlage befand sich 20 Zentimeter unter dem Waldboden und läßt nach sachkundiger Ansicht auf ein Brand­grab aus der Zeit der Urnenfelder stufe schließen. Sollte sich das durch die eingeleitete wissenschaftliche Untersuchung bestätigen, so würde man in der hiesigen Gegend erstmals auf Reste aus dieser vorgeschichtlichen Periode gestoßen sein.

Landlrcis (xHcbcil

X Wieseck, 8. Mai. Die Ortsgruppe der NSDAP, hatte ihre sämtlichen Organisationen am Montagabend im Saal von Gastwirt Braun zu einem Schulungsabend versammelt, der sehr starken Besuch aufwies. Bürgermeister und Ortsgruppen­leiter Karl Euler sprach als Redner des Abends über das Judenproblem und war in der Lage, an Hand von Zeitungsberichten und sonstigen zahl- reichen Unterlagen interessante Aufschlüsse über das Wesen der jüdischen Lehre zu geben. Den Begriff Religion" lehnte er für bas Judentum ab, denn für uns Deutsche ist Religion die Lehre des Wahren, Guten und Idealen, während die israelitische Schein­religion schon den Hinweis auf den Mammon und das materialistische Denken in sich birgt. Nachdem der Redner Worte Luthers gegen die Juden zitiert hatte, kam er ausführlich auf den Talmud und die Ritualgesetze mit ihrer Bedeutung zu sprechen. In den Seiten, als Deutschland noch ausschließlich Agrarstaat war, setzte die Tätigkeit des Juden ein. (Handel mit Vieh, dem Ertrag der Ernte usw.) Und als mit dem Aufblühen der Industrie die auf fester nationaler Grundlage stehenden Arbeiterorganisa­tionen entstanden, verstand es der Jude in beispiel­loser Art, sie unter der falschen ParoleKampf dem Kapitalismus" unter seinen Einfluß zu bringen und damit zum willenlosen Werkzeug zur Errichtung seiner Weltmacht zu machen. In Wirklichkeit saß der Jude ja uiroerbrängbar auf dem Kapital. Ge­fordert wurde biete Entwicklung durch die fianb- flucbt und das Anwachsen der Städte; die Ver- fünoung des marxistischen Manifestes im Jahre 1847 war nur der sichtbare Ausdruck der jahrzehnte­langen Zerstörungsarbeit, deren Sinn der Gegen­satz zur bestehenden Gesellschaftsordnung war, un­bewußt gestützt vom schwachen Bürgertum. Hier geißelte Ortsgruppenleiter Euler scharf die marxi- siische Wahnidee von der Gleichheit aller Menschen. Auf die eng mit dem Judentum verbundenen inter­nationalen Logen eingehend, behandelte der Redner deren Einfluß auf bas Weltgeschehen vor, während und nach dem Kriege und schloß seinen Vortrag mit den Worten Hitlers: Mit dem Juden gibt es kein Paktieren, sondern nur einEntweder Oder"!

Allendorf a. d. L d a.. 6. Mai. Gestern nachmittag wurde der zweitletzte Kriegs- Veteran aus 18 7 0/ 7 1 unserer Stadt, der Schäfer und Landwirt, Johannes Damm III. zu Grabe getragen. 32 Jahre lang hat er die hiesigen Schafe gehütet. Seit Kriegsausbruch 1914 versah er die Landwirtschaft seines auf dem Felde der Ehre gefallenen Schwiegersohnes, und hierin war er noch bis vor einigen Wochen tätig. Außer den

Tagung des Kreisverbands Schotten des Hessischen Gemeindetags.

m Schotten, 7. Mai. In dem Rathaussaal zu Schotten fand unter Leitung des Vorsitzenden, Bür­germeister Menge! (Schotten!, eine Tagung des Kreisverbandes Schotten statt. Er­schienen waren vom Kreisamt Schotten Kreisdirek- tor Zürtz, Regierungsassessor Denzer, Verwal­tungsinspektor Müller, von der politischen Lei­tung Kreisleiter Kr o mm und kommissarischer Fach­berater B u ß.

