M. 183 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger lGeneral-Anzelger für Vberheffen)
Mittwoch, 8. August
Gießen im Zeichen der Trauer um den Reichspräsidenten.
Unsere Stadt Gießen stand gestern ganz im Zei-ilischen Erlebnis der Volksgenossen kam das man» chen jenes Ernstes, von dem der Tag der Beisetzung nigfache äußere Bild, das wohl dazu beitrug, nie» des Reichspräsidenten GeneralseldmarschaU v o n manden vergessen zu lassen, welche Bedeutung den Hindenburg erfüllt sein mußte. Zum tiefen fee-!Stunden dieses Tages zu eigen war.
Dankbar gedächten wir heute derer, die für das neue Deutschland ihr Blut gaben, bis dem Führer Adolf Hitler nach einem klar, zielbewußt und unbeirrbar geführten Kampfe der Sieg zuteil wurde.
stück beschlossen hatte, folgte nach einer Pause zu« nächst die Rundfunkübertragung der feierlichen Ueberführung der sterblichen Hülle des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg von Neudeck nach dem. Tannenberg-Denkmal. Die Uebertragung wurde mit großem Ernst verfolgt. Mit nicht weniger großem Ernste hörte die große Zuschauermenge dann die Wiederholung der Rundfunkübertragung von der Trauerfeierlichkeit im Tannenberg-Denkmal.
Die Trauerfeier der SA
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andächtig lauschte man der Grabrede des Geist-l noch im Bild berichten.
Die Trauerfeier der PO
Dann
und die ernste Stimmung vertiefen half.
Teil
Aus der Provinzialhauptstadt
durch Oberbürgerden Beigeordneten Insgesamt hatten
Tiefer Ernst beherrschte die Menschenmenge als i des eindrucksvollen Aufmar cyes zu i ' ; -
die ersten Klange des Traurrmarfchrs ertönten ent- be,mar>ch bildete den Absch uh t’mOrg«n
btößten Hauptes wurde das „Vaterunser gehört, «A. lieber den Vorbeimarsch weroe U
Schon zu früher Stunde belebten viele uniformierte Angehörige der nationalen Verbände das Bild unserer Straßen. Der schwarze Trauerflor bedeckte die Armbinden. An ihren Sturmlokalen sammelte sich gegen 10 Uhr die SA. in Stürmen, um dann zum Landgraf-Philipp-Platz zu marschieren Dort wurden in feierlicher Form die Standarte und die Sturmfahnen übernommen. Dann setzte sich die gesamte Gießener SA. unter der Führung des Führers der Standarte 116, Obersturmbannführer Lutter, und in Anwesenheit des Vertreters der Brigade, Sturmbannführer E i ck Bad-Rauheim), zum Trieb vor der Dolkshalle in Bewegung. Das Feldzeichen der Standarte 116 wurde vorangetragen. Die Sturmfahnen flatterten im Winde Die Fahnen fpitzsn trugen den Trauerflor. In einer großen Gemeinschaft, die sich dort oben zusammenfand, hörte man die Uebertragung der Trauerfeier vom Tannenberg-Denkmal durch den Rundfunk.
Neben der SA. nahmen noch zahlreiche andere Verbände an der Feier teil. Der Arbeitsdienst war mit einer starken Abordnung vertreten, die Technische Nothilfe war erschienen, die Arbeitsgemeinschaft der Militär- und Regimentsoereine nahm teil; sämtliche Organisationen waren mit ihren Fahnen gekommen Der Nationalsozialistische Deutsche Frontkämpferbund (Stahlhelm), der der Arbeitsgemeinschaft der Militärvereine ungegliedert ist, trat
Blick auf die riesige Menschenmenge bei der Trauerfeier an der Dolkshalle. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
Die Nacht war inzwischen hereingebrochen. Im Lichte einiger Fackeln leuchtete mystisch das Rot der Fahnen Nachdenklich und in ernstester Stimmung machte sich wohl jeder auf den Heimweg.
lenen Raum.
Oie Llebertraqung her Veier.
