die Blätter Sonderberichterstatter entsandt hatten, kommt der g e ro a I ti g e Eindruck, unter dem sie standen, m ihren Berichten zum Ausdruck.
Das alte und das neue Deutschland seien bei ver Totenfeier von Tannenberg zusammengekommen und hätten sich seht geschlossen hinter den Führer als den Fortseher von Hindenburgs Werk gestellt.
Das ist der Eindruck, den die Berichterstatter gewonnen zu haben scheinen. Für den Berichterstatter des „I o u r n a V* steigerten sich die Beisetzungs- seierlichkeiten bis zur „Apotheose". Dem Berichterstatter des „M a t i n" ist angesichts der weiten o st preußischen Ebene eine besondere Erkenntnis aufgegangen.
hier zeige sich Deutschland in seiner wahren Gestalt, in seiner Rolle als „Vorkämpfer Europas gegen die vom Osten drohende Gefahr".
Daß einige linksgerichtete Blätter auch bei dieser Gelegenheit ihre vergifteten Pfeile gegen das neue Deutschland abschnellen würden, war zu erwarten. Daß der behördlichen Anweisung, anläßlich der Beisetzung des Reichspräsidenten von Hindenburg alle öffentlichen Gebäude in Frankreich halbmast zu flaggen, von zwei Gemeinden nicht nachge- kommmen wurde, nämlich von dem im alten Kampfgebiet gelegenen Ort Vitry-les-Reims und dem radikalsozialistisch regierten Les A r c s bei Toulon, darf festgestellt werden, als vereinzelter Fall in der allgemeinen Anteilnahme, die Frankreich und das französische Volk dem Nachbarlande bewiesen haben.
Botschafter von Hoesch erzählt England von Hindenburg.
London, 7. August (DNB.) Der deutsche Botschafter in London, von h o e s ch , sprach am Dienstagabend im englischen Rundfunk über den verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg. Der Botschafter gab dem Dank für das große Mitgefühl und die tiefe Teilnahme Ausdruck, die die gesamte englische Oeffentlichkeit anläßlich des Todes Hindenburgs, mit dem das deutsche Volk einen seiner Besten verloren hat, an den Tag legte. Hindenburg, so betonte der Botschafter, hatte keine Feinde. Die ihm gezollte Verehrung war allgemein. Der Botschafter schilderte seine persönlichen Eindrücke, die er bei seiner Fühlungnahme mit dem Feldmarschall davon- trug, und gab ein überzeugendes Bild von der Würde und Autorität Hindenburgs, zugleich aber auch von den tiefen menschlichen Eigenschaften dieses geborenen Führers, der sein Volk betreute wie ein Vater seine Familie. Er unterstrich vor allem das große Interesse, das Hindenburg an allen außenpolitischen Fragen nahm.
Zum Schlüsse hob der Botschafter die große Achtung hervor, die der verstorbene Feldmarschall für die Lei st ungen seiner Gegner im Weltkriege empfand, und erwähnte die bisher nicht bekannte Tatsache, daß Hindenburg, als Marschall F o ch im Sterben lag, sich nach dem Befinden Fochs erkundigen und ihm seine besten Wünsche für seine Wiederher st ellung übermitteln ließ. Foch war durch diese Teilnahme tief gerührt und entsandte einen General zum Botschafter, um sich für Hindenburgs Teilnahme zu bedanken.
Oie Trauerfeiern im Ausland tleberall herzlichste Anteilnahme an der Trauer des deutschen Volkes
treter des Königs General Kostitsch, die gesamte Regierung, Vertreter der Armee und der Behörden teil.
Zu der Trauerfeier in Alexandrien waren als Vertreter des Königs Hofmarschall Sulfikar Pascha, Ministerpräsident Abdel Fatah Jachja Pascha, das gesamte Kabinett und der britische Oberkommissar mit seinem Stab erschienen.
