Nr. 183 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Mittwoch, 8.August 193§
Die letzte Wri des Marschalls Hindenburg.
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Abschied von Neudeck.
Die vor ^»em Sststoß aufmarschierte Ehreneskorte in Erwartung der sterblichen Reste des verschiedenen Feldmarschalls.
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Die letzte Fahrt beginnt.
Der Drauerzug beim Verlassen von Neudeck»
Auf dem Wege nach Tannenberg.
Die Lafette mit dem Sarge, der den Helm und den Degen des ^ldmarschalls trägt, auf der Landstraße.
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An der Spitze des Trauergefolges .
ainqen Feldbischof v. Dohrmann (vorn), der die letzte Trauerferer m Neudeck abhrelt — dahinter Oberst von Hindenburg und (neben diesem, im Frack) der Sohn des Herrn von Papen — links hinter Oberst von Hindenburg der langjährige Kammerdiener des Reichspräsidenten, Karl Putz (mit schwarzer Schleife).
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Kundgebung des Landesbischofs.
LPD. Frankfurt a. M., 7. Aug. Der H«r über Leben und Tod hat unseren Reichspräsidenten den Generalfeldmarschall von Hindenburg, in die Ewigkeit abberufen. An seiner Vahrtz trauert das deutsche Volk und senken die Armeen der Völker der ganzen Welt in Ehrfurcht ihre Fahnen. Es war ihm vergönnt, einen langen und wechselvollen Abschnitt deutscher Geschichte in seinen ent« scheidenden Wendepunkten persönlich mitzuerleben und mitzugestalten.
Roch im Alter, schon am Abend seines Lebens stehend, wurde er zweimal der Retter seines Volkes; das erste Rial als er Ostpreußen vom
Feinde befreite und den deutschen Waffen Sieg um Sieg errang, das zweile Mal, als er unserem .Wer in der Stunde der ti- en No« das Kanzleramt anoertraute. Dafür massen wir ihm aus tiesstem Herzen danken.
rfft seinem Leben begegneten sich alte preußl- ,-he Pflichterfüllung und -oangelifches Arif ntum Gr hat m der Stille gewartet bis er gerufen wurde, und er hat sich ern Rufe wenn er °n 'hn erging, n.emals «erjagt Er hat Me Saft seines Volkes auf f.ch genon- men unö oftmals chwer baran getra. " „ Er ist dabei der einfache an^ruchslofe deutsche Soldat geblieben, obwohl die Augen der gan- gen Welt auf ihn gerichtet waren.
wurden die Fahnen der Regimenter getragen, miAenen der Feldmarschall besonders eng verbunden war.
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Am Ziel der letzten Fahrt.
Der Trauerkondukt beim Einzug ins Tannenberg-Nationaldenkmal.
In dem Wort der heiligen Schrift: „Mit einer Hand taten sie die Arbeit, und mit der anderen Hand hielten sie die Waffen" (Rehemia 4/11), war für ihn die Aufgabe, die ihm Gott für fein
Leben gestellt hatte, zusammengefaßl.
Seine letzte Kraft war das Evangelium von Christus, in dem er gelebt hat und in dem er gestorben ist.
Gott d e r H e r r, der uns durch ihn so große Wohltaten erwiesen hat, segne uns auch durch seinen Heimgang.
Er lasse uns nie vergessen, was wir dem großen Toten schuldig sind.
Er segne auch unseren Führer, der nun das schwere Amt des Reichspräsidenten übernommen hat, daß er das Werk der Erneuerung tatkräftig fortführen kann.
Der Landesbischof Lic. Dr. Dietrich.
Oie Trauerparade der Reichsmarine.
Kiel, 7.Aug. (DRV.) Die Reichsmarine erwies dem toten Reichspräsidenten die letzte Ehrung durch eine Trauerparade. Leuchtender Sonnenschein strahlte über dem Kasernenhof in der Wik, wo die Landmarinetruppenteile in tiefgestaffeltem Viereck Aufstellung genommen hatten. In der Mitte des weitgezogenen Vierecks war eine Kanzel errichtet, auf der das mit Lorbeer und Fahnen geschmückte, mit Trauerflor umwundene Bild des Reichspräsidenten stand. Als die lieber- tragung der Trauerfeier beendet war, nahm Konteradmiral Saalwächter den Parademarsch der Marinetruppenteil ab.
Die Schiffe der deutschen Flotte, die am Montagnachmittag und am Dienstagmorgen den Kieler Hafen zu Hebungen verließen, schossen a u f hoher See den Trauersalut für den verstorbenen Reichspräsidenten.