Nach einleitenden Begrüßungsworten des Vor­sitzenden sprach zunächst Kreisarzt Medizinalrat Dr.Koch über die Mitwirkung der Standesbeamten zur Beschaffung der statistischen Grundlagen für Todesursachen, über die Jmpslisten und über bas Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses.

Auf mancherlei Punkte der gemeinblichen Ver­waltung wies sobann Kreisdirektor Zürtz hin. Das Funbament jeder Verwaltung sei ein ordnungs­mäßiger Eingang von Steuern, Umlagen und Ge­bühren. Gegen nachlässige und böswillige Steuer­zahler müsse vorgegangen werden. Preissteigerun­gen müsse entgegengewirkt werden. Für die alten Kämpfer der Bewegung sei zu sorgen. Die Lehr­mittel der Schule seien auf der Höhe zu halten, man dürfe nicht in den Fehler einer rückschrittlichen Pri­mitivität verfallen.

Regierungsassessor D e n z e r besprach eine Reihe weiterer Punkte. Gegen die umherziehenden, schwer kontrollierbaren Zirkusse und dergleichen Unter­nehmungen sei einzuschreiten, sie belasten, wie sich kürzlich wieder gezeigt hat, erheblich die Oessentlich- keit, sie sind abzuschieben. Ein Beitritt zu dem Heil­stättenverein in Hessen, der gegen einen Jahresbei­trag von 20 Mark nicht versicherte Lungenkranke in Behandlung nehme, ist sehr zu empfehlen. Für die Polizeiorgane der Gemeinden sind auch die Hoheits­abzeichen eingesührt. Alle Theateraufführungen sind zu überwachen, lieber bie neue Eier-, Milch-, Butter­und Käseverordnung sprach der Referent, desgleichen über die Bedeutung des Reichsluftschutzbundes. Hier­über wird in der nächsten Versammlung nochmals eingehend verhandelt.

Der Vorsitzende des Arbeitsamtes Gießen, Re­gierungsrat Dr. List, hielt sodann einen Vortrag über die Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeits­losigkeit. Ein erfreulicher Rückgang sei in unserem Bezirk Oberhessen zu verzeichnen, hierzu hat auch die öffentliche Arbeitsbeschaffung beigetragen. Ren­table Anlagen, Drainagen, Bodenverbesserungen, Wegeherstellungen sind vorgenommen worden, welche Arbeiten sich bezahlt machen werden. Unser Binnenmarkt steht im Vordergrund, die Landwirt­schaft ist besser lebensfähig geworden, sie muß auch mithelfen, manche Landhelferfamilien, die ietzt noch ohne Arbeit sind, roieber zu beschäftigen. Im Bau- geroerbe ist ein starker Rückgang der Arbeitslosig. reit eingetreten, es muß nun dafür gesorgt werden, daß der Bauindex nicht weiter steigt und damit wieder manches Bauvorhaben nicht durchgeführt wird. Auch im Kreis Schotten ist eine erfreuliche Besserung zu verzeichnen, wenn auch die Schwierig­keit, die Erwerbslosen in privaten Betrieben unter­zubringen, größer ist als sonst. Die öffentliche Hand und die Gemeinde müssen hier noch helfen. Die ge« nehmiaten Notstandsarbeiten werden weiter durch­geführt, für die Holzabfuhrwege und dergleichen sind auch wieder weiter Mittel zur Verfügung gestellt.

Kreisdirektor Zürtz und der Vorsitzende spra­chen noch zu diesem wichtigen Problem der Be­kämpfung der Arbeitslosigkeit.