Als Mahnung und Leitstern für die Zukunft war gestern auch die Ansprache des Reichspräsidenten von Hindenburg, die er am 11. November 1933 an die deutsche Nation hielt, in einer Rundfunkübertragung zu hören.
fremden Macht — Geschäftssorgen, ober wie man sie nennen mag — unterkriegen lassen. Das fühlst du auch, willst es aber nicht eingestehen. Deshalb müssen andere unter deiner schlechten Laune leiden. Du hast in einer wichtigen Minute nicht die rechte Antwort geben können, du bist stecken geblieben.
Du hast vergessen, daß man seine Geschäftssorgen in dem Augenblick hinter sich lassen muß, sobald man die Flurtür aufschließt. Besser ist es noch, wenn es vorher geschieht, beim Verlassen des Büros. Mit einem hellen Gruß mußt du in den Streis deiner Familie treten und ein fröhliches Gesicht zeigen. Frau und Kinder sorgen dann schon für eine gute Fortsetzung. Beim Mittagsmahl soll es munter zugehen.
Und wenn du dann nach dem Essen mit deiner Frau stille Zwiesprache halten willst, und du auf ihren Rat hörst, sieht die Sache wesentlich anders aus. Du findest hier in den meisten Fällen die beste Hilfe.
Sorge also dafür, daß du im entscheidenden Augenblick den Kampf aufnehmen kannst, daß du Herr über dich selbst und deine Sorgen wirst, ein froher Nachmittag wird dich sicher dafür entschä- digen. Selbst wenn es in unserm Innern noch
Zum Gedenken des verstorbenen Reichspräsidenten und der Gefallenen des Weltkrieges senken sich die Fahnen. — (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
Während des Gebets.
Im Vordergrund links Standartenführer Lutter, ihm gegenüber (in Uniform) Oberburger, meister Kreisleiter z. b. V. Ritter, links daneben Beigeordneter Bartholomaus. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)
meister Ritter und durch Bartholomäus vertreten „ .
sich schätzungsweise 5000 bis 6000 Volksgenossen eingefunden. Unmittelbar vor dem seitlichen Eingang der Dolkshalle hatten die Fahnenträger Aufstellung genommen. Das Feldzeichen der Standarte stand stir jeden Dolksgenossen sichtbar im freigehal-
in starker Formation an
Die Jugendorganisationen, Hitler-Jugend und BDM., nahmen ebenfalls teil. Zur Teilnahme an der Feier waren außerdem Beamte der Polizei erschienen Städtische und staatliche Behörden hatten ihren Beamten Gelegenheit gegeben, die Uebertragung anzuhören. Viele Volksgenossen, die die geschichtliche Stunde ebenfalls miterleben wollten, säumten den Platz.
Die Stadtverwaltung war
Im Anschluß an die Feier trat die SA. den Rückmarsch zur Stadt an. Die Standarte und die Sturm- sahnen wurden wieder vorausgetragen, und in langen Kolonnen folgten die Stürme und die Vereine. Der Marsch führte durch die Kaiserallee über den Ludwigsplatz, durch die Ludwigstraße und die Bleichstraße zum Seltersweg und durch die Son- nenstraße über den Brandplatz zum Landgraf- Philipp-Platz. Hier nahm der Führer der SA.- Standarte 116, Obersturmbannführer Lutt e r, den Vorbeimarsch ab, der die SA. in straffer Haltung und in vorbildlicher Disziplin zeigte. Waren schon die Straßen, die von den Kolonnen passiert wur- den, von zahlreichen Einwohnern dicht ge aumt, so hatten sich auf dem Landgraf-Philipp-Platz viele Hunderte von Volksgenossen eingefunden, um Zeuge des eindrucksvollen Aufmarsches zu sein. Der Vor-
Nachdem das Orchester des Stadttheaters diesen der Feier mit einem weiteren ernsten Musik-
schen Volkes erlebt. Das Wort „Die Treue ist das Mark der Ehre!" solle uns in dieser ernsten Stunde eingehämmert sein, wir sollten uns dessen bewußt sein, daß wir nicht Selbstzweck seien, sondern daß unser Leben im Dienste an unserem ganzen Volk stehen müsse, denn nur im Dienste des Volkes sei unser Leben lebenswert.