In Washington nahm Außenminister hüll als Vertreter der Regierung teil. Präsident Roosevelt, der zur Zeit auf einer Inspektionsreise im Mittelwesten weilt, hat einen großen Kranz übersandt. Die Feier wurde verschönt durch Darbietungen der Paradekapelle der Bundesarmee.
In Mexiko fand die Feier auf dem Deutschen Friedhof vor dem Kriegsdenkmal statt.
. In der Kathedrale in Kalkutta würdigte der Erzbischof von Kalkutta den verstorbenen Generalfeldmarschall als Soldaten, Staatsmann und Patrioten. An der Feier nahmen Vertreter der indischen Zentralregierung und der Provinzialregierung, sowie der Militärbehörden und der Geistlichkeit aller Konfessionen teil.
Auch in China und Japan fanden zahlreiche Trauerfeiern statt. In Tokio wohnten Prinz und Prinzessin Tschitschibu und als Vertreter des Kaisers Ministerpräsident Okada dem Gottesdienst bei. Da hier die Reichstagsrede des Führers übertragen wurde, hörten viele Japaner zum erstenmal die Stimme des Führers und Reichskanzlers. Aehnliche Feiern fanden in Peiping, Schanghai, Kanton, Tfchingtau, Nanking und anderen Städten statt.
Oer Trauergottesdienst in Wien.
Wien, 7. Aug. (DNB.) Zu Ehren des verstorbenen Reichspräsidenten von Hindenburg fand heute in der evangelischen Stadtkirche ein feierlicher Trauergottesdienst statt, zu dem die deutsche Gesandtschaft eingeladen hatte. An der Trauerfeier nahmen der Bundespräsident M i k - las, Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, Vizekanzler Fürst Starhemberg, sämtliche Mitglieder der Bundesregierung, das Diplomatische Korps, der erste Bürgermeister von Wien, Schmitz, die Generalität und die hohe Beamtenschaft teil. Die deutsche Gesandtschaft und die deutsche Presse, sowie die deutsche Kolonie waren vollzählig erschienen. Die Trauerrede hielt Oberkirchenrat Dr. Stöckel, der die Bedeutung dieses großen deutschen Mannes für das deutsche Volk, sein wahres Christentum, seine unwandelbare Treue zu $o!E und Vaterland in tiefbewegten Worten hervorhob. Der Staatschor begleitete die Trauerfeier mit kirchlichen Gesängen.
Große Trauerfeier in Tieuyork.
Ne un o r k, 8. Aug. (DNB. Funkspruch.) Arn Dienstagabend veranstalteten die „F r e u n d e des neuen Deutschlands" im Madisons Square Garden in Long Island eine T r a u e r f e l e r für , den Reichspräsidenten von Hindenburg. An der Kundgebung nahmen eine Abordnung der American Legion und über 20 000 Pionen teil. Die Feier endete mit einem überaus ßmöruasool* len Fackelzug mit 1000 uniformierten Tellnehmern. Die Zuschauer ehrten stehend die mitgefuhrten Fahnen durch den deutschen Gruß. ...
Die Morgenblätter bringen z a h l r e l ch e B l l 0 - telegramme von der Beisetzung Hindenburgs und eingehende Schilderungen der letzten Feierlichkeiten in Deutschland, sowie über die Gedenkkundgebungen in allen Weltteilen. An der Trauerfeler -in der Neuyorker St. James-Kirche beteiligten sch die Angehörigen des deutschen Generalkonsulats die konsularischen Vertreter von 22 Staaten, sowie . Abordnungen des amerikanischen Heeres, der Flotte, ! der Polizei und der deutschen Verelne Neuyorks. Der Gottesdienst wurde vom Präsidenten der gereinigten Lutherischen Kirchen Amerikas, Dr. K n u - bei, gehalten. ______
Das Agrement für von papen erteilt.