Eine Reihe von Ausschreiben des Hess. Gemeinde­tages wurden noch bekannt gegeben. Herr Breu - n i g vom Landesstatistischen Amt in Darmstadt hielt

zahlreichen Verwandten, Freunden und Bekannten gab auch der hiesige Kriegerverein seinem verdien­ten Ehrenmitglied bas letzte Geleit und feuerte am Grabe eine Ehrensalve ab. Der Führer des Krie­geroereins, Lehrer Strack, legte im Namen des Vereins am Grabe einen Kranz nieder und wid­mete dem Verstorbenen einen warmen Nachruf. Gelegentlich der gestrigen Gemeinberatssit- z u n g wurde der infolge der Altersgrenze aus dem Amte scheidende Polizeidiener Friedr. Damm II. feierlich entlassen. Bürgermeister Schneider hab in einer Ansprache den Diensteifer und die Ge­wissenhaftigkeit des Scheidenden hervor und über­reichte ihm als sichtbares Zeichen der Anerkennung und des Dankes für die der Stadt geleisteten treuen Dienste einen Ruhesessel. Polizeidiener Damm dankte in bewegten Worte für die Ehrung. An­schließend wurde der neue Polizeidiener Heinrich Weiß, nachdem er tags vorher durch das Kreis- amt Gießen verpflichtet worden war, in fein Amt eingewiesen. Auf besondere Einladung nahmen auch die hiesigen Gemeindebeamten an den Feiern teil. Der amtlichen Sitzung folgte sodann noch eine kleine gemütliche Nachfeier.

<£ Allendorf a. d. Lumda, 8. Mai. Heute früh ereignete sich hier ein schwerer Unglücks­fall. Der Landwirt und Dreschmaschinenbesitzer Heinrich Damm II. von hier war mit anderen Personen in dem Nordecker Steinbruch mit dem Brechen von Mauersteinen, bie zur Erbauung seiner neuen Scheune bestimmt waren, beschäftigt. Beim Umwälzen eines sehr schweren Steines ge­riet der Bedauernswerte mit dem rechten Bein unter diesen Stein, wobei durch bie Wucht des Steines das Bein oberhalb des Knies gebrochen wurde. Der telefonisch zur Unglücksstelle gerufene Dr. A u g ft von hier leistete die erste Hilfe, worauf der Schwerverletzte mit dem Sanitätsauto nach der chirurgischen Universitätsklinik Gießen verbracht wurde.

t Treis a. b. Lda., 8. Mai. Heute durfte unser ältester Einwohner, der Landwirt Philipp W'ill II. in körperlicher und geistiger Frische seinen 8 5. Geburtstag begehen. Der Zweit­älteste unserer Gemeinde, der Landwirt Konrad O p p e r, wird im Oktober b. I. ebenfalls 85 Jahre.

(D Sersrob, 5. Mai. Am Tage ber Na­tion a l e n Arbeit versammelte sich am Vor­mittag die Schuljugend zu einer gemeinsamen Feier nachdem voryer bie Hakenkreuzflagge auf bem Adolf-Hitler-Platz gehißt worden war. Mittags fand auf dem Adolf-Hitler-Platz Festgottesdienst statt. An­schließend marschierte unter Vorantritt des Jungvolks und der Schuljugend ein stattlicher Festzug durch bie Ortsstraßen zum Mols - Hitler - Platz, wo bie Kunbgebung durch einen Chor des Gesangvereins eingeleitet wurde. Ortsgruppenleiter Hofmann hielt die Festrede. Sprechchöre, Vorträge von Lie­dern und Gedichten der Schulklassen bereicherten bie Feier. Nachmittags versammelte sich die Ein­wohnerschaft wiederum, um bie Hebertragung des Staatsaktes in Berlin zu hören. Der Rest des Tages war froher Geselligkeit gewidmet.

* Burkhardsfelden, 9. Mai. Gestern stürzte hier der Arbeiter Karl W e h r u m in seiner Woh­nung so unglücklich bie Treppe herab, baß er mit schweren inneren Verletzungen (wahrscheinlich Becken­fraktur) der Chirurgischen Klinik in Gießen zuge­führt werden muhte.