So wollten wir Gott bitten, uns die Kraft zu geben, dem Führer helfen zu können an der Vollendung seines Werkes.
Uns alle erfülle der Glaube, daß es dem Führer gelingen werde, die europäischen Völker zusammen- zuführen und ihnen zu helfen aus der Wirrnis der Gegenwart. So müßten wir das Bekenntnis erneuern, daß unser ganzes Leben dem Führer geweiht sei im Willen, dem Daterlande zu dienen.
Oie Llebertraaung.
Nachdem den Volksgenossen bereits zur Mittagsstunde Gelegenheit gegeben worden war, der Rundfunkübertragung von der Trauerfeier ^ Tannenberg-Denkmal vor den auf dem Landgraf-Philipp- Platz angebrachten Lautsprechern zu folgen, sand am Abend eine zweite große Uebertragung statt, die insbesondere für jene Volksgenossen gedacht war. die infolge ihrer beruflichen Inanspruchnahme keine Gelegenheit hatten, der ersten Uebertragung beizuwohnen. Die Kreisleitung der NSDAP, hatte hierzu ihre sämtlichen Gliederungen eingeladen Es nahmen die vwr Gießener Or s- gruppen, die Mitglieder der NSBO., der Arbeitsfront, der NS.-Hago, des NSLB. und der NS.- Beamtenschaft teil. Die SA stellte einen Ehrensturm, die SS. nahm teil, Hitler-Jugend war mit vielen Mannen aufmarschiert, der BdM. fehlte auch bei dieser Feier nicht. Das Arbeitsdienstlager war ebenfalls vertreten Viele Volksgenossen hatten sich außerdem eingefunden, so daß der Landgraf- Philipp-Platz eine große Menschenmenge vereinigte. Auch zu dieser Feier waren von den einzelnen Organisationen die Fahnen entrollt worden.
Der Platz war der Bedeutung des Tages entsprechend würdig geschmückt. Unmittelbar vor dem Denkmal der gefallenen 116er war, dem Brand- platz zugewandt, eine hohe Wand aufgerichtet worden die mit Hakenkreuzfahnen bespannt war, deren jede einzelne mit einem breiten Trauerflor versehen mar Von vielen Masten flatterten die Fahnen, halbmast gehißt. Ein großes Podium und eine Rednertribüne waren erstellt worden
Den Uebertragungen, die der Abend bringen sollte, ging eine Trauerfeier der NSDAP, voraus Diese Feier wurde eingeleitet mit der „Hamlet-Ouverture", die von dem Orchester des Stadttheaters hervorragend wiedergegeben wurde
Kritische Augenblicke.
Du kommst von deinem Büro oder aus deinem Geschäft nach Hause, noch ganz erfüllt von Geschäfts- und Berufssorgen. Irgend etwas hat heute wieder nicht geklappt Du schließest die Flurtur auf, wirfst die Aktentasche auf den Tisch des Vorplatzes Aus der Küche kommt zufällig der Geruch von angebranntem Fett. In deinem Aerger denkst du sofort an ein mißratenes Mittagessen und brummst: „Auch das noch!"
Deine Frau bekommt kaum einen Gruß. Die Kinder toben im Zimmer. Du schreist sie an und forderst Ruhe. Dann sitzest du auf dem Sessel und überlegst noch einmal, wie man das Geschäft ordnen könne. Den Ruf zum Mittagessen überhörst du, bekommst dadurch eine kalte Suppe und eine unfreundliche Bemerkung von deiner Frau ..
Und weiter? Der ganze Nachmittag ist dir verleidet. Du schiebst alles auf deine Familie, die nicht Anteil nimmt an deinen Sorgen, gehst mißmutig aus und kommst unfroh zurück ...
Daß du aber selbst an allem schuld bist, willft du nicht einsehen. Und doch ist es so Du bist im kritischen Augenblick, als du heimkehrtest, nicht Sieger über dich selbst gewesen. Du hast dich von einer
Ls sei Licht geworden in deutschen Landen, als sich der Reichspräsident und der Führer des neuen Deutschland die Hände reichten zu treuem Bunde.