Wien. 7. Aug. (B71B.) AmIIich wirb »erlauf- bart: Wie die politische Korrespondenz erfahrt, hat die österreichische Bundesregierung das angesuchte Agrement Ernennung des deutschen Vizekanzlers ^anz von Papen zum Außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten W.nl ter des Deut- schen Reiches in Wien erteilt.
Otto von Habsburg in Italien.
London, 7. Aug. <DNB.) Wie Reuter aus Biar°ggi° (Italien) meldet, wird Erzher- Otto von Habsburg am Dienstagabend dort erwartet. Trotz anderslautender Gerüchte wird
Berlin, 7. Aug. (DNB.) Zur gleichen Stunde, in der in Tannenberg die sterbliche hülle des verstorbenen Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg beigesetzt wurde, fanden überall im Ausland, wo deutsche Volksgenossen leben, erhebende Trauerfeiern statt.
Außerordentlich stark besucht war die Feier in Paris. Marschall Petain, die Vertreter aller Herren Länder, sowie zahlreiche weitere bedeutende Persönlichkeiten wohnten der Feier bei. Gemäß Regierungsbeschluß haben die öffentlichen Gebäude halbmast geflaggt, und vom Eiffelturm weht weit sichtbar eine große Trauerfahne.
Ganz England gedachte des großen Toten. Schon seit den frühen Morgenstunden wehten auf Befehl des Königs auf allen öffentlichen Gebäuden die Fahnen auf halbmast. Die Trauerfahnen, die auch auf allen anderen Gebäuden wehten, bezeugen die tiefe Teilnahme, die die gesamte englische Oeffentlichkeit am Heimgang des Feldmarschalls, dessen Name wie kein anderer von den fremden Heerführern im englischen Volk Wurzel gefaßt hatte, empfindet. Jedermann wußte, daß heute „good old Hindenburg" zu Grabe getragen wurde.
In R o m waren alle öffentlichen Gebäude halbmast geflaggt. Bei der Feier war das gesamte diplomatische Korps beim Quirinal vertreten, die im Weltkrieg verbündeten Staaten auch durch die Militärattaches. Auch Staatssekretär Suvich und ein Vertreter des Königs waren neben vielen anderen erschienen.
An der Trauerfeier in Budapest nahmen der Reichsverweser horthy, Ministerpräsident Gömbös, Erzherzog Joseph und viele andere teil.
In Bern veranstaltete die Deutsche Gesandtschaft im Münster eine Trauerfeier, an der Bundespräsident Pilet teilnahm und bei der Professor Michaelis von der theologischen Fakultät die Trauerrede hielt.
In Zürich waren Vertreter der Schweizer Behörden und der maßgebenden schweizerischen Wirt- schaftskreise zugegen.
Bei der Gedächtnisfeier in Genf war neben dem Konsularkorps auch das Völkerbundssekretariat, wenn auch nicht offiziell, durch Untergeneralsekretär Azcarate vertreten.
In Brüssel, wo zum Zeichen der Anteilnahme die belgischen Nationalfahnen in schwarzes Tuch gehüllt und zusammengefaltet von den öffentlichen Gebäuden wehen, wurde der eigentliche Trauerakt aus Tannenberg im Funk übernommen.
Bei der Trauerfeier im Haag ließ sich die Königin durch einen Großoffizier der Krone vertreten. Außerdem waren zahlreiche hohe Offiziere der holländischen Armee erschienen.
In Kopenhagen war Prinz Gustaf als Vertreter des Königs, seines Bruders, in Begleitung mehrerer Mitglieder der königlichen Familie erschienen. Der Pfarrer der deutschen Gemeinde, hauptpastor Görnandt, gedachte des großen Charakters, der Treue und des Glaubens des Verblichenen.
In Oslo ehrte der König den toten Reichspräsidenten durch fein persönliches Erscheinen bei der Feier.
Der Feier in Warschau wohnten als Vertreter der Regierung der Finanzminister und der Außenminister, sowie das diplomatische Korps bei. Die öffentlichen Gebäude waren halbmast geflaggt.