u. Klein-Linden, 6. Mai. Der Spar- und Darlehnskassenverein Raiffeisen hielt in der GastnsirtschaftZur deutschen Eiche" seine ordentliche Generalversammlung ab. Der Direktor, Lokomotivführer Karl Lotz, leitete die Versamm­lung. Den Geschäftsbericht für das verflossene Ge­schäftsjahr erstattete der Rechner, Kaufmann Wil­helm Fourier. Die Zahl der Mitglieder betrug am Ende des Jahres 169 mit einer Haftsumme von 84 500 Mark. Die Höhe der Spareinlagen bezifferte sich am Bilanztag auf 36 040,97 Mark, das sind 1014,20 Mk. mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Sparer betrug 114. Die Einlagen wurden mit 4 v. H. verzinst. An Darlehen, alle kurzfristig, wa­ren verausgabt 20 417,81 Mark. Der Zinsfuß für Darlehen mit Hypothekeintrag betrug 5,5 v. H., für solche gegen Schuldschein mit Bürgschaft 6 v. H. Der Umsatz belief sich auf 43 434,22 Mark. An Wa­renschulden der Mitglieder stehen 1821,83 Mark aus. Dividende wurden 3 v. H. ausgeschlagen. Der Reingewinn, der zum Reservefonds bzw. Rück-. stellungskonto geschlagen wird, beträgt 488,39 Mk. In den Derwaltuntzskosten erscheinen die Umsatz-, Grund-, Sondergebäube-, Körperschafts- unb Ge­werbesteuern mit 743,28 Mk. An die Sparer wur­den für Einlagen 2445,25 Mk. Zinsen ausbezahlt, an Schuld zinsen gingen ein 2581,22 Mk. Der Raiff- eisenverein ist beteiligt an ber Genossenschaftlichen Zentralkasse in Frankfurt a. M. mit einem Ge­schäftsanteil von 1000 Mk. und an der bäuerlichen Hauptgenossenschaft mit einem Geschäftsanteil von 500 Mark. Von der bäuerlichen Hauptgenossenschaft wurden im Geschäftsjahr rund 136 Zentner Dünge­mittel, 504 Zentner Futtermittel und 90 Zentner Saatgut bezogen. Der Verein stiftete für das Win­terhilfswerk 60 Mark in bar und 15 Mark Wert in Waren. Aus Antrag des Aufsichtsratsvorfitzen- den, Lokomotivführer i. R. Karl Hock, wurden dem Rechner und Vorstand Entlastung erteilt. Eine geplante Satzungsänderung brauchte nicht vorge­nommen zu werden, da die Sondersatzung des Reichsverbandes ber deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften in absehbarer Zeit zur Einfüh- ung gelangen wird. Der Vorstand, an dessen Zu­sammensetzung nichts geändert wurde, besteht aus folgenden Personen: Direktor Lokomotivführer Karl Lotz, Stellvertreter Wagenmeister Friedrich L u h, Beisitzer Krankenwärter Otto Hahn, Schreiner Wilhelm Stein und Eifenbahnarbeiter Wilhelm Klingelhöfer, Rechner und Lagerhalter Wil­helm Fourier. Zum Aufsichtsrat gehören Loko­motivführer i. R. Karl Hock als Vorsitzender, Reichsbahnbetriebsafsistent i. R. Heinrich Ufer als Stellvertreter und Eisenbahnarbeiter Ludwig Volk IV., Monteur August Naumann, Arbeiter Friedrich Klein IV. und Reichsbahnschaffner i. R. Christoph Böcking als Beisitzer.

00 Klein-Linden, 8. Mai. Der Orts- g r u p p e n s ch u l u n a s a b e n d am Montag im GasthausZur deutschen Eiche" war aus unserem Dorfe wie auch aus der Zelle Allendorf a. d. Lahn stark besucht. Ortsgruppenleiter Dr. Crößmann eröffnete den Abend. Pg. Schulrat Nebeling- Gießen sprach über die Bedeutung des Feiertages der nationalen Arbeit am 1. Mai und über das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit. Der dies­jährige 1. Mai habe den Beweis erbracht, daß in Deutschland ein geeinigtes Volk marschiert, das von dem einen Willen beherrscht sei, wieder auswärts zu streben nach ber Stelle, die ihm gebühre. Pg. Nebeling behandelte ferner bie in Angriff ge­nommene Reichsreform unb die Losung ber Juden­frage vom rassischen Standpunkt aus. Er schilderte tm besonderen die Schädigungen auf wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet tn Der Nachkriegszeit, dis wir den Juden zuzuschreiben hätten. In seinen wei­teren Ausführungen sprach der Redner über bie