Noch stünden wir mitten im Läuterungsprozeß, aber schon seien viele Millionen Menschen zurück- aeführt worden zur Heimat und zum deutschen Boden. Der Verstorbene, der vor über 50 Jahren die Einigung der deutschen Stämme habe erleben dürfen, habe nunmehr auch die Einigung des deut-
Hilfsbereite Sanitätsmannschaften bei den Feiern.
Die große Wärme, die insbesondere gestern um die Mittagsstunde — zur Stunde der Feier an der Volkshalle — wie auch noch am Abend herrschte, machte es notwendig, daß umfangreiche Sanitäts- wachen gestellt werden mußten. Während der Feier an der Volkshalle versahen die Sanitäter der SA. den Hilfsdienst und die Mannschaften mußten in vielen Fällen (meist Ohnmachtsanfällen) helfend eingreifen. Während der Feier auf dem Landgraf- Philipp-Platz stand die Freiwillige Sanitätskolonne mit einem Zug von 36 Mann zur Hilfeleistung bereit. Auch hier mußte in zahlreichen Fällen ein» gegriffen werden. Die uns allen schon fast zur Selbstverständlichkeit gewordene stete Hilfsbereitschaft der Sanitäter, ohne deren unauffällige, stille und doch so energische Mitarbeit eine größere Veranstaltung nicht zu denken ist, verdient dankbare Anerkennung.
sprach
Oberbürgermeister Ritter.
Er stellte feinen Worten den bekannten Ausspruch des verstorbenen Reichspräsidenten von S) 9 voraus' „Die Treue ist das Mark der Ehre! Nach diesen Worten habe der verstorbene R-'ch-pr->f^ bent stets gehandelt. Der in diesen Borten zum Ausdruck kommenden geistigen Haltung sei der ver- ftorbene Reichspräsident in fernem ganzen Leben gerecht geworden. Erschüttert trauere das ganze deutsch? Volk um diesen Mann, der uns zum Symbol der Treue und der Pflichterfüllung ge- worden sei Und wenn wir nun -uru-U.-.n, bann ^kennen wir die ^ugun« d f) • roerbeh„ immer wieder zu einem
lasfen. e„nrmori Säken umrih der Redner
In wenigen PP. verewigten. Selbstlos und dann das Leb für'sich beanspruchen zu
FräSw&S“"- ber Krieg z < ^eer ,n völliger Ordnung N Heimat zu^ruckfuhN-. Jeder einzelne Mann h’^r^nud) fei hsein Handeln bestimmt gewesen soldatischen Denken. Leidenschaftslos Treiben ber Parteien beobachtet, selbst habe er das deutschen Volke ab-
stets bem 9 » । . . rein ganzes Streben gerichtet
BÄk?u'nbill'zu'°r,paren Un'd dann bade er als gereifter Mann auf der Hohe seines ßebens den Pulsschlag einer neuen Zeit verspürt.
lichen, und gemeinsam wurde das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott" gesungen Ergriffen lauschten die Zuhörer den Worten des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler, der das Leben des Reichspräsidenten umriß und feine hohe, pflichtgetreu erfüllte Mission kennzeichnete. Mit zum deutschen Gruß erhobener Hand hörte man das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied in der Uebertragung, still hatte man beim Lied vom guten Kameraden des Heimgegangenen und der Gefallenen gedacht Beschlossen wurde die Feier durch den gemeinsam gelungenen Vers des Horst-Wessel-Lie- des Das Orchester unseres Stadttheaters spielte die Weise. Nach der Uebertragung der Feier hielt
Standartenführer Cutter
eine kurze Ansprache, in der er des verstorbenen Reichspräsidenten gedachte „Der Reichspräsident Generalfeldmarschall von Hindenburg ist tot. Es lebe der Führer! Unserem Führer schwören wir aufs Neue die Treue nach dem alten nationalfozia- listischen Brauch mit einem „Sieg-Heil!"
Glockengeläut — Verkehrspause.
Punkt 11.45 Uhr begannen von den Türmen der Kirchen die Glocken zu läuten Gleichzeitig wurde für eine Minute jeder Verkehr in den Straßen unterbrochen und jedermann gedachte in einer Minute der Stille des teueren Toten und der Gefallenen des Weltkrieges.
Isorbe marsch der (Statt »orte.
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