In K o w n o war die Regierung durch Außenminister Lozoraitis vertreten.
Zum Trauergottesdienst in Riga hatte der lettländische Staatspräsident zwei Vertreter entsandt, während die Regierung durch den stellvertretenden Ministerpräsidenten, den Innenminister und den Verkehrsminister vertreten war.
Zur Trauerfeier in S t o ck h v l m hatte der schwedische König einen Vertreter entsandt. Erbprinz Gustav Adolf war persönlich erschienen.
Der Trauerfeier in Reval wohnten der estlan- dische Staatspräsident Paetz, die gesamte Regierung und der Oberbefehlshaber der estländischen Armee bei.
Der Trauerfeier in der deutschen Kirche in h e l- singfors wohnten an der Spitze der finnischen Regierung Staätsminister Kivimäki und der stellvertretende Außenminister Witting, das gesamte diplomatische Korps und die ausländischen Militärattaches bei. Aehnliche Gottedienste fanden in Aabo und Wiborg statt.
In Moskau wohnte das diplomatische Korps dem Gottesdienst in der St. Peter- und Paul-Kirche bei. Am Nachmittag fand in der deutschen Botschaft im kleinen Kreise eine Trauerfeier statt.
Eine besondere Ehrung ließ Bulgarien dem toten Feldmarschall dadurch zuteil werden, daß der Generalissimus der bulgarischen Armee im Weltkriege im Rundfunk in Sofia eine Gedenkrede auf den toten Reichspräsidenten hielt.
In Istanbul hielt Botschafter von Rosenberg die Gedenkrede.
In B e l g r a d nahmen dem Gottesdienst als Ver-
in amtlichen italienischen Kreisen versichert, daß eine Zusammenkunft Ottos mit Mussolini nicht geplant sei. Der Sekretär des Erzherzogs Graf C z e r n i n soll sich in Rom befinden.
Oer Verteidiger von przemysl gestorben
Wien, 8. August. (DNP.) Der Verteidiger der Festung Przemysl General K u s m a n e E ist im 74. Lebensjahre in Wien geworben. Kusrna- neks Name wurde im Weltkrieg bekannt durch die heldenhafte Verteidigung der Festung Przemysl, die erst nach langem Widerstand wegen vollkommenen Nahrungsmittelmangels den Russen übergeben werden mußte. Kusmanek geriet mit 40 000 Mann in russische Gefangenschaft. Die Festung Przemysl wurde bekanntlich nach dem großen Durchbruch von Gorlice von den verbündeten Armeen wieder zu- rüderobert.
Dem ersten Ansturm der Russen, der in die Zeit vom 17. 9. bis 10.10.1914 fiel, hielt Przemysl stand, während die schwach verproviantierte Festung bei der zweiten Einschließung durch die Russen, beginnend am 5.11.1914, am 22.3.1915 dem Hunger weichen mußte und dadurch von den Russen genommen werden konnte. K. geriet in russische Gefangenschaft, kam Februar 1918 in die Heimat zurück, wo er mit dem Militär-Maria-Therefien-Orden ausgezeichnet wurde.
Oie Militärgerichts-Justiz in Oesterreich.
Wien, 7. Aug. (DNB.) Vor dem Wiener Militärgericht fand heute die Verhandlung gegen den Infanteristen Ernst F e i k e statt, des einzigen aktiven Soldaten des Bundesheeres, der am Ueberfall auf das Bundeskanzler- a m t teilnahm. Der Angeklagte gab an, daß er am Morgen des 25. Juli einen Zettel auf dem Fenster feiner Wohnung fand, der ihn aufforderte, sich in der Turnhalle im 7. Bezirk einzufinden. Er habe angenommen, es handele sich um eine legale Aktion. Der Angeklagte gab weiter an, daß er nie politisch tätig war, auch der nationalsozialistischen Partei nicht angehört habe.
Das Gericht verurteilte den Angeklagten zum Tod durch den Strang. Das Urteil wurde, nachdem ein Begnadigungsantrag abgewiesen worden war, um 17.55 Uhr vollst r e ck t. Unmittelbar nach der Verkündung des Todesurteils hatte der Angeklagte die rechte Hand erhoben und „heil Hitler!" gerufen.
Der Militärgerichtshof in Klagenfurt hat heute den Angeklagten Karl K o ft e l n i g aus Wolfsberg, der bei dem Aufstand im Lavant- Tal den Major eines Jäger-Regimentes erschossen haben sollte, von der Anklage des Mordes freigesprochen. Jedoch wurde er, ebenso wie der zweite Angeklagte Brunner, des Hochverrats für schuldig erklärt. Koftelnig erhielt die Todesstrafe. Brunner wurde zu zwölf Jahren schweren Kerkers verurteilt. Für Koftelnig wurde ein
Gnadengesuch eingereicht. Der Bundespräsident hat daraufhin K o st e l n i g begnadigt und die Strafe auf fünfzehn Jahre schweren Kerker» im Gnadenwege bemessen.
Oer Terror der Litauer im Memelland.
Kowno, 7. Aug. (DNB.) Der seines Mandats verlustig gegangene Präsident des Memel-Landtages von Dreßler wurde vom Untersuchungsrichter des Gerichts in Schaulen als Gründer der verbotenen Sozialistischen Volksgemeinschaft einem Verhör unterzogen. Er wurde bis auf weiteres unter Polizeiaufsicht gestellt.
Grenzbefestigungspläne der Schweiz.
Bem, 7. Aug. (DNB.) Der „Berner Bund" beschäftigt sich mit der Aeußerung, die Bundesrat M i n g e r , der Leiter des Militärdepartements, in der vergangenen Woche auf dem großen Eidgenössischen Schützenfest gemacht und in der er gesagt hatte, es sei vorgesehen, zum besseren Schutz der Grenzen eine Reihe Befestigungsan- lagen zu errichten.
Nach einer Information des Blattes besindet sich dieser Plan noch in seinen ersten Anfängen. Es handelt sich um die Anlage von Sperrgalerien für Maschinengewehre und Infanterie kanonen, also um Befestigungen, die im Gegensatz zu anderen Anlagen nur im D e r - teidigungsfalk zu besetzen sind. Da im modernen Krieg sich durch die Motorisierung das Tempo sehr beschleunigt hat, so muß nach Ansicht des Militärdepartements die Möglichkeit bestehen, daß die Schweizer Truppen im Notfall blitzschnell von einer sicheren Stelle aus mit der Verteidigung einsetzen können. Damit würde auch einer handstreichartigen Besetzung wichtiger Stellen vorgebeugt. Die Befestigungsanlagen würden voraussichtlich auf allen Fronten nötig fein, nicht etwa nur im Norden.
Oberstdivisionär Diesbach kündigte übrigens an, daß für den Ausbau der Landesverteidigung in absehbarer Zeit noch einmal ein Kredit von 100 Millionen Schweizer Franken notwendig fein würde.
Oie Unruhen in Algier.
Paris, 7. Aug. (DNB.) Vom Innenministerium wird die Zahl der Toten bei den Zusammenstößen in Constantina mit 27, davon 23 Juden und vier Eingeborene angegeben. Die Zahl der Verwundeten wird auf etwa 20 geschätzt. Die Bewegung habe sich, wird weiter erklärt, auf Constantine und einige umliegende Ortschaften beschränkt, den Rest des Departements aber nicht ergriffen. Die Zusammenstöße hätten einen antijüdischen Charakter getragen und sich ausschließlich zwischen den Eingeborenen und Juden abgespielt. Die im Sommer wie gewöhnlich schwache Garnison von Constantine sei durch zwei Bataillone verstärkt worden. Etwa 80 Verhaftungen feien im Verlauf der Unruhen vorgenommen worden.
Aus aller Wett.
„Danzig ruft."
Unter diesem Titel gibt der Senat der Freien Stadt Danzig, Abteilung Volksaufklärung und Propaganda, eine Broschüre heraus, in der sich der Präsident der Freien Stadt Danzig, Dr. Hermann Rauschning, der Senator für Volksaufklärung und Propaganda, Paul B a tz e r, und der Danziger Gauleiter der NSDAP., Staatsrat Albert Forst e r, an die reichsdeutsche Oeffentlichkeit wenden. Die Schrift enthält das Wissenswerteste über Danzig und die sorgfältige Auswahl der Bilder bürgt dafür, daß die Ausgabe, die diesem Heft gestellt ist, jedem deutschen Volksgenossen ein Bild von der abgetrennten deutschen Stadt Danzig zu vermitteln, erfüllt wird. Dieses Heft ist ein Appell an Deutschland; frei von jeder billigen Agitation gegen Polen, ruft es doch auf zur Unterstützung dieses mutig um sein Dasein kämpfenden kleinen deutschen Staatswesens. Möge diese Schrift Liebe und Begeisterung für das deutsche Danzig erwecken und die naturgegebenen Bande des Blutes, der Sprache und der Kultur fester knüpfen. ,
„Graf Zeppelin" wieder in Südamerika.
Auf feiner Brafilienfahrt hat das Luftschiff „Graf Zeppelin" bereits wieder Südamerika erreicht. Nach den bei der Deutschen Seewarte in Hamburg vorliegenden Meldungen hat es Dienstag um 19.30 Uhr die brasilianische Insel Fernando Noronha passiert. Um kräftige Gegenwinde aus Südsüdwest zu vermeiden, fuhr es Dienstag nachmittag in 1000 Meter Höhe oberhalb der Wolken, wo nur leichter Westwind herrschte, und wo es infolgedessen mit Geschwindigkeiten bis zu 115 Kilometer vorwärts kam.
Udet landet auf dem Jungfraujoch.
Der bekannte deutsche Flieger Udet landete, von Bern kommend, mit einem mit Schneekufen ausgerüsteten Flugzeug auf dem Jungfraujoch unter dem Berghaus. Zur Aufnahme von Szenen für einen Film startete und landete Udet mehrere Male auf dem Jungfraufirn. Der Flieger hatte ursprünglich die Absicht, über Nacht auf dem Jungfraujoch zu bleiben, um am andern Morgen feine Flüge fortzusetzen. Udet startete aber bald wieder von seinem ungewöhnlichen Landeplatz in Richtung Bern, da ein Witterungsumschwung zu befürchten war.
Am Wahmann tödlich abgestürzt.
Der 21 Jahre alte Konditorgehilfe Karl Schwaighofer aus Wilzhofen bei Weilheim (Oberbayern) unternahm allein eine Tour auf die als gefährlich bekannte Watzmann-Oftwand. Der junge Bergsteiger stürzte ab und blieb in der Rinne eines Kars der ersten Terrasse tot liegen. Die Leiche wurde geborgen.
Typhus in einer ostoberschlesischen Ortschaft.
Vor einigen Tagen ist in Alt-Berun im Kreise Pleß Typhus ausgebrochen. Bisher find 14 Personen erkrankt, die sämtlich in die Nikolier Isolierbaracke eingeliefert werden mußten, wo sie im bedenklichen Zustande darniederliegen. Bisher ist ein Todesopfer zu beklagen
Deutscher Emigrant als Industriespion verhaftet.
Prager Blättermeldungen zufolge hat die Staatspolizei in Gablonz einen Fall von Industriespionage aufgedeckt und im Zusammenhang damit den reichsdeutschen Emigranten H e i n e ck e sowie den Chef einer indischen Glasfirma in Haft genommen. Heinecke hatte sich einer indischen Firma gegenüber verpflichtet, die Einrichtung einer großen modernen Glasfabrik mit einer Tagesherstellung von 12 000 Kilo Armringen in Indien zu organi
sieren. Er setzte sich mit mehreren Firmen in Verbindung und entwickelte schließlich in Gablonz eine so verdächtig eifrige Tätigkeit, daß die Polizei nach längerer Beobachtung wegen Jnduftrieverschlep- pung zur Verhaftung schritt. Der inzwischen in Gablonz eingetroffene indische Firmenchef wurde ebenfalls verhaftet und mit einer Geldstrafe von 3000 Kronen belegt. Er wird nach Zahlung der Summe ausgewiesen werden.
Oesterreichische Schwimmerin muß Kanaldurchquerung aufgeben.
Die österreichische Schwimmerin Emma Faber, die am Dienstag um 6.25 Uhr von Calais gestartet war, um den Kanal zu durchschwimmen, hat wegen des hohen Seeganges den Ver- fuch a u f g e b e n müssen. Sie befand sich um 13.05 Uhr noch zehn Meilen von der englischen Küste entfernt.
Sechs Arbeiter vom Dlih erschlagen.
In der Nähe von Neustadt (30 Kilometer nordwestlich von Gdingen im Korridor) schlug der Blitz in ein Haus ein, in dem zehn Arbeiter während eines Gewitters Schutz gesucht hatten. Sechs von ihnen wurden auf der Stelle getötet, die anderen vier schwer verletzt.
Feuer in einem irischen Schloß.
Das Schloß Hillsborough in der Nähe von Belfast, der amtliche Sitz des Gouverneurs von Nord- Irland, ist durch Feuer schwer beschädigt worden. Obwohl von der Feuerwehr von Belfast verzweifelte Versuche unternommen wurden, den Brand zu löschen, stürzte bereits innerhalb einer Stunde ein Teil des Schloßdaches ein und zerstörte den ganzen oberen Teil. Alle Schlafräume wurden eingeäschert oder durch Wasser schwer beschädigt. Es gelang, einen großen Teil der wertvollen Möbel in Sicherheit zu bringen. Außerdem konnte auch ein kostbares Van Dyck - Gemälde gerettet werden. Als das Feuer gelöscht war und der Rauch sich verzog, zeigte sich, daß die Flagge des Schlosses zwar an mehreren Stellen angebrannt war, aber weiterhin auf dem verkohlten Dache wehte — auf halbmast zu Ehren Hindenburgs.
Ein neuer Versuch zur Rettung Byrds.
Dr. Thomas P o u 11 e r unternimmt, wie aus Neuyork gemeldet wird, mit einem von zwei Mann bedienten Traktor einen neuen Versuch, Byrd zu erreichen, der den Winter allein in einer Observatoriumshütte auf dem Roß-Eisdamm 200 Kilometer südlich von seinem Zentral-Lager in „Klein- Amerika" verbracht hat. Am 20. Juli forderte Byrd durch Funkspruch die Expedition auf, ihn „heimzuholen". Aber Dr. Poulters erster Versuch, ihn zu erreichen, war erfolglos. Am 27. Juli meldete Byrd, daß sein Funkempfänger nicht mehr funktioniere.
Zwölf Tote bei einem Vrandunglück in Kairo.
Im Kellergeschoß eines Hauses in Kairo ereignete sich eine furchtbare Brandkatastrophe, dis zwölf Menschen das Leben kostete. Als sich eine Familie gerade zum Abendessen setzte, fiel plötzlich das offene Licht, das zur Beleuchtung an der Wand angebracht war, zu Boden und fetzte einen im Zimmer befindlichen Benzinvorrat in Brand. Es entstand eine gewaltige Explosion, und das Zimmer brannte sofort vollkommen aus. Drei Männer, zwei Frauen und sieben Kinder tarnen in den Flammen um.
Ueberfall indischer Mohammedaner auf eine Polizeistation.
Eine wütende Menge von etwa 150 indi- schen Mohammedanern, die an einem ländlichen Fest teilgenommen hatten, griff plötzlich schwer de